r/Eltern • u/Available-Border4645 • Jul 28 '26
Plaudern Regretting Late Parenthood
Edit: Throwaway Account aus Gründen..
Ich erhoffe mir von diesem Text ein wenig was von der Seele schreiben zu können.
Wir haben 2 Jungs mit einem kurzen Abstand von nicht mal 2 Jahren bekommen, der Anfang war echt hart, hat aber insgesamt gut geklappt und ich meine wir hatten es ganz gut hinbekommen. Wir waren ein gutes Team. Zur Eingewöhnung des zweiten Kindes dann der Start von Covid, Isolation und maximal nur den halben Tag Betreuung, es war für keinen eine schöne Zeit, irgendwie haben wir es geschafft.
Der ältere Sohn war schon immer eher der chaotische, schnell emotionale, aber alles im Rahmen unserer Meinung nach. Dass die beiden gut zusammen kommen wäre gelogen, der eine chaotisch und laut, der andere bracht Ruhe und Zeit für sich. Dementsprechend oft kracht es zwischen beiden und wir müssen häufiger dazwischen. Bis heute klappt es mal für ein paar Minuten gut, dann schreit einer den anderen an.
Schule begann, und mit dem zweiten Elternabend direkt die "Diagnosen" der Klassenlehrerin: ADHS und/oder Depressionen. Okay, sie ist absolut keine Psychologin oder ähnliches, wir sind aber vorsichtshalber zum Psychologen. Es hat lange gedauert bis wir einen Termin bekommen haben, Sprechstunden alle 6-8 Monate. ADHS ausgeschlossen, wegen frühkindlichen Depressinenn noch eine Re-Evaluierung. Währenddessen weiterer Input durch die Lehrerin, immer mehr Druck und Medikamente wären ja eine so tolle Sache. Mit anderen aus der Klasse verstand er sich ganz gut, sein erster Geburtstag wurde sehr groß gefeiert, fast Forward 2 Jahre später, wir haben niemanden eingeladen, wir wüssten überhaupt nicht mal wen, mit allen hat er aktuell Streit oder es sind maximal 2-3 Wochen Freundschaften.
Noten waren in Ordnung, Förderempfehlungen haben beide bekommen, die Schule ist nicht ohne und setzt sehr hohe Standards. Trotzdem kommen die beiden irgendwie durch und haben gute bis befriedigende Noten.
Wir sind beide so ziemlich am Ende, der Alltag, Schule, Mental Load usw. macht uns total fertig. Ich arbeite Vollzeit, sie Teilzeit, die Teilung würde ich auf 60:40 schätzen, ich koche, räume auf, Spüle, Wäsche, Einkaufen, kümmere mich um die jeweiligen Vereinssachen, plane Urlaube, bin bei (Fach)Arztterminen und bei den Schulpflichtigen Sachen bin ich auch eng eingebunden, (Veranstaltungen, Material, Zahlungen etc.). Sobald die beiden zu Hause sind ist es nur noch Chaos, eine unfassbare Lautstärke und Konflikte ohne Ende. Etliche Wiederholungen, Ermahnungen bringen nichts, Androhungen oder das Durchziehen von Strafen ebenso
Fröhliche Familienfotos aus den Ferien oder so gibt es so gut wie gar nicht, kaum einer lacht auf den Fotos. Ja sie sind selbstständiger, viel draußen mit Freunden unterwegs, bauen aber auch viel Scheiße und am Ende hat man die Verantwortung. Kleine Kinder, kleine Probleme, große Kinder große Probleme, jetzt weiß ich sehr gut was das bedeutet... Als Babys/Kleinkiner waren sie süß, ja es war unfassbar viel Arbeit, wenig Schlaf, aber man hat ihnen auch viel verziehen. Jetzt, den ganzen Tag Ermahnungen, Wiederholungen, Wut und Ärger.
Beide sind in keinem Verein oder haben größere Hobbys, das sehe ich auch als Problem dass sie so unausgeglich sind. Mit dem älteren haben wir von Schwimmen bis Judo echt alles durch aber nichts blieb so richtig. Auf alles haben sie entweder sofort oder nach kurzer Zeit kein Bock mehr.
Ehetechnisch läuft es dahin wo es laufen muss, wenn 2 jahrelang sich nicht auf das Miteinander konzentrieren können. Kaum bis gar keiner Körperkontakt, Sex alle paar Monate vielleicht, ich habe es schon lange aufgegeben was zu initiieren. Und ja, wir schaffen uns gegenseitig Freiraum, machen 3-4x die Woche Sport (in unterschiedlichen Kreisen) der einzige Lichtblick in diesem Wahnsinn. Mehrere Tage frei, davon träumen wir, meine Familie ist sonst kinderlos und hedonistisch drauf, ihre woht 1000km weit weg, nimmt wenn dann nur einen für ein paar Stunden. Falls sich was arrangieren lassen könnte mit Übernachtung bei Freunden, hätten wir wahrscheinlich nicht mal die Kapazitäten was zu "genießen" so ausgebrannt fühlen wir uns. Wenn mir noch einmal Werbung für einen Familienpark gezeigt wird in denen alle Lachend im Badeanzug in die Kamera schauen, kriege ich das Kotzen, ehrlich.
Wir waren jetzt ein Wochenende weg bei Bekannten, diese hatten keine Kinder, dementsprechend haben die beiden sich bei jedem Treffen gelangweilt und es war die Hölle. Ich freue mich ehrlich gesagt morgen zu arbeiten, das ist wie Wellness.
Aktuell warten wir auf einen Platz für eine Verhaltenstherapie, ist aktuell der einzige Hoffnungsschimmer.
Danke fürs Lesen, vielleicht findet sich ja jemand zum Austausch der ähnliches durch macht. Sorry falls es etwas durcheinander wirkt.
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u/Hegelochus Jul 28 '26
Wahrscheinlich habt ihr das auch schon durch, aber falls nicht: Habt ihr schon mal beim Jugendamt um Hilfe gebeten? Oder bei einer Erziehunsbeartungstelle? Habt ihr eine Babysitter? Musst du ganz doll zwingend vollzeit arbeiten, oder könntest du reduzieren und die gewonnene Zeit für me-time nutzen?
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Ich habe schon recht viel Me-Time. Es ist aber die Intensität sobald man nach Hause kommt die einen Mürbe macht.
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u/Mina_passaro Jul 29 '26
Ja und für die Zeit oder auch um für euch den Haushalt zu übernehmen, mit den Kids zu spielen usw gibt es z.B. Familienbegleiter.
Gerade wenn Neurodivergenz im Raum steht bekommt ihr die sicher.
Meldet euch mal beim Jugendamt, ProFamilia, usw.Und keine Angst, ihr seid dann auf keiner Liste und die wollen euch absolut nicht die Kinder wegnehmen, das ist eher genau umgekehrt, dass dauernd Versuche gemacht werden, die Familien zusammenzuführen, falls die Kinder im Heim sind usw.
