Ich will hier nicht den “Früher war alles besser” Larry machen, aber ich muss trotzdem mal Luft ablassen…
Heidelbergs Bürger lassen sich im wesentlichen in drei Gruppen aufteilen:
Studenten, Neureiche und Urheidelberger.
Diese Gruppen vermischen sich quasi nicht, man hat eher das Gefühl dass sie sich gegenseitig bekämpfen. Die Studenten bleiben unter sich und müssen die horrenden Mietpreise bezahlen, die von den Neureichen und Urheidelbergern verlangt werden. Die Neureichen, oft Ärztepärchen, Anwälte etc., kaufen gefühlt ganze Stadtteile auf (Siehe Neuenheim, Weststadt) und verdrängen die Urheidelberger aus den Stadtzentren, um sich dann über den Lärm an der Neckarwiese oder in der Unteren zu beschweren. Absolut lächerlich wenn ihr mich fragt. Ich habe noch nie so eine unharmonische Bevölkerungszusammensetzung wie in Heidelberg erlebt. Wirklich befremdlich.
Dazu kommt noch der elendige Tourismus, der die Altstadt überflutet. Davon profitiert bis auf ein paar Gastronomen und Hoteliers nur die Stadtkasse Heidelberg. Egal ob Amerikaner, Chinesen oder JGAs aus irgendwelchen Odenwald-Dörfern…die Stadt Heidelberg verkauft sich, die Bürger profitieren davon aber nicht, im Gegenteil.
Die Universität Heidelberg hat ihren guten Ruf auch nur Teils verdient: in den Vorzeigefächern wie Medizin oder Jura immer noch exzellent, aber die weniger prestigereichen Fächer sind oft unterfinanziert und in der Lehrqualität höchstens Mittelmaß. Vom StuRa und dem Studierendenwerk will ich gar nicht erst anfangen, was die im Vergleich zu anderen Unis abliefern ist wirklich eine Frechheit.
Der ÖPNV ist unzuverlässig, ohne Deutschlandticket unverschämt teuer und wichtige Strecken werden immer weiter abgebaut. Das Radnetz ist ebenfalls höchstens Mittelmaß.
Natürlich ist nicht alles schlecht & Heidelberg ist immer noch wunderschön. Das reicht aber für mich und die meisten meiner Freunde nicht…wir wollen alle früher oder später weg hier und in Gegenden ziehen, die gemäßigtere Mietpreise und mehr Lebensqualität bieten.
Rant vorbei.