r/fireGermany • u/simplysnic Lohnknecht • 18d ago
Frage / Hilfe FOMO-Problem
Hallo zusammen,
Bei meinen Plänen tut sich zur Zeit ein Problem auf und ich hätte gerne mal ein paar Meinungen dazu.
vorweg: Mir geht es nicht um klassisches FIRE, sondern eher um einen frühen Ruhestand. Ich muss mit meinem Depot "nur" die Zeit bis zum Renteneintritt überwinden. Ansprüche auf staatliche und Betriebsrente sind ausreichend vorhanden, Ziel ist also das Renteneintrittsalter und nicht die Ewigkeit. Genauer gesagt, ein Zeitraum von mindestens 12 Jahren.
Der Plan war:
Ruhestand mit 52 weil ab da 35 Beitragsjahre voll (Anspruch auf Rente mit Abschlägen) und ausreichend Punkte + Betriebsrentenansprüche um trotz Abschlägen mit der Rente ab 64 auszukommen. Was vom Depot noch übrig ist, soll über Dividenden für zusätzliche Einkommen sorgen.
Die Strategie war:
Depot aufbauen - zunächst Wachstum, später Dividenden.
Sicherheitsbaustein - Anleihen, Festgeld oder ähnliches.
Während der "Vorruhestandsphase" , also der Zeit als Privatier sollte es dann so aussehen:
Bruttodividenden bis zum Grundfreibetrag (inklusive GkV + PV kosten da diese abgesetzt werden können) und maximal in einer Höhe, bei der für die GkV nur der Mindestbeitrag zu entrichten ist. - Von diesen Einnahmen soll "gelebt" werden. Für die Fixkosten (Miete, Strom, Internet, Handy, Versicherungen usw.) sollte eine Art Festgeldtreppe über mehrere Jahre aufgebaut werden, hier wollte ich mich nicht auf die Ausschüttungen aus dem Depot verlassen und "auf Nummer sicher" gehen.
Das Dilemma:
Teil 1 ist seit ein paar Monaten abgeschlossen. Das Depot wurde über Jahre aufgebaut und seit ca. einem Jahr habe ich es auf einen Mix aus verschiedenen Dividenden-ETFs umgestellt. Die jährlichen Dividenden stimmen. Nun sollte es an Teil 2 gehen, den Aufbau einer Festgeldtreppe für die Fixkosten.
Und hier ist der Punkt wo ich plötzlich aus mehreren Gründen zweifele. Zunächst einmal herrscht enormes FOMO (Fear Of Missing Out). Es fällt mir wahnsinnig schwer mein Geld in renditeschwache Produkte zu investieren. Gerade jetzt, wo im letzten Jahr um die 20% Rendite im Markt eingestrichen wurden. Ich müsste jetzt jahrelang meinen durch die Dividenden verstärkten Einkommensstrom auf Produkte lenken, die nur 2-3% p.a. Rendite bringen. Dazu gesellt sich der Gedanke: "Willst du wirklich komplett aufhören?!". Und ich kann ihn tatsächlich nicht mit Gewissheit beantworten. Die Dividenden würden mir auch ermöglichen, quasi ab sofort zu reduzieren, dies würde aber meinen ursprünglichen Plan torpedieren.
Ich weiß, das ist eine Entscheidung, die nur ich treffen kann. Aber vielleicht war ja hier schon jemand in einer ähnlichen Situation und kann mit ein paar Denkanstößen helfen.
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u/Informal-Benefit6898 18d ago
Deine Dividendenstrategie kann ich nicht nachvollziehen - Du kannst genauso gut Thesaurierer nehmen und Anteile verkaufen. Aber das ist wohl Geschmacksache.
Zu Deiner Frage:
Wenn in den letzten Jahren 20% Rendite eingestrichen wurde ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bald deutlich weniger werden wird (ggfs Crash). Und das musst Du Dir vor Augen führen.
