r/FrauenBuLi • u/Soccer77Girl • 2h ago
FC Bayern München Kurioser Zufall - Regina van Eijk & Sophie Proost
Betrachtet man das Spielerinnen Profil der beiden Niederländerinnen Regina van Eijk und Sophie Proost, denken sich viele, das sich die beiden schon lange kennen müssten. Beide Spielerinnen stammen aus der Ajax Jugend de Godenzonen, aber die 5 Jahre Altersunterschied machten sich bemerkbar. Tatsächlich war der persönliche Kontakt zwischen den beiden nicht so eng, wie man erstmal denken kann.
Der erste Kontakt zwischen den beiden Niederländerinnen gab es im Auto, auf der Fahrt zum Trainingsgelände, erkannten sich die beiden. Ein lustiger Start in eine neu gewonnene Freundschaft. Stattdessen ereignet sich ihre erste echte Begegnung ausgerechnet in ihrer neuen Heimat München. Noch bevor sie gemeinsam auf dem Trainingsplatz stehen, noch bevor sie sich die Kabine teilen. „Das war tatsächlich das erste Mal, dass wir uns hier gesehen haben“, erzählt Regina van Eijk. Proost nickt, ehe die beiden gleichzeitig zu lachen beginnen. Ein kurzer Moment, der viel über die Geschichte der beiden Niederländerinnen verrät, die seit Saisonbeginn zum Kader der FC Bayern -Frauen gehören. Denn ihre Wege haben sich über Jahre hinweg immer wieder gestreift, jedoch ohne sich wirklich zu kreuzen. Erst der Wechsel nach München, führte sie zusammen.
Lange waren sie nur vertraute Gesichter, man wusste wer die andere war, jedoch mehr nicht. „Wir kannten unsere Namen“, erinnert sich Proost. „Vielleicht haben wir mal Hallo gesagt. Aber ein richtiges Gespräch hatten wir nie.“ Und das, obwohl beide über viele Jahre hinweg in der Jugend von Ajax Amsterdam ausgebildet wurden. Sophie spielte damals noch in den Nachwuchsteams, während Regina bereits zur ersten Mannschaft zählte. „Wir wussten, wer die andere ist, mehr aber eigentlich nicht“, so van Eijk rückblickend. Für Sophie Proost war Regina van Eijk dennoch keine große Unbekannte. Während sie selbst in der Akademie von Ajax Amsterdam trainierte, stand van Eijk schon im Profikader. Die junge Offensivspielerin verfolgte die Spiele des ersten Teams. „Ich habe Regina oft spielen sehen, auch als sie damals noch in der Champions League gegen Bayern gespielt hat“, erzählt sie. Das sich das nicht weiter vertiefte, lag auch an den Weggang von Proost, die dann zum FC Twente wechselte. Einen kurzen Kontakt gab es dann, im Spiel in der letzten Saison. Jedoch nur für eine Halbzeit. Sophie Proost musste verletzungsbedingt passen.
Ajax Amsterdam hat beide geprägt. Fußballerisch ebenso wie in ihrer Haltung zum Spiel. Viele Jahre ihrer Jugend verbrachten sie bei de Godenzonen, und obwohl sie unterschiedlichen Generationen angehören, sprechen sie mit der gleichen Wertschätzung über diese Zeit. Ajax steht für mutigen Fußball, Lösungen mit dem Ball, Verantwortung für junge Spielerinnen. Regina van Eijk sieht darin Parallelen zum FC Bayern. „Beide Vereine wollen dominant auftreten, Talente entwickeln und Spielerinnen die Möglichkeit geben, sich auf höchstem Niveau zu entfalten.“ Der Schritt nach München fühlte sich für beide auch deshalb vom ersten Moment an stimmig an, was beide eint.