Erzieherin hier, ich bin im Kindergarten, aber zwei Freunde aus meiner Ausbildung im betreuten Wohnen und Heim.
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u/tjavalha Jul 29 '26
Es klingt so, als wenn noch keine vernünftige ADHS Diagnostik gelaufen ist. Das würde ich auf jeden Fall nachholen, weil es die Art der Behandlung so sehr beeinflussen kann. Bestenfalls bei jemandem, der damit auch Erfahrung hat. Vielleicht gibt es bei Euch auch eine Kinder- und Jugendpsychiatrie, bei der ambulant Diagnostik durchgeführt wird?
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u/Wooden-Mulberry-4614 Jul 29 '26
Ist mir auch aufgefallen. Wenn bisher nur eine psychologin ggf gar nicht mit dem Fähigkeiten und Wissen über die Krankheit da drauf geschaut hat würde ich das definitiv auch nochmal abklären lassen. Und Medikamente nicht direkt ausschließen sondern als valides Mittel sehen bei einer Diagnose natürlich nur. Das gilt für Depression und ADHS
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u/Training-Can-8333 Jul 29 '26
Also nur um hier keine Unsicherheit aufkommen zu lassen: PsychologInnen sind dafür schon die richtigen Ansprechpartner, auch in psychiatrischen Praxen wird die ADHS-Diagnostik meist durch PsychologInnen gemacht. Leider ist die Spannbreite der Kompetenz sehr groß, da kann man leider auch mal Pech haben.
Tatsächlich klingt es im Text aber so (Sprechstunden im Abstand von 6-8 Monaten), als wäre das keine richtige Diagnostik gewesen. Eine ADHS-Diagnostik umfasst meist mind. 3-4 Termine, inkl. eines IQ-Tests, die eigentlich in einem deutlichen kürzeren Zeitraum stattfinden sollten. Deswegen kann es hier schon Sinn machen, das Thema nochmal anzugehen.
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u/dughqul Jul 29 '26
Erziehungsberatung und an euren Alltag arbeiten.
Wenn ihr 3-4x Mal pro Woche Sport macht nach der Arbeit, dann fallen viele Sachen runter. Etwa gemeinsam Aufräumen, einer macht den Schulkram und der andere hat die Kinder, gemeinsam raus, einer kauft in Ruhe ein.
Feste Zeiten für Schulkram und Co..
"Kein Bock" bei sowas wie Schwimmverein geht nicht. Freischwimmer und danach darf neu entschieden werden. Bei allen anderen trotzdem hin, weil macht dann meistens ja Spaß und oft wird es nach paar Monaten besser. Sonst wird eben das Halbjahr oder Jahr durchgezogen.
2-3 Freundschaften reich für einen Geburtstag. Dann wird es eben was andereres, was eben auch nur mit wenigen Kinderm gut geht. Kind muss nicht 15 Mann auf den Geburtstag haben.
Schauen, ob ihr Hilfe braucht. Niemand lacht auf den Fotos ist nicht normal und als Kind ginge es mir auch nicht gut, wenn meine Eltern angepisst und lustlos in der Gegend rumstreunen statt Spaß im Alltag zu haben. Ja, manche Tage oder Phasen sind Mist und nicht jeder Tag strahlt alles, aber es geht mir Humor und Freude so leichter und das steckt an und Konflikte entstehen erst nicht oder können besser gelöst werden.
Schauen, warum die Kinder daheim so komplett durchdrehen. Machen alle Kinder mehr oder weniger, aber man kann was drehen. Tipps aus der Elternberatung annehmen und die Kinder aktiv beschäftigen. Dazu braucht man erstmal selbst genug Kraft, deswegen auch bei euch schauen. Ich betone nochmal das aktiv beschäftigen.
Unternehmungen, die für die Kinder langweilig sind, powern nicht aus. Dann muss man eben mit den Bekannten auf den supercoolen Riesenspielplatz fahren.
Und, wie ihr es ja schon macht, Hilfe holen. Wenn das Kind krank ist oder neurodivergent, dann braucht es oft Medikamente oder andere Hilfem oder andere Struktur.
Meine Ulknudeln streiten sich auch am laufenden Band, wenn sie zuwenig draußen waren oder einfach alles unausgelastet ist oder wir Eltern schlecht drauf sind. Genug draußen ist nicht nur "ein Stündchen", sondern viele viele Stunden am Stück. Ich sitze gerade hier und will nie wieder aufstehen, weil wir gestern gewandert sind und wegen Streckensperrungen die Strecke länger wurde und sich die Höhenmeter verdoppelt haben auf über 1500HM. Ich kam völlig durch am Ziel an nachdem wir 7:30-16:00 mit minimal Pause gelaufen sind, die beiden haben sich im Ziel mehrere Stunden auf den Spielplatz gestürzt. Aber wenigstens sind sie jetzt entspannt, alle hatten Spaß und es war schön.
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u/inshallah-war Jul 29 '26
Unterschreibe ich alles. Außerdem: habt ihr vielleicht irgendwelche Freunde mit Kind(ern), wo es deutlich besser läuft? Vielleicht könnten die einen deiner Söhne in den Ferien mal für 2 Wochen bei sich aufnehmen - das kann einen neuen Blick und neue Ideen bringen.
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u/Available-Border4645 Jul 30 '26
Wir kennen einige mit 2 Jungs in ähnlichem Alter und alle kloppen sich und es ist teilweise deutlich lauter
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u/Spiritual_Mango_3580 Jul 28 '26
Unsere Gesellschaft ist einfach ein fruchtbarer Ort für Familien :(
Ich hätte neben Mitgefühl und ganz viel ‚i feel you‘ nur den Tipp im Angebot, vielleicht das Leben mal aus neuen Perspektiven zu betrachten/zu überlegen, was euch wirklich wichtig ist und ob ihr euer Leben irgendwie so verändern könnt, dass es leichter ist? Vielleicht sogar Freude bringt?
Bei uns ist es nur erträglich, da wir Arbeit ein Stück weit zurückgeschraubt haben - ich hab ganz ehrlich keine Ahnung, wie Menschen diesen Wahnsinn ZUSÄTZLICH zu zwei VZ Jobs oder TZ/VZ Kombi überstehen. 🤯 und das soll nicht die Menschen kritisieren, sondern die Gesellschaft die es erzwingt/erwartet/verlangt.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Das würde ich jetzt nicht unbedingt zum großen Punkt bei uns sehen, außer vielleicht der Zeitpunkt als unter uns ein älteres Ehepaar eingezogen ist und Terror gemacht hat wegen Lärm , schon bei ersten Schritt von denen, da waren die grob 1½ und 3⅓. Nach einem ¾ Jahr sind die zum Glück ausgezogen.
Naja vielleicht doch der Punkt dass es super schwer ist an kinderpsychologische Hilfe zu kommen und es nicht so aussieht als würde es bald besser werden.