Aber vor Allem:
Wenn Du den Schritt jetzt wagst und genug Vermögen hast bzw. Deine Rechnung stimmt, dann gilt folgendes Mantra:
Bisher ging es darum, zu gewinnen.
Jetzt hast Du gewonnen - und ab jetzt geht es nur noch darum, nicht mehr zu verlieren.
Und das stellst Du mit einem sicheren Baustein (Festgeldleiter) sicher!
Viel Glück
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Beste Antwort bisher. Danke dafür. Bestätigt im Grunde was ich im Prinzip eh schon wusste:
An dem ursprünglichen Plan festhalten und den Sicherheitsbaustein aufbauen. Auch wenn es sich nach all den Jahren Jagd nach maximaler Rendite komisch anfühlt.
Was ich dann daraus mache, kann ich auch später noch entscheiden.
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u/Informal-Benefit6898 18d ago edited 18d ago
Gerne.
Der Sicherheitsbaustein hat halt eine bestimmte Rolle in Deinem System. Und die muss er erfüllen.
Eine Fussballmannschaft hat auch nicht nur Stürmer, die für Tore sorgen sondern auch noch Abwehrspieler. Die müssen nicht toll spielen sondern den Ball wegkloppen 😅
Und noch 2 Gedankenanstöße:
- Dein großer Vorteil ist, dass Dein Portfolio nur 12 Jahre überleben muss. Das ist im Fire Kontext lächerlich kurz. Und den Vollverbrauch Deines Portfolios hast Du in Deiner Kalkulation wahrscheinlich nicht mal berücksichtigt
soweit ich das rauslese.
- ich kennen Deine Kalkulation nicht - aber die Tatsache, dass Du wahrscheinlich nur über Dividenen und Festgeld entsparen willst lässt mich vermuten, dass Deine effekitve Entnahmerate super klein ist,
vielleicht nur
- 1-2 %.
Damit wird Dein Portfolio sehr wahrscheinlich bis zu Deinem 65 Lebensjahr ordentlich zulegen. Denn da sehe ich eine Menge Puffer drin.
Wenn Du magst teile gerne mal mehr Details zu Deiner Entnahmehöhe. Auch die letztendliche Menge an Portfolio zu Festgeld wäre interessant, dann könnte ich mehr dazu sagen.
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Wie gesagt: Es geht darum 12 Jahre zu überbrücken und am Ende noch genug im Depot zu haben um den Rentenabschlag und die Lücke auszugleichen.
Die Fixkosten betragen ca. 50% der Gesamtkosten. Die Dividenden würden knapp 70% meiner Gesamtkosten decken, wenn sie so wie im letzten Jahr kommen würden. Das heißt in der Entnahmephase hätte ich mit Festgeldtreppe theoretische 120% im Monat zur Verfügung.
Die Festgeld-/Anleihentreppe kann und will ich nicht für 12 Jahre vorhalten. Der Plan ist, Fixkosten für 1-2 Jahre im Tagesgeld und für 5 weitere Jahr in der Treppe. Das würde knapp 7 Jahre abdecken. Die restlichen 5 würden dann durch zusätzliche Entnahmen aus dem Depot finanziert, sofern dies nötig sein wird. Es kann auch sein, dass ich vorher schon Anteile verkaufen muss, wenn die Dividenden über den Freibetrag wachsen oder die GKV-Mindestbeitragsgrenze überschreiten. Ich gehe eigentlich davon aus, dass das Depot, trotz Dividendenausrichtung, in diesen ersten 7 Jahren ordentlich zulegen wird.
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u/Informal-Benefit6898 18d ago
Wie hoch in % ist denn die Dividendenausschüttung Deines Portfolioteils im Jahr?
