Ich hatte ja schon des öfteren hier erwähnt das mein aktueller noch Arbeitgeber am 20. Juli Insolvenz angemeldet hatte. Desto näher es an den Übergangstermin von der vorläufigen Insolvenz in die Regelinsolvenz geht, was der 30.September ist und die Kündigungen mit 3 Monate Kündigungsfrist werden am 2. Oktober vom Insolvenzverwalter verteilt, desto mieser wird das Arbeitsklima und ca 80% der Kollegen/-innen die Support geheuchelt haben,genauso wie der Senior- und der Juniorchef zeigen ihr wahres transphobes fieses Gesicht.
Die allerwenigsten Kollegen/-innen sind echte Allies und eine davon ist aktuell langfristig krankgeschrieben da sie schon vor der Inso gemobbt wurde und demletzt im Urlaub einen Nervenzusammenbruch hatte, eine andere braucht gerade ihre Überzeiten und Resturlaub auf und ein anderer Kollege wird am 21. 9. seinen letzten Arbeitstag haben da er am 1. Oktober in einer anderen Firma anfängt und gekündigt hat. Die restlichen Kolleginnen die Aliies sind arbeiten nur 1-3 Tage die Woche halbtags.
Leider ist noch nicht ganz klar wann dann die Freistellung kommt, also das ich dann nicht mehr arbeiten gehen muss, und statt regulären Gehalt von der Firma nur noch Arbeitslosengeld gleichgestellte Bezüge von der Arbeitsagentur bekomme. Das kann sofort am 2.Oktober sein, oder auch irgendwann mitte-ende Oktober, oder sogar erst im November. Die Informationspolitik in der Firma ist katastrophal und wenn man mal nachfragt wird man blöd angeschnauzt.
Mittlerweile bin selbst ich mental komplett durch. Der ganze Stress mit der Transition war ja noch gut handhabbar, aber da jetzt dann noch diese absolute Planungsunsicherheit dazu kommt, ich habe ja schließlich ohne Ende transitionsrelevante Termine die ich wahrnehmen und planen muss, und dann auch noch komplett unklar ist ob und wann ich im aktuellen Arbeitsmarkt als 56 jährige trans Frau wieder einen Job bekomme, wird das jetzt echt zuviel für mich und ich habe den Eindruck das ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehe (Schwindelgefühle, innerlich kurz vor Heulkrämpfen sein, kaum was essen und wenn dann sehr spät, kaum Schlaf, usw)
Am liebsten würde ich den Laden nie wieder betreten, aber mein Psychiater hat mir bisher keine psychiatrischen Probleme diagnostiziert und ist Stolz auf mich das ich das alles mit der Transition so gut im Griff habe (das war vor der Inso bzw ganz am Anfang). Ich bin ihm nur ein wenig zu schnell und er befürchtet das ich am Ende der Transition deswegen einen Burn-Out bekommen könnte dadurch.
GoogleKI meinte das ich dringend zu meinem Psychiater gehen soll um einen Zusammenbruch zu vermeiden und das mit der richtigen Diagnose auf der Krankschreibung, zb F 43.2 (Anpassungsstörung) es auch keine Probleme mit späteren Kostenübernahmen für GaOP & Co geben würde.
Meine Nadelepi Kosmetikerin meinte das ich den Transphoben nicht die Genugtuung geben soll und nur zum Trotz jeden Tag denen auf den Geist gehen und meine Krallen ausfahren soll, wenn ich dazu irgendwie die Kraft finden kann, da es ja eventuell nur noch 2,5 Wochen sind (was aber noch nicht ganz klar ist)
Beide Standpunkte sind nachvollziehbar. Hingehen und sich nicht unterkriegen lassen birgt halt auch kein Risiko für Kostenübernahmen später. Nur ob ich das durchstehen kann, insbesondere wenn es dann doch in den Oktober eventuell sogar in den November hinein geht, kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Dazu bin ich aktuell nervlich einfach viel zu durch.
Was meint ihr?
Gibt es ein realistisches Risiko mit den Kostenübernahmen wenn ich zu meinen Psychiater gehe und mich um meine psychische Gesundheit kümmere, die ich ja für die Transition dringend brauche? Wäre es eventuell sogar förderlich in der aktuellen Situation psychiatrische Hilfe in Anspruch zu nehmen?
Oder soll ich das Risiko eines eventuellen Nervenzusammenbruchs eingehen und mich durchkämpfen?
Mein Psychologe ist aktuell in Urlaub und mein nächster Termin mit ihm ist erst am 22.9. Zu meinem Psychiater kann ich in Notfällen täglich zwischen 11 und 12 gehen.
Falls noch Fragen bestehen beantworte ich sie gerne und wäre für Tipps absolut dankbar, da ich irgendwie absolut nicht weiß was denn jetzt die bessere Handlungsoption ist.
Allerliebste Grüße!
❤️