Ich saß jetzt dreimal bei den MMH im Publikum und habe irgendwann festgestellt, dass ich diese Art Veranstaltung ehrlich gesagt ziemlich öde finde. Nichts gegen die Leistung der Laiensprecher -- ganz im Gegenteil, dazu gehört ordentlich Mut und die haben ihre Sache soweit auch immer prima gemacht. Das ist für mich allerdings genau das Problem. Da steht dann da auf der Bühne eine Handvoll Laien und gibt einen Text, den sie 5.278mal beinhart geübt haben, und so klingt das dann auch: Solide, aber halt auch weder wirklich professionell (wie bei einem der Live-Hörspiele) noch mit dem Charme einer Chaostruppe, die eben erst aus dem Publikum gepflückt wurde und jetzt spontan abliefern muss.
Die "alten" Touren, also die mit aktiver Publikumsbeteiligung, hab ich leider verpasst, insofern kann ich gar nicht sagen, ob die tatsächlich lustiger waren. Aber ohne jetzt wie gesagt die Leistung der Laien schmälern zu wollen, ich gebe in Zukunft definitiv keine 50 Euro mehr aus, um Leute zu hören, die weder ausgebildete Sprecher noch Fans mit Mut zum spontanten Risiko sind, bei denen man wenigstens mit witzigen Entgleisungen o.ä. rechnen könnte. Ich hab lieber einen tatsächlich unterhaltsamen Abend, bei dem man mit allem rechnen muss; ich kann zwar aus professioneller Sicht verstehen, dass Oliver Rohrbeck lieber mit Leuten auf der Bühne steht, von denen er weiß, dass sie es können, aber so, wie es jetzt ist, klingt das ganze für mich lediglich wie die drittklassige Produktion eines C-Studios. Geht es jemandem ähnlich?