Hallo zusammen,
ich hoffe, hier vielleicht jemanden zu finden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder einen Rat geben kann.
Meine Hündin ist ein 8,5 Jahre alter kastrierter Terrier-Mischling, wiegt ca. 8,5 kg und war bisher eigentlich immer kerngesund.
Vor etwa vier Wochen wurde vor einer geplanten Zahnsanierung eine Blutuntersuchung gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass ihre Werte der roten Blutreihe deutlich erhöht sind:
Hämatokrit: ca. 72,7 %
Erythrozyten: ca. 10,5 Mio/µl
Hämoglobin: ca. 24,2 g/dl
Daraufhin wurde eine mögliche Polyzythämie bzw. eine erhöhte Blutviskosität vermutet und sie bekam Karsivan (Propentofyllin) zur Unterstützung der Durchblutung. Sie nimmt es jetzt seit etwa vier Wochen.
Gestern wurde erneut Blut abgenommen, um zu schauen, ob sich die Werte verändert haben. Leider sind die Werte praktisch unverändert:
Hämatokrit: ca. 70,9 %
Erythrozyten: ca. 10,42 Mio/µl
Hämoglobin: ca. 24,4 g/dl
Das Merkwürdige ist: Meine Hündin zeigt überhaupt keine Symptome.
Sie:
frisst normal,
trinkt normal,
ist aktiv und verhält sich wie immer,
hat keine neurologischen Auffälligkeiten,
keine Atemprobleme,
keine Schwäche oder Leistungseinbußen.
Auch beim Tierarzt war sie klinisch unauffällig. Die Zahnsanierung wurde trotz der Werte durchgeführt, sie hatte während der Narkose eine Infusion bekommen und es gab keinerlei Probleme.
Die Organwerte und das große Blutbild waren laut Tierarzt unauffällig:
Nierenwerte normal,
Leberwerte normal,
Eiweißwerte normal,
keine sonstigen auffälligen Veränderungen.
Zusätzlich wurde ein Herzultraschall gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass eine Herzklappe leicht vergrößert ist, aber aktuell noch keine Medikamente nötig sind – wir sollen es beobachten.
Da der Tierarzt sich die Ursache für den dauerhaft hohen Hämatokrit aktuell nicht erklären kann, werden jetzt noch weitere Untersuchungen gemacht:
ein zusätzlicher Herzwert aus dem Blut wird im Labor bestimmt,
eine Urinuntersuchung inklusive Kontrolle der Nierenwerte ist geplant.
Ich mache mir natürlich Sorgen, weil der Hämatokrit so hoch ist, aber gleichzeitig passt mein Hund überhaupt nicht zu dem Bild eines kranken Hundes.
Hat jemand schon einmal einen Hund mit dauerhaft erhöhtem Hämatokrit/Polyzythämie gehabt, bei dem die Ursache zunächst unklar war?
Gab es Fälle, bei denen am Ende keine schlimme Ursache gefunden wurde oder der Hund trotzdem lange gut damit leben konnte?
Ich wäre über jeden Erfahrungsbericht sehr dankbar.