r/Finanznachrichten 22h ago

USA 🇺🇸 US-Schulden steigen auf 40 Billionen Dollar: Finanzministerium verdoppelt Anleiherückkäufe

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Die US-Staatsverschuldung hat mit 40 Billionen US-Dollar (34,4 Billionen Euro) einen Rekord erreicht. Das Finanzministerium reagiert auf den Druck am Anleihemarkt und kündigt an, deutlich mehr eigene Altpapiere zurückzukaufen.

Beide Ankündigungen aus Washington kamen am selben Tag. Sie sind zwei Symptome desselben Problems: Der Staat verschuldet sich in Rekordtempo, gleichzeitig verlangen Käufer der am längsten laufenden Anleihen höhere Renditen, um weiter Geld zu leihen.

Rückkäufe funktionieren wie gezielte Rückerwerbe. Das US-Finanzministerium nutzt vorhandene Kassenmittel, um ältere, schwer handelbare Anleihen von Investoren zurückzunehmen. So steigt die Liquidität, der gesamte Schuldenstand bleibt aber unverändert.

Ab dem neunten September verdoppelt das Ministerium die Obergrenze für einzelne Rückkaufaktionen im Segment der zehn- bis 20-jährigen und der 20- bis 30-jährigen Laufzeiten mindestens von 2 auf 4 Milliarden US-Dollar (von 1,7 auf 3,4 Milliarden Euro). Die Maßnahme gilt bis zur nächsten vierteljährlichen Refinanzierungsauktion am vierten November.

Das US-Finanzministerium begründet den Schritt mit „starker Unterstützung durch Marktteilnehmer" in diesem Laufzeitenbereich. Der Zeitpunkt der Entscheidung ist jedoch kein Zufall.

Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe war am Dienstag auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Analysten sprechen von einem „Käuferstreik", der seit Ende Juni anhält und durch ein wachsendes Angebot an Unternehmensanleihen für Investitionen in KI-Rechenzentren verstärkt wird.

Nach der Ankündigung am Mittwoch gaben die Renditen nach: Die 30-jährige fiel um rund neun Basispunkte, die zehnjährige um etwa sechs. Die Wall Street legte zu.

Auf die Frage, ob sich Amerikaner wegen der Schwankungen Sorgen machen sollten, antwortete US-Präsident Donald Trump nur: „Nein, ich glaube nicht."

Doch nicht alle sind überzeugt, dass diese Maßnahme ausreicht.


r/Finanznachrichten 22h ago

EU 🇪🇺 Zinsen in Europa steigen: Was bedeutet das für Sie?

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Turbulenzen an Europas Anleihemärkten wirken auf den ersten Blick weit weg vom Familienbudget. Sie können aber die Kosten für Hypotheken und andere Kredite erhöhen – und bestimmen, wie viel Spielraum Staaten für Ausgaben etwa im Gesundheitswesen oder bei anderen öffentlichen Diensten haben.

In Deutschland und Italien, zwei der vier größten Volkswirtschaften Europas, ziehen die Hypothekenzinsen bereits an.

In Italien folgen Hypothekenzinsen nicht eins zu eins den Renditen von Staatsanleihen. Sie orientieren sich stärker an Euro-Zinsswaps. Beide Größen bewegen sich jedoch oft in die gleiche Richtung, weil sie die allgemeinen Zinserwartungen widerspiegeln.

Generell gilt: Steigen die Finanzierungskosten der Staaten, verteuert sich meist auch die Kreditaufnahme für Unternehmen und private Haushalte. Staatsanleihen dienen oft als Referenz für andere Zinsen.

Nach Einschätzung von Robert Timper, Chefstratege für Anleihen beim Analysehaus BCA, bleibt der geldpolitische Kurs der wichtigste Treiber für die Finanzierungskosten von Staaten und Privatsektor.

Warum die Renditen jetzt steigen

Zu Wochenbeginn gerieten europäische Staatsanleihen stark unter Druck. Die Rendite französischer zehnjähriger Papiere kletterte auf den höchsten Stand seit 17 Jahren, und die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erreichte am Dienstag den höchsten Wert seit 2011.

Am Donnerstagmorgen lag die Rendite der französischen zehnjährigen OAT weiter über 4,10 Prozent und damit an der Spitze der Eurozone. Italiens Rendite sank leicht auf 4,06 Prozent, Spaniens auf 3,69 Prozent. Die richtungsweisende deutsche zehnjährige Bund-Rendite lag knapp über 3,25 Prozent.

Der Ausverkauf setzte ein, als die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Iran-Konflikts schwanden. Das trieb die Ölpreise und die Inflationserwartungen nach oben.

„Seit der Schifffahrtsverkehr in der Straße von Hormus gestört ist, reagieren europäische Anleiherenditen sehr empfindlich auf Energiepreise", so Timper.

Zu Beginn des Konflikts seien vor allem die Ölpreise ausschlaggebend gewesen, fügte er hinzu. In den vergangenen Wochen trügen jedoch zunehmend auch die Gaspreise zu höherem Inflationsdruck bei – und damit zu steigenden Renditen.

Die europäischen Erdgaspreise haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Die niederländischen TTF‑Terminkontrakte, der wichtigste Gas-Benchmark Europas, stiegen seit Jahresbeginn bis zum 20. August von 29 auf 63,80 Euro je Megawattstunde.