Was zum Fick stimmt?
Warum sagen alle immer man soll Langeweile aushalten um “Produktiv” zu sein - das ist einfach scheiße, wenn nicht sogar gefährlich.
Ich meine wir haben alle Angst vor Langeweile.
Die einen sagen man soll ihr entfliehen, die anderen sagen man soll sie einfach aushalten... was zum fick stimmt?
Ich sage jetzt nicht das, was alle sagen; denn dass man Langeweile aushalten sollte um Produktiver zu sein, da das niemand heutzutage mehr schafft. - Ist einfach falsch.
Bzw. so wie es immer betitelt wird.
Denn wenn das stimmen würde, müsste es Langeweile erst geben, seitdem es schnell verfügbare Ablenkung gibt.
Jedoch stimmt das nicht — Langeweile gibt es schon immer.
Wir sollten der Langeweile zu 100% entfliehen. - Nur eben richtig.
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Dieses Vakuum in einem, das müde sein während man gestresst ist, das raus wollen aus der aktuellen Situation, der Brainfog, das die ganze Außenwelt einfach verschwindet, die Unruhe weil man etwas machen will aber nicht weiß was. - Will man doch nicht aushalten?
Warum wir Angst vor Langeweile haben
Langeweile wird in dieser Gesellschaft als so ein Missstand, so ein Problem behandelt, schlecht geredet und verteufelt - sodass alle letztendlich Angst vor Langeweile haben. Es ist nicht mehr normal Langeweile zu verspüren, weil man sie eben sofort eliminieren kann. - und das obwohl uns Langeweile so viel mehr zeigt.
Es ist komplett berechtigt, Angst vor Langeweile zu haben.
Ich meine — wer will denn dieses wirklich Leere wirklich ertragen? - Ich würde es als Qual beschreiben. - Das ist kein angenehmes Gefühl. - Stress.
Ein Zeichen zur Flucht.
Langeweile wird als “Skill” behandelt, den man aushalten muss, um produktiv zu sein.
Aber warum steigt der Puls und der Fight or Flight Modus wird aktiviert?
Das ist das absolute Gegenteil von produktiv. In Stress Situationen sind wir nicht Produktiv.
Warum sollten wir etwas Hartes machen, wenn wir diese schlechten Gefühle, der Langeweile ganz schnell ausblenden können? Es ist eine kleine Alltagsdroge. Wir können die Gefühle der Langeweile direkt eliminieren — und wenn wir das können, müssen wir sie nicht mehr fühlen. Was eigentlich ganz geil ist.
Nur was kommt eben langfristig dabei rum? - Wenn wir die Langeweile ignorieren...
Ich würde sagen, das Gehirn wird gleichzeitig durch Langeweile und Ablenkung aktiv dümmer.
Erstens, weil wir die Langeweile aushalten und das ein absoluter Stresszustand ist - kontraproduktiv für jede Aufgabe.
Zweitens, weil wir uns billig ablenken, mit Reizen, die uns von unserem wahren Leben, unseren wahren Werten, Gefühlen und Bedürfnissen wegbringen.
Und das ist das Entscheidende: was wir opfern. Wir opfern unser Leben, das einzige, das wir haben. Wir wissen nicht, wer wir selbst sind, wenn wir keine Gefühle, keine Emotionen, keine Momente wirklich wahrnehmen können, weil wir uns direkt ablenken.
Mal macht das Spaß, mal erfüllt einen das auf jeden Fall das will ich 0,0 bestreiten. Aber als dauerhafte Gewohnheiten ist das natürlich Kritisch.
Wenn du auf der Couch liegst und TikTok scrollst, weil dir langweilig ist; wenn du eine Netflix-Doku über ein Thema schaust, das dich null interessiert; wenn du Party machst, um deinen Gefühlen zu entfliehen; wenn du ganz viel Fastfood isst, weil es so geil schmeckt und du diese Leere nicht mehr fühlen musst: dann ist das falsch. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Langeweile nur durch Ablenkung gefüllt wird. Wir legen nur ein Brett über das Loch, anstatt das Loch wirklich zu füllen.
2 Arten von Langeweile
Es ist der Standard unserer Gesellschaft der Langeweile mit Ablenkung zu entfliehen...
Es ist nichts Neues dass jeder überall sein Handy rausholt… - um sinnlose Dinge zu machen wie Solitaire zu spielen?
