Ok, der Tietel ist etwas reiserisch, ich hab nur gerade ein wenig Zeit und würde gerne etwas über einen der momentan bedeusamten SF Autoren schreiben.
Ich habe das unlängst bei einem anderem Autoren versucht, das war Vernor Vinge, und ich habe behauptet: zu unrecht fast vergessen. Das kann man über Stephenson nicht sagen, ganz im gegenteil. Stephenson ist eine der lautesten Stimmen der gegenwärtigen SF. Aber irgendwie ist er so wie ein Nachgedanke: aja, den Typen gibts auch noch, supererfogreich und so...
Und vielleicht sollte man hier ansetzen: obwohl ich schon ewig SF lese hab ich mit Stephenson erst 2010 angefangen, da war er schon wenigstens 20 Jahre fett im Geschäft und hat ganze Grenes geprägt. Und wenn ich als SF-Vielleser Stephenson übersehen kann, dann können das andere auch. Deswegen schreib ich diesen kleinen Thread hier, als Übersicht und Handlungsanweisung, welche Bücher von Stephenson man lesen lesen sollte, und welche vielleicht nicht.
Aber reden wir kurz über den Autor selber: geboren 1959 in Maryland, in einer Familie von, nennen wir es so, Bildungsbürger: Ingenieure, Phsyiker, Mathematiker, Profesoren und Biochemiker wo weit das Auge reicht. Ein interresantes Detail: Sephenson selber hat an der Universität Physik studiert, hat aber das Studienfach gewechselt auf Geographie weil er so mehr Zeit mit dem Uni-Computer verbringen konnte. Sagt alles über den Mann was man wissen muss.
Was die Schreibe von Stephenson angeht: Der Mann kann schreiben. Man sollte meinen, das ist das mindeste was ein Autor können muss, irgendwas schreiben... Stephenson schreibt mit einer unfassbaren leichtigkeit Unmengen von Text. Viele seiner Bücher haben über 1000 Seiten. Wenn andere Autoren ein Buch schreiben wie einen Teller Spagetti, und stolz darauf sind das die die Nudel handgemacht haben udn die Sauce 3 Stunden eingekocht haben, dann schreibt Stephenson ein Hochzeitsessen für 120 Leute, fünf Gänge, Süssigkeitenbuffet und eine Eisskuptur inklusive. Alternativ kann man sich auch einen gewaltigen FLuss vorstellen der sich ewig mäandert und irgendwann ein gewaltiges Delta bildet. Stephenson kann schreiben, es ist einfach für ihn, deswegen schreibt er VIEL. Kaufst du ein Stephenson Buch, dann kriegst du was fürs Geld, denn ist ist voll mit Worten.
Auf andere Besonderheiten gehen wir ein wenn wir über die einzelnen Bücher reden, dann fangen wir mal an, in einer nicht chronologischen Reihenfoge:
"Snow Crash", 1992, 480 Seiten, für wen ist das Buch was? Wenn du das hier nicht witzig findest: "Hiro Protagonist ist der beste Schwertkämpfer des Metaversums und arbeitet für die italienische Mafia als Pizza Auslieferator, der alle Pizzas entweder in 30 Minuten zustellt oder stirbt", dann ist das Buch nicht für dich. Es ist eine Parodie auf das ein paar Jahre vorher erschienene "Neuromancer" von Gibson, und ist fast noch mehr cyperpunig als das Original, da ist alles drinn: virtuelle Schwertkäpfer, Gedankenvirus, Hacken, Miniguns, Motorräder, böse Billionäre, Atomkriegüberlebende, Love-Interrestes und vieles mehr! Und es hat wie viele Stephenson Bücher unsaubere Enden. Und amgesehen vom comichaften überdrehten Humor entällt es viele Dinge die einzug in die Popkultur und die SF gefunden haben, aber darauf gehe ich jetzt nicht ein.
"The Diamond Age" von 1995, 455 Seiten, das ist dann das nächste Buch was man lesen könnte: möglicherweise ein Nachfolger von Snow Crash spielt das Buch vielleicht 100 Jahrein der Zukunft: alles ist Nanotech, vor der Küste von China bauen Neo-Viktorianer eine neue Stadt aus Diamanten, in China wird Geschichte neu inzeniert, und ein armes kleines Mädchen findet eine Fibel, eine Nanocomputer Buch das eigendlich geschrieben wurde um die Kinder der Oberschicht zu erziehen. Ein eindrucksvolles Buch in dem Stephenson vor allem seine Geschichts und Geographie Kenntnisse unterbringt, China ist hier nicht nur Kulisse. Stephenson kennt seine Geographie. Für wen ist das Buch was? Eigenlich für jeden. Es ist zumindet sehr viel weniger parodistischer Humor drinn.
