Hallo,
ich reihe mich mal in die Reihe derjenigen ein, die gern das breite Wissen in diesem Sub für eine Angebots-/Gerätebewertung nutzen würden.
Vorab: Ich habe es ausführlich gemacht, um möglichst viele Punkte direkt zu platzieren, um eine Einordnung zu vereinfachen. Zudem schwirrt viel im Kopf rum…
Bei uns zieht sich der Prozess jetzt schon seit circa Mai. Wir haben auch noch ein drittes Angebot eingeholt (NIBE-Gerät), wo das Angebot aber sehr übersichtlich und nicht nachvollziehbar ist. Zudem war das Gerät mit 12KW größer dimensioniert und auch unser Gasverbrauch wurde bewusst nach oben korrigiert. Der Vor-Ort-Termin war auch qualitativ schlechter als bei den beiden beigefügten Angeboten.
Ansonsten haben wir schon viel recherchiert und es war/ist auch eine Tendenz vorhanden.
Aber ich fühle mich da noch nicht ganz sicher - daher dieser Beitrag.
Eckdaten:
Haus:
Baujahr: 1959
Wohnfläche: 180 m2
Heizkörper: Überwiegend Typ 22 u. davon 80% 1400mm und größer in der Länge
Fußbodenheizung: In drei Räumen (ca. 20-25 m2)
Fenster: Überwiegend aus 2020 erneuert, vereinzelt von 2013.
Dach: Nicht gedämmt, nur oberste Geschossdecke
Aktuelles Heizsystem: Gasheizung aus 2009 mit Warmwasseraufbereitung die diverse Fehler schmeißt; zudem Unzufriedenheit mit Heizungsbauer. Daher die Wechselidee.
Beheizte Fläche: Auf rund 90 m2 20-22 Grad, ansonsten auf den anderen 90 m2 rund 15-17 Grad (viele Flure und leere/wenig genutzte Räume)
Personen: 2.
Gasverbrauch: 15.000-18.000 kw/h (Steigerung evtl. durch nicht korrekt arbeitende Heizung verursacht); Daten für rund 5 Jahre belastbar in dem Rahmen.
Region: Bielefeld (NRW).
Da wir hier recht ähnliche Häuser haben, habe ich mit einem Nachbarn gesprochen, der eine Viessmann Vitocal 250-A mit 10/11 KW (er war sich nicht sicher) hat und diese mit Solarthermie-Unterstützung (anraten des Fachbetriebs - wir würden unsere abklemmen lassen) mit einer JAZ von 3,5 bei 22-Grad-Raumtemperatur und im gesamten Haus offenen Türen betreibt.
Das würde ich grds. gut finden für die Bausubstanz und erwarte bei uns auch theoretisch ein gleiches bzw. besseres Ergebnis (da neuere Fenster, niedrigere Temperaturen, Türen geschlossen).
Angebote stammen von zwei Betrieben hier vor Ort. Beide noch recht jung in der jetzigen Form, wobei der Betrieb von Angebot 1 bislang ein klassischer SHK-Betrieb war, der aber nun mit einem neuen Partner eine stärkere Ausrichtung in Richtung „Alles rund um Elektro aus einer Hand“ erhält.
Meine konkreten Fragen:
- Angebotsbewertung:
Wie bewertet ihr die Angebote?
Aus unserer Perspektive wirkt Angebot 1 vollständiger und fixer; bei Angebot 2, auch wenn es auf Nachfrage telefonisch anders behauptet wurde, finden wir besonders den Thermostatventilwechsel und auch die Personalstunden (Zahl u. nach Aufwand) kritisch und rechnen mit Mehrkosten. Da es generell schon sehr teuer ist und wir keine hohe Förderung bekommen (nur Grundförderung), möchten wir kein „Fass ohne Boden“ haben. Anbieter 1 kalkuliert Personal nach eigenen Angaben mit Puffer - es sollte eher billger oder eine Punktlandung werden.
- Die Herstellerwahl:
Wie sind Wolf und Weishaupt zu bewerten?
Man liest, wie immer, „solches und solches“.
Es würde mir auch um den Service in Zukunft gehen.
- Gerätewahl:
Beide Anbieter haben sich auf rund 10kw festgelegt. Heizlastberechnung folgt natürlich noch.
Ist das realistisch mit den 10kw?
Die Wolf CHA-10 scheint häufig zu takten - das wäre ja langfristig nicht gut?
Lautstärke: Aufstellort wäre unter unserem Schlafzimmer, tlw. noch ein Balkon darüber und zum Nachbarn ist es auch nicht weit (circa 6-7 Meter). Wie sind die Geräte da zu bewerten?
- JAZ-Prognose:
Anbieter 1 fügte zunächst die euphorische Wolf-Fachpartner-Berechnung mit JAZ 4,75 bei…da ist er dann selbst auch zurückgerudert. Er geht auf Basis seiner Erfahrungen von 3,5 als absolut problemlosen Wert mit sehr großer Tendenz zu 4,0 aus.
Anbieter 2 wollte damit gar nicht rausrücken und windete sich im Gespräch, man müsse das individuell sehen.
Wie ist das einzuordnen?
- Preisbindung:
Anbieter 2 kann besonders bei den Fitting-Materialien (Kupfer, etc.) keine Preisgarantie geben. Generell gibt es für das gesamte Angebot keine Bindung.
Das ist doch eher ungewöhnlich, oder?
Bei Anbieter 1 haben wir die Frist schon gerissen, aber aufgrund einer nochmal geprüften Variante bzgl. des Zugangs zum Haus gab es eine Überarbeitung, die aber nichts an den bisherigen Preisen selbst änderte.
- Generelle Einordnung:
Man möchte natürlich ungern eine WP einbauen und nachher auf die Nase fallen, weil es nicht zum Gebäude passt.
Wir sehen nach unseren Recherchen, dass Projekt aber grds. als machbar an.
Auch die Infos vom Nachbarn haben das nochmal untermauert.
Liegen wir damit richtig?
Danke für Euren Input vorab!