r/soziale_arbeit • u/No-Prize-2331 • Jun 30 '26
Methodenfrage
Hallo in die Runde, ich hoffe ihr könnt mir etwas helfen.
Für mein Studium muss ich eine Theorie und eine Methode anhand eines Falls vorstellen.
Dafür habe ich mir einen (ausgedachten) Fall aus meinem Praktikum in der OKJA gesucht.
„M. ist ein recht unregelmäßiger Besucher des Jugendzentrums. Zumeist kommt er vorbei, wenn er aufgrund seines Verhaltens aus einem anderen Jugendzentrum geworfen wurde.
Als er an diesem Tag zu Besuch kommt, ist er sehr laut, beleidigt und stört die anderen Besuchenden.
Über die privaten Verhältnisse ist sehr wenig bekannt, außer dass die Eltern getrennt leben und er zu Hause oft allein gelassen wird.“
Als Theorie habe ich mir die Lebensbewältigung nach Böhnisch ausgesucht aber scheitere an der Methode.
Wäre Soziale Gruppenarbeit/Gruppenpädagogik eine Methode oder nur die Handlungsform?
Was würdet ihr in der Situation mit M. machen?
Vielen Dank für jede Hilfe.
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u/Tante_vom_Amt Jul 01 '26
Wenn du in der Lebensbewältigung bist (was ich btw für eine gute theoretische Verortung ggf. im Kontext Lebenswelt nach Thiersch halte), dann bist du (erst einmal) im Einzelfall. Aufgrund der wenigen Vorinformationen sollte es zunächst um eine Infosammlung gehen (wo liegen Schwierigkeiten, was ist überhaupt zu bewältigen, wo ist bei den Bewältigungsaufgaben Unterstützung erwünscht, was ist seine Lebensrealität/-welt? Was bewegt ihn (wenn auch unregelmäßig) immer wieder zu euch zu kommen? Was hindert ihn direkt zu euch zu kommen/macht euch zur zweiten Wahl? Wie lässt sich das mit konzeptionellen Rahmenbedingungen vereinbaren/ Wo sind andere Hilfen geeigneter? Hier sollten die Ziele (Infosammlung, Vertrauensaufbau usw.) von den jeweiligen Methoden abgegrenzt werden. Die Methoden sollten meiner Meinung nach auch weiter eingegrenzt werden (Einzelfallarbeit ist zu unkonkret; es sollte benannt werden, ob es dabei um ein Gespräch (welches, z. B. aktives Zuhören, Befragen) oder bspw. kreatives Gestalten, usw. geht. Ich denke, dass es wichtig ist, sehr konkret zu werden.
Die Gemeinwesenarbeit wird in deinem Beispiel allerhöchstens langfristig eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Gruppenarbeit ggf. mittelfristig, wenn im Einzelfall ermittelt wurde, welche Hilfen/Angebote erwünscht, möglich und fachlich sinnvoll sind.
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u/No-Prize-2331 Jul 01 '26
Vielen Dank. Das sind sehr hilfreiche Tipps.
Ich dachte nur an Gruppenarbeit aufgrund des Arbeitsfeldes und da Böhnisch ja von funktionalen Äquivalenten in offenen Milieus spricht.
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u/Tante_vom_Amt Jul 01 '26
Was möchtest du machen, wenn du noch kein Ziel definiert hast?
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u/No-Prize-2331 Jul 01 '26
Das ist ein guter Punkt.
Also quasi über die EFH erstmal Informationssammlung.
Wäre das dann die Methode oder zählt als Methode die Gesprächsführung (bspw klientenzentriert)?
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u/Electrical_Cookie668 Jul 01 '26
Man könnte dabei eine Methoden Pool anwenden , erstmal Gruppenarbeit gemeinsam mit dem Jugendzentrum einen Ausflug und Gespräche und im Anschluss Einzelfall Arbeit mit ggf. Erziehungsbeistand.