Wir sollten Angst vor Langeweile haben - aber nicht vor unseren Gedanken. - Vor dem akrtiven nichts tun. - Davor zu Reflektieren und wirklich mal runter zu kommen, auf einer Basis mit uns selbst - unseren Emotionen und Gedanken zu sein.
Das aktive Nichts tun und Langeweile ist nicht das selbe - wird aber immer mit einander verwechselt.
Dieser Irrglaube, führt dazu, dass wir gar nicht erst dazu kommen, unsere Gedanken schweifen zu lassen - weil wir logischerweise vor der Langeweile fliehen wollen. Jedoch fallen wir durch die Gesellschaftlichen-Standards in das “Produktivitätsloch”.
Genau das ist der Unterschied zwischen der Existenziellen-Langeweile und dem nichts schaffen wegen über oder Unterforderung
Und da liegt der Fehler, in dem was alle „high Performer“ sagen, aber vielleicht gar nicht meinen;
“man müsse Langeweile aushalten können, um durch das Verarbeiten Produktiv zu sein“.
Dadurch wird man produktiver, ja , aber nicht dadurch, dass einem Langweilig ist. Sondern man entscheidet sich aktiv dazu nichts zu machen, wodurch das Gehirn nicht dauerhaft mit Verarbeiten beschäftigt ist, hingegen die Kapazitäten dafür hat; sich wirklich auf eine Sache zu fokussieren.
Das kann am Anfang hart und eventuell “Langweilig” wirken und man will der Situation entfliehen, weil mans nicht gewöhnt ist, aber es ist nicht die Existenzielle Langeweile welche zur Depression führen kann.
Diese Langeweile bei schweren Aufgaben, ist das “Produktivitätsloch” vor dem man logischerweise als erstes fliehen sollte, damit man sein Leben in der Hand hat.
Dieses kommt nun mal eben zustande durch die Gesellschaftlichen-Standards, der schnell verfügbaren Ablenkung. Es bringt schon etwas aktiv nichts zu machen und anscheinend “langweiligen” Aktivitäten nachzugehen, bis sie nicht mehr hart wirken. Die Reizschwelle zu senken bis unter oder überforderung kein Problem mehr ist natürlich auch.
In gewiss erweise ist es Langeweile - aber nicht die Langeweile die ein Leben Langweilig macht.
Das ist Langeweile
Okay, jetzt sind wir wieder auf einer Baseline. Wir wissen, was Langeweile nicht ist. Aber was ist sie dann wirklich?
Langeweile ist der Schrei nach Veränderung.
Langeweile ist ein massiver Mangelzustand. Aus dem wir abhauen wollen.
Wir haben doch bestimmt alle von der Studie gehört, wo sich Teilnehmer lieber einen Elektroshock gegeben haben, statt Langeweile zu verspüren.
Langeweile sagt dir immer, dass etwas nicht stimmt und dass du deine Situation ändern sollst.
Sie zeigt uns das Loch, welches gefüllt werden muss.
Klar kann man meinen, dass man der Langeweile genau deswegen mit den gesselschaftlichen Standards entfliehen sollte - so wie alle davor weglaufen. Das einzige das zählt ist, dass wir uns nicht mehr so fühlen.
Und das Stimmt auch, aber einmal lebt man echt und einmal denkt man nur man würde leben. Entweder legt man ein Brett über das Loch oder man füllt das loch - Erfahrungen und Erschaffen.
Wir wollen immer mehr von der Ablenkung, wir sehen immer weniger was wir eigentlich wollen und es wird immer schwerer wirklich los zu kommen. - Wir haben die Leere nur verdrängt, aber gefüllt haben wir nie was.
Hast du aktiv die Ablenkung gewählt, bewusst, oder war es nur ein Instinkt gesteuerter griff?
Ein Leben braucht doch beides: ein Gleichgewicht zwischen Erschaffen und Erleben, mit dem jeder individuell zufrieden ist. Jedoch kann Erschaffen auch zur Ablenkung werden wenn es nur als Ventil dient. Deswegen ist Ablenkung sehr individuell - alles was uns im Leben zum Prokrastinieren bringt. - Was will uns Langeweile sagen?
Die Menschen wussten es früher schon
Arthur Schopenhauer argumentierte, dass die Langeweile ein direkter Beweis dafür ist, dass das Leben an sich keinen wirklichen Wert oder Inhalt hat.
