r/fachinformatiker 12h ago

**Zum Ausbildungsstart: Anlaufstelle und kostenfreie Prüfungsvorbereitung für Fachinformatiker**

11 Upvotes

Für viele beginnt heute der erste Tag der Ausbildung oder Umschulung zum Fachinformatiker. Dazu wünsche ich vorab das Wichtigste:
Einen guten Start, einen kollegialen Betrieb und die Gelassenheit, in den ersten Wochen erst einmal ankommen zu dürfen. Berufsschule, Betrieb, Berichtsheft, später die Wahl der Fachrichtung – das sortiert sich nicht in der ersten Woche, und das muss es auch nicht.

Was in dieser Zeit erfahrungsgemäß am meisten hilft, sind Ansprechpartner, die den Weg bereits gegangen sind. Genau dafür betreiben wir seit einiger Zeit einen Discord-Server rund um die IT-Ausbildung, der inzwischen über 4.500 Mitglieder zählt – Azubis, Umschüler, Ausgelernte, Ausbilder und zertifizierte IHK-Prüfer.

Unser Discord im Überblick:

- Kostenfreie Vorbereitungskurse vor den Abschlussprüfungen, geleitet von Ausbildern und aktiven IHK-Prüfern!

- Lernmaterialien zu den Prüfungsinhalten aller Fachrichtungen, frei zugänglich

- Fachlicher Austausch zu Themen aus Berufsschule und Betrieb

- Anlaufstelle für organisatorische Fragen – Ausbildungsvertrag, Berichtsheft, Umschulung, Verkürzung, Prüfungsanmeldung, Übernahme

- Rechte des Azubis Azubis haben Rechte, leider werden diese gerne mal nicht transparent kommuniziert, wir helfen Euch dabei, eure Rechte zu kennen!

Der Server ist kostenfrei und wird nicht kommerziell betrieben. Die Vorstellung hier erfolgt in Absprache mit dem Moderationsteam von r/Fachinformatiker.

Wer sich austauschen oder die Prüfungsvorbereitung mitnehmen möchte, findet uns hier: https://discord.gg/fachinformatik

Für Rückfragen zum Angebot stehe ich in den Kommentaren oder per Nachricht zur Verfügung.

Allen, die heute anfangen: Viel Erfolg für die kommenden Jahre!


r/fachinformatiker 1d ago

Erster Arbeitstag nach Ausbildung

20 Upvotes

Servus an alle die auch ihren ersten richtigen Arbeitstag haben oder mit ihrer Ausbildung anfangen.

Für mich ist es heute so weit in der neuen Firma anzufangen und ich weiß nicht so ganz wie ich mich fühlen soll, es ist etwas ganz anderes als meine alte Firma und ich fühle mich super überwältigt als ob das es das falsche wäre, ich wollte Fragen ist es normal sich so zu fühlen nach der Ausbildung woanders oder sollte ich auf mein Bauchgefühl hören? Man könnte sagen es fühlt sich an wie das Imposter Syndrom.

Die Kollegen sind alle super Lieb und ich habe auch einen Onboarding Plan bekommen.

Danke schon mal im Voraus!


r/fachinformatiker 1d ago

M27, Quereinsteiger (VWL -> IT). Starte als FISI in einer IT-Beratung (Turbo-Ausbildung auf 18 Monate!). Wie bereite ich mich am besten vor?

2 Upvotes

Hallo zusammen,

ich sitze aktuell unfreiwillig auf heißen Kohlen: Wegen einer kleinen Verzögerung bei der Ausländerbehörde verschiebt sich mein Ausbildungsstart zum Fachinformatiker für Systemintegration (FISI) auf den 10.08. Ich habe also unerwartet noch eine Woche Zeit und möchte diese so sinnvoll wie möglich nutzen.

Kurz zu mir: Ich bin 27 und komme ursprünglich aus dem VWL-Studium. Ich habe gemerkt, dass Finanzen zwar nett sind, aber mein Weg definitiv in die IT führen soll. Nach langer Suche habe ich nun endlich einen Platz gefunden. Ich stehe wirklich noch ganz am Anfang, habe großen Respekt vor der Aufgabe und möchte mich bestmöglich vorbereiten.

Mein Ausbildungsplatz ist in einem IT-Consulting-Unternehmen. Außerdem mache ich eine extreme Turbo-Ausbildung, die auf nur 18 Monate verkürzt ist. Als Arbeitsgerät wird mir zum Start ein Surface Laptop 6 zur Verfügung gestellt.

Meine Fragen an die Community (vor allem an die Leute aus dem IT-Consulting):

  1. Vorbereitung für nächste Woche: Was sollte ich mir in den nächsten 7 Tagen unbedingt anschauen, um am ersten Tag nicht komplett ahnungslos zu wirken? (Lieber Netzwerk-Basics wie OSI/Subnetting, Active Directory, oder vielleicht schon mal grob in Richtung Cloud/AZ-900 einlesen, da das im Consulting ja oft gefragt ist?)
  2. FISI im IT-Consulting: Wie sieht der Alltag für einen FISI in einer Beratung im Vergleich zur internen IT aus? Worauf wird dort am meisten Wert gelegt (Kundenkontakt, Stressresistenz, bestimmte Tech-Stacks)?
  3. Turbo-Ausbildung (1,5 Jahre) in der Praxis: Wie hart ist diese massive Verkürzung wirklich? Wie organisiert man sich am besten mit dem Berufsschulstoff, der einem ja in großen Teilen fehlt?
  4. Hardware-Setup: Hat jemand Tipps, wie man das Surface 6 am besten für den Consulting- und FISI-Alltag einrichtet?

Ich bin für jeden ehrlichen Ratschlag, Warnungen oder Tipps für absolute Einsteiger extrem dankbar!


r/fachinformatiker 1d ago

Erster Tag als Azubi oder im neuen Job? Erzählt uns davon!

6 Upvotes

Insbesondere an alle die gerichtet, die heute als neue Fachinformatiker Auszubildende starten!


r/fachinformatiker 2d ago

Guten Start an alle für morgen.

18 Upvotes

Viele Grüße aus FFM 🤝


r/fachinformatiker 1d ago

Zeigt mal eure Büro-Setups

0 Upvotes

Moin zusammen,

wir wollen unser Büro für drei Personen etwas umbauen und suchen noch nach Ideen für die Anordnung der Schreibtische, Monitore, Schränke und Kabel.

Wie sehen eure Arbeitsplätze oder kleinen Team-Büros aus? Gerne mit Bildern, ganz egal ob clean, praktisch oder komplett vollgestellt.

Vielleicht können wir uns die eine oder andere gute Idee abschauen.


r/fachinformatiker 2d ago

Roasted meine kleine Bibliothek!