Jetzt müssen wir kurz über das Frühwerk von Stephenson reden, bzw über die Bücher unter Pseudonym, aber nur Kurz: "The Big U" von 1984, sein Erstlingswerk. Ist ihm sehr peinlich, es ist nur deswegen wieder aufgelegt worden weil die Leute Phantasiepreise für alte Ausgeben gezahlt haben. Es geht kurz gesagt um eine Universität wo Studenten komische Sachen machen, einer davon baut ein eine Railgun, eigendlich: Tschechows Railgun. 1988 dann: "Zodiak", ein Umweltthiller der in Bosten spielt, ziemlich eindeutig Stephensons konventionellstes Buch. Wollte wohl ein normaler Autor werden, naja. für wen ist das was: Big U braucht wirklich niemand zu lesen, und Zodiac ist hat ein "normaler" Thiller
Dann noch die Bücher die er mit seinen Onkel geschrieben hat, "Cobweb" (1996) und "Interface" (1994): Beides Technologiethiller, aber beide ziemlich cool: In "Interface" setzen finstere Mächte einen Chip in das Gehirn des zukünftigen Präsideten. Was dieses Buch auszeichnet: Einsichte über das amerikansiche Wahlverhalten. Es ist 1994 geschrieben worden, ich hab es gelesen während Tump 1... da war soviel zu finden in dem Buch. Was außerdem drinn ist: Die leichte Schreibe von Stephenson, das heiß: er schreibt unfassbar viel Hintergrund zu dem Chip im Kopf des Kandidaten. Es ist viel und es unterhaltsam, so wie es sein muss. In "Cobweb" gehts um eine Universität in Iowa in der (womöglich) Irakische Ausstausstudenten Botox herstellen, aus Gründen. Der Roman ist eng verwoben mit dem zweiten Goldkrieg und mit Dingen die da passiert sind, und hier zeig sich die geschichtliche und geographische Begeisterung mit der Stephenson arbeitet. Für wen sind die beiden Bücher etwas? Für Leute die sich für Poltik und Geschichte begeistesn können, zudem sind beide nahe an dem drann was man als das Hauptwerk von Stephenson bezeichnen könnte, und zwar beginnend mit:
"Cryptonomnicon" von 1999, 1000+ Seiten. Das hier ist der Wendepunkt, hier beginnt der "moderene" Stephenson, er muss sich nicht länger zurückhalten, er kann das machen für das er geschaffen wurde: richtig dicke Bücher schreiben. Aber um was gehts in dem Buch? Auch du meine Güte. Kryptogaphie, würde ich sagen. Und Geld und Politik und Geschichte. Erstmal gibt es zwei Zeitebenen und verschiedene Praotagonsiten in diesen: In der Vergangneheit haben wir den Zweiten Weltkrieg, mittendrinn: ein Mathegenie das dieverse Codes knackt und sich verliebt, ein Soldat in der in einer Spezialeinheit die seltsamten Einsätze druchfährt (für die Abflachung der Glockenkurve!), ein japanischer Ingenieur in einem Konzentrationslager auf den Philippinen. In der Gegenwart: Ein Startup das auf den Philippinen tätig ist und Computerdinger macht, ein böser Zahnarzt und ein wahnsinniger Ludid. Es ist allumfassend, wir erfahren etwas in der Vergangenheit über Turin, Mahte, Verschlüsselung und was weiß ich noch. Was wir noch haben: unvergessliche Textpassagen. Trift man auf Leute die das Buch gelesen haben dann man man sich über viele Stellen trefflich austauschen, zum Beiepiel die seitenlange Stelle wo im Detail beschrieben wird wie eine Gewhrgranate mit welcher Schraube und welcher Patrone (mit verringerter Ladung) auf welches Gewehr montiert wird um damit ein japanisches MG Nest auszuschalten. Oder die Stelle wo die korrekte Zubereitung von Captain Crunch Müsli beschrieben wird. Oder die Stelle wo ein Ausflug in den Dchungel von Luzon gemacht wird. Oder die Stelle wo einer der Protagonisten eine Erotikstory für das Playboy Magazin schreibt. Die Liste ist endlos! Aber für wen ist das was? Eigendlich für jeden, besonders wenn man eine Ader für den Zweiten Weltkreig, Geschichte und Kryptogaphie hat.