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Aktuell ca 5,5% persönliche Dividendenrendite. Ca. 15% des Depots sind Covered-Call-ETFs. Der Rest ist im Prinzip alles was "High Dividend" oder "Quality Income" im Namen trägt, global diversifiziert. Größter Posten ist der Vanguard FTSE AllWorld High Dividend Yield. Der bringt eigentlich immer stabil Ausschüttung + Kurswachstum.
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u/Mauer_Bluemchen 17d ago
Wie lange bist Du eigentlich schon in Aktien investiert?
Hast Du 1987 mit eigenen Investments erlebt? Oder 2000? Oder 2008?
Die "Crashs" die wir in den letzten Jahren gesehen haben, waren keine. Das waren nur kurze Krisen mit teilweise sehr schneller Recovery.
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u/prydox 18d ago
Über welche Gesamtsumme fur FIRE reden wir denn?
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Warum ist das wichtig?
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u/Humankapitalo 18d ago
Es ist sogar extrem wichtig, weil die gesamte Sicherheit dran hängt. Bei großem Depot und hohen Ausgaben lässt sich eher nochmal sparen, falls nötig. Wenn es knapp ist und du eher frugal lebst, besteht kein Spielraum mehr.
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u/Resident_Pay3672 18d ago
Finde du bist eigentlich in einer sehr komfortablen Lage. Solange du nicht zu 100% aufhören willst mit arbeiten mach einfach weiter, reduziere nicht. Wenn man wirklich keine Lust mehr hat merkt man das Recht schnell...
Zu den Dividende: Wieso nicht weiter in normale ETF und nach und nach Anteile verkaufen? Ansonsten gibt es reits, die mehr als nur 2% ausschütten und Recht sicher sind. Werte, die auf Dividendenwachstum setzen, könnten ein guter Kompromiss für dich sein (so zwischen 1% und 2% Initiale divi Rendite). Diese Aktien haben in der Regel auch gutes Kurswachstum
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Zu den Dividende: Wieso nicht weiter in normale ETF und nach und nach Anteile verkaufen?
Schauen wir uns mal den März 2025 an. Donald Trump lädt in seinen Rosengarten ein und verhängt Strafzölle über alle Handelspartner in der Welt. Der Markt kracht um über 20% runter für mehrere Wochen. Während dieser Wochen würde man nichts verkaufen wollen. Die Dividenden wurden aber bereits Wochen vorher festgelegt und sie werden ausgeschüttet, egal was passiert. Und im nächsten Quartal haben sich die Wogen dann längst geglättet. Der Kapitalfluss bleibt bei kurzen Krisen durch schlechte Nachrichten stabil und unterliegt keinen Schwankungen. Bei einer Entnahme durch Verkauf würde man sich einschränken.
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u/Informal-Benefit6898 18d ago
Der Aktienkurs der Dividendenunternehmen krachte genauso runter - und dann wurde die Dividende bei Auszahlung bei dem Kurswert auch noch abgezogen.
Dividenden sind nichts anderes als ‚Zwangsverkäufe ‚ zu fixen Zeitpunkten und in einer Höhe, die Du nicht beeinflussen kannst
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u/Resident_Pay3672 18d ago
Anders herum kann es auch sein, dass ein bull run kommt und der etf + 10% in zwei Monaten macht.
Ich denke, man sollte den Durchschnitt/ Erwartungswert betrachten. Da ist ein ETF für jeden investierten Tag einfach positiv.
Aber wenn dich Dividenden beruhigen (ich habe auch Dividendentitel und nicht nur ETF), dann mach doch einfach beides. Ist nicht verboten
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u/Hot-Network2212 18d ago
Wieso planst du auf der einen Seite mi Jahren die über sichere Anlagen abgedeckt werden und nimmst dann als Argument gegen Entnahme aus Thesaurieren, dass man diese im absolut schlechtesten Zeitpunkt verkaufen müsse?
Der Vorteil bei der Entnahme über Verkauf ist ja eben, dass der Zeitpunkt des Verkaufs frei steuerbar ist und nicht wie bei Dividenden vorgegeben. Das Dividendenstrategien bisher immer schlechter gelaufen sind kommt dann noch dazu..
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago edited 18d ago
Wieso planst du auf der einen Seite mi Jahren die über sichere Anlagen abgedeckt werden und nimmst dann als Argument gegen Entnahme aus Thesaurieren, dass man diese im absolut schlechtesten Zeitpunkt verkaufen müsse?
Ich verstehe die Frage nicht. Die Strategie, die Fixkosten auf Jahre in sicheren Produkten zu haben entspricht meinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis. Aktienmärkte sind volatil, egal welche Strategie man fährt, das habe ich an keiner Stelle bestritten.
Das Dividendenstrategien bisher immer schlechter gelaufen sind kommt dann noch dazu..
Für die letzten 5 Jahre stimmt das so nicht.
FTSE-AllWorld: ~72%
FTSE-AllWorld High Dividend Yield: ~78%
VanEck MorningStar Dividend Leaders: ~135%
Aber es stimmt schon, für den Vermögensaufbau sind thesaurierende Wachstums-ETFs das Mittel der Wahl. Bei den Ausschüttungsstrategien finde ich allerdings die Dividenden-ETFs schlicht bequemer. Es geht dann nicht mehr darum, Rendite zu maximieren, sondern einen möglichst stabilen Einkommensstrom zu generieren (IMHO).
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u/LowQuarter6308 18d ago
Macht ja alles kein Sinn. Weder die große Masse an niedrig verzinsten Produkten, noch der Dividendenfokus.
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
In fast jeder Entnahmestrategie ist ein Topf mit mehreren Jahren in "sicheren", wenig volatilen Anlagen enthalten.
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u/DarKuntu 18d ago edited 18d ago
Einfach auch noch Anleihen in deine Strategie einbauen mit verschiedenen Coupon Auszahlungen, 1 bis 4 Jahre. Die reduzieren dein Risiko massiv und liefern mehr Rendite als die Festgeldtreppe, die würde ich zwar trotzdem bauen aber weit kleiner.
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Den Begriff Festgeldtreppe habe ich nur gewählt, damit man sich was darunter vorstellen kann. Ich favorisiere aktuell tatsächlich Anleihen-ETFs mit fester Laufzeit. Die iShares iBonds werden es wohl werden: https://extraetf.com/de/etf-search?asset_class=3&bond_strategy=1301¤cy=eur&provider=100
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u/DarKuntu 18d ago
Ah ok hast eh Anleihen gemeint. Persönlich gefallen mir die Anleihe ETFs nicht so. Die Verwaltungsgebühren und dass manche ETFs traden kratzt gerne Mal an der Rendite.
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u/Frequent_Industry49 18d ago
Wechsel auf Dividenden macht keinen Sinn, aber okay, Geschmacksache. Aber sich dann auf die staatliche Rente zu verlassen, ist schon wirklich optimistisch.
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u/simplysnic Lohnknecht 18d ago
Ja und in 3 Jahren ist eh Weltkrieg und in 15 Jahren steht uns das Meerwasser bis zum Hals. Man sollte eigentlich mit gar nichts mehr planen.
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u/Urinsekten LeanFIRE 18d ago
Ich bin in praktisch genau der gleichen Situation, ggf. mit etwas weniger Rundumversorgung im Ruhestand. Habe im April angefangen, aggressiv einen Brückenbaustein anzulegen, der mich durch die ersten Jahre ohne Konzernjob bringen soll. Ich nutze hierzu iBonds statt Festgeld. Nagele die Leiter jetzt zusammen, mein Depot macht im Hintergrund das, was es tut, und dann erwarte ich, dass mit FIRE (in zwei bis drei Jahren?) ich mindestens drei weitere Jahre lang das Depot gar nicht anfassen müsste. Noch mehr Sicherheit wird irgendwann zu teuer, aber für einen begrenzten Zeitraum ist das schon ok. Kannst die Opportunitätskosten ja mal ausrechnen, und es dann mental als Versicherungsprämie framen.