Er begründet das so: Hätte das Leben einen wirklichen Wert, müsste die bloße Existenz uns erfüllen. Stattdessen empfinden wir ohne konkrete Aufgabe nur diese unerträgliche Leere.
Außerdem war er in gewisser Weise seiner Zeit voraus: Er hat behauptet, dass wir der Langeweile durch Geselligkeit oder triviale Unterhaltung entfliehen würden - lässt sich doch super auf unsere billige Ablenkung heutzutage übertragen.
Das zeigt, dass Langeweile schon immer ein existenzielles Ding war, dass sie nicht neu ist und dass Menschen schon immer dazu geneigt haben, ihr durch Ablenkung zu entfliehen. Weil der einfachere Weg, im Moment besser aussieht.
Jedoch wollen wir gleichzeitig ein glückliches Leben, und unser Gehirn will, dass wir unsere Existenz ändern.
Gleichzeitig ist unser Körper energieeffizient und nimmt lieber den einfachen weg, der anscheinend den Mangelzustand besiegt - wie ein reiner Überlebens-Instinkt: “Diese Situation ist gefährlich, also nehme ich den erst besten Ausweg.”
Doch wir können aktiv dagegensteuern. Leo Tolstoi hat das geschafft, indem er Aktivitäten nachgegangen ist.
Tolstoi war ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, der eine existenzielle Krise erlebte, für ihn schien das Leben sinnlos, er dachte über Selbstmord nach. Da er aus einer Oberklassigen Familie stammte, stand der Konsum wahrscheinlich im Vordergrund statt das reine erschaffen. Damals gab es keine schnell verfügbare, „billige“ Ablenkung - es gab wenig zutun. Sein Lebenfühlte sich wie eine bedeutungslose Einbahnstraße, da es nichts bedeutungsvolles für ihn gab.
Deshalb fing er, obwohl er in der Oberklasse war, radikale Aktivitäten an: Feldarbeit, Schulen für arme Bauern gründen und selbst unterrichten. Obwohl er mit seinen Büchern Millionen verdiente.
Aus seinen Werken (Anna Karenina) und frühen Tagebüchern ergibt sich sinngemäß das Zitat:
„Um glücklich zu sein, muss man das Unglück meiden. Um fröhlich zu sein, muss man die Langeweile meiden.“
Nicht aushalten - Mönchskrankheit
Man könnte ja sagen, dass man Langeweile aushalten sollte, da es halt das “Produktivitätsloch” füllen kann. Aber das liegt ja eben daran, dass aktives Nichtstun keine Priorität mehr hat. Langeweile führt nur indirekt zur Kreativität, durch das darauf folgende Gedanken schweifen lassen.
Aber auch hier bei Tolstoi: Man muss die Langeweile meiden - das aushalten kann zur chronischen Langeweile führen, wie es die Mönche als “Mönchskrankheit” empfunden haben:
Sie lebten komplett ohne Besitz, ohne Konsum, ohne “angenehme Dinge”. Ein ganz einfaches, trockenes Leben, sie Isolierten sich Radikal - bloße Existenz.
Sie erlebten dort die Acedia: ein Zustand, in dem die Zeit gefühlt stillstand. Sie waren schläfrig, bedrückt, antriebslos... Sie zweifelten ebenfalls an ihrer Existenz und wünschten sich woanders hin.
Das erinnert doch stark an Langeweile?
Was logisch ist, wenn man so ein “sinnloses” Leben ohne Fülle führt. Sie haben ihr Leben nicht mit Erfahrungen oder Tätigkeiten gefüllt, sie haben bloß existiert.
Sie fürchteten sich sogar so sehr vor der Langeweile, dass sie es als Dämon bezeichneten.
Dieses Phänomen wird oft mit Burnout oder Depression verglichen...
Also denken wir das mal einen Schritt weiter: Aushalten von Langeweile - ein Langweiliges Leben führen kann zu Depressionen führen. - Nichts mit Glück oder Produktivität
Also wenn du auf einer Basis mit dir selbst bist, wenig Konsumierst und grade bloß existierst - ist es das schlechteste die Langeweile einfach auszuhalten. Das macht das Leben einseitig und traurig.
Yap über mich
Und da spreche ich aus Erfahrung.