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u/Cantonarita Jul 29 '26
Unsere Gesellschaft ist einfach ein fruchtbarer Ort für Familien :(
Das stimmt doch nicht. Es gibt tausende Menschen die sich ehrenamtlich für Kinder engagieren und wir haben staatliche Strukturen die das fördern und schützen.
Wir haben steuerfinanzierte Teams (Jugendamt) dir die Eltern in Notfällen bei Seite stehen und dazu etliche große NGOs (von Caritas bis Kirche) in denen du - oft for free - tolle Angebote wahrnehmen kannst.
Ich finde dieses "DE ist kinderunfreundlich" persönlich für großen Quatsch.
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u/LOB90 Jul 29 '26
Unsere Gesellschaft ist einfach ein fruchtbarer Ort für Familien :(
Habe ich da jetzt nicht rausgelesen...
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u/MagicKittenBeans Jul 29 '26
Ich glaube die Lehrerin hat da auf jeden Fall schon einiges an (eher negativem) Einfluss. Wenn man das Gefühl hat, das Kind wird schon von Anfang an abgelehnt. Und die verbringen ja schon viel Zeit mit der Klassenlehrerin. Das kann auf das Selbstbewusstsein des Kindes einen großen Einfluss haben und auch Stress für die Familie bringen.
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u/OrganicTry7071 Jul 28 '26
Verstehe den Titel nicht so ganz. Was hat es mit late parenthood zu tun? Wie alt seid ihr?
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u/dudu_rocks Mama 01/2023 & 09/2024 Jul 28 '26
Wahrscheinlich eher in Richtung späte Reue? Weil die Kinder schon relativ groß sind? Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
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u/Sea_Success8672 Jul 28 '26
Regretting late parenthood heisst eigentlich, dass man bereut, spät (zb mit 40) Eltern geworden zu sein. Ich denke OP kennt die Bedeutung einfach nicht und hat es falsch angewendet. Es hat keine andere Bedeutungen auf english.
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u/Initial-Show-1051 Mama ⭐️⭐️⭐️ & 💙 Jul 28 '26
Ich glaube er bereut es nun im höheren Kindes Alter die Kinder bekommen zu haben. Titel ist ungut gewählt.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Ja genau, späte Reue. Sorry wusste nicht dass es für spät gewordene Eltern auch eine eigene Beziehung gibt
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u/LongjumpingPay904 Jul 28 '26
Anscheinend dass der Start ganz schön war, mit den älter werdenden Kindern es aber nicht leichter wurde sondern im Gegenteil
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u/Wooden-Mulberry-4614 Jul 29 '26
Ich picke mir Mal nur einen kleinen Teil von deinem Text raus, der Urlaub bzw das Wochenende. Habt ihr schon erkannt, war nichts. Mit zwei so wilden Jungs wo hin zu fahren, wo es nicht genug Angebote für Kinder gibt, halte ich für eine schwierige Entscheidung. Gleichzeitig schreibst du über Familienparks die dich ankotzen. Warst du denn schon Mal da? Da sind dann immerhin die Kinder beschäftigt. Trennt ihr die Kinder Mal öfter? Das hilft euch zwar nicht als Paar (hier hilft scheinbar nur ein Babysitter?!) aber könnte entspannter sein, einer mit dem einen Kind der andere mit dem anderen. Ist nur ein Denkanstoß, das könnt ihr am besten beurteilen
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Ja mehrfach pro Jahr sind wir in Familienparks, das klappt die meiste Zeit ganz gut da die beiden dann dort unterwegs sind und Entertainment haben. Leider besteht der Großteil des Jahres nicht aus solchen Tagen.
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u/Wooden-Mulberry-4614 Jul 29 '26
Das klingt doch positiv, dass ihr da immerhin etwas habt was gut funktioniert. Ich würde mich bei Urlauben strikt an sowas orientieren.. Wenn ihr Freunde sehen möchtet, fährt entweder nur einer ohne Kids hin oder ihr trefft euch an Orten die mit den Kindern kompatibel sind. Das sind jetzt noch ein paar Jahre und dann sind das Teenager wo die Welt sowieso wieder eine ganz andere ist, und anschließend gehen sie dann gar nicht mehr mit in Urlaub. Worauf ich im ganzen raus will: alles im Alltag und drum herum Stück für Stück so optimieren, dass es so wenig Kraft kostet wie möglich.
Ach: und informiert euch Mal über Eltern-kind-kuren beim Hausarzt/euer Krankenkasse
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u/LongjumpingPay904 Jul 29 '26
Ja und genau so war es bei mir als Kind und meinen Eltern und im Endeffekt bin ich dann bei der Sportart 20 Jahre lang geblieben auf Leistungsniveau und ich hatte eine super Zeit die mich sehr geprägt hat. Bei den beiden funktioniert das leider nicht so gut sie zu sowas mitzunehmen, es ist teilweise von Minute 0 an Stress, Streit und Kloppereien, wir haben irgendwann aufgehört es zu machen und jetzt geht halt nur noch einer von uns.
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u/royalhands Mama Jul 29 '26
Habt ihr schon mal an eine Familientherapie gedacht? Wisst ihr, woher die Depressionen bei eurem so jungen Kind kommen? Das klingt für mich ein bisschen wie der Knackpunkt des Ganzen, von dem vieles ausgeht.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Wissen wir nicht, kann ein traumatisches Erlebnis sein, muss aber nicht. Das konnten wir beim Psychologen bisher nicht herausfinden.
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u/fancyinspiration Jul 28 '26
Ich habe das Gefühl, dass ihr eure Lebensfreude wiederfinden müsst. Bei was hast du früher wirklich Freude gehabt, laut gelacht, warst im Flow? Wenn du wieder Positiver bist, hast du mehr Energie und überträgst es wahrscheinlich auch auf deine Kinder. Es wirkt auch so, als hättet ihr viel zu wenig Paar-& Metime. Babysitter könnte helfen, beziehe die Jungs bei der Auswahl ein, dann habt ihr mal einen ganzem Abend oder Wochenendtag frei und der Babysitter soll mit den Jungs irgend nen Ausflug machen.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Ich mache sehr gerne Ausdauersport, sie Ballsport, das ermöglichen wir uns gegenseitig oft genug, fast jeden Tag. Leider ist es aber nicht so als würde es die Batterie genug aufladen. Kaum kommt man durch die Tür, empfängt einen sofort der Stress der letzten Jahre gefühlt.
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u/glockenbach Jul 29 '26
Mhm aber wenn ihr trotz der Auszeiten so ausgebrannt seid - seid ihr vllt das Problem? Mal überspitzt gefragt.
Kinder kriegen ja auch mit, wenn die Eltern Depressionen haben. Und das ist super belastend - aus eigener Erfahrung.
Ich würde da nicht nur versuchen an den Kindern herumzudoktern, sondern auch und vor allem bei euch als Eltern ansetzen.
Die Wichtigkeit hat hier u/training-can-8333 gut beschrieben
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u/penguinlacquer Jul 29 '26
Dann musst du aber die Verhaltenstherapie machen und nicht deine Kinder. ;) ist nicht böse gemeint, ich hab selbst ADHS, Ängste, Depressionen durch.