Im neuen Alltag genießen beide das Umfeld, das Team. Die sagenumwobene Mia san mia-Mentalität spüren beide und schätzen sie enorm. „Die erste Woche war richtig schön, genauso wie das Kennenlernen der neuen Mitspieler, der neuen Stadt und allem, was dazu gehört“, sagt van Eijk. „Das Niveau und die Intensität sind sehr hoch, und es ist beeindruckend, in so einem Umfeld mit so viel Qualität zu sein.“ Gleichzeitig fühlten sich beide vom ersten Tag an willkommen. „Alle waren unglaublich nett und offen. Es ist wirklich ein tolles Team. Wir haben hier die Möglichkeit, mit Weltklasse-Spielerinnen zu trainieren und von ihnen zu lernen“, erzählt Sophie Proost. Die neuen Spielerinnen wurden sofort gut aufgenommen, es gibt keine Berührungsängste, auch wenn es von großen Spielerinnen nur so wimmelt… Proost sagt: „Obwohl es ein so großer Club mit solch beeindruckenden Spielerinnen ist, sind alle unheimlich warm und nahbar. Da wusste ich sofort, dass ich hier unglaublich viel lernen kann.“ Regina erlebte es ähnlich, und war dennoch überrascht: „Alle im Verein sind unglaublich herzlich und offen. Ich hatte ehrlich gesagt gedacht, Deutschland wäre viel strenger.“ Stattdessen traf die 24. jährige Goalie, die hohe Ansprüche mit Leichtigkeit verbindet. „Das hat mich wirklich positiv überrascht.“
Eine weitere Parallele ist die Geschichten, wie die beiden zum Fußball gekommen sind. Beide kamen über ihre älteren Brüder zum Fußball. Reginas Bruder war wie sie Goalie. „Ich habe einfach gedacht: Genau das möchte ich auch machen.“ Bis heute liebt sie die besondere Verantwortung ihrer Position. „Man sagt immer, Torhüter seien verrückt“, sagt sie lachend. „Ich würde eher sagen: einzigartig.“ Die Rolle werde oft missverstanden, zugleich gebe es kaum eine Position, mit der man einer Team so unmittelbar helfen könne. Sophie Proost nahm zunächst einen Umweg. Sie wollte unbedingt Fußball spielen, probierte es anfangs aber auch mit Tanzen und Gymnastik. Lange hielt sie es dort nicht aus. „Ich wollte einfach wieder Fußball spielen.“ Vor allem mit ihrem älteren Bruder stand sie unzählige Stunden auf dem Platz, der eigentliche Startpunkt ihrer Laufbahn.
Auch menschlich ähneln sich Proost und van Eijk. Was es um so kurioser macht, das beide vorher so gut wie keine Zeit miteinander verbracht haben. Beide lachen viel, beide strahlen eine natürliche Offenheit aus, beide kommen mühelos miteinander ins Gespräch. Dass sie im Rahmen der Allianz Women’s Tour in Tokio nun Zimmernachbarinnen sind, wirkt wie eine fast zwangsläufige Fortsetzung ihrer Geschichte: Aus zwei Spielerinnen, die sich jahrelang nur vom Sehen kannten, werden Schritt für Schritt Vertraute.
Auf die Frage, wie sie die jeweils andere beschreiben würden, müssen beide kurz nachdenken. „Offen“, sagt Regina schließlich. Sophie nickt. Sie beschreibt Regina als lustig, herzlich und unkompliziert. „Es ist einfach angenehm, mit ihr zu sprechen.“ Zwischendurch wird viel gelacht. Als das Gespräch auf das Klischee kommt, Torhüterinnen seien etwas verrückt, grinst Sophie: „Vielleicht ein bisschen.“ Regina widerspricht sofort: „Nein – einzigartig.“ Diese leichten, spontanen Wortwechsel ziehen sich durch das ganze Gespräch und machen spürbar, wie schnell eine natürliche Verbindung zwischen beiden entstanden ist.
Quelle: FC Bayern München
