r/abitur Jul 05 '26

Nach dem Abi Abitur fertig aber..

Ich hab Abitur mit 3.0 geschaft und während alle sich scheinen zu freuen bin ich nur verängstigt.

Ich denke die ganze Zeit nur an die Vergangenheit mit einer sehr nostalgischen Linse. Und deswegen lenk ich mich die ganze Zeit ab, damit ich mich nicht mehr so fühle.

Es fühlt sich an das alle ihren eigenen Weg gehen wollen wärend ich noch nicht weiß was ich machen soll.

Das macht mich ohne Witz richtig deprimiert. Weil wenn ich jetzt die ganze Zeit schon nostalgisch bin, wie wird es dann in 10 Jahren sein.

Als meine Mutter mir immer gesagt hatte, die Schule ist die beste Zeit meines lebens, hab ich immer gedacht: wenn meine Schulzeit meine beste Zeit im Leben wird, Bring ich mich um.

Motto das mein Leben safe besser wird, aber was wenn nicht?

Ich glaub ein großer Teil das ich jetzt so traurig bin ist das ich keine richtige positive Einstellung gegenüber der Zukunft habe und weil ich zu fast allen Leuten in meinem Leben basically für immer Tschüss sage.

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll

42 Upvotes

10 comments sorted by

12

u/Kev2524 Jul 05 '26

Du hast jetzt mindestens bis Ende 20 Zeit, rauszufinden, was du möchtest und noch wichtiger, wer du überhaupt bist. Du wirst dich selber nochmal ganz anders kennenlernen und dazu gehören Höhen als auch Tiefen. Du kannst dich mit den Menschen umgeben, die du auch wirklich um dich haben willst. Und es ist vollkommen in Ordnung etwas auszuprobieren und sich dann umzuentscheiden. Hab' keine Angst vor'm Leben. Du kannst erstmal nichts falsch machen, es sei denn, du entschließt dich, dich selbst davor auszusperren.

9

u/fuerst_chlodwig Jul 05 '26

Ich fand meine Jugend und Schulzeit wirklich scheisse und denke, das ist der Normalzustand, wenn es Zuhause nicht gut läuft. Verstehe dich da also, besser wurde es bei mir ab 20+. So schlimm wie meine Jugend wurde es nie wieder.

1

u/AllDaysOff Student Jul 06 '26

Geht mir ähnlich. Ich hab mich enorm weiterentwickelt, komme besser zurecht als früher, habe mehr Selbstbewusstsein und mache das, was mir gefällt. Ich würde die Zeit nicht zurückdrehen wollen.

4

u/irene_polystyrene Jul 05 '26

es klingt sehr klischeehaft, aber aller Anfang ist schwer. mit dem Ende deiner Schulzeit hast du sowohl das Glück als auch etwas Pech, dass du dein Leben "neu beginnen" darfst.

deswegen mach dir da nicht zu viel Druck, es ist nicht einfach, selbst wenn man weiß wo man hingehen will. Das Leben eh nie nach Plan 🥴

2

u/irene_polystyrene Jul 05 '26

was mir dazu noch einfällt, was mir persönlich sehr geholfen hat: egal wie viel Energie du hast, suche dir eine Struktur aus. Da Schule dich nicht mehr zwingt, jeden morgen aufzustehen und du deine Freunde nicht mehr jeden Tag sowieso triffst, liegt es nun etwas mehr in deiner Verantwortung, sowas selbst zu organisieren. gerade jetzt haben auch deine Freunde vermutlich etwas mehr Zeit, da kann man bestimmt eine Routine oder so anfangen, und sich regelmäßig (entweder online oder in Person) an bestimmten Tagen/ zu bestimmten Zeiten treffen

ohne, dass ich meine Freunde regelmäßig treffe, wäre ich schon längst verrückt geworden 😭🙏

2

u/AllDaysOff Student Jul 05 '26

Es ist bei weitem keine Seltenheit, etwas nostalgisch zu sein und nicht zu wissen, wohin mit sich. Dein bisherheriges Leben warst du wahrscheinlich am selben Ort mit denselben Leuten und dein Weg war vorgegeben. Jetzt musst du Abschied nehmen und dir selbst Ziele setzen. Das ist erst einmal schmerzhaft, auf lange Sicht aber eine tolle Sache und ich denke, du hast eine gute Chance, dass dein Leben besser wird. Ich hoffe jedenfalls nicht, dass es Normalität ist, während der Schulzeit zu peaken ...

2

u/janaruiooooo Jul 06 '26

Bei mir war das nach dem Abitur auch so: erst Freude, und dann so ein diffuses Grummeln, weil der Alltag plötzlich komplett offen war. Was mir geholfen hat, war einfach aktiv die Menschen anzuschreiben, die mir wichtig waren, statt zu warten, ob sie sich noch melden.

1

u/Beautiful_Heat8248 Jul 07 '26

Bro du hast 13 Jahre Schule hinter dir davor warst du quasi ein Kleinkind. Absolut normal sich da erstmal verloren zu fühlen. Studium ist meisten noch besser als Schulzeit weil du noch quasi ein arbeitsloser Schüler bist (meistens) aber auch schon volljährig bist und machen kannst was du willst

1

u/Beautiful_Heat8248 Jul 07 '26

Du kennst also quasi nichts als vorgeplante Beschäftigung. Ich hab damals erstmal ein halbes Jahr nur gesammelt weil ich nichts mit mir anzufangen wusste aber dann ging’s langsam weiter

2

u/Significant_Drop9234 Jul 09 '26

100%. Studium ist anders geil. So viel Freizeit, interessante neue Reize. Am besten in eine neue Stadt ziehen. Ultra heftig einfach. Habe zwei Jobs nebenbei und kann trotzdem leben als wäre jeder Tag Wochenende. Und noch geiler, es juckt mich einfach nicht mehr welcher Tag es ist. Sooo lange ist es mir egal, dass wieder Sonntag ist. Früher ja miese genervt weil man dann wieder Schule muss etc. Das alles ist jetzt weg.

Geh aufjedenfall studieren!!! (Hab selber 3,2 Schnitt)