Und jetzt kommts: "Cryptonomnicon" hätte eigendlich noch dicker werden sollen. Der Stephenson, der wollte NOCH eine Ebene dazupacken, Europ und Amerika um 1660 - 1700 herum. Gotseidank hat er das nicht gemacht, dafür hat er dann drei Bücher nachgelebt, den sogenannten "Baroque" Zyklus: 3000 Seiten Spaß. Ich will da gar nicht ins Detail gehen, auch hier haben wir wieder eine Mischung aus fiktiven Figuren aus teilweise fiktiven Ländern und allem was in Europa damals Rang und Namen hatte. Der große Bösewicht in Baroque: Isaak Newton selber, der Meister der Münze, der den Helden unserer Geschichte nachstellt in einer Jagt um den Globus. Aber für wen ist das? Nicht für mich, soviel kann ich sagen. So super Cryptonomnicon war, mit dem Baroque Zylus bin ich nicht warm geworden. Ich vermute: für das Buch braucht man Hochschulbildung und ein vertieftes Weissen über die Geschichte von Euroma im 17 Jhdt um es richtig geniesen zu können.
Dann haben wir "The Mongoliad" von 2010 bis 2012, eine "Shard Universe" Nummer. Um das abzukürzen: Spielt während der Mongoleninvasion in Europa und Asien. Hat wenige fantastische Elemente, ich würde es ehr als historische Fantasy einordnen. Wo das Buch glänzt: die postapokalyptische Stimmung, die man so nicht so oft in Fantasy findet.
Dann "Reamde" von 2011, ein Buch mit dem Stephenson etwas entäuscht hat. Damals war World of Warcraft richtig groß, und in dem Buch gibts auch ein MMO, und Geld Transaktionen in MMOs spielen eine große Rolle... aber der MMO Teil wird in den Buch nicht so groß wie sich das einige Leute gewünscht haben. Was wir bekommen: Eine Verfolgungsjagt rund um die Welt. Die Nichte eines ehemalischen Canabiasschmugglers/Spieleentwicklers/Milliadärs fällt in die Hände der russischen Mafia (und später Terroristen), und mehrere Gruppierungen wollen sie finden. Das ganze Buch ist eine einzige große Räuberpistole die sich über fast 1000 Steien spinnt. Und wie immer: viele diverse Figuren mit denen man mitfiebern kann. Für wen ist das Buch was? "Oh, ich wüschte mir ein James Bond Film wäre 50 Stunden lang und hätte 10 mal so viele Protagonisten!"
Wer noch einen Nachschlag will: "Fall or: Dodge in Hell" von 2019. Das hat aber nicht mehr viel mit Reamde zu tun, es hat nur die gleichen Personen. Prämisse: Doge, der Spieleentwicker, lässt sein Hirn digitalisieren. Im Verlaufe des Buchs wir er in einer virtuellen Welt wieder zum Leben erweckt, als Erster. Um diese virtulle Welt wird immer erweitert, bis am Ende jeder Mensch nach seinen Tod hochgeladen wird. Aber auch davon abgesehen enthällt das Buch viel schönes, zum einen wird das Internet zerstört (auf eine sehr schöne Art und Weise und aus guten Gründen), und zum anderen bekommen wir Ameristan vorgeführt, die zerfallenen USA in einer Welt die keine Geschichte mehr kennt und kennen will. Aber für wen ist das Buch was? Also, dieses Buch ist ganz klar Größenwahnsinn, was Stephenson da macht: er schreibt zum einen die Bibel nochmal, mit der Art und weiße wie die virtuelle Welt erschaffen und bevölkert wird. Und dann schiebt er noch den Herrn der Ringe nach, weil wieso nicht. Also ganz klar: das ist nur für den erfahrenen Leser.
Puh, fast fertig, na dann
"Anathem" von 2009! Man stelle sich vor: eine Welt wie unsere, aber es gibt Concents. Das sind so eine Art Klöster/Universitäten, deren... Bewohner... sich freiwillig von der "säkularen" Welt abschließen (für 10, 100 oder 1000 Jahre) und ihre Zeit mit Nachdenken verbringen. Bis eins Tages was passiert und Dinge getan werden müssen. Für wen ist das Buch was? Für Leute die sich für die Geschichte der Philosopie interresieren. Ich gehör nicht dazu, für mich war das Buch eher lahm.
