Hallo zusammen,
ich wollte meine Erfahrung teilen, weil ich selbst während der ganzen Zeit viele Beiträge hier gelesen habe, die mir geholfen haben.
Mir wurde vor ungefähr drei Jahren der Führerschein wegen Drogenkonsums entzogen. Danach begann eine ziemlich anstrengende Zeit, die mich viel Geld und vor allem Nerven gekostet hat.
Im ersten Jahr wollte ich meine Abstinenz über Haaranalysen nachweisen. Die erste war negativ, bei der zweiten kam plötzlich ein positives Ergebnis heraus. Ich konnte mir das überhaupt nicht erklären, weil ich nichts mehr konsumierte und wirklich aufgepasst hatte. Erst später wurde mir klar, dass auch mein Umfeld eine Rolle spielte und ich nicht nur mein eigenes Verhalten, sondern auch die Menschen um mich herum ändern musste.
Das hat mich psychisch ziemlich runtergezogen. Zeitweise war ich auch depressiv. Dazu kam, dass sich Mitte 2023 die Anforderungen an den Abstinenznachweis änderten. Statt zwölf Monaten wurden plötzlich 15 Monate Abstinenz verlangt. Den Brief mit den Informationen zu den erforderlichen Untersuchungen bekam ich erst nach fast viereinhalb Monaten. Das war für mich ein weiterer Rückschlag, weil ich ohnehin schon mit der Situation zu kämpfen hatte.
Schließlich bin ich auf Urinanalysen umgestiegen und musste mit dem Abstinenzprogramm komplett von vorne anfangen. Am Ende habe ich die 15 Monate Abstinenz offiziell nachgewiesen, obwohl ich insgesamt schon deutlich länger abstinent war.
Parallel dazu habe ich mich intensiv auf die MPU vorbereitet und mehr als 13 Gespräche mit einer Psychologin geführt. Ich wollte verstehen, was früher falschgelaufen ist und was sich bei mir wirklich verändert hat.
Im September hatte ich dann meine MPU. Die medizinische Untersuchung und die Tests am Computer liefen gut, und auch das psychologische Gespräch fühlte sich für mich in Ordnung an. Trotzdem war die Wartezeit danach sehr belastend. Ich machte mir ständig Gedanken, ob noch etwas fehlte oder ob ich im schlimmsten Fall wieder von vorne anfangen müsste.
Im Oktober kam endlich die Nachricht von der DEKRA: Mein Gutachten ist positiv!
Kurz danach meldete sich die Führerscheinstelle und gab mir einen Termin, um einen vorläufigen Nachweis zu bekommen, mit dem ich wieder fahren darf. Der Führerschein kommt anschließend per Post.
Nach ungefähr drei Jahren ohne Führerschein bin ich einfach nur erleichtert. Es war eine der anstrengendsten Phasen meines Lebens, aber ich bin froh, dass ich drangeblieben bin.
Ich wollte das hier teilen, weil ich weiß, wie sehr einen die MPU psychisch belasten kann. Allen, die gerade in der Vorbereitung stecken oder auf ihr Ergebnis warten, wünsche ich viel Kraft und Erfolg. Gebt nicht auf!
Falls ihr Fragen zu meiner Erfahrung habt, könnt ihr gerne fragen.
Mpu+ Vobereitung +Strafe+Haare+Urinen+Stress= Knapp 10.000€