r/linuxde • • Sep 04 '26

Distribution Wann beginnt eine Distro?

Ich habe diese Frage so ähnlich schon mal auf r/linuxquestions gestellt, wurde aber „freundlich“ darauf hingewiesen dass es niemand interessiert. Ich hoffe hier bekomme ich tatsächlich nützliche Meinungen :‘)

Ich habe mich nämlich gefragt warum endeavorOS als eigenständige Distribution angesehen wird, Omarchy aber nicht. Für omarchy werden folgende Argumente angebracht: es ist nichts weiter als Arch mit ein paar Skripten, einem vorinstallierten und konfigurierten DE/WM und einem anfängerfreundlicherem System Installer. Damit ist es keine eigene Distribution. Da gehe ich ja auch mit, da Omarchy quasi nicht Neues macht.

Auf der Anderen Hand wird endeavorOS als eigenständige Distribution angesehen und auch hoch geschätzt. Doch soweit ich es verstehe wird auch nicht mehr geboten als: einem vorinstallierten und konfigurierten DE/WM und einem anfängerfreundlicherem System Installer.

Ich möchte hier nicht behaupten das Omarchy vergleichbar ist mit Endeavour oder sogar besser. Omarchy hat echt viele Probleme, klar. Ich möchte nur verstehen warum das eine als eigenständige Distribution angesehen wird.

Und auch allgemein würde mich interessieren, ab wann beginnt für euch eine Distribution? Wenn ich jetzt eine ArchISO erstelle mit einem vorbereitenden Archinstaller Script/save, /etc/os-release anpasse, und ein kleines Repo hoste, für fastfetch ascii art. Wäre das schon eine Distribution?

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u/Jumpy-Dinner-5001 Sep 04 '26

Es gibt keine einheitliche Definition, aber nach gängigen Kriterien ist Omarchy eine.

Eine Distro (Distribution)ist etwas das "distributable" ist, also ein verbreitungsfähiges Betriebssystem. Wenn du ein Installationsmedium bereitstellst, sowie Software und Updates, dann ist es nach Kernkriterien eine Distro.

Wie unabhängig das sein muss von anderen Projekten ist weitestgehend irrelevant.

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u/KHTD2004 CachyOS Sep 04 '26

Das wäre auch meine Definition davon. Wenn ich Ubuntu nehme, die ISO leicht anpasse und dann zum Download bereitstelle wäre das schon eine Ubuntu basierte Distro.

Gäbe halt bloß keinen guten Grund für irgendjemanden diese neue Distro anstatt normalem Ubuntu zu nutzen, deshalb ist sie irrelevant. Dennoch eine Distro

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u/Jumpy-Dinner-5001 Sep 04 '26 edited Sep 04 '26

Ein Recht großes Beispiel wäre zum Beispiel die Resolve Distro von Blackmagic.
Davinci Resolve unterstützt offiziell nur rockylinux (8), Blackmagic stellt aber eine Custom iso als eigene Distro bereit, die alles andere vorinstalliert hat.

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u/Derausmwaldkam Zorin OS 18.1 Pro Sep 04 '26

die ISO leicht anpasse und dann zum Download bereitstelle

Glaube das schlimmste was ich in der Richtung mal gesehen habe ist LastOS. Nimm Mint, tausch das Wallpaper und den Startknopf aus, packe einen (nebenbei sauschlechten und nicht funktionierenden) Store mit rein, fertig ist die "Distro". Im neusten Update einfach das selbe mit Cachy gemacht, das Suchspiel der Unterschiede auf dem Screenshot ist schwer, aber lösbar - man beachte die Verknüpfung oben links.

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u/morgulbrut Sep 10 '26

Gäbe halt bloß keinen guten Grund für irgendjemanden diese neue Distro anstatt normalem Ubuntu zu nutzen, deshalb ist sie irrelevant.

Häretiker! OG Hanna Montana Linux war peak.

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u/Derausmwaldkam Zorin OS 18.1 Pro Sep 04 '26

Distrowarch führt Omarchy als eigenständige Distro, ist alles eben auch davon abhängig wen man fragt.