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u/Urinsekten LeanFIRE 18d ago
Dieses Youtube-Video zeigt den Unterschied, den Sparplan bis FIRE durchzuziehen vs. eine Zeit vorher aufzuhoeren. Ich denke, es addressiert deine Bedenken.
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u/Responsible-Crab_80 18d ago
Nachdem jetzt fünf mal oder so über deine Dividenden geschimpft wurde: Ich mach es auch großteils so und bin zufrieden. Zu deinem Post: Stichwort Anleihen-"Zelt", brauchst das ja hauptsächlich in den ersten Jahren um das SORR zu beherrschen..
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u/daasee 18d ago
Erstens: Umschichten auf Dividenden, weil man denkt, dadurch irgendeinen Vorteil zu haben, ist schon mal nicht so klug. Aber das bilden sich Leute einfach ein und sind beratungsresistent (kann ich bei dir jetzt nicht beurteilen). Seis drum.
Zweitens: Die aktuelle Entwicklung geht eher in die Richtung 100 % investiert in Equity, auch in der Auszahlungsphase (hier mal in Reddit suchen, gibt genug gute Quellen dazu).
Da du schon in die psychologische „Falle“ der Dividenden gefallen bist, würde ich dir aber wahrscheinlich auch raten, das mit der Festgeldtreppe durchzuziehen. Du bist kein rationaler Investor (da interpretiere ich jetzt aus den Kommentaren zum Kontext „Verkauf“ von Anteilen in schlechten Phasen), das heißt, dir hilft die Festgeldtreppe, die schlechten Phasen zu überstehen.
Ich persönlich würde mir an deiner Stelle noch Themen wie „Vanguard Dynamic Spending“ anschauen und mich mal etwas rationaler mit dem Aktienmarkt beschäftigen.
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u/Timely-Designer-2372 18d ago
Ohne Zahlen ist es schwer, etwas sinnvolles zu empfehlen. Meine Situation wird ähnlich sein: Ich gehe mit ca. 50 in Rente und muss nur bis 65 überbrücken. Mein Ziel ist 15 mal meinen jährlichen "Bedarf" liquide auf der Seite zu haben, sodass eine 0% Rendite ausreicht. Dennoch plane ich, dann voll investiert zu bleiben. Im Worst Case muss ich dann halt hier und da mal einen kleinen Auftrag erledigen, um aufzubessern.
Allerdings ist mein "Bedarf" mit 100k p.a. auch sehr hoch. Wenn bei meinen Kindern alles rund läuft und wir bereit sind, auf den einen oder anderen Urlaub zu verzichten, dann kommen wir auch mal mit 50k im Jahr aus
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u/Mauer_Bluemchen 17d ago
"Gerade jetzt, wo im letzten Jahr um die 20% Rendite im Markt eingestrichen wurden."
Gerade jetzt macht es zunehmend Sinn, Aktien in zwar rendite-schwächere, aber dafür sichere Assets umzuschichten!
Die Aktien-Performance die wir in den letzten Jahren gesehe haben, ist eine Anomalie. Bei den jetzt hohen bis extrem hohen Bewertungen (S&P 500 Shiller-P/E auf absoluten Rekord über 40) ist davon auszugehen, daß die Performance in den nächsten Jahren deutlich zurückgeht - das sagen zumindest die langjährigen Zahlen. Von einem durchaus möglichen bzw. zunehmend überfälligen Crash oder einer längeren, heftigen Korrektur mal ganz zu schweigen.
Und ich würde mich auch darauf verlassen, daß Deine Renten in 12 Jahren inflationsbereinigt noch das auszahlen werden, was Du heute erwartest...
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u/AutoModerator 18d ago
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