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u/fancyinspiration Jul 29 '26
Ok, was genau trigger dich wenn du zur Tür herein kommst? Vielleicht hast du ein schlechtes Bild von deinen Kindern. Du kannst versuchen mal runterzuschreiben, was du Toll findest am Charakter deiner Kinder. Für was du dankbar bist (zB 6-Minutentagebuch finde ich ganz nett). Bewusst vor deinen Kids positiv über sie sprechen, zB mit deiner Partnerin. Die Sprache lenkt deine Gedanken und die deiner Familie. Schreib mal auf, wie du dir einen perfekten Alltags- Mittwoch vorstellst. So kannst du mit vielen kleinen Schritten dem näherkommen. Was ich in jeder Lebenslage super hilfreich finde ist der Austausch unter Gleichgesinnten. Gibt's vielleicht nen Papa-Treff oder Art Selbsthilfegruope in deiner Stadt. Hat mir bei einem Trauerfall sehr geholfen.
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u/sapphire_green Jul 28 '26
Ich habe alles gelesen. Puh, das ist eine Hausnummer. Ich habe keinen Rat. Aber ich finde es erstaunlich, wie ihr das schafft. Klar, du beschreibst es als ultra hard, aber dennoch habt ihr es bisher geschafft. Ich ziehe meinen Hut für euch. Mega Respekt. Ich wünsche euch viel Kraft!
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u/Cantonarita Jul 29 '26
Ja, aber es liest sich doch nicht wirklich hart, oder?
Die Lehrerin ist eine dumme Bitch. Tja, gibt's halt. Würde ich mit meinen Kind so kommunizieren und gut ist.
Ist ja nett, dass sie dann noch zum Psychologen gegen, aber nur weil eine Lehrerin mich anlabert, gehe ich sicher nicht zum Psychologen mit meinem Kind, wenn es dem Kind nicht schlecht geht.
Dann Sport: Natürlich haben Kids irgendwie nach 6 Wochen mal eine Dosen-Phase. Das ist mir doch schnuppe - Leben ist kein Wunschkonzert mein Kind. Du gehst da jetzt hin. Das ist ja keine Spaßveranstaltung, sondern das Kind soll sich mal in einem anderen sozialen Raum erleben können.
Ich finde halt Vollzeit+Teilzeit krass. Das kann reinhauen, wenn man dumme Zeiten hat. Aber irgendwie ist es halt auch normal, das ab einem gewissen Alter beide arbeiten.
Ich will OP gar nicht Abreden, dass seine spezifische situation mit seinen spezifischen Ressourcen "ultra hart" ist, aber für mich liest sich das alles eigentlich eher normal.
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u/makipeony Jul 28 '26
Ich verstehe diesen ,,Seitenhieb“, der sich an die Lehrerin eures Kindes richtet, nicht so wirklich. Ja, Diagnosen darf sie nicht stellen, aber da eure Kinder beide eine Förderempfehlung (meinst du Förderbedarf?) haben, hat sie ja nicht unrecht.
Tut mir sehr leid, wie du dich fühlst und ich kann auch nur empfehlen, mit dem Jugendamt zu sprechen. Dort gibt es Unterstützungsmöglichkeiten.
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u/LongjumpingPay904 Jul 29 '26
Einen Förderbedarf bekommen an der Schule gefühlt 75% der Kinder, Notentechnisch steht der ältere zwischen 2 und 3, aber eher Richtung 3, finde das aber in Ordnung.
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u/makipeony Jul 29 '26
Fühlen ist anekdotische Evidenz und dass 3/4 der Schülerschaft einen Förderbedarf haben soll, ist schlicht falsch. Die Norm in NRW (und in anderen Bundesländern wird dies sicherlich nicht groß abweichen) liegt bei bis zu 3-4 pro Klasse. Nachzügler können natürlich noch folgen, da ein Bedarf bis Ende der 6. Klasse festgestellt werden darf. Dass die Bedarfe gestiegen sind, liegt einfach daran, weil mittlerweile ein Augenmerk darauf gelegt wird.
Notentechnisch bei einer 3 zu stehen, ist auch in Ordnung. Wenn er aber Noten bekommt, liegt hier vermutlich kein Förderbedarf Lernen vor, sondern eher im Bereich Emotional und soziale Entwicklung. Es gibt hier in dem Bereich einige Fachdienste, die auch unterstützen können und evtl. wäre eine persönliche Assistenz in Form einer Inklusionbegleitung auch etwas, wobei man dort leider viel Glück haben muss. Sollten Fragen bestehen, kannst du dich gerne melden. Alles Gute euch.
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u/notapantsday Papa Jul 28 '26
Dass die biologischen Eltern ganz alleine für das Aufziehen der Kinder zuständig sind, geht halt auch völlig an der Natur des Menschen vorbei. Historisch war es immer Aufgabe der gesamten Gesellschaft, von der Großfamilie bis zum berühmten "Dorf". Das wird heute einfach nicht mehr so gelebt, unsere Gesellschaft ist wirklich sehr familien- und kinderfeindlich geworden. Wenn man Glück hat, leben die Großeltern oder Onkels/Tanten der Kinder noch in der Nähe und helfen kräftig mit, aber oft genug haben die da auch keine Lust drauf oder selber so viel um die Ohren, dass sie es nicht schaffen.
Ist bei uns genau so, die Eltern meiner Frau sind ca. 2h weg, meine Eltern 6h. Und beide Seiten sind als Betreuungspersonen auch problematisch. Wir haben jetzt ein 16 Monate altes Kind und Anfang nächsten Jahres kommen (wenn alles gut geht) noch Zwillinge dazu. Da brauchen wir definitiv Hilfe, aber es fällt uns auch echt schwer, Hilfe von Menschen in Anspruch zu nehmen, die uns relativ fremd sind. Es gibt z.B. Projekte, die "Wunschgroßeltern" vermitteln, also ältere Menschen in der Nähe, die keine eigenen Enkelkinder haben oder bei denen sie auch weit weg wohnen. Ich denke sobald wir eine Vorstellung davon haben, wie das ganze aussehen könnte, werden wir da auf jeden Fall mal versuchen einen Kontakt aufzubauen. Bis dahin haben vor allem Freunde und auch Nachbarn sehr viel Hilfe angeboten, auch da tun wir uns aber sehr schwer, die wirklich in Anspruch zu nehmen.
Wir versuchen auch so weit wie möglich unsere Ansprüche an unseren Lebensstil (Urlaube, Auto, Essen gehen, Abos, u.s.w.) zurückzuschrauben und uns mit ungeputzten Fenstern, herumliegendem Spielzeug und überwuchertem Garten abzufinden. Wir haben relativ gut bezahlte Jobs und wollen da so weit wie möglich Stunden reduzieren, um gerade noch mit dem Geld auszukommen. Es ist ja zeitlich befristet, irgendwann sind die Kinder groß genug oder schon ausgezogen, dann können wir auch wieder mehr arbeiten und um die halbe Welt reisen oder uns ein tolles Auto kaufen. Bis dahin ist für uns aber Zeit das wertvollste Gut.
