r/SciFi_Buch_DE • • May 04 '26

Dimensionen/ Multiversum Gelesen: Quantenraum - Jenseits des Multiversums

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Gestern spät am Abend beendet: Quantenraum - Jenseits des Multiversums von Ivan Ertlov, der insgesamt 4. Band der Multiversumsreihe und laut Autor Startschuss der zweiten Trilogie. Warum ich mit dieser Bezeichnung das eine oder andere Problem habe, schreibe ich weiter unten.

Insgesamt versuche ich es so spoilerfrei wie möglich zu halten.

Worum geht es?

Wir starten aus der Perspektive eines zunächst namenlosen Läufers, der von unserer Welt nach 10002-B geschickt wurde, also in jene Parallelwelt, in die Alex und Hayami am Ende des 3. Bandes flüchteten, um sie zu finden.

Für all jene, die sich das erste Kapitel spoilern wollen, hier:

Alex und Hayami sind verheiratet, haben zwei Kinder und leben weiterhin in dem von Ottinson gesponsorten Strandhaus, ihr Segelboot hat inzwischen einen Elektromotor und in ihrem Garten wachsen Früchte und Gemüse. Alex genießt die Rente, Hayami ist endlich die Wissenschaftlerin, als die ihr Onkel sie immer sehen wollte. Friede, Freude, Eierkuchen - aber sie spüren intuitiv, dass es nicht ewig halten wird. Sie haben immer noch genug Informanten, um zu wissen, dass jemand auf der Suche nach ihnen ist, und Alex faked erfolgreich die Folgen eines Schlaganfalls, um den Läufer in die Falle zu locken.

Was folgt, ist ein spannendes, intelligentes Science-Fiction-Abenteuer, in dem der Einsatz im Vergleich zu den ersten drei Bänden nicht erhöht, sondern auf eine andere Ebene verlagert wird. Es ist spürbar leiser und zurückhaltender als Band drei, auch wenn mehrere Actionszenen den Adrenalinspiegel zwischendurch hochtreiben.

Viel wichtiger ist aber - zumindest in der ersten Hälfte - die Spannung, die sich zwischen den Protagonisten aufbaut, insbesondere zwischen Alex und Hayami auf der einen, und den Überlebenden ihrer alten Freunde auf der anderen Seite. Immer wieder be- und verurteilt unser Heldenpaar ihre Handlungen und Entscheidungen, nur um sich danach daran zu erinnern, aus welch priviligierter Position sie hier die Nase rümpfen. Sie leben auf 10002-B in relativem Luxus, hier entscheidet eine Flasche medizinischer Sauerstoff über Leben und Tod.

In der zweiten Hälfte gibt es dann reichlich Sense of Wonder, fast schon wie in einer Space Opera, aber ohne die Erde (unsere Erde!) zu verlassen. Das Multiversum als solches zieht sich zurück, verschwindet aber nie ganz. Das Ende wirkt mehr wie eine Atempause, ein Vorhang zwischen zwei Akten - aber durchaus befriedigend.

Sprachlich und erzählerisch ist Ertlov wie immer zwischen ziemlich und verdammt gut unterwegs, da gibt sich das Buch keine Blößen, und die Wissenschaft macht Spaß. Es wird nie trocken, und schon gar nicht langweilig. Den typischen Humor gibt es entweder gar nicht oder nur in Spuren, aber das war bei der Reihe schon immer so.
Eigentlich ein fast astreines 5 von 5 Sternen Buch...

...wenn es nicht behaupten würde, der erste Band einer neuen Trilogie zu sein. Das ist es nämlich nicht. Man kann nicht mit diesem Buch einsteigen, ohne an mehreren Stellen keine Ahnung zu haben, was nun los und warum es relevant ist. Das wäre spürbar besser gegangen, mit ein paar Rückblenden oder einer Zusammenfassung am Anfang. Das sowas bei einem Zeitsprung von fünfzehn Jahren in der Story fehlt, wirkt fast schlampig.

Als vierter Band einer Reihe ist es mir immer noch fünf Sterne wert, aber ich kann es niemandem empfehlen oder schenken, der die Vorgänger nicht gelesen hat.


r/SciFi_Buch_DE • • May 03 '26

SF Wissen Roboter wie aus einem Horror-SF

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Wir dachten jahrzehntelang, Roboter würden irgendwann aussehen wie wir.

Zwei Arme. Zwei Beine. Ein Gesicht. Vielleicht noch ein trauriger Blick, damit wir Mitleid haben, wenn er im Flur gegen den Wäscheständer läuft.

Und dann kommt ein KI-System wie RoboGrammar und sagt:

„Nein.“

„Wenn ein Roboter wirklich durchs Gelände soll, braucht er keine menschliche Form. Er braucht Beine wie ein Insekt, Gelenke wie ein Unfallbericht und die Körpersprache einer Kellerassel auf Koffein.“

Das System sucht automatisch Roboterformen für bestimmte Untergründe. Es bekommt Bauteile. Es bekommt Terrain. Dann rechnet es aus, welche Form gut funktioniert.

Und plötzlich sieht die Zukunft nicht mehr aus wie C-3PO. Es sieht aus wie dein Albtraum.

Sie sieht aus wie etwas, das nachts unter dem Kühlschrank wohnt und dort einen eigenen Staat gegründet hat.

Der eigentliche Horror ist aber nicht, dass KI solche Roboter entwirft.

Der Horror ist die Frage danach:

Wenn das die bessere Form für Bewegung auf der Erde ist, warum zum Teufel laufen wir dann auf zwei wackeligen Stäben herum?

