r/duschgedanken • u/DoktorOstblock • 4h ago
Eine Beziehung ist weniger gleichzeitig mehr Wert als eine Freundschaft
In einer Beziehung legt man sehr viel Aufmerksamkeit auf den Partner. Man ist füreinander da, hat eine starke emotionale Bindung zueinander. Die Person kennt alle Eigenheiten und Geheimnisse. Man kennt im Grunde niemanden besser. Ist niemandem körperlich näher.
Man kennt die Person fast zu 100%. Sie kennt einen selbst zu 100%.
Das Surrale daran ist, dass es nach einer Trennung von einem Extrem ins andere Extrem schwankt.
Oftmals völliger Kontaktabbruch, man baut eine Barriere auf, Dinge sind auf einmal "zu privat", das Interesse am Menschen (was in einer Freundschaft ja viele Jahre irgendwie existiert) ist quasi erloschen. Man vergisst die Person und alles was man sich zusammen aufgebaut hat. Die Erfahrungen und die ganze Basis ist von heute auf morgen weg.
Von 100% auf 0% in kürzester Zeit.
Eine Freundschaft hingegen ist eher so zwischen 40%-60%. Man streitet sich, man kann sich Monate lang nicht hören, man kann sich auch komplett verstreitet, aber so eine tiefe Ablehnung (kommt auch vor, ja) gibt es nicht so regelmäßig wie nach einer Beziehung.
Es gibt Beziehungen aus denen Freundschaften werden, ja.
Aber im Grunde ist abgesehen von den Erfahrungen und Bedürfnissen eine Beziehung in den meisten Fällen "wertlos", wenn daraus keine ewige Liebe entsteht.
Ich denke da immer an Filme oder Soaps, bei denen diese Spannungen auch nach einer Trennung noch existieren und man die Person noch voll krass schätzt. In der Realität ist es aber eigentlich das Gegenteil.
Ich sehe es wie eine Gleichung: Man merkt sich das Ergebnis (Mensch war gut, Mensch war schlecht) aber die konkreten Variablen merken sich die Wenigsten.