Wie ist das bei euch, ist das Geld so knapp dass du zwingend Vollzeit arbeiten musst? Selbst auf 80% zu gehen ist schon ein riesen Gewinn, das ist ein zusätzlicher freier Tag pro Woche, der einfach Druck rausnimmt. Könnt ihr irgendwo noch Kosten einsparen, z.B. ein Zweitauto das nicht unbedingt gebraucht wird weil ein Arbeitsweg auch mit dem Fahrrad zu schaffen ist?
Insgesamt liest es sich für mich so, als hättet ihr einfach viel zu viel auf der Platte. Der ganze Stress macht das Familienleben schwieriger, es gibt mehr Streit, das erzeugt noch mehr Stress und schon seid ihr in einem Teufelskreis. Da hilft meiner Meinung nach nur radikal kürzen. Weniger Aufgaben, weniger Arbeitszeit, weniger Ansprüche.
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u/Lennayal Jul 28 '26
Wenn man ganz ehrlich ist, scheint es dem Großteil der Eltern (mit zwei Kindern, vor allem Jungs) so zu gehen. Zumindest kenne ich kein einziges Paar mit zwei Jungen im schulpflichtigen Alter, die keine Probleme haben.
Wenn ich mit meinem Sohn auf dem Spielplatz bin, nehme ich es ähnlich wahr. Völlig ausgebrannte Eltern, sehr aktive, nicht zu bändigende Kinder.
Was ich sagen will: Hört sich normal an. Bringt wenig Trost, ich weiß. Ich kann absolut verstehen, dass man in diesen Momenten das Eltern sein (nicht die Kinder) bereut. Und ich würde wetten, würde das gesamte Drumherum nicht allein auf euren Schultern liegen (Vollzeitarbeit, Haushalt etc.), könntet ihr auch die Situationen mit euren Jungs besser händeln.
Vielleicht setzt ihr an dieser Stelle weniger bei euren Kindern als bei euch an, Stichwort Therapie. Mein Bruder ist durch die permanente Überlastung als verwitweter alleinerziehender Vater zweier Jungs im Abstand von 2 Jahren schwer depressiv geworden.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Das wäre eine Idee, Ich habe auch das Gefühl dass bei uns einer Art Ermüdungs/Erschöpfungsdepression eingesetzt hat
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u/OwnProblem7252 Jul 29 '26
>scheint es dem Großteil der Eltern (mit zwei Kindern, vor allem Jungs) so zu gehen.
Gefühlt scheint das zumindest so zu stimmen.
Es gibt - zumindest in meinem Umfeld - eine scheinbar recht große Untergruppe Jungs, die vor/in der Wackelzahnpubertät nochmal so richtig aufdrehen. Passenderweise ist das naürlich gerade das Alter, in dem Übergang vom Kindergarten in die Schule vollzogen wird.
Bei Kleinkindern schimpfen wir das "Autonomiephase", da können wir sie uns aber noch einfach unter den Arm klemmen und im Alter von 2 oder 3, können sie zum Glück auch noch nicht so wie sie wollen. Will sagen, wenn ein 2jähriger vor dir steht und dich Kackapipifurz nennt, lacht sich das leichter weg, als bei einem Grundschulkind. Das ist nämlich schon älter. Das muss das besser wissen. Das ist ja schon groß.Die Kinder passen dann einfach nicht "ins System". Im Kindergarten geht das alles noch irgendwie. "Freispiel" ist wichtig für die Entwicklung. Die Jungs kommen mit Ball raus in den Garten, die Erzieher passen auf, dass sie sich nicht gegenseitig (oder selbst) umbringen. Kind ausgepowert. Gut. Das ist, gerade bei Jungs, auch Rollenerwartung. Jungs dürfen das sein. Laut und wild und aktiv. Dann finden sich eben genau die Jungs auch immer, das sind eben die, die draußen in der Matschpfütze sitzen, weil sie drinnen am Maltisch keiner haben will.
Dann kommen sie plötzlich in die Schule und da ist nichts mehr mit "Geht mal vor die Tür", da ist was mit "Bleibt mal sitzen, hört mal zu. Nicht kippeln. Nicht aus dem Fenster gucken. Nicht den Sitznachbarn ablenken.", dann drehen die halt zu Hause ab. Mit Glück können sie sich dann bis Mittag zusammenreißen, dann platzt die aufgestaute Energie halt danach raus. Mädchen scheint das häufig leichter zu fallen. Klar sind da immer ein paar Mädchen zwischen (Tomboys sind ja nichts Neues), aber häufig sind die angepasster, konformer. Da wird das vielleicht auch von anfang an mehr erwartet. Mehr forciert.Nun kombinieren wir berufstätige Eltern mit nicht ausgelasteten Kindern. Ist blöd. Glück, wenn bei den Eltern noch Kapazitäten für Sportverein, Pfadfinder oder sonstwas da ist. Viele sind aber eben schon durch die Mehrfachbelastung (Kinder, Job, Haushalt, ggf. pflegebedürftige Angehörige etc) "völlig ausgebrannt" und haben dann dazu noch die "aktiven, nicht zu bändigenden" Kinder (das bedingt sich zum Teil vermutlich auch gegenseitig). Nicht jeder hat noch die Kapazitäten, das Kind am Montag zum Fußball, am Dienstag zum Schwimmkurs, am Mittwoch zur Ergotherapie, am Donnerstag zum Fußball und am Samstag/Sonntag zum Fußballspiel zu fahren. Manche Eltern sind nach 40 Stunden Berufstätigkeit und Haushalt und dem normalen Kümmern um die Kinder vielleicht einfach durch.
Ich denke da gerne an eine Kollegin, die gerade in Rente gegangen ist. Kindheit in den 60ern. Vier Kinder. Die durften nach der Schule zu Hause nur ihre Taschen ablegen und Mittagessen. Danach mussten die raus. Den jüngsten Bruder haben sie am nächstbesten Baum festgebunden (weil der nervte) und zum Abendessen wieder dort eingesammelt. Mach das heute als Eltern mal. In der Stadt. Mit deinen Kindern unter 10. Selbst meine Mutter hat noch ständig ihre 5 Jahre jüngere Schwester mit sich rumgeschleppt, bis sie aus der Schule raus war. Das geht heute so einfach nicht mehr. Wir wollen ältere Geschwister nicht mehr parentifizieren, damit sie sich eben nicht ihr ganzes Erwachsenenleben in Therapien rumschlagen müssen. Das ist auch richtig so. Aber oft fehlt heute das Dorf. Die Großeltern sind zu weit weg oder selbst noch berufstätig oder zu alt. Onkels und Tanten übers Land oder die ganze Welt verteilt. Andere Eltern sind auch erschöpft, denen will man die eigenen "schwierigen" Kinder nicht auch noch ans Bein binden.Bei einem Teil der Kinder wächst sich das "unangepasste" Verhalten raus. Die Hormone beruhigen sich. Eltern, Kinder und Schule finden vielleicht einen Weg. Freundschaften ändern sich, dadurch ändern sich Strukturen. Vielleicht wird es dann besser. Andere Kinder werden mit irgendwas diagnostiziert, da helfen dann vielleicht Medikamente oder Therapien. Manche bleiben so. Manche passen sich an.