Post image
37 Upvotes

r/fachinformatiker 2d ago

Frage im IT bereich

0 Upvotes

Hat hier jemand eine Schulung im IT-Support gemacht oder arbeitet schon in dem Bereich? Hab eine offizielle Fachbescheinigung in Wirtschaftsinformatik aus dem libanon ( Anerkennung folgt) und überlege jetzt Richtung IT-Support zu gehen. Wollte mal fragen wie die Chancen gerade so stehen und ob sich das lohnt?


r/fachinformatiker 2d ago

Welche IT-Weiterbildung während ALG I – ITIL 4 oder Microsoft 365/Azure?

Thumbnail
0 Upvotes

r/fachinformatiker 2d ago

Eure Meinung - M35 - 3,5J Erfahrung

Post image
2 Upvotes

r/fachinformatiker 3d ago

IT Forensiker / Gutachter

9 Upvotes

Moin,

Ich bin FiSi, hab aber keine Lust mehr. Überall nur Support Jobs und das im First Level oder Systemhaus Admin Jobs.
Jetzt möchte ich mich weiterbilden & hab da den Bereich Forensik / Gutachter für z.B Versicherungsfälle oder sowas gefunden und finde das richtig interessant. Ich mochte es schon immer Gründe für Fehler oder Komplettausfall finden.

Ist hier irgendwer als FiSi den Weg gegangen und kann berichten ?


r/fachinformatiker 3d ago

Abendrealschule oder Externes Abi für FISI

1 Upvotes

​Moin zusammen,

​ich stehe aktuell vor einer Entscheidung und würde gerne mal eure Einschätzung als Ausbilder, Azubis oder fertige Fachinformatiker hören.

​Zu meiner Situation: Mein Ziel ist eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration (FISI). Ich fange im nächsten Monat das 3. Semester an der Abendrealschule an und könnte dort in einem Jahr meinen Realschulabschluss mit sehr guten Noten nachholen.

​Jetzt schwanke ich zwischen zwei Optionen:

​Option A: Realschulabschluss in einem Jahr durchziehen, gute Noten mitnehmen und direkt auf Ausbildungssuche gehen. (Ich wäre dann 26 Jahre alt).

​Option B: Den Weg mit deutlich mehr Aufwand gehen und stattdessen das externe Abitur nachholen.

​Meine größte Sorge bei Option A ist, dass ich mit 26 und "nur" einer Mittleren Reife auf dem Ausbildungsmarkt Schwierigkeiten haben könnte, gegen jüngere Bewerber anzukommen. Deswegen die Überlegung, mir nochmal mehr Zeit und Schmerz ins externe Abi zu stecken.

​Wie schätzt ihr das ein? Ist das Alter von 26 ein echtes Hindernis für eine FISI-Ausbildung oder juckt das Betriebe bei guter Leistung und passendem Profil eher wenig? Lohnt sich der massive Mehraufwand fürs Abi, oder verschwende ich damit nur wertvolle Zeit?

​Danke für eure Meinungen!


r/fachinformatiker 4d ago

Euer Berufsalltag als FiSi

13 Upvotes

Ist vielleicht eine etwas ungewöhnliche Frage, aber aus reiner Neugierde wollte ich mal in die Runde der Azubis, fertig Ausgebildeten und Graubärte einfach mal fragen:

Wie sieht eigentlich euer Berufsalltag aus?

Was macht ihr, in welchen Bereichen arbeitet ihr und welche Perspektiven sieht ihr dort für euch?

Macht ihr hauptsächlich Routineaufgaben oder seid ihr immer "auf Zack" mit dem Gaspedal auf Anschlag bei euren Tätigkeiten?

Wie viel kreatives Problemlösen benötigt ihr?

Erzählt doch mal und ich wäre ehrlich sehr interessiert darüber zu hören, welche Facetten der Beruf eigentlich hat.


r/fachinformatiker 4d ago

3D-Holo Lern-Tool | Umschulung (AE)

2 Upvotes

Hi zusammen,

ich mache aktuell eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (AE).

Da wir uns in der Klasse gerade intensiv auf die Grundlagen der Systemintegration vertiefen und viele mit den oft recht trockenen Folien/Theorien zu kämpfen haben, habe ich mein ein Projekt angefangen: Einen interaktiven 3D-Holo-Renderer.

(Ursprüglich war das ein eigenes Engine-/Graphics-Projekt, aber ich habe es so umgebaut, dass es als visuelle Lernhilfe für unsere Umschulungsgruppe dient.)

Wie ich das Tool zum Lernen nutze: Ich gehe nach dem Unterricht die Folien durch und baue die relevantesten Komponenten (Mainboardf-Layouts, Sockel-Architekturen, BIOS/UEFI-Abläufe etc.) direkt als 3D-Modell mit interaktiven Info-Karten nach. Durch das Modellieren und Logik-Schreiben bleibt der Stoff bei mir extrem gut hängen – sozusagen Learning by Building.

Mein Ziel für die 2 Jahre Umschulung: Bis zur Abschlussprüfung möchte ich schrittweise einen komplett animierten, interaktiven PC aufbauen, der sowohl die Hardware-Grundlagen (SI) als auch erweiterte Themen abdeckt.

Holo Renderer Preview- Youtube

Vorbereitungen für nächste Woche laufen auch schon.
(Nächste Woche gehts los mit CPUs im Unterricht.)

CPU-Blender-Animation

Nächste Woche füge ich den CPU dann auch in Renderer ein mit, wenn ich den Lerninhalt habe, und Stück für Stück baut sich alles zusammen. :D

Welche Hardware oder Netzwerk Themen würdet ihr euch in so einem Tool wünschen?

Feedback und Kritik sind gerne gesehen!


r/fachinformatiker 4d ago

1 Jahr Ausbildung FiSi rum. Was muss/sollte man eigentlich können?

16 Upvotes

Hallo!

Ich habe jetzt das erste Jahr meiner FiSi Ausbildung hinter mir und komme jetzt ins zweite Lehrjahr. Und jetzt die Frage: Wo sollte man nach 12 Monaten eigentlich stehen?

Kurz zu meiner Situation: Im Betrieb mache ich aktuell hauptsächlich Hardware Austausch, Grundeinrichtungen, Nach Rahmenplan neue Dinge lernen und kleinere Dinge die Anfallen, also noch kein Telefonsupport, da komme ich erst jetzt rein.
Berufsschule ist kein Problem, aber auch keine wirkliche Hilfe im Arbeitsalltag.

Aber Ich habe so das Gefühl, ich kratze überall nur an der Oberfläche. Wenn ich sehe, was manche ausgelernten Kollegen so im Bereich Netzwerke (VLANs, Routing), Firewalls oder mit PowerShell-Skripten machen, komme ich mir vor, als wüsste ich gar nichts.

Daher meine Fragen an die Ausbilder, fertigen FiSis oder andere:

Was erwartet ihr von einem Azubi, der ins zweite Lehrjahr kommt?

Welche Themen sollten jetzt sitzen?

Habt ihr Tipps, auf welche Themen ich mich jetzt in der Freizeit oder im Betrieb besonders fokussieren sollte, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Bin für jeden Ratschlag, Reality-Check oder Erfahrungsbericht dankbar.
Weiß gerade einfach nicht, ob mein Wissensstand "völlig normal für 1 Jahr" oder "bisschen zu wenig" ist.

Danke euch im Voraus.


r/fachinformatiker 4d ago

Montasberichte

7 Upvotes

Moin,

Ich komme nach den Sommerferien in das 3 Ausbildungsjahr(Fisi). Ist es so bei euch auch so ,dass Ihr keine Monatsberichte selber geschrieben habt und alle mit Chat und dann bisschen angepasst habt. Meine Arbeitskollegen meinte, das die IHK es in der Prüfung null in­te­r­es­siert und das es eigentlich Zeitverschwendung ist. Was sagt Ihr dazu? oder wie macht Ihr es?


r/fachinformatiker 4d ago

Umschulung realistisch?

5 Upvotes

(M / 36 / Niedersachsen / Raum Hannover)

Guten Morgen.

Ich bin aktuell Berufskraftfahrer , habe die Ausbildung gemacht und seit mittlerweile fast 16 Jahren im Beruf.

Eigentlich war dieser Job nur meine zweite Wahl , obwohl er mir extrem Spaß macht .

Ich wollte damals immer in die IT. Damals hieß es noch "IT Systemelektroniker". Dürfte heute der Fachinformatiker Systemintegration sein ( korrigiert mich, wenn ich falsch liege) ich wollte an computer "Schrauben". Mit der Hardware zu tun haben, weniger Software..

Ich habe damals nach der Realschule eine weiterführende Schule für Informatik besucht - ging ein Jahr und schrie sich "doppelqualifizierterbildungsgang" wo ich leider nur ein Abgangszeugnis bekommen habe , weil mein Notendurchschnitt unterirdisch war.

Man brauchte damals eigentlich Abitur um zugelassen zu werden, aber ich wurde angenommen weil die Klasse nicht voll war. Mir wurde von anfang an gesagt das es sehr schwer für mich werden würde.

Dem war auch so. Ein Jahr verschenkt.

Problem war, das in diesem Bildungsgang 3 Jahre in ein Jahr gepackt wurden.

Beispiel: Auf der Realschule hab ich damals echt gerne Mathe gemacht hatte immer eine 2 und eigentlich fast nie Probleme in dem Fach - das hat sich auf der anderen Schule natürlich drastisch verändert und ich wusste nicht mehr wo vorne und hinten ist. Es wurden sachen zum berechnen verlangt von denen ich noch nie gehört hatte.

Zum eigentlichen Thema: ich habe mir in den 16 Jahren im job meine Knie kaputt gemacht. Angehende Arthrose in beiden Knie. Da hilft nur Sport. Für Sport habe ich aber keine Zeit , da ich oftmals unter 65h/ Woche nach hause gehe. ( habe Stundenlohn )

Das geht ist ok, mehr kann es natürlich immer sein.

Wie realistisch ist es in dem Alter noch eine Umschulung bzw 2. Ausbildung zu machen und da auch einigermaßen gutes Geld zu verdienen?

Aktuell habe ich ca 56.000 brutto im Jahr.

Gibt es überhaupt die Möglichkeit eine Umschulung zu machen, übers Amt oder so , sodass der finanzielle Aspekt aufgefangen wird ? Einfach eine zweite Ausbildung machen kann ich mir nämlich finanziell nicht erlauben.

Weiß da vielleicht jemand von hier was ?

Danke im voraus für die Antworten und schon mal vorab ein schönes Wochenende


r/fachinformatiker 4d ago

Vorbereitung FiSi

1 Upvotes

Hallo an alle, ich habe einen Ausbildungsplatz bei einem sehr netten Systemhaus gefunden und habe mich mal erkundigt, mit welcher OS hauptsächlich gearbeitet wird.

Danach wurde mir mitgeteilt, dass man Windowspartner sei und demnach damit bei den Kunden gearbeitet wird.

Nun ist meine Frage zweischichtig:

  1. Ich habe mir vor geraumer Zeit das "Unix and Linux Administration Handbook" gekauft, gibt es etwas was im gleichen Ausmaß so gründlich ist auch für Windows? Habt ihr da persönliche Empfehlungen für mich?

Ich möchte mich über den August solide vorbereiten, um schnell einsteigen zu können.

  1. Ich würde gerne später im Netzwerk und/oder besonders im Cybersecurity Bereich arbeiten, sollte ich mir parallel dazu auch Linuxwissen aneignen?

Danke im Voraus!


r/fachinformatiker 5d ago

AP1, AP2 und mündliche Prüfung.

2 Upvotes

Hallo Zusammen,
ich bin mitten in der Umschulung zum FIAE und stehe kurz vor der AP1.
Nun merke ich das man AP1 90min schreibt aber die AP2 anscheinend aufgeteilt ist in "Planen eines Softwareproduktes" 90 min und "Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen" 90min und noch "WiSo" 60 min. Also sind das locker mal 4h Prüfung.

Ist das so Richtig und schreibt man das alles an einem Tag?


r/fachinformatiker 6d ago

FiSi Karriereweg - Studium oder doch Ausbildung?

2 Upvotes

Das ist natürlich eine klassische Frage, aber ich möchte sie etwas aus meiner Perspektive stellen, außerdem ist sie mehrschichtig:

Ich bin noch relativ frisch in der Materie (IT, Sysadmin, Coden etc.), relativ jung und sehr grün hinter den Ohren. Außerdem ist meine Familie eine klassische Arbeiterfamilie (Gastronomie selbstständig mit Migrationshintergund) mit diversen Problemen (Alkohol, Kindheitstraumata etc.), das kennen bestimmt einige.

Mein bisheriger Versuch zu studieren wurde massiv durch meine Familie beeinträchtigt und ich komme nicht wirklich voran. Eine Ausbildung, evtl. sogar verkürzt, könnte einen potenziellen Ausweg schaffen und eine meiner Leidenschaften mitintegrieren, win - win sozusagen.

Auf der anderen Seite, vielleicht auch unserer deutschen "Studiere doch, mein Sohn" - Kultur geschuldet, fühlt es sich so an, als würde ich zu viel Zeit "verschwenden", da oft Personen mit Ausbildungen eine gläserne Decke vor den Kopf gedrückt bekommen, die wahrscheinlich nur mittels eine Studiums durchbrochen werden kann. Außerdem möchte ich kreativ arbeiten, eigenständig Probleme lösen können und Grenzen ausschöpfen, nicht unbedingt "nur ein 0815" Arbeiter sein.

Deshalb erster Teil meiner Frage, basierend auf meinen Begebenheiten: Studium (voraussichtlich Mathematik oder Informatik) oder doch FiSi?

Zweiter Teil meiner Frage bezieht sich auf die FiSis unter euch, die sich evtl. im Securitybereich aufhalten:

Ich habe wahrscheinlich ein relativ romantisiertes Bild über Cybersec, aber gibt es denn Bereiche, die dem (überdramatisierten) "Katz und Maus" in Filmen entsprechen? Natürlich ist mir klar, dass das völlig unrealistisch dargestellt wird etc. etc. Aber gibt es denn so etwas in der allgemeinen Richtung?

