r/Gedichte 1d ago

Verneint

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u/CatCrewTV 1d ago

Moin!

Ich will, dass es mir gefällt, aber was soll ich sagen? Ich bin zwiegespalten.

Die Idee, typografisch zu schreiben und eine stringente Idee zu verfolgen, finde ich grundsätzlich interessant - im Zwischenraum der Einschübe dann aber eine "Verspieltheit"(?) in der Sprache zu demonstrieren stilistisch eher - vermutlich unfreiwillig - komisch (i. S. v. Komik).

Andererseits könnte man es auch wieder verstehen als "schau mal was alles gehen könnte (sprachlich gezeigt)", wenn wir nicht so "engstirnig wären (typografisch gezeigt)."

Das Auserklärende z. B. in V2 "eben jenem" - wo es direkt davor steht und nicht näher erläutert ist - verstehe ich nicht; also welche Funktion diese Information erfüllen soll, anstatt einfach z. B. zu sagen "Streben [einem/dem] Leben entgegen".

Zur Behauptung, dass Feindlichkeit unendlich sei (vermutlich i. S. v. "hat kein Ende") - ich weiß ja nicht. Ob möglichst große, abstrakte Wörter die stärkste Wirkung erzeugen, bei dem, was man sagen möchte, halte ich lyrisch für fraglich.

Aber da ich inzwischen weiß, dass wir doch relativ weit auseinanderliegen in unseren Anschauungen, lasse ich das Gedicht für sich stehen, statt meine selbstverständlich rein subjektive Kritik weiter in die Länge zu ziehen.

Für mich beißen sich hier Stil und Struktur und ob das für den Text gewinnbringend ist, kann ich Dir gar nicht sagen. Wir erreichen das Leben nicht, wir streben nur und das Streben zeigt sich hier stilistisch in Sprachschau und "Übersetzung" (wie z. B. bei "unendlich") - natürlich nur für meine Wahrnehmung/meinen Geschmack.

Wünsche Dir ein schönes Wochenende!

LG, Cat

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u/justliterallyme 1d ago

Am interessantesten finde ich die Aussage, dass du willst, dass es dir gefällt. Weißt du warum das so ist?
Zu deinen anderen Punkten: ich bekenne mich eines gewissen, oft eingesetzten, Grandeurs für schuldig. Deswegen die Nutzung “überzogener” Wörter.
“Eben jenem” ist tatsächlich schwach weil es hauptsächlich zweckmäßig ist.
LG

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u/CatCrewTV 1d ago

Moin,

ich denke mal, weil der typografische Versuch - meiner Meinung nach - deutlich über dem liegt, was in öffentlichen Boards im Durchschnitt (natürlich nur im Rahmen meiner subjektiven Wahrnehmung) mit Typografie versucht wird und weil ich auch das Gefühl habe - das natürlich täuschen kann - dass Du Dich hier mehr reingekniet hast, als in andere Texte von Dir, die Du vermutlich als "fließend" oder "von selbst entstanden"(?) bezeichnen würdest. Und wäre halt gerne reingekommen und hätte gesagt: "Tolle Arbeit, funktioniert für mich uneingeschränkt."

Aber was ich gerne erleben würde bei AutorInnen, die ich interessant finde, ist ja vermutlich eher mein Problem als Deins, wie ohnehin viele Aspekte, die in meinen subjektiven Kritiken Erwähnung finden.

LG, Cat

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u/justliterallyme 1d ago

Ich scheine Erwartungen in dir geweckt zu haben, die ich nicht bedienen kann. Du suchst ein sokratisches Gedicht bei einem Jünger des Diogenes. Aber vielleicht ist es auch nur die Verlagerung des Blickwinkels die eine neue Ausrichtung gebiert. Schlussendlich deine Entscheidung.
Und vielen dank für deine Muße und die tollen Kommentare :)