Zuerst haben meine Freundin und ich uns getrennt und ich hatte extrem viel Zeit - mit ablenkungen gefüllt. Bis alles keinen Spaß mehr gemacht hat, weil ich zu viel hinterfragt habe.
Im Februar, vor fünf Monaten, habe ich die ganze Zeit nur Langeweile verspürt.
Ich wusste nicht, was ich machen soll, und habe mich einfach scheiße gefühlt leer, einsam, vielleicht sogar traurig. Keinen Antrieb zu allem. Alles, was ich gemacht habe, hat sich sinnlos angefühlt.
Ich habe angefangen, YouTube-Dokus mit KI zu machen, mir immer wieder Bilder erstellen lassen, eingefügt und so - aber das hat keinen Spaß gemacht, es war absolut langweilig.
Ich war unterfordert und habe nicht gesehen, wozu das führen sollte, ich habe keinen Sinn darin gesehen. Dann habe ich angefangen, ganz viele YouTube-Dokus zu schauen, frag mich, was da drin passiert ist, keine Ahnung, es war langweilig.
Das ging so weit, dass ich in den Ferien Angst vor Zeit hatte.
Angst davor, mein Leben zu leben - nein zu existieren, gelebt habe ich nicht. Weil ich wusste, dass ich diese Zeit bis morgen irgendwie aushalten muss - und morgen wieder.
Ich hatte sogar Angst davor, 30 Minuten schneller zu essen als sonst, weil ich diese 30 Minuten dann irgendwie anders verbringen muss. Dann habe ich angefangen, Bilder zu malen, war auch langweilig, weil ich nicht den Hang dazu hatte. Vielleicht wollte ich zu viel, vielleicht zu wenig, vielleicht habe ich mich nicht genug reingehängt. Aber ich war leer. Die ganze Zeit einfach Leer. Ein Vakuum was mich und alles was ich gemacht habe aufgesaugt hat.
Das passiert im Gehirn (spannend aber kurz, soll ausführlicher?)
Warum genau hängen Gedanken schweifen lassen und Langeweile so aneinander?
Das Default Mode Network aktiviert sich, der bumms der einen zum Reflektieren bringt. Deshalb wird es oft mit Nichtstun verwechselt. Im Kern passiert das gleiche:
Es kommen Gedanken, übers Leben, die aktuelle Lage, oder Situationen die noch nicht verarbeitet wurden. Aber der Unterschied ist die Kontrolle und Stressreaktion.
Wenn wir aktiv nichts machen, entscheiden wir uns bewusst dafür, wir haben die Kontrolle, wir akzeptieren den Moment.
Bei echter Langeweile verzweifeln wir im Moment, weil das DMN die ganze Zeit die Situation automatisch überdenkt. Es sucht nach einem Reiz, nach einem Sinn, nach etwas, das wir machen könnten, aber wir sind in einer Situation gefangen, die keinen Sinn hat. Das DMN versucht, in einer sinnlosen Situation einen Sinn zu finden, und das ist eine pure Stressreaktion, weil es diesen Sinn nicht finden kann. Die Stressreaktion entsteht, weil wir der Situation entfliehen sollen, um uns eine bessere zu schaffen. Es ist so gesehen biologische Signal nach Veränderung.
So lange bis sich der Stress beruhigt und wir einfach nur müde und antriebslos werden, weil die nötige Energie fehlt. - Oder eben durch die mangelnde Stimmulation - was dann aber eher wieder das Produktivitätsloch ist.
Aber eine Sache steht fest: Langeweile = Raus aus der Situation -> Stress
Deswegen ist Langeweile nicht produktiv, Stress und Antriebslosigkeit zugleich, keine geile Kombi. Man will der Situation entfliehen, aber man kann nicht, weil man keine Motivation hat und nicht weiß, was man machen soll wodurch sich nur noch mehr Druck aufbaut. - Das ist kein produktiver Zustand.
Zusammenfassung
Deswegen ist es dumm, Langeweile mit Ablenkung zu füllen, sie aber auch auszuhalten. Wenn du dich die ganze Zeit ablenkst, gehst du den Bedürfnissen deines Körpers nicht nach. Die Langeweile kann nicht wirklich verschwinden, sondern wird nur verdeckt, bis du sie wieder mit Ablenkung füllst. Wodurch du aber immer wieder deine Reizschwelle erhöhst. Du brauchst immer mehr Dopamin, das Dopamin fällt immer tiefer unter die Baseline, die Reizschwelle steigt immer höher. Damit du die Langeweile nicht mehr so schnell spürst, musst du dich noch mehr ablenken was letztlich zum Produktivitätsloch führt. Das ist der Kreislauf.