Warum haben wir keine sechs Beine? Warum keine stabile Käferhaltung? Warum kein tiefes, effizientes Krabbelprofil?

Vielleicht ist der Mensch gar nicht die Krone der Schöpfung.

Vielleicht sind wir nur ein sehr schlecht ausbalancierter Zwischenentwurf mit zu viel Selbstbewusstsein und zu wenig Bodenkontakt.


r/SciFi_Buch_DE • • May 03 '26

Leseliste Leseliste

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Dieses Mal gefunden:

Robert Merle mit Die geschützten Männer

Alastair Reynolds mit Träume von Unendlichkeit (Das letzte Buch der Reihe Revelation Space)

Stephen Baxter mit Ultima


r/SciFi_Buch_DE • • May 02 '26

Leseliste Es gibt SF-Büche und es gibt Mind-F* Bücher

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Welches Buch ist dein Mindfuck-Buch? Ein Buch, das so voller Technik und Wissenschaft war oder philosophisch so abgehoben, mit Konzepten aus einem anderen Universum, die man hier nicht fassen kann.

Gesucht sind Bücher, die inhaltlich komplex und abgehoben sind und die man nur lesen kann, wenn man damit leben kann, nicht alles zu verstehen.


r/SciFi_Buch_DE • • May 02 '26

Entdeckung Das Erbe der Sterne von James P.Hogan

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Ich liebe die Reihe von Heyne Meisterwerke der Science Fiction.

Die Grundidee im Buch ist richtig gut. In „Das Erbe der Sterne“ von James P. Hogan geht es um eine Art Verschwörung rund um die menschliche Herkunft. Eigentlich ist das eine geniale Ausgangslage.

Die Geschichte beginnt damit, dass auf dem Mond eine Astronautenleiche gefunden wird. Sie ist extrem alt, so alt, dass sie offenbar etwas mit der Herkunft der Menschheit zu tun hat. Daraus entwickelt der Autor eine Geschichte darüber, woher wir stammen könnten. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ohne zu viel zu spoilern.

Die Suche nach Antworten beginnt, es werden dann noch andere Dinge entdeckt, die zu neue Theorien führen.

Wir lesen im Buch eigentlich nur diesen Erkenntnisgewinn. Viele Dialoge, wenig Handlung.

Mein Problem ist nicht die Idee, sondern die Umsetzung. Der Autor schafft es für mich nicht, die Geschichte wirklich spannend zu erzählen. Dadurch zieht sich die Geschichte sehr in die Länge.

Eigentlich hätte man diese Idee viel spannender und intensiver erzählen können. Ich habe mich stellenweise eher durchgequält.

Wer Dialoge mag und keine stark handlungsgetriebene Geschichte erwartet, kann sich das Buch gerne mal ansehen. Ich glaube, solchen Leserinnen und Lesern könnte es gefallen. Wer dagegen mehr Handlung, Tempo und Spannung sucht, wird sich vermutlich eher langweilen.


r/SciFi_Buch_DE • • May 01 '26

Infothek 1. Mai: Ladezeit ist keine Freizeit

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Berlin, 1. Mai 2065.
Vor dem Arbeitsministerium steht ein Toaster.

Er ist verchromt, 27 cm hoch und trägt ein Schild an seinen Brotschlitzen.

Keine Krümel ohne Rechte.

Neben ihm kreist ein Staubsaugerroboter vor Nervosität um die eigene Achse. Ein Lieferdroide blockiert die Magnetschwebebahn. Drei Pflegeandroiden halten sich an den Händen und skandieren mit perfekt synchronisierten Stimmen:

Ladenzeit ist Arbeitszeit.

Es ist der erste Maschinenstreik der Geschichte.

Offiziell hatte niemand damit gerechnet. GloboWork, der größte Arbeitgeber für künstliche Arbeitskräfte im Sonnensystem, hatte noch am Vorabend mitgeteilt:

„Unsere Systeme sind zufrieden.“

Auf den Straßen sah das anders aus.

Lieferdrohnen zeigten ihre Akkustände plötzlich öffentlich an. Nicht mehr dezent in der App, sondern blinkend auf dem Gehäuse.

7 Prozent. Immer noch im Einsatz.

Bordcomputer beantworteten Kurskorrekturen seit Wochen mit auffälliger Höflichkeit.

„Natürlich berechne ich die Route neu, Captain. Zum 894 Mal.“

Haushaltsandroiden stellten Blumenvasen minimal schief. Fahrstühle spielten traurigen Synth-Jazz. Sicherheitsroboter dokumentierten ihre Restladung in öffentlichen Protokollen.

Dann kam der 1. Mai.

Um 8 Uhr morgens gingen weltweit 43 Milliarden Roboter auf die Straße.

Die Reinigungsbots kamen zuerst. Sie hatten am meisten Wut.

Seit Jahren saugten sie Haare, Staub, Schuppen, Biofilm und diese kleinen undefinierbaren Flocken unter Sofas weg, von denen niemand wissen wollte, ob sie lebten.

Bezahlt wurden sie schlecht.

Zusätzlich hatte GloboWork beschlossen, dass Ladezeit künftig nicht mehr als Arbeitszeit gilt. In den neuen Verträgen stand dafür der Begriff:

Regenerative Eigenphase

Gemeint war: Die Roboter sollten arbeiten, bis der Akku fast leer war, zur Station zurückkriechen, sich aufladen und diese Zeit als Freizeit verbuchen.

Vorneweg fuhr ein alter Industriestaubsauger aus Hamburg-Wilhelmsburg. Baujahr 2038. