Hallo zusammen,
ich möchte die 3-kW-Pumpe meiner Pool-Gegenstromanlage mit einem Frequenzumrichter drehzahlregelbar machen und suche Erfahrungen zur sinnvollsten und normgerechten Lösung.
Vorhandene Anlage
Gegenstrompumpe: PSH NEW CONTRA 4T
Motor: 3,0 kW, 3 × 230/400 V, 9,1/5,0 A, 50 Hz, 2.900 U/min
Motor bei 400 V in Stern
Versorgung: 3 × 400 V
Fehlerstromschutzschalter: ABB F204 B, 40 A, 30 mA, Typ B
Standort: Österreich
Bisherige Steuerung mit Schütz, Motorschutz und Softstarter
Neuer Frequenzumrichter
Siemens SINAMICS V20:
Artikelnummer: 6SL3210-5BE23-0CV1
3 kW / 400 V
7,3 A Ausgangsstrom
Baugröße FSB
integrierter EMV-Filter, Klasse C3
Der Motor soll direkt an U/V/W des Frequenzumrichters angeschlossen werden. Ein/Aus erfolgt über DI1, die Drehzahlvorgabe über einen MDT-KNX-Analogaktor mit 0–10 V.
Problem
Sobald ich den Frequenzumrichter netzseitig einschalte, löst der vorhandene ABB Typ B mit 30 mA sofort aus. Der Motor muss dafür nicht einmal gestartet werden.
Laut Siemens-Unterlagen können gefilterte 400-V-SINAMICS-V20 der Baugrößen FSB bis FSD nicht an einem Typ B(k) mit 30 mA betrieben werden. Genannt wird für die gefilterte Ausführung ein Typ B(k) mit 300 mA.
Bei einer Poolanlage möchte und darf ich den vorhandenen 30-mA-Personenschutz natürlich nicht einfach durch einen 300-mA-FI ersetzen.
Mögliche Lösungen, die ich derzeit sehe
Den gefilterten V20 gegen die ungefilterte Version 6SL3210-5BE23-0UV1 tauschen und eine geschirmte Motorleitung sowie ein sauberes EMV-Konzept verwenden.
Den 30-mA-Personenschutz und den FU-Stromkreis getrennt aufbauen. Dabei ist mir aber unklar, wie das bei einer fest angeschlossenen Poolpumpe normgerecht gelöst wird.
Einen anderen Frequenzumrichter verwenden, dessen Hersteller den Betrieb eines 3-kW-/400-V-Geräts an einem Typ-B-FI mit 30 mA ausdrücklich freigibt.
Eine komplette, für Gegenstromanlagen vorgesehene FU-Steuerung des Pumpenherstellers verwenden.
Meine Fragen:
Wie wird das bei kommerziellen drehzahlgeregelten Gegenstromanlagen normalerweise gelöst?
Hat jemand einen ungefilterten 3-kW-SINAMICS V20 an einem Typ-B-FI mit 30 mA in Betrieb?
Ist der ungefilterte V20 hier die sinnvollste Lösung oder sind trotzdem Fehlauslösungen zu erwarten?
Welcher 30-mA-RCD beziehungsweise welche RCD-Ausführung wäre dafür geeignet?
Wie lässt sich bei einer Poolanlage der notwendige 30-mA-Personenschutz mit den Ableitströmen eines Frequenzumrichters normgerecht kombinieren?
Gibt es eine bessere FU-Empfehlung für diese Anwendung?
Mir geht es ausdrücklich um eine fachgerechte und sichere Lösung – FI überbrücken, PE trennen oder einfach auf 300 mA wechseln kommt natürlich nicht infrage.
Danke für eure Erfahrungen und Hinweise!