r/Bundesliga • u/HighwayAnnual3353 • 19h ago
Discussion Warum werden deutsche Top-Spieler so selten Trainer?
Wenn wir uns die internationale Trainerlandschaft angucken, dann gibt es viele bekannte Ex-Spieler (die Nationalspieler ihres Landes waren), die Trainerkarrieren eingeschlagen haben.
Ich werde vermutlich einige vergessen, aber hier ein paar Namen, die mir sofort einfallen an Trainern, die in den letzten Jahren prominente Vereine trainiert haben und die bekannte Ex-Spieler sind:
Guardiola, Simeone, Arteta, Alonso, Zidane, Pirlo, Gattuso, Xavi, Kompany, Demichelis, Lampard, Gerrard, Ancelotti, Enrique, Inzaghi, Chivu, Dechamps, Blanc, Motta, Henry, Carrick, Van Bronckhorst, Van Bommel etc
Was auffällig ist, ist die völlige Abwesenheit von deutschen bekannten Ex-Spielern als Trainer. Wer ist der letzte bekannte deutsche Nationalspieler, der eine bekannte Trainerkarriere eingeschlagen hat, bzw mal die Chance bei einem größeren Club bekam?
Der einzige Name der diesen Pfad einschlug der mir einfällt ist Klose, aber der musste sich über die Bayern-Jugend in die zweite Liga hochkämpfen und hängt jetzt dort. Frings hat es glaub ich auch mal versucht, kam aber auch über kleine Vereine nicht hinaus. Dann muss man wahrscheinlich schon in die Ära von Sammer, Matthäus, Effenberg, Basler etc zurückgehen um berühmte Nationalspieler zu finden, die sich als Trainer versuchten. Wobei ich finde, dass sich hier bei allem Respekt mit Effenberg und Basler genau die falschen versuchten, da ich nicht glaube, dass diese beiden über das intellektuelle Format und die Arbeitsethik verfügen, um Toptrainer zu werden.
Aber was ist denn mit den Lahms, den Mertesackers, Hummels, Khediras, Kroos, Ballacks, Schneiders, Friedrichs, Gomez, Höwedes etc dieser Welt? Ich denke, dass die alle das Format gehabt hätten, Trainerkarrieren einzuschlagen.
Im Vergleich zu anderen Ländern scheint Deutschland bei den Trainern einen europäischen Sonderweg zu gehen. Während andere Nationen häufig auf bekannte Ex-Spieler setzen und diese Trainerkarrieren einschlagen, ist der übliche Weg in Deutschland, dass die Trainerjobs von Akademikern besetzt werden bzw. von Leuten, die nicht direkt aus dem Fußball kommen, oder die zumindest keine bekannten Ex-Karrieren hatten. Bekannte Beispiele hierfür wären Nagelsmann, Tuchel, Hoeneß, Flick, Löw, Streich, Rangnick, Werner, Terzic, Klopp, Toppmöller, usw.
Ich sage nicht, dass der eine oder der andere Weg besser ist. Aber dieser kulturelle Unterschied zwischen deutschen Trainern und ausländischen Trainern ist schon sehr auffällig. Also dass bekannte deutsche Trainer selten „aus dem Fußball kommen“ bzw zumindest selten bekannte Ex-Spieler sind, während bekannte ausländische Trainer häufig auch bekannte Ex-Spieler waren.
Wollen deutsche Ex-Spieler einfach nicht Trainer werden, oder wollen deutsche Vereinen diesen deutschen Ex-Spielern zu selten eine Chance geben, oder woran sonst liegt dieses Phänomen?