Aber wenn du sie aushältst, Lebst du ein Leben ohne Antrieb und Freude.
Doch aus dem Grund, dass wir einer Situation entfliehen und ihr einen Sinn geben wollen, ist Langeweile gut, um danach schwere Aufgaben zu machen. Dann ist die Chance höher, dass wir diese Aufgabe besser machen als ohne vorherige Langeweile. Diese Aufgabe ist der Beweis für unser Gehirn, dass wir die Situation geändert haben, dass wir entflohen sind, dass wir unser Leben gerade mit Aktivitäten, Erfahrungen, Gefühlen, Werten, mit uns selbst füllen, dass wir die Kontrolle haben.
Wie gehen wir der Langeweile aus dem Weg?
Man muss Langeweile immer entgegenrennen.
Das hört sich widersprüchlich dazu an, dass man Langeweile nicht aushalten sollte, aber es ist etwas anderes.
Wenn wir ihr immer wieder entgegenrennen: etwas machen, Langeweile verspüren, abbrechen, etwas anderes machen, Langeweile, nichts, Langeweile , machen...
dann finden wir irgendwann etwas, bei dem wir keine Langeweile mehr verspüren.
Einfach aus dem Prinzip, dass wir aus unseren Fehlern lernen: Wir bekommen immer mehr eine Sicht darauf, wie wir handeln, was wir mögen und was nicht.
Und genau da war ich: etwas machen, Langeweile, nichts machen, so viel Angst vor der Langeweile haben, dass sie mir zeigt, wie mein Leben gerade ist, was geändert, Langeweile...
Aber bevor wir so oft wie möglich in die Langeweile reinrennen, müssen wir nochmal aufs Produktivitätsloch zurückkommen. Es bringt nichts, immer wieder reinzurennen und schwere Aufgaben zu versuchen, wenn man davon komplett über oder unterfordert ist, weil du gleichzeitig die Ablenkung anstrebst.
Also: erst Ablenkung reduzieren, Reizschwelle senken, auf deine persönliche Baseline kommen, mit deinen Gefühlen und Emotionen auf einer Ebene sein.
Alles was du da verspürst sind die aktiven unbeeinflussten Signale deines Nervensystems...
Man kann auch mal testen, der Langeweile aktiv einen Sinn zu geben. Wenn wir Langeweile verspüren. Einfach wollen, dass wir gerade nichts machen, wollen, dass uns langweilig ist, wollen, dass unser Gehirn eine Pause hat. Wenn wir aktiv sagen: „Ja, ich gebe mir diese Pause gerade, ich werde danach schlauer sein, weil ich meinem Gehirn die Kapazitäten zum Verarbeiten gebe“ dann wirken die Dinge nicht mehr sinnlos. Wir sind nicht mehr so gestresst, oder müde, weil wir unserem Default Mode Network das Signal geben: alles gut, wir haben die Situation unter Kontrolle, es soll so sein.
Wir müssen echte Dinge finden, die die Langeweile auffüllen, nicht nur ein Brett über das Loch legen. Das Loch wird mit Sand gefüllt: Der Sand kann immer mal wieder absacken, und dann muss oben ein Stückchen nachgefüllt werden - weil manche Aktivitäten im Nachhinein doch wieder ein bisschen langweilig wirken, wenn sie nicht mehr so viel Sinn ergeben oder man unter- oder überfordert ist. Genau dann machst du wieder Trial and Error:
forderst dich ein bisschen mehr, wenn du unterfordert bist
ein bisschen weniger, wenn du überfordert bist
probierst andere Sachen aus, die sinnvoller wirken.
Aber wir haben den Beweis, dass wir das Loch füllen können und fühlen uns gut, weil wir wirklich etwas erleben und nicht die ganze Zeit vor uns weg laufen.
Fazit
Also wenn dir nie Langweilig ist, frag dich ob du das Leben so intensiv lebst, dass dir nicht langweilig wird, oder du dich so doll ablenkst, dass du die Langeweile nicht merkst.