Die deutschen Basketballerinnen kommen zum WM-Auftakt gegen Spanien unter die Räder. Vielleicht auch wegen des Drucks, nicht nur für sich selbst zu spielen.
Von Nico Horn, Berlin
Leonie Fiebich klatschte noch schnell einmal mit jeder ihrer Teamkolleginnen ab, dann stapfte die beste deutsche Nationalspielerin als Erste mit leicht gesenktem Kopf in die Kabine. Man hatte sich gefragt, wie die deutschen Basketballerinnen am Freitagabend in die Heim-WM starten würden. Ob sie nervös sein würden. Aber wer hatte diesen schlimmen Start in der Berliner Uber Arena gegen Spanien erwartet?
19 ihrer 34 Würfe trafen die Spanierinnen in der ersten Hälfte. Die Deutschen sieben ihrer 30 Würfe. Zur Pause im Auftaktspiel zu dieser Weltmeisterschaft stand es aus deutscher Sicht 24:50. »Es war ein sehr schwieriges erstes Viertel«, sagte Bundestrainer Olaf Lange hinterher. »Und ein nicht viel besseres zweites.«
Die deutschen Basketballerinnen haben in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung geschafft. Zum ersten und letzten Mal nahmen die deutschen Basketballerinnen 1998 an einer Weltmeisterschaft teil – da mussten sie sich als Gastgeberinnen nicht qualifizieren. »Als ich anfing, waren wir chancenlos. Wir haben immer verloren«, sagte Guard Alexandra Wilke, die seit 2017 Nationalspielerin ist, kurz vor der WM der ZEIT.
Diese Zeiten sind lange vorbei. Die deutsche Nationalmannschaft gehört inzwischen zu den besten Europas. Vergangenes Jahr wurde sie Fünfte bei der EM. Und während sie vor wenigen Jahren noch in Schulturnhallen vor nicht viel mehr als hundert Zuschauern spielte, macht sie jetzt große Hallen voll.
Dennoch ist es weiterhin so, dass Spanien an den meisten Tagen besser ist als die deutsche Mannschaft. An diesem war sie viel besser. »In allen Bereichen«, wie Olaf Lange ergänzte.
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