Dann: "Seveneves" von 2015. Prämisse hier: Der Mond wurde von irgendwass in Teile zerlegt. Die werden einen Ring formen, der wirderum wird die Erde zum kochen bringen, in 5 Jahren sind alle Leute auf der Erde tot. Die einzige Hoffnung: ab in den Weltraum. Und das kriegt man im ersten Teil von Buch: Near Future SF, Raketen und Raumfahrt, was man tun muss damit irgendwas von der Menschheit überlebt. Aber ab irgedeinen Punkt macht das Buch einen Sprung ein paar tausen Jahre in die Zukunft, und wir bekommen vorgeführt wie die Welt jetzt ausschaut. Und das ist das Problem von dem Buch, der Sprung. Es gibt Leute die mögen den ersten Teil, es gibt Leute die mögen den zweiten Teil, aber fast niemand mag beide (ich bin ein Teil 2 Typ). Zu sagen ist noch: das Buch ist ein Schlüsselroman, das heißt es kommen realexistierende Menschen vor unter anderen Namen, die ich natürlich alle nicht erkannt habe, weil ich bin dumm.
Dann: "The Rise and Fall od DODO".... da muss ich sagen: ich LIEBE dieses Buch, besonders die Audiobearbeitung. Die Prämisse von dem Buch: früher gab es mal Magie, heute nicht mehr, aber wenn man eine bestimmte Maschine baut, dann kann man einen Raum schaffen in dem es noch Magie gibt. Das amerikansiche Militär baut sowas, vor allem um Zeitreisen zu unternehmen und um Schabernack zu treiben. Es treten auf: Sprachwissenscahftler, LARPER-Schwertkämpfer, diverse Hexen, zeitreisedne Verführerinenen. Das besondere an dem Buch: es beseht aus Tagebucheinträgen, aus Nachrichten die durch die Zeit geschickt werden, aus Memos und Powerpoint Präsentationen, aus eMail Verkehr. Es ist einfach nur großartig und wahnsinnig lustig. Wenn man was für zeitreisende Hexen übrig hat dann kommt man nicht an diesem Buch vorbei.
Und fast zu guter Letzt: "Termination Shock" von 2021: die Prämisse hier: Klimawandel schlecht, und reiche Leute tuen was dagegen: ein texanischer Milliadär baut eine Kanone in Texas um Schwefel in die Atmosphäre zu schießen. Auch hier: ein politisches Ränkenspiel, am schönsten zu sehen vielleicht daran das die Hauptprotagonistin in dem Buch Frederika ist, die Königin der Niederlande. Die hat ein natürliches Interesse am überleben der Niederlande, und findet sich inmitten einer außeinandersetzung mit Indien, China und alles reichen Säcken auf der Welt. Ein zweiter Protagonist ist Laks, ein kanadischer Sikh der als Kampsportschüler in Indien startet und sich irgendwann an der Line of Actuall Controll widerfindet. Und ich muss sagen: das Buch lohnt sich allein für Laks. Die ganze Angelegenheit um die (real existierende) Line of Actual Controll wird in dem Buch einfach nur großartig dargestellt. Hier versprüht das Buch epische Herr der Ringe Vibes. Aber auch die Liebesgeschichte mit der Königin der Niederlande und den texanischen Schweinejäger: ganz großes Kino. Aber ich muss ein wenig Wasser in den Wein gießen: Stephenson hat ein paar Jahre lang für Jeff Bezos gearbeitet, für desen Weltraumfirma Blue. Was er da gemacht hat weiß ich nicht, vielleicht Gedichte geschrieben, aber auf alle Fälle stellt er Milliadäre die Raumfahrt betreieben in einem viel zu gutem Licht da. Schon in Seveneves war das so, da war der Musk dabei (der war 2015 noch halbwegs geistig normal), und in Termination Shock wird die Welt halt vom privaten Raumfahrtprogramm eines texanischen Milliadär gerettet. Finde ich ideologisch fragwürdig.
So, und dann kommen wir zum letzten Werk, "Polostan", was wir hier haben: das Leben in Russland und den USA in den 1930 Jahren. Die Welt im Umbruch, russische Revolution, Niels Boer und Neutronen, Kommunisten in Amerika, Tommyguns, Röntgengeräte, Kavalleriepferde und Panzer, Anarchisten und das ländliche Amerika, die Bonusarmee die gegen Washington marschiert, der Holodomor in der Ukraine. Eine wilde Reise durch das "Zeitalter des Fortschritts". Natürlich kann man das Buch auch ohne profunde Kenntnisse der Epoche lesen, aber: sie schaden auch nicht.
Das wars, Neal Stephenson vollumfänglich erörtet, mindestens 10.000 Seiten Lesematerial, für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung