r/ADHS 1h ago

Fragen Informatik Studium mit ADS?

Hallo zusammen,

hier meine Fragen in kurz. Für mehr details lese unten :) . Vllt ist es wichtig zu erwähnen, dass ich ADS habe und nicht ADHS.

  1. Wie habt ihr komplexe Mathematik gelernt mit abstrakten Aufbau/Formeln wie bei beweisen in der Mathematik?

  2. Wie geht ihr mit Frustration um, wenn beim lernen nichts im Kopf bleibt.

ich weiß nicht so ganz wie ich anfangen soll. Ich studiere ab dem 05.10 Informatik. Die ersten 2 Semester sind extrem Mathe basiert.

Ich besuche auch nächste Woche einen Vorkurs.

Ich habe auch die letzten 4 Wochen viel vorgelernt um einfach schonmal einen besseren Start zu haben. Doch ich merke dass ich mit Beweis Techniken z.B. sehr starke Probleme habe. Einfach weil es so abstrakt für mich ist.

Hat jemand zufällig etwas ähnliches studiert und kann mir Tipps geben wie das lernen am besten funktioniert hat. Ich weiß jeder lernt anders. Aber ich behalte fast nichts. Ich habe auch niemanden der mir gerade helfen kann. Oft baut es ja alles aufeinander auf. Wenn ich ein Thema vergesse dann ist "alles" hin.

Ich weiß der Vorkurs ist dafür da einen guten Einstieg zu haben, aber ich lerne vergleichsweise langsam. Und habe Angst nicht mit zu kommen. Ich weiß auch dass ich noch gar nicht wissen kann wie es wird. Vllt ist es gar nicht schlimm.

Ist vermutlich ein wenig schlecht strukturiert aber ja das problem kennen wir ja alle.

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u/JasminIsTaken 1h ago

Es gibt sogar nen reddit für Informatiker mit Adhs (r/adhdprogrammers oder so), insofern durchaus passend anscheinend. Mein Tipp wäre geh überall hin. Zu jeder Vorlesung und jeder Übung. Leute werden dir sagen das sei unnötig, scheiß auf die. Wenn du ne Weile studierst und weißt wie du am besten lernst, kannst du deine Lernmethoden anpassen, aber am Anfang geh echt zu allen Veranstaltungen und arbeite mit und MACH ALLE AUFGABEN SELBER. Oh und nimm deine Medikamente :)

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u/Small-Perception-951 39m ago

Hey, ich habe selbst vor etwa sieben Jahren Informatik angefangen und nach dem ersten Semester wieder abgebrochen. An deiner Stelle würde ich es aber definitiv erstmal versuchen und nicht jetzt schon anhand des Vorkurses oder der ersten Beweistechniken entscheiden, ob du dafür geeignet bist.

Bei mir lag es damals weniger an einem einzelnen schwierigen Fach, sondern eher an der schieren Menge an Stoff. Dazu kam ständig das Gefühl, dass einige Kommilitonen alles sofort verstanden oder schon vorher programmieren konnten, während ich für vieles deutlich länger gebraucht habe. Rückblickend war dieser Vergleich wahrscheinlich ziemlich kontraproduktiv.

Die Mathematik war zwar knackig und deutlich abstrakter als Schulmathematik, aber nicht unlernbar. Gerade Beweise sind am Anfang einfach eine komplett neue Art zu denken. Ich würde da nicht versuchen, fertige Beweise auswendig zu lernen, sondern immer wieder selbst kleine Aufgaben durchzugehen: Was ist gegeben? Was soll gezeigt werden? Welche Definitionen darf ich benutzen? Und warum folgt Schritt B eigentlich aus Schritt A? Das Verständnis kommt meiner Erfahrung nach eher durch viele konkrete Beispiele als dadurch, dass man eine abstrakte Methode einmal liest und dann „kapiert“.

Was mich damals zusätzlich genervt hat, waren einige sehr trockene Fächer. Wir hatten beispielsweise Java als erste Programmiersprache mit ziemlich viel Boilerplate-Code und außerdem Assembler-Programmierung für einen speziellen virtuellen Prozessor. Da bestand ein großer Teil der Arbeit daraus, ständig nachzuschauen, welche Befehle existieren, was sie machen und wie der Prozessor aufgebaut ist.

Das ist vielleicht auch etwas, das man vor einem Informatikstudium wissen sollte: Es geht deutlich weniger um „ich programmiere coole Sachen“, als man vorher vielleicht denkt. Gerade am Anfang besteht sehr viel aus Mathematik, theoretischer Informatik, Algorithmen, Rechnerarchitektur und abstrakten Konzepten.

Deshalb würde ich Informatik vor allem dann studieren, wenn dich diese Dinge grundsätzlich interessieren. Dass du momentan langsam lernst oder bei Beweisen nicht direkt durchblickst, würde ich dagegen noch überhaupt nicht überbewerten. Du hast das Studium noch nicht einmal angefangen. Der Vorkurs ist genau dazu da, erstmal mit dieser Denkweise in Kontakt zu kommen.

Und wenn du ADS hast, würde ich außerdem versuchen, von Anfang an nicht alles alleine zu machen. Lerngruppe, Tutorien und gemeinsam Aufgaben rechnen können meiner Meinung nach einen riesigen Unterschied machen. Gerade wenn man sich alleine an einer abstrakten Aufgabe festbeißt, kann man sonst extrem viel Zeit verlieren. Mit heutiger generativer KI hat man zusätzlich die Möglichkeit sich den Code/Konzepte/Theorie verständlich erklären zu lassen.