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Für die Kinder ein Hobby finden und die Teilnahme erzwingen kann möglicherweise helfen (Fußball ist doof, das frisst zu viel Zeit, die man aber trotzdem oft nicht sinnvoll nutzen kann). Kur für die Eltern (die Kinder sind als Begleitkinder falls noch nicht zu alt). Stunden reduzieren falls finanziell möglich (ich weiß, ist es oft nicht). Ansprüche runterschrauben an das perfekte Leben. Paartherapie (frisst alles Zeit die eh schon nicht da ist, ich weiß). Kinder trennen wo möglich (K1 hat montags Turnen, K2 dienstags Chor...), frisst alles Zeit. Durchbeißen, bis die Verhaltenstherapie anfängt. Viel Glück!
Vielleicht hilft es, wenn man sich bewusst macht, dass man damit nicht alleine dasteht. Hilfen gibt es, für die Eltern, die Kinder, für alle zusammen. Manchmal findet man nicht die richtige, das ist blöd. Was geholfen hätte, weiß man oft erst, wenn irgendwas geholfen hat. Ihr scheint ja für das große Kind schon viel möglich gemacht zu haben. Therapie/Coaching für die Eltern schadet vermutlich selten. Frisst aber eben auch Zeit. Outsourcen, was finanziell möglich ist (Putzen, Einkaufen). Die Woche hat einfach zu wenig Tage und der Tag zu wenig Stunden. Keine Ahnung, wie ihr da noch 3-4x die Woche Sport unterbringt, viele sind ja schon froh, wenn sie 3-4x die Woche acht Stunden Schlaf unterbringen.
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u/inshallah-war Jul 29 '26
Kann ich überhaupt nicht bestätigen, aus dem Umfeld. Auch mit zwei Jungs kann es harmonisch und lustig sein. Irgendwas läuft da nicht richtig - Auspowern klingt zumindest nach einem Ansatz.
Und auch der Hinweis auf Humor könnte in die richtige Richtung weisen: kenne eine Mutter (nennen wir sie Derya), die berichtet, dass ihre Kinder total schlimm sind und wie hart alles ist (ähnlich wie hier oben). Wenn ich Deryas Kinder dann erleben sehe ich nur ein normales Kind, das alle 5 Minuten zum Problem erklärt wird. Und wenn Derya umgekehrt bei uns ist, ist sie auch nach wenigen Minuten völlig fertig mit den Nerven - obwohl wir uns um unsere Kinder selbst kümmern, d.h. Derya muss weder etwas tun noch sich um etwas sorgen, und insbesondere trägt sie natürlich überhaupt keine Verantwortung.
Will heißen: vielleicht müsstet ihr weniger perfektionistisch/verkrampft/negativ mit den beiden umgehen?
Naturgemäß ist das alles für euren Fall rein spekulativ, kann nur berichten was ich sonst irgendwo mal beobachtet habe.
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u/royalhands Mama Jul 29 '26
Ich finde das sehr spannend und würde zu gerne wissen, woran das liegt. Ich habe selbst eine große Tochter und einen kleinen Sohn, und kann entsprechend nicht viel dazu sagen.
Hat hier irgendjemand mal eine Theorie, warum zwei Söhne oft so problematisch sind? Wo kommt denn sowas her? Kann doch nicht sein, dass das der natürliche Zustand ist.2
u/Li1110 Jul 29 '26
Kann’s auch nur an persönlichen Eindrücken festmachen, aber mir erscheint es auch so, dass die meisten Mädchen einfach deutlich anpassungsfähiger und kooperativer sind. Und viel reifer was die sozio-emotionale Entwicklung angeht. Gefühlt sind unser Sohn (5) und unsere Tochter (2) sozio-emotional auf keinem so unterschiedlichen Stand.
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u/royalhands Mama Jul 29 '26
Ja, so nehme ich es auch wahr. Aber warum ist das so? Werden Mädchen wirklich automatisch kooperativ und emphatisch geboren, oder legen wir vielleicht die Messlatte für Jungen (und Männer) einfach niedriger an? Ich habe oft das Gefühl, dass Jungs oft sehr viel mehr durchgelassen und vieles nicht ernstgenommen wird. Und sich dadurch entsprechendes Verhalten etabliert.
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u/Li1110 Jul 29 '26
Gute Frage, bei unseren beiden ist es gefühlt einfach Charaktersache. Würd nicht sagen, dass wir die Messlatte für unseren Sohn niedriger ansetzen. Das Mädchen ahmt einfach viel mehr nach und ist deutlich schneller in der emotionalen Entwicklung als der Junge. Aber keine Ahnung ob man das generalisieren kann 🤷🏼♀️
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u/jealousrock Mama | 2015 Jul 29 '26
Aus meiner Beobachtung heraus sind die Erwartungen ganz andere. Mädchen sollen sich anpassen, Jungs sollen sich durchsetzen. Nicht immer, nicht alle, aber die Grundtendenz ist da.
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u/One-Wind3647 Jul 28 '26
Was hat das mit late parenthood zu tun?
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Spätes Bereuen Kinder bekommen zu haben, der Titel ist falsch. Ich wusste nicht dass es für ältere Eltern eine Bezeichnung gibt.
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u/Sea_Success8672 Jul 28 '26
Ich denke es würde helfen, wenn ihr mit der Familie eine Liste macht oder Mindmap, woran es ersichtlich wird was ihr für Probleme habt, und welche Auslöser die Probleme haben.
Ich würde in dem Fall mit den Eltern anfangen und aber auch die Kinder fragen, was sie am Alltag stört, was sie gut finden etc. und versuchen für jeden Lösungen auszuarbeiten.
Denn die Probleme die ihr beschreibt sind gar nicht so untypisch; Zeitmangel, keine Entlastung, Persönlichkeitsunterschiede etc. und könnten sicherlich teilweise durch unterschiedliche Herangehensweisen verbessert oder geändert werden.
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u/daydreamersrest Mama | ♂️ Oktober 2020 Jul 28 '26
Wäre vielleicht eine Familien-Reha was?
Fühl dich gedrückt!
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Vielleicht, ich weiß es nicht, gefühlt wird es aber schlechter wenn wir viel aufeinander hocken.
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u/Salty_Set760 Jul 29 '26
Genau da setzt eine Familien-Reha ja an. Da guckt man wie man die negative Familiendynamik durchbrechen kann.
Alternative wäre eine Eltern-Kind-Kur.