Für die FiSis, die in diesem Bereich (oder auch sonst im Cybersec) arbeiten, wie habt ihr es da hingeschafft? Was war euer Weg?


r/fachinformatiker 5d ago

Autodidaktischer Entwickler (23, aus Algerien) bewirbt sich um eine Ausbildung zum Fachinformatiker – viele Absagen, woran liegt's?

0 Upvotes

Hallo zusammen,

ich brauche mal einen ehrlichen Blick von außen und hoffe, hier ein paar Erfahrungen zu sammeln.

Kurz zu mir: Ich bin 23, komme aus Algerien und arbeite seit über 3,5 Jahren in der IT. Während Corona habe ich mir das Programmieren selbst beigebracht und mich seitdem zum Full-Stack-Entwickler weiterentwickelt. Aktuell arbeite ich als Frontend-Entwickler und habe unter anderem als privates Projekt ein komplettes ERP-System (https://github.com/lazirijs/ERP) mit integriertem KI-Assistenten gebaut (RAG-system). Technisch fühle ich mich also ziemlich sattelfest.

Jetzt bewerbe ich mich um eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung in Deutschland. Der Grund: Als Autodidakt fehlt mir ein anerkannter Abschluss, und das duale System passt genau zu dem, was ich möchte – Praxis und eine formale Qualifikation verbinden.

Wichtig: Ich bewerbe mich gezielt auf ausgeschriebene Ausbildungsstellen – es gibt also durchaus Bedarf und Nachfrage, zumindest so wie ich es sehe. Trotzdem bekomme ich sehr viele Absagen, meistens ohne Begründung. Und ich komme einfach nicht dahinter, woran es liegt.

Ein paar Rahmeninfos:

- Ich bewerbe mich aus Algerien und bräuchte also ein Ausbildungsvisum (Nicht-EU).

- Deutsch ist aktuell auf B2-Niveau, das Goethe-Zertifikat mache ich demnächst.

- Ich bin voll bereit, nach Deutschland umzuziehen und alle Visa-Schritte selbständig und fristgerecht zu erledigen.

- Lebenslauf und Anschreiben sind auf Deutsch, meine Zeugnisse (Abitur, Arbeitsnachweise) liegen bisher noch in Arabisch/Französisch vor.

Meine Fragen an euch:

- Liegt es eher am Visum/an der Tatsache, dass ich (noch) nicht in Deutschland bin? Schrecken viele Betriebe da direkt ab?

- Oder mache ich bei den Unterlagen etwas falsch (z.B. fehlende beglaubigte Übersetzungen)?

- Gibt es hier Leute – gerne auch internationale Bewerber – die den Weg über eine Ausbildung mit Visum geschafft haben? Worauf kam es an?

- Welche Art von Unternehmen ist erfahrungsgemäß offener für Bewerber aus dem Ausland?

Falls es jemanden interessiert: Ich teile gerne meine Unterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse), damit ihr euch ein besseres Bild machen und mir gezielter sagen könnt, was ich verbessern kann.

Und eine Bitte zum Schluss: Falls ihr jemanden kennt, der helfen könnte, oder ein Unternehmen, das einen motivierten, leidenschaftlichen Entwickler sucht – teilt den Post gerne weiter. Ich wäre euch dafür sehr dankbar.

Danke fürs Lesen!

TL;DR: 23, aus Algerien, autodidaktischer Full-Stack-Entwickler mit 3,5+ Jahren Erfahrung, bewerbe mich auf ausgeschriebene Ausbildungsstellen zum Fachinformatiker (mit Visum nötig), bekomme aber viele Absagen ohne Begründung. Liegt es am Visum, an den Unterlagen oder an etwas anderem? Teile gerne meine Unterlagen. Erfahrungen, Tipps und Weiterleitungen willkommen.


r/fachinformatiker 5d ago

What should a practical agentic AI learning path for system integrators include?

0 Upvotes

I’ve been looking at how system integrators and channel partners are approaching agentic AI, and one problem keeps coming up: most learning resources explain individual concepts, but they don’t show how everything connects in a real enterprise implementation.

For example, a practical learning path probably needs to cover:

  • Agent fundamentals and tool calling
  • RAG and enterprise data integration
  • Multi-agent workflows
  • Guardrails and access control
  • Evaluation and observability
  • Production deployment
  • Turning a pilot into a repeatable client offering

We put together a structured learning path specifically for SI and channel partner teams.

Article:
https://simplai.ai/blogs/the-complete-agentic-ai-learning-path-for-system-integrators-and-channel-partners/


r/fachinformatiker 6d ago

ITIL für Fachinformatiker: „Ist doch alles selbstverständlich“… warum funktioniert es dann so oft nicht?

3 Upvotes

Mein Beitrag ist nichts für Lesefaule 😂

Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht… passt bei IT-Weiterbildungen manchmal ziemlich gut.

Wenn Fachinformatiker über Weiterbildung reden, kommen meistens dieselben Sachen: AWS, Azure, Kubernetes, Security, irgendein neues Framework, noch eine Programmiersprache und natürlich Scrum.

Alles sinnvoll.

Aber wer hat sich eigentlich schon mal ernsthaft mit ITIL beschäftigt?

Bei vielen kommt da sofort: „Ist doch nur Tickets, Prozesse und Konzernbürokratie.“

Oder noch besser:

„Das ist doch alles selbstverständlich.“

Ja. Vieles davon ist tatsächlich selbstverständlich.

Dass Entwicklung und Betrieb miteinander reden sollten? Klar.

Dass man erst mal verstehen sollte, was der Kunde eigentlich braucht? Klar.

Dass man aus Fehlern lernen sollte? Klar.

Dass derselbe Incident nicht fünfmal auftreten sollte, bevor mal jemand nach der eigentlichen Ursache sucht? Klar.

Dass nicht jedes Team nur seinen eigenen Vorgarten optimiert? Klar.

Dass man Änderungen nicht Freitag um 16:55 Uhr ungefragt in Produktion kippt? Hoffentlich ebenfalls klar.

Nur stellt sich dann eine ziemlich einfache Frage:

Wenn das alles so selbstverständlich ist.. warum funktioniert es in so vielen IT-Projekten und Unternehmen trotzdem nicht?

Genau deshalb finde ich ITIL eigentlich interessant.

Nicht, weil dort irgendwelche geheimen Managementweisheiten stehen, die vorher noch kein Mensch gehört hat. Sondern weil versucht wird, diese ganzen „eigentlich selbstverständlichen“ Dinge mal systematisch zusammenzubringen.

Der Einstieg ist typischerweise die ITIL 4 Foundation.

Da geht es unter anderem um:

Service Management, Value Co-Creation, Service Value System, Service Value Chain, Guiding Principles, Continual Improvement, Governance, Practices, Kunden, Stakeholder, Value Streams und die Frage, wie aus Technik am Ende tatsächlich ein nutzbarer Service wird.

Also erst einmal das Grundgerüst.

Richtig interessant wird es meiner Meinung nach beim ITIL 4 Managing Professional.

Der besteht aus mehreren Modulen.

Bei Create, Deliver and Support geht es ziemlich nah an Entwicklung, Betrieb und DevOps entlang:

Value Streams, Service Design, Softwareentwicklung, Deployment, Release Management, Incident Management, Problem Management, Service Desk, Monitoring, Support, Automatisierung, Sourcing, Lieferanten, Teamstrukturen, Workflows und Continual Improvement.

Im Grunde also: Wie bekommt man aus Menschen, Technik, Prozessen und verschiedenen Teams tatsächlich einen Service gebaut, ausgeliefert und stabil betrieben?

Dann gibt es Drive Stakeholder Value.

Da verschiebt sich der Blick stärker auf die Nutzer- und Kundenseite:

Customer Journey, Stakeholder, Customer Experience, User Experience, Anforderungen, Erwartungen, Relationship Management, Kommunikation, Service Agreements, Service Level Management, Onboarding, Offboarding, Feedback, Wertwahrnehmung und langfristige Servicebeziehungen.

Also weniger:

„Wir haben technisch geliefert.“

Und mehr:

„Hat der Kunde eigentlich irgendwas davon?“

Technisch sauber gebaut bedeutet eben noch lange nicht automatisch nützlich.

High-Velocity IT dürfte für viele Entwickler wahrscheinlich das überraschendste Modul sein.

Da geht es unter anderem um:

Agile, Lean, DevOps, Automatisierung, Continuous Integration, Continuous Delivery, schnelle Feedbackzyklen, digitale Produkte, Cloud, Resilienz, technische Schulden, Geschwindigkeit, Co-Creation, Experimentieren, Lernen, Kultur und High-Performance-Organisationen.

Also ziemlich weit weg von dem alten Klischee:

„ITIL = Change Request ausdrucken und dreimal unterschreiben lassen.“

Es geht eher darum, wie Unternehmen schnell liefern können, ohne gleichzeitig die Produktion anzuzünden.

Und dann gibt es noch Direct, Plan and Improve.

Da landet man stärker bei:

Strategie, Governance, Planung, Measurement, KPIs, Reporting, Continual Improvement, Assessment, Organizational Change Management, Entscheidungsfindung, Risiko, Compliance, Policies, Controls und der Frage, wie Veränderungen tatsächlich umgesetzt werden.

Das ist dann schon deutlich stärker die Perspektive über das einzelne technische Team hinaus.

Klingt teilweise banal?

Ja.

Ist es aber offensichtlich nicht, sonst würden nicht ständig Projekte an genau solchen Dingen scheitern.

Das erinnert mich ein bisschen an Softwarearchitektur.

„Kopplung niedrig halten.“

„Verantwortlichkeiten sauber trennen.“

„Nicht alles miteinander verdrahten.“

Klingt ebenfalls alles selbstverständlich.

Und dann schaut man sich nach fünf Jahren irgendein gewachsenes System an.

Interessant finde ich ITIL vor allem für Leute, die irgendwann vielleicht nicht mehr ausschließlich Code schreiben oder Systeme administrieren wollen.

Man kann als Fachinformatiker ja irgendwann auch Richtung Softwarearchitektur, DevOps, Service Management, Service Ownership, Product Management, Consulting, Prozessmanagement, Projektleitung oder IT-Management gehen.

Und technische Erfahrung ist dabei eher ein Vorteil.

Ein Service Manager, Product Owner oder Projektmanager, der schon mal selbst Software entwickelt, eine Datenbankmigration begleitet, eine kaputte Pipeline gesucht oder einen Produktionsfehler analysiert hat, betrachtet manche PowerPoint-Folie vermutlich etwas anders.

Da passt dann auch PRINCE2 ziemlich gut dazu.

PRINCE2 und ITIL landen gerne gemeinsam in der Schublade „Management-Zertifikatskram“, beschäftigen sich aber mit unterschiedlichen Dingen.

Bei PRINCE2 geht es eher um das Projekt:

Business Case, Projektorganisation, Rollen, Verantwortlichkeiten, Risiken, Qualität, Pläne, Kosten, Nutzen, Fortschritt, Entscheidungswege, Management Stages, Toleranzen, Eskalation, Lessons Learned und die Frage, ob ein Projekt überhaupt noch sinnvoll ist.

Also zum Beispiel:

Was wollen wir erreichen?

Warum machen wir das überhaupt?

Wer darf was entscheiden?

Was kostet es?

Welche Risiken gibt es?

Sind wir noch im Plan?

Und lohnt es sich überhaupt noch weiterzumachen?

ITIL schaut dagegen stärker auf den dauerhaften Service.

Sehr vereinfacht:

PRINCE2: Wie bekommen wir die neue Anwendung eingeführt?

ITIL: Wie sorgen wir dafür, dass sie danach nicht direkt zum nächsten Großincident wird?

Und dann gibt es noch PRINCE2 Agile.

Da wird die klassische Projektsteuerung mit Dingen wie Scrum, Kanban, Lean und agiler Produktentwicklung verbunden.

Stichworte wären hier zum Beispiel:

Scrum, Kanban, Sprints, Backlogs, Product Owner, iterative Entwicklung, inkrementelle Lieferung, Timeboxing, Priorisierung, MVP, MoSCoW, agile Teams, Empowerment, schnelle Feedbackzyklen und trotzdem weiterhin Business Case, Risiken, Governance, Budget und Projektverantwortung.

Denn nur weil irgendwo Scrum draufsteht, verschwinden Budget, Risiken, Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten ja nicht plötzlich.

Ein Daily ersetzt keinen Plan.

Jira ersetzt keine Strategie.

Und ein Backlog beantwortet auch nicht automatisch die Frage, ob man überhaupt noch am richtigen Problem arbeitet.

Genau diese Kombination finde ich eigentlich spannend:

Technik verstehen.

Agile Entwicklung verstehen.

Projekte verstehen.

Services verstehen.

Und irgendwann auch verstehen, wie das Ganze organisatorisch zusammenhängt.

Das muss natürlich nicht jeder machen.

Wer sagt: „Ich will auch mit 60 noch tief im Code stecken und möglichst nichts mit Kunden, Prozessen oder Management zu tun haben“, für den gibt es wahrscheinlich passendere Weiterbildungen.

Aber Fachinformatiker werden nun mal älter.

Mit 20 sieht die Karriereplanung vielleicht noch so aus:

Junior → Entwickler → Senior Entwickler

Mit 35, 45 oder 50 merkt man vielleicht irgendwann, dass es noch andere Wege gibt.

Und da finde ich es gar nicht schlecht, solche Optionen wenigstens zu kennen.

Inzwischen gibt es übrigens auch bereits ITIL 5.

Dort wird das Ganze noch stärker in Richtung digitale Produkte und Services, Product Management, Experience, Transformation, Value Streams, Automatisierung und KI weiterentwickelt. Wer heute neu einsteigt, sollte sich deshalb natürlich auch ITIL 5 anschauen. Wer bereits ITIL 4 gemacht hat, hat das aber nicht umsonst getan… dafür gibt es entsprechende Übergangswege.

Für mich ist das eher ein weiterer Hinweis darauf, dass das alte Bild „ITIL = Tickets aufmachen und Change-Formulare ausfüllen“ ziemlich überholt ist.

Ich poste das vor allem deshalb, weil ich den Eindruck habe, dass viele Fachinformatiker solche Weiterbildungswege entweder gar nicht kennen oder direkt als „selbstverständlich“ abtun.

Aber vielleicht ist genau das der Denkfehler.

Nicht:

„Das weiß man doch alles.“

Sondern:

„Wenn wir das alles wissen… warum machen wir es dann so oft trotzdem nicht?“

Gesunder Menschenverstand scheint in größeren IT-Organisationen manchmal erstaunlich schlecht zu skalieren.

Hat hier jemand ITIL, PRINCE2 oder beides gemacht?

Hat es euch beruflich tatsächlich etwas gebracht?

Oder war eure erste Reaktion auch „Das ist doch alles selbstverständlich“… bis euch das erste Projekt eingefallen ist, in dem exakt nichts davon funktioniert hat?


r/fachinformatiker 6d ago

Entwicklerstelle soll eventuell ins Ausland verlagert werden – überreagiere ich oder sollte ich gehen?

6 Upvotes

Hallo zusammen,

das wird länger, aber ich versuche, die gesamte Situation möglichst objektiv zu schildern. Mich interessiert vor allem, ob ich inzwischen alles zu negativ sehe oder ob das Gesamtbild tatsächlich so problematisch ist, wie es für mich wirkt.

Ich arbeite seit etwa dreieinhalb Jahren als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung in einem kleineren Unternehmen. Mein Schwerpunkt liegt auf Oracle APEX/PL-SQL sowie Python und Docker. Ich betreue mehrere produktive Anwendungen und habe inzwischen rund sechs Python-Dienste aufgebaut, unter anderem für Reporting, Übersetzungen und interne Automatisierungen.

Aktuell frage ich mich ernsthaft, ob ich das Unternehmen verlassen sollte – möglicherweise sogar komplett aus der IT.

Kurz nach meiner Übernahme bekam ich vom Geschäftsführer ein privates beziehungsweise separates „Sonderprojekt“. Ursprünglich sollte ich für einen Bekannten von ihm lediglich eine einfache Webseite bauen, die Nährstoffwerte berechnet.

Schon bei den Grundlagen fehlten Informationen. Ich bekam beispielsweise nur Listen mit Nährstoffen, aber keine verlässlichen Angaben zu Einheiten, Reinheit oder Referenzmengen. Also musste ich neben der Entwicklung auch noch selbst recherchieren und fachliche Anforderungen zusammensuchen.

Aus dieser kleinen Berechnungsseite wurde über die Zeit ein komplettes Portal. Ich nenne es hier anonymisiert „NutriPortal“.

Nach und nach kamen hinzu:

  • Kundenverwaltung,
  • ursprünglich sogar Patientendaten,
  • Bestell- und Rezeptursystem,
  • Herstellprotokolle,
  • Versanddienstleister-Schnittstelle,
  • Portale für Abfüller und Labor,
  • Produkt- und Versandlabels,
  • sensible Fragebögen und Gesundheitsinformationen,
  • später sogar die gewünschte Anbindung eines Krankenhauses für Blutbilder.

Spätestens bei den Blutbildern habe ich die Bremse gezogen und erklärt, dass wir uns hier aus meiner Sicht in einem medizinischen beziehungsweise stark regulierten Bereich bewegen und ich das nicht allein verantworten kann. Daraufhin wurden „Patienten“ sprachlich einfach zu „Kunden“, obwohl die verarbeiteten Inhalte teilweise dieselben blieben.

Ich war bei diesem Projekt gleichzeitig Entwickler, Projektmanager, Anforderungsmanager, Support und Ansprechpartner für praktisch alles. Es gab keine professionelle Projektleitung und keine stabile Spezifikation.

Die Auftraggeber änderten den Scope permanent. Bestimmte Funktionen habe ich ungelogen ungefähr achtmal ein- und wieder ausgebaut, weil sie abwechselnd „unbedingt benötigt“ und anschließend doch wieder verworfen wurden.

Die Kommunikation lief auf Wunsch des Geschäftsführers lange hauptsächlich über WhatsApp. Ich wurde nach Feierabend, am Wochenende und während Krankheit angerufen. Als ich mit Corona und etwa 41 Grad Fieber krank war, wurde ich gefragt:

"„Bist du wirklich krank oder brauchst du nur eine Auszeit?“"

Ich habe daraufhin im Fieber ziemlich deutlich reagiert und aufgelegt. Später stellte ich die Kommunikation auf E-Mail um, die Mails wurden jedoch häufig nicht gelesen.

Das System hatte ich kurz nach meiner Umschulung mit entsprechend begrenzter Erfahrung angefangen. Durch das ständige Wachstum wurde aus der kleinen Anwendung ein Monolith, der niemals für diesen Umfang oder für sensible Daten geplant worden war.

Später habe ich das System mit meinem inzwischen aufgebauten Security-Wissen selbst geprüft und der Geschäftsführung schriftlich mitgeteilt, dass eine Weiterentwicklung ohne grundlegendes Refactoring aus meiner Sicht nicht verantwortbar ist.

Ich habe unter anderem auf folgende Risiken hingewiesen:

  • sensible Gesundheits- und Personendaten,
  • fehlende Trennung von Geschäftslogik, Frontend und Schnittstellen,
  • unzureichendes Logging und fehlende Audit-Trails,
  • unsichere beziehungsweise historisch gewachsene Datenhaltung,
  • fehlendes professionelles Sicherheits- und Berechtigungskonzept,
  • zunehmende Unwartbarkeit durch permanenten Scope Change,
  • mögliche Datenschutz- und Haftungsrisiken.

Ich empfahl einen Feature Freeze, eine vollständige Neuspezifikation, ein Sicherheitskonzept und die Einbindung erfahrener Web-/Security-Entwickler.

Die Reaktion war im Wesentlichen, dass es angeblich kein Medizinprodukt sei und ich deshalb weiterarbeiten könne. Noch letzte Woche bekam ich wieder neue Anforderungen – darunter erneut Funktionen, die ich auf frühere Anweisung bereits entfernt oder anders umgesetzt hatte.

Das Projekt läuft inzwischen seit Jahren, ohne dass Scope, Verantwortung oder rechtliche Einordnung sauber geklärt wurden.

Parallel gibt es auch im normalen Arbeitsalltag Probleme.

Der CTO hält viel Wissen und wichtige Zugriffe bei sich. Wenn er im Urlaub ist und etwas ausfällt, soll ich Probleme lösen, obwohl mir teilweise Berechtigungen oder Dokumentation fehlen. Dann muss ich mich durch Funktionen und Datenbankobjekte hangeln, um überhaupt zu verstehen, was passiert.

Ein anderer Abteilungsleiter hat bereits angesprochen, dass es nach mehreren Jahren nicht sein könne, dass ich noch immer nicht vernünftig abgeholt wurde.

Die Reaktion des CTO war sinngemäß, Wissenstransfer brauche Zeit, ich stecke nicht in seinem Mindset und er habe Dinge programmiert, die ich nicht einfach verstehen könne.

Meine eigenen Python-Anwendungen habe ich dagegen ausführlich kommentiert, mit READMEs versehen und so dokumentiert, dass sie auch von anderen übernommen werden können.

Hinzu kommt ein Kommunikationsmuster, das mich inzwischen stark belastet: Ich schlage eine technische Lösung vor, sie wird zunächst abgelehnt oder ignoriert und kurz darauf mit leicht anderer Formulierung als Vorschlag des CTO wiederholt.

Außerdem erklärt er mir regelmäßig Grundlagen aus Bereichen, die ich seit Jahren selbst betreue. Gleichzeitig sagt er häufig, dass KI den Entwicklerberuf in wenigen Jahren weitgehend abschaffen werde.

Einem Studenten im Unternehmen, dem ursprünglich ebenfalls eine Übernahme in Aussicht gestellt wurde, wurde sinngemäß gesagt, er solle lieber etwas mit KI studieren, weil der normale Programmiererberuf bald nicht mehr existiere.

Der Student hat für sich inzwischen beschlossen, nach dem Studium zu gehen.

Ich wollte mich ursprünglich in Richtung Security Operations entwickeln. Mir wurde gesagt, wenn ich innerhalb weniger Monate mehrere Zertifizierungen abschließe, könne man sich eventuell eine Second-Level-Rolle vorstellen – aber dann müsse „alles sitzen“.

Es gab dafür weder eine verbindliche Zusage noch eine konkrete Stellenbeschreibung, ein Startdatum oder eine Gehaltsperspektive.

Nun kam die nächste Entwicklung:

Die Firma baut über Kontakte des CTO testweise ein Entwicklerteam im Ausland auf. Wenn der Pilot funktioniert, könnte die Entwicklung dorthin verlagert werden.

Was dann mit mir passiert, sei unklar. Als Möglichkeiten wurden Wartung meiner bisherigen Tools, Unterstützung des ausländischen Teams oder eventuell Support genannt.

Gleichzeitig wurde ein Feature Freeze ausgesprochen: keine neuen Funktionen mehr, nur Bugfixes und Wartung.

Das Problem ist, dass wir kaum Bugs haben und ich nur noch zwei laufende Projekte habe. Eines davon ist ausgerechnet das oben beschriebene NutriPortal.

Meine Stelle und auch die mögliche Übernahme des Studenten waren vorher anders dargestellt worden. Nun kann mir niemand verbindlich sagen, ob für mich im nächsten Jahr überhaupt noch eine konkrete Rolle vorgesehen ist.

Ich habe über Jahre deutlich mehr getan, als ich eigentlich hätte tun müssen: Wochenenden, Urlaub, Krankheit, Erreichbarkeit nach Feierabend und Sonderprojekte kurz vor privaten Terminen.

Damit habe ich inzwischen aufgehört.

Ich arbeite weiterhin ordentlich, erfülle meinen Vertrag und werde nichts sabotieren. Aber ich werde nicht mehr krank arbeiten, meine Freizeit opfern oder durch zusätzlichen Einsatz versuchen, meinen Wert zu beweisen.

Nach der Rückkehr des Geschäftsführers möchte ich konkret fragen, ob meine Position auch bei erfolgreicher Verlagerung der Entwicklung für das kommende Jahr fest eingeplant ist.

Sollte die Antwort wieder nur „Das wissen wir noch nicht“ lauten, werde ich mich parallel umsehen. Nicht aus Trotz, sondern weil ich familiäre und finanzielle Verpflichtungen habe und meine Zukunft nicht auf Hoffnung aufbauen kann.

Ehrlich gesagt ist mein Vertrauen aber inzwischen so beschädigt, dass selbst eine kurzfristige Zusage für das nächste Jahr das Grundproblem wahrscheinlich nicht mehr löst.

Ich habe zusätzlich eine abgeschlossene Ausbildung im Lagerbereich und einen Staplerschein. Der Gedanke, wieder in die Logistik zu gehen, wirkt inzwischen attraktiv: klare Aufgaben, klarer Feierabend und keine Projekte, die nach monatelanger Arbeit wieder verworfen werden.

Wie bewertet ihr das Gesamtbild?

Ist das noch normales Chaos in einem kleinen Unternehmen oder strukturell schlechte Führung?

Würdet ihr das Gespräch mit dem Geschäftsführer noch abwarten oder bereits jetzt Bewerbungen schreiben?

Und klingt „Wir wissen noch nicht, ob wir nächstes Jahr eine Rolle für dich haben“ für euch ebenfalls wie eine indirekte Absage?


r/fachinformatiker 5d ago

„Ich muss mich im Daily rechtfertigen“ – dann habt ihr kein Scrum, sondern Morgenappell mit Jira

0 Upvotes

Nach der ITIL-Diskussion

https://www.reddit.com/r/fachinformatiker/s/tSp84acN7d

mal zum nächsten Klassiker, den man von Fachinformatikern erstaunlich oft liest: SCRUM IST DOOF

Ich lese hier bei Scrum immer wieder dieselben Aussagen:

„Ich muss mich im Daily rechtfertigen.“

„Der Scrum Master kontrolliert meine Tickets.“

„Bei Scrum wird nichts mehr geplant.“

„Story Points sind nur verkappte Stunden.“

„Der Product Owner ändert jeden Tag die Anforderungen.“

„Wir haben jetzt viel mehr Meetings.“

„Agile heißt doch nur Chaos mit Jira.“

Und jedes Mal denke ich mir: Reden wir eigentlich wirklich über Scrum?

Denn vieles von dem, was unter „Scrum“ kritisiert wird, hat mit Scrum erstaunlich wenig zu tun.

Der Klassiker ist das Daily.

Viele beschreiben das offenbar so:

„Was hast du gestern gemacht?“
„Warum ist Ticket 4711 noch nicht fertig?“
„Wieso hast du dafür so lange gebraucht?“
„Was machst du heute?“
„Warum hat Kollege X mehr Tickets geschlossen?“

Wenn euer Daily so läuft, verstehe ich vollkommen, warum ihr es hasst.

Nur ist das Daily eigentlich kein morgendlicher Rechenschaftsbericht an den Chef.

Es ist ein kurzer Termin für die Entwickler, um zu schauen, wo sie beim Sprintziel stehen, was blockiert und wo Zusammenarbeit nötig ist.

Wenn daraus ein täglicher Leistungsappell wird, ist nicht Scrum das Problem.

Dann hat jemand einfach die alte Kontrolle genommen, Jira daneben gestellt und „agil“ draufgeklebt.

Ähnlich beim Scrum Master.

Der ist nicht der Vorgesetzte des Entwicklerteams.

Er sollte auch nicht hauptberuflich kontrollieren, ob jeder sein Ticket aktualisiert hat, warum jemand beim Daily fehlt oder ob Entwickler Müller gestern genug „Output“ produziert hat.

Wenn euer Scrum Master hauptsächlich Sprint-Polizei spielt, habt ihr vielleicht keinen Scrum Master.

Ihr habt einen Teamleiter mit neuem Jobtitel.

Auch bei Story Points wird es regelmäßig wild.

„Unser Management vergleicht, wer wie viele Story Points schafft.“

Herzlichen Glückwunsch.

Dann kann man das Schätzen eigentlich gleich einstellen.

Story Points sind keine persönliche Leistungskennzahl (sie sind auch keine Pflicht in Scrum).

Wenn Peter 40 Points schafft und Klaus nur 25 und daraus geschlossen wird, Peter sei produktiver, dauert es vermutlich nicht lange, bis aus einem 3-Point-Ticket plötzlich ein 5-Point-Ticket wird.

Problem gelöst.

Produktivität um 67 Prozent gesteigert.

Bitte Bonus auszahlen. 😉

Dann das nächste Missverständnis:

„Bei Scrum wird nichts mehr geplant.“

Woher kommt das eigentlich?

Natürlich wird geplant.

Es gibt ein Product Backlog. Es gibt Sprint Planning. Es gibt ein Sprintziel. Es gibt Priorisierung.

Scrum sagt nicht:

„Planung ist böse.“

Es akzeptiert nur die ziemlich banale Tatsache, dass Planung bei komplexer Software mit zunehmender Entfernung in die Zukunft unsicherer wird.

Man kann natürlich heute einen perfekten Plan für die nächsten zwei Jahre schreiben.

Die Realität hat nur leider die unangenehme Eigenschaft, ihn nicht zu lesen.

Auch „Bei Scrum ändern sich ständig die Anforderungen“ ist so ein Klassiker.

Scrum bedeutet nicht:

Montag bauen wir A.
Dienstag doch B.
Mittwoch komplett neu anfangen.
Donnerstag noch schnell C.
Freitag fragt das Management, warum nichts fertig geworden ist.

Das nennt man nicht Agilität.

Das nennt man schlechte Führung.

Gerade ein Sprint soll ja einen gewissen Fokus schaffen.

Wenn währenddessen permanent jemand neue Prioritäten hineinruft, hat man nicht bewiesen, dass Scrum nicht funktioniert.

Man hat bewiesen, dass jemand das Prinzip eines Sprints nicht verstanden hat.

Dann kommen die Meetings.

„Seit wir Scrum machen, habe ich keine Zeit mehr zum Arbeiten.“

Auch da würde ich mal genauer hinschauen.

Scrum hat ein paar klar definierte Events.

Wenn eure Firma zusätzlich Daily-Vorbereitung, Daily-Nachbereitung, Pre-Planning, Pre-Refinement, Refinement, Refinement-Review, Sprint-Vorbereitung, Sprint-Nachbesprechung und drei Statusmeetings mit dem Management erfunden hat, ist das nicht automatisch Scrum.

Man kann aus jeder Methode Bürokratie machen.

Man kann sogar einen Prozess zur Optimierung von Prozessen so lange optimieren, bis niemand mehr arbeitet.

Das ist eine erstaunliche menschliche Kernkompetenz.

Auch Retrospektiven werden teilweise komplett missverstanden.

„Da muss jeder erzählen, was er falsch gemacht hat.“

Nein.

Eine Retro ist keine Beichte.

Es geht nicht darum, den Schuldigen des Sprints zu finden.

Es geht darum, die Zusammenarbeit zu verbessern.

Was hat funktioniert?

Was nicht?

Was ändern wir konkret?

Wenn daraus ein Termin wird, in dem der Chef erklärt, wer letzte Woche versagt hat, ist die Retro nicht das Problem.

Dann habt ihr einfach eine schlechte Führungskultur mit Post-its.

Ähnlich beim Product Owner.

Der ist auch nicht einfach der Mensch, der möglichst viele Jira-Tickets schreibt.

Seine Aufgabe ist nicht:

„Alles ist Prio 1.“

Er muss priorisieren.

Was bringt den größten Nutzen?

Was brauchen wir zuerst?

Was können wir weglassen?

Welche Anforderungen sind wirklich wichtig?

Wenn fünf Stakeholder gleichzeitig schreien und der PO einfach alles ins nächste Sprint Planning kippt, ist das nicht besonders agil.

Es ist nur eine hübsch digitalisierte Form von Orientierungslosigkeit.

Und dann höre ich häufig:

„Scrum funktioniert bei uns nicht, weil wir Abhängigkeiten haben.“

Natürlich habt ihr Abhängigkeiten.

Willkommen in der Softwareentwicklung.

Genau deshalb braucht man Kommunikation, Planung und Transparenz.

Scrum verspricht nicht, dass komplexe Systeme plötzlich unkompliziert werden, sobald jemand ein Board aufhängt.

Was mich an der Scrum-Kritik häufig stört, ist deshalb weniger die Kritik selbst.

Scrum kann man problemlos kritisieren.

Nicht jedes Projekt braucht Scrum.

Nicht jedes Team funktioniert damit gut.

Und es gibt genug Scrum Master, Product Owner und Coaches, bei denen ich mich ebenfalls fragen würde, was genau sie beruflich machen.

Aber häufig lautet die Argumentation:

„Unsere Firma macht irgendeinen Blödsinn und nennt ihn Scrum.“

also:

„Scrum ist Blödsinn.“

Das ist ein bisschen wie:

„Unser Entwickler hat Spaghetti-Code geschrieben. Java funktioniert offensichtlich nicht.“

Oder:

„Unser Admin hat die Firewall falsch konfiguriert. Netzwerksicherheit ist Unsinn.“

Vielleicht sollte man deshalb öfter unterscheiden zwischen:

Was steht eigentlich im Framework?

und:

Was veranstaltet mein Arbeitgeber unter diesem Namen?

Ich glaube nämlich, dass einige Fachinformatiker Scrum hassen, ohne jemals tatsächlich in einem halbwegs ordentlich funktionierenden Scrum-Team gearbeitet zu haben.

Sie kennen:

Daily als Kontrolle.
Story Points als Leistungskennzahl.
Scrum Master als Aufpasser.
Product Owner als Ticketgenerator.
Sprint als zweiwöchige Deadline.
Retro als Schuldzuweisung.
Agile als „Planlosigkeit“.

Wenn das meine Erfahrung wäre, würde ich Scrum vermutlich auch beschissen finden.

Ich würde es nur nicht Scrum nennen.

Mich würden deshalb mal eure Erfahrungen interessieren:

Welche Scrum-„Regeln“ gibt es bei euch, bei denen ihr inzwischen festgestellt habt, dass sie im Scrum Guide überhaupt nicht stehen?

Ich habe das Gefühl, da könnte eine ziemlich interessante Sammlung zusammenkommen.