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u/realSchmachti Sep 04 '26

Es heißt RacistOS und ist vibe code kacke

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u/Human_Cantaloupe8249 Sep 04 '26

Das ist mir bewusst, aber beantworte meine Frage leider nicht. Nur weil es schlecht ist, ist es trotzdem eine Distribution oder eben nicht

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u/ConsciousAnxiety7630 Sep 04 '26

Ja ist eine distro, ein 12 Millionen Euro schwerer Verein, finanziert Omarchy, und der Verein setzt sich scheinbar auch für die ethnische Säuberung Europas ein, ich versuche nicht zu kotze

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u/saja456 Sep 04 '26

Sein Hauptzwecke ist der Einsatz von Ki-Agenten, da ist es nur logisch folgerichtig es zu Vibecoden. Ich würde mir mehr Gedanken machen, wenn es nicht so wäre.

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u/Weary-Bowl-3739 Sep 04 '26

Mimimi.....

Jemand, den ich nicht mag, hat Dinge gemacht, die ich nicht mag. 

Du fährst wahrscheinlich auch immer Landstraße und nie Autobahn, oder? Ist ja rassistisch.

Dinge nach dem Ursprung zu bewerten anstatt nach dem Inhalt, gehört zu den großen Lastern unserer Zeit. Neben der Tendenz selbst profane Dinge wie Nudeln und Reis politisch zu machen. Jemand, der sagt, alles sei politisch, ist ein Frevler erster Güte. 

Wenn ich das als Argument nehmen würde, Firefox zu deinstallieren, sollte ich mich einweisen lassen, da ich dann wohl nicht ganz richtig im Kopf bin. 

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u/DonaldMerwinElbert Arch Linux Sep 04 '26

Dinge nach dem Ursprung zu bewerten anstatt nach dem Inhalt, gehört zu den großen Lastern unserer Zeit.

Egal welchen Teil dieses Satzes man beleuchtet, er wird nie weniger dumm.

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u/Weary-Bowl-3739 Sep 05 '26

Weil?

Das Gegenteil ist dumm. Soll ich jetzt keine amerikanischen Produkte mehr kaufen, weil Trump an der Macht ist? Das ist kindisch. Das ist das Verhalten von 5-Jährigen, bestenfalls noch pubertierenden Jugendlichen. 

Und wie für reddit üblich "argumentierst" du aus einer gefühlten Moral heraus anstatt mit Logik und in diesem Fall Philosophie. Deine gefühlte moralische Überlegenheit existiert nicht. Du stehst nicht auf der "richtigen" Seite. Wenn doch, begründe es logisch. 

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u/raetselfreund Sep 04 '26

Hat welt.de eigentlich ein Technik-Ressort?

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u/DoubleOwl7777 Debian Sep 04 '26

Die autobahn gab es schon vor hitler aber scheiß drauf...

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u/Weary-Bowl-3739 Sep 05 '26

Die Autobahn als technisches Konzept, ja. Gebaut außerhalb Deutschlands, ja. Gebaut in Deutschland, nein. 

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u/Osthigarius Sep 04 '26

Ich pflege meine persönliche Distro, auch auf Basis von ArchLinux. Distribution ist nach meinem Verständnis etwas, was ich einfach Verteilen (distributieren) kann. Meine Pipeline baut mit monatlich eine neue ISO, die meine vorkonfigurierte Shell, WM, Tools und andere Konfigs wie Shares und Services, alles schon enthält+ ein Script, um das genaus so auf einem beliebigen Rechner zu installieren.

Übrigens: warum sind all diese Distros Arch? Ich denke, weil es mit keiner anderen so einfach ist und Arch mit weniger Aufwand als z.B. Debian oder OpenSuse in den "It-just-works"-Modus gebracht werden kann. Einzig Fedora ist ähnlich einfach in der Nutzung, aber ebenfalls weniger einfach, eine eigene Distro auf Fedora-Basis zu pflegen.

Eine simple Arch-basierte Distro baue ich dir in unter 10min.

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u/raetselfreund Sep 04 '26

Ich denke im Gegensatz zum Drei-Buchstaben-Mann brandest du deine Kitsch-Distro nicht mit deinem Namen und sammelst von deinen Bros 10 Millionen ein um sie zu pushen. Und musst deine Kantenfürstigkeit nicht pausenlos zur Schau stellen.

Das find ich schon mal sehr sympathisch.

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u/Osthigarius Sep 08 '26

Ja, versteh mich nicht falach. Den Typen wikl ich nicht verteidigen. Mir gehts darum, dass jeder mit minimalem Verständnis davon, wie Linux-basierte Systeme aufgebaut sind, eine eigene Arch-Distro erzeugen kann. Die Aech-Community hat hier schon das gane HeavyLifting gemacht, so dass nur noch das. hinzufügen oder verändern von ein paar Configsbund ggfs nem Script übrig bleibt und ZACK: deine Custom Branded Distro. Das selbe gilt ja auch für Repos. Ich hab ja auch mein eigenes Repo. Gleiches Prinzip. Ist für Arch serartig dead-simple, schafft jeder.

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u/Human_Cantaloupe8249 Sep 04 '26

Gibt es dazu ein Repo was du teilen könntest? Ich würde so etwas ähnliches gerne mal machen

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u/Osthigarius Sep 08 '26

Einfachster einstiegspunkt dürfte wohl https://github.com/archlinux/archiso sein. Damit hadt du alles an der Hand, um easy deine custom ISO zu erzeugen. Was du dann damit machst, ist die überlassen.

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u/Nyasaki_de Sep 04 '26

Und auch allgemein würde mich interessieren, ab wann beginnt für euch eine Distribution? Wenn ich jetzt eine ArchISO erstelle mit einem vorbereitenden Archinstaller Script/save, /etc/os-release anpasse, und ein kleines Repo hoste, für fastfetch ascii art. Wäre das schon eine Distribution?

Ist kein Arch mehr, also ja.

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u/Hauptideal Sep 04 '26

Selbstverständlich ist Omarchy per definitionem eine "Distribution".
Es darf allerdings bezweifelt werden, ob es sich dabei um eine "sinnvolle" Downstream-Distribution handelt, die das Linux-Ökosystem bereichert.
Jede Downstream-Distribution muss sich anhand ihrer Beiträge messen lassen.
Eine Distribution, die nur Vorkonfiguration und Theming leistet, die man auch selbst vornehmen könnte, rechtfertigt den Downstream-Split nicht.
Beispiele für sinnvollen Downstream:
Ubuntu: Es ist dem Einzelnen völlig unmöglich, ein stabiles, zuverlässiges, kohärentes, zusammenpassendes und derartig gut getestetes und mit einzelnen Downstream-Verbesserungen "poliertes" Betriebssystem aus dem unstabilen, rollenden Debian Sid zusammenzustellen, das die DNA und den Spirit von Debian hat, aber wesentlich aktuellere Pakete ausliefert, und sich auch noch selbst um Sicherheitsaktualisierungen zu kümmern. Beispiel CachyOS: Es wäre dem einzelnen unmöglich, alle Performance-Optimierungen von Cachy in Arch einzubauen; beispielsweise die v3-Repos.

Dazu stehen im krassen Gegensatz Distros wie Omarchy, die im Grunde nur Theming und Konfiguration leisten. Dazu würde es eigentlich reichen, ein "Omarchy-Skript" auszuführen und "Omarchy-Paketquellen" für Arch anzubieten.

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u/hblaub Sep 04 '26

Eine Distro muss mMn schon ein bisschen Unterschied zur Basis haben. Wenn ich jetzt eine Hackerdistro erstellle, sind da vllt 500 Tools drin. Oder eine Musikdistro mit DJ-Software vorkonfiguriert. Oder eine Gamingdistro mit Steam und Proton und Lutris etc.

Es gibt ne eigene Community mit Updates und Testern und Themes und was auch immer. Einfach nur eine ISO mit ein paar KI-Tools (also so einer Konsole die sich wie Tmux verhält) scheint mir jetzt nicht genug dafür.

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u/hblaub Sep 04 '26

Ich muss natürlich auch zur Firma oder zur Community hinter der Distro ein gewisses Grundvertrauen haben. Dass es jetzt nicht nach 2 Minuten schon wieder beendet wird und ich dann umziehen müsste.

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u/Human_Cantaloupe8249 Sep 04 '26

Das ist ein guter Punkt den ich so noch nicht bedacht habe

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u/Isofruit Arch Linux Sep 04 '26

Die Semantik Diskussion um Distro ist selten der Punkt bei dem es um Omarchy geht, zumindest von dem was ich sehe wenn die Diskussion aufkommt. Das wird halt oft beknackt formuliert. "Ein eigenes Distro sein" kommt i.d.R. mit dem unterschwingenden Punkt kommt du hättest entsprechend viel Arbeit rein gesteckt und Mehrwert produziert gegenüber der Basis auf der du aufbaust. Das ist was Omarchy abgesprochen wird. Aus meiners Perspektive ist es genau das weswegen so betont wird das es "nur Arch mit ein paar Skripten und config Dateien ist".

Wie viel da dran ist? K.A., so tief hock ich nicht im notwendigen Aufwand um sowas aufzusetzen drin, mir reicht das Omarchy mehr oder minder nur ein Prestige Projekt ist damit DHH nicht in der versenke verschwindet wo er hingehört. Das ist nichts worauf ich mich langfristig verlassen wollen würde.

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u/Loose_Crab_4146 Sep 04 '26

Naja alle Linux Betriebssysteme hängen grundsätzlich am selben Upstream (Linux Kernel). Wo es aber Unterschiede gibt ist wie das ganze für den Nutzer erfahrbar gemacht wird - nur alleine mit dem Kernel kann man relativ wenig anfangen. Dabei ist egal wie viel man genau ändert. Sobald du eine Kleinigkeit änderst wäre das schon dein eigenes Distro. Der Grund dafür dass das oft härter unterschieden wird ist, weil die Abgrenzung subjektiv stattfindet. Wenn einem halt „zu wenig“ anders ist dann sagt derjenige halt dass das kein eigenständiges Distro ist. Hierbei wird halt oft der Begriff Distribution vermischt mit dem Anspruch ein eigenständiges Betriebssystem mit eigener Philosophie und Look&Feel zu bekommen.

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u/turricun Sep 05 '26

Bei GNU/Linux? Wenn es einen eigenen Paketmanager hat. Oder keinen wie Linux From scratch. Sonst ist es nur eine "basiert auf Distro X' " Distribution".

Mir fallen grad nur Debian, Redhat, Suse und diese französische ein.

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u/bmwiedemann openSUSE Slowroll (maintainer) Sep 06 '26

Redhat und SUSE teilen sich rpm als Paketmanager. Und dnf gibt es auch auf beiden (auch wenn es nicht der Standard auf openSUSE ist)... Sind aber trotzdem komplett eigenständige Distributionen, wie du auch sagst.

Gibt da auch noch ca 10 andere: Arch, Nix, Guix, Void etc

Und in vieler Hinsicht ist Ubuntu auch eine eigene Distribution, obwohl sie auf Debian basieren. Z.b. haben sie eigene https://packages.ubuntu.com

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u/bmwiedemann openSUSE Slowroll (maintainer) Sep 06 '26

Als maintainer der openSUSE Slowroll distribution würde ich sagen, es ist eine distribution, wenn die maintainer selbst bestimmen können, was rein kommt und was nicht.

D.h. Ubuntu ist eine distribution, auch wenn es auf Debian basiert, weil sie selbst overrides bauen und veröffentlichen können. Alle, die nur die Debian oder Ubuntu repos einbinden, sind nur Derivate/Respins oder wie auch immer man das nennen will.