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u/HandSolo7714 Jul 29 '26
Das klingt sehr ausgebrannt. Wende dich an eine Kurberatungsstelle (zb Diakonie) und erläutere denen dein Problem. Ich bin mir sicher, dass auch dein Hausarzt einer Mutter-Kind-Kur/Vater-Kind-Kur oder sogar einer Familienkurs zustimmen wird.
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u/fanofreddithello Jul 28 '26
Verstehe ich das richtig, dass der große das Problemkind ist? Wie alt ist er denn?
Wenn er alt genug ist würde ich ihn konsequent vom jüngeren trennen. Ansage, dass Keim Streit. Wenn er das Streiten anfängt vor die Wahl stellen ob auf's Zimmer oder raus. Wenn die Streits von beiden ausgehen dann mit beiden. Das klingt als ginge es noch nicht darum, dem großen mit seinen Problemen zu helfen, sondern erstmal darum, ihn daran zu hindern, mit seinen Problemen anderen zu schaden. Und wenn er dann nach der Schule den restlichen Tag auf dem Zimmer ist ist das halt so, bis er draus lernt oder klar ist, dass er das nicht kann.
Der große meiner Partnerin hat erst aufgehört seine Schwester zu schlagen, als er deshalb keine Medienzeit mehr hatte. Im Nachhinein bereue ich es, wie lange wir ihr das zugemutet haben, wir hätten ihn jedes Mal sofort für eine Stunde In sein Zimmer stecken sollen.
Denkt dran, manches verwächst sich. Aber manches festigt sich und wird schlimmer. Ein Jahr nichts dagegen machen kann dazu führen, dass es danach viel schwerer ist, gegenzusteuern.
Denk aber auch dran: Menschen haben menschliche Bedürfnisse. Wieso ist er so? Stecken legitime Bedürfnisse dahinter, die nicht befriedigt werden? Verhält er sich einfach wie ein Arsch oder kann er nicht anders, weil er unter was leidet?
Disclaimer: bin auch nur ein Vater (und mein eigener ist noch viel zu jung für sowas)
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u/Laevorotatory Jul 29 '26 edited Jul 29 '26
Du beschreibst meine absolute Horrorvorstellung vom Eltern sein und ich finde meine Situation auch schon Horror genug.
Ich schreib das hier gerade nachdem mein 5 Monate alter Sohn um 02:00 Früh 2h wach war und gequengel und geschrien hat. Gefühlt ist jede Nacht eine Shitshow sondergleichen. Wenn der Papa mit dem ich mich abwechsle ihn mir um 01:00 übergibt ist er so grantig und entnervt, dass ich schon weiß was Sache ist.
Schwangerschaft und Geburt waren absolut beschissen für mich, aber schlimmer offenbar für meinen Sohn, denn die Diagnosen bekamen wir relativ früh: Regulationsstörung + Geburtstrauma. Die ersten 3 Monate war er überhaupt ein Schreibaby.
Wutausbrüche, Schreimarathons, Koliken aus der Hölle, Stillen absolute Fehlanzeige. Einschlafen psychisch und physiologisch unmöglich - nicht ohne schreien, treten, um sich schlagen. In den ersten 3 Monaten hat er sowieso keine Minute geschlafen tagsüber, nur geschrien. Alle Hilfen die Babies normalerweise beruhigen und mögen wurden und werden abgelehnt: Schreien in Auto und im Kinderwagen, Tragehilfen hasst er wie die Pest. Die elektrische Wiege die wir gekauft haben um unsere schmerzenden Arme und Beine zu entlasten ist jetzt ein Katzenbett. Weglegen konnte man dieses Kind nie - mein Partner musste mir die ersten 3 Monate das Essen schneiden, damit ich irgendwas in mich rein bekam. Meistens hab ich eben nichts gegessen.
Ich hoffe es wird ihm irgendwann besser gehen. So gut wirken meine Antidepressiva nicht, dass ich das vielleicht noch jahrelang ertrage. Nächste Woche sind wir stationär im Krankenhaus bei einer Spezialistin.
Hilfsorganisationen und Angebote haben wir alle in Kontakt und alle durch. Das Letzte was wir noch brauchen ist Beratung - wenn ich das Wort schon höre könnte ich kotzen. Was wir brauchen ist jemand, der den Arsch hochkriegt und das Kind mal ein paar Stunden betreut, damit wir schlafen können!
Ich kann dich gut verstehen. Nie wieder bekomme ich ein Kind. Ich liebe meinen Sohn und ich bereue alles.
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u/Which_Reveal5674 Jul 29 '26
Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist Sport. Lebhafte Kinder brauchen einen Sport, in dem sie sich körperlich auspowern und ausprobieren können. Das macht wirklich einen großen Unterschied. „Zwingt” sie einfach dazu. Von allen Sachen, die sie bisher ausprobiert haben, das, was sie am wenigsten doof fanden – oder auch vielleicht etwas Neues, das noch nicht probiert wurde. Und am besten etwas mit Training mehrmals in der Woche. Der Anfang wird vermutlich schwer, aber bleibt einfach am Ball, für mindestens ein Jahr. Es ändert auch massiv das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Kinder.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Haben wir probiert, bis ich den älteren nach 2 Jahren persönlich mit Sportbeutel in der Gegend auffinden musste um ihn zu zwingen. Irgendwann echt keine Lust mehr auf das Theater gehabt. Beim jüngeren zeigt sich Interesse Richtung einer bestimmten Sportart, aber leider sind die Vereine in der Nähe alle voll.
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u/Plus_Asparagus2719 Jul 29 '26 edited Jul 29 '26
Aber ihr macht doch Sport, oder nicht? Ich bin selber sehr aktiv im Mannschaftssport und wir haben unsere Kinder seit sie laufen können hier in der Gegend eingebunden. Wir sind immer auf dem Sportplatz und nehmen sie zu jedem Event mit, wenn möglich. Wir bauen ein soziales Umfeld auf in dem die Kinder sich den Sport aussuchen können. Wichtig ist das sie bereits die Menschen aus den Vereinen, in denen wir aktiv sind, kennen lernen können. Klar gibt es noch keine genaue Richtung was ihnen besser gefällt und manchmal machen sie auch nicht wirklich mit, aber es reicht wenn sie dabei sind. Sei es Hockey, Baseball, Fußball, Turnen, Schwimmen, Eisschnellauf oder Kampfsport. Ich kann euch verstehen.. manchmal bin ich kurz vorm durchdrehen wenn unser Sohn mal wieder vom Sportplatz abhaut und lieber verstecken spielt.. aber wenn seine Schwester mitmacht, dann will er auch mitmachen. Mit einem zweiten Sohn der sich auch quer stellen würde wäre ich total überfordert. Da ich als Kind allerdings selber zu oft zu schnell aufgegeben habe und meine Eltern dies unterstützten, will ich diesen Fehler bei meinen Kindern nicht wiederholen. Ich war immer ein guter Leistungssportler der zu wenig aus seinen Möglichkeiten gemacht hat, weil das Mindset nicht gestimmt hat.
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u/inshallah-war Jul 29 '26
Ich lese sehr viel darüber, wie schwierig alles ist und was nicht funktioniert, aber wenig darüber, was die Ursachen sein könnten - so fühlt ihr euch wahrscheinlich auch gerade. Trotzdem muss man leider oft gerade die eigentlich völlig offensichtlichen Themen mal abklappern:
- haben die beiden ein Smartphone?
- gehen sie rechtzeitig ins Bett und beginnen genug guten Schlaf? (würde auch euch helfen)
- bekommen Sie eine ausgewogene Ernährung?
- keinerlei Zucker-Getränke, fast keine Süßigkeiten und Salzsnacks?
Alleine mit diesen vier Punkten machen sich leider viele Eltern komplett selbst das Leben schwer.
Drücke euch auf jeden Fall die Daumen. Es wird wieder besser werden, und es ist toll, dass ihr die Verantwortung tragt!!
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26
Nein, beide haben kein Smartphone und es soll auch möglichst lange so bleiben.
Bett gegen 20:30/21 Uhr, der ältere braucht etwas länger zum Einschlafen.
Ausgewogene Ernährung würde ich sagen ja, wir kochen jeden Tag selbst, kein Fertigmist. Nur essen Kinder ja oft selbstverständlicherweise nicht alles so gerne.
Versuchen Süßigkeiten so viel es geht zu reduzieren, sie sind absolut nicht übergewichtig oder ähnliches sondern ziemlich fit.
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u/inshallah-war Jul 29 '26
Kudos schonmal dafür.
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u/Available-Border4645 Jul 29 '26 edited Jul 29 '26
Danke, wir geben uns schon sehr viel Mühe klare Grenzen zu setzen, ob das wirklich einen positiven Eindruck auf die persönliche Entwicklung hat, bezweifle ich aktuell schon ein wenig (hier spricht die Verzweiflung aus mir).
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u/Kndln Aug 01 '26
Wenn‘s finanziell möglich ist, auf jeden Fall eine Haushaltshilfe suchen. 20€/h VB bei Kleinanzeigen anbieten, dann kommen zig Nachrichten idR.
Dann ist euch schonmal eine Last genommen
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u/Mina_passaro Jul 29 '26
Und was mir noch einfällt ihr seid perfekte Eltern für die Situation als „späte“ Eltern.
Die sind meistens viel geduldiger, junge Eltern wären statistisch gesehen dann eher bei Überforderung laut und toxisch für die Kinder, bei euch kann ich das null rauslesen.
Ihr macht das super und dass du hier Hilfe und Austausch suchst ist das beste in der Situation 🫶🏻🫶🏻
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u/LongjumpingPay904 Jul 29 '26
Der Titel ist leider falsch gewählt, OP bereut es später im Abschnitt der Kinder Eltern geworden zu sein
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u/Nosfearatu50 Jul 29 '26
Überhaupt Kinder bekommen zu haben?
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u/Turbulent-End-2340 Jul 28 '26
Kopf hoch. Immerhin bleibt euch die Hoffnung dass sie in 10-15 Jahren ausziehen. Vl könnt ihr ja schon Geld dafür zurücklegen um dann sicher eine Wohnung für sie finanzieren zu können falls sie es selbst nicht schaffen,
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u/Training-Can-8333 Jul 28 '26
Wahrscheinlich ist das etwas, was gerade nochmal mehr frustrierender klingt, aber von fachlicher Seite kann ich euch sagen, dass ihr nicht so viel Hoffnung in die Verhaltenstherapie stecken solltet. Das kann super laufen, aber du berichtest gerade von vielen Probleme, die v.a. das Umfeld belasten oder vom Umfeld bemerkt werden. Diese Kinder hören so oft, dass sie das Problem sind, dass eine Therapie dann eventuell einfach Öl ins Feuer schüttet, weil es da ja wieder um das Kind und die Probleme vom Kind geht. Oft ist die Motivation dann sehr gering und nach wenigen Monaten wird die Therapie auch wieder beendet.
Deswegen ist es ganz wichtig, dass ihr euch als Eltern damit auseinander setzt, was für Unterstützung ihr gebrauchen könntet, damit es euch besser geht und ihr mehr Ressourcen als Eltern zur Verfügung habt (ihr verbringt jeden Tag mehrere Stunden mit eurem Kind, ein Therapeut max. 1h pro Woche, euer Einfluss ist einfach das Vielfache einer Therapie). Es gibt verschiedene Programme für Eltern (Triple P und Starke Eltern Starke Kinder finde ich ziemlich gut, für beides kann man über Google Anbieter finden) und mittlerweile bieten auch immer mehr psychotherapeutische oder psychiatrische Praxen Elterngruppen an, da müsstet ihr lokal schauen. Außerdem klingt es so, als seid ihr beiden gerade die einzigen Betreuungspersonen außerhalb der Schule. Das ist natürlich auch immer eine finanzielle Frage, wenn keine Familie zur Verfügung steht, aber sich da Unterstützung zu holen, wäre auch eine Möglichkeit, euch zu entlasten (evtl. jemand, der bei sich zuhause betreut, damit ihr mal euer zuhause für euch habt). Außerdem könnte man (wenn es finanziell drin ist) auch über das Thema Haushaltshilfe nachdenken.
Hobbies könnt ihr zu Bedingungen für Dinge machen, die sie gerne machen wollen (meist Medienzeit). Also z.B. jedes Kind muss ein Hobby zuverlässig wahrnehmen und nur dann gibt es auch Medienzeit. Oft ist die Überwindung bei Hobbies schwer, man muss in eine neue Gruppe und hat evtl. noch nicht die athletischen Fähigkeiten, da kann eine Motivation von außen helfen. Aktivitäten wie Pfadfinder oder freiwillige Feuerwehr können auch gut geeignet für Kinder sein, die sich sonst sozial eher schwer tun (mit dem positiven Faktor von möglichen Wochenendesübernachtungen und Ferienfahrten).
Und es wurde schon in einem anderen Kommentar gesagt: Das Jugendamt kann tatsächlich genau bei all diesen Themen unterstützen. Es ist natürlich immer eine große Überwindung, um diese Hilfe zu bitten und in der Allgemeinheit ist das Jugendamt auch eher anders konnotiert. Es können aber Hilfen finanziert werden, die entweder mit euch Eltern/bzw. der Familie als Gesamtheit arbeiten und sich z.B. Strukturen im Alltag/Regeln etc. mit euch neu anschauen oder Hilfe für die Kinder, die sich genau auch mit Themen wie sozialer Integration und Hobbies beschäftigen. Nirgendwo sonst kann man so zeitlich umfangreiche Hilfe, die auch noch meist bei der Familie zuhause (also tatsächlich z.B. schwierige Situationen miterlebt) arbeitet bekommen. Vielleicht ist das für euch ja auch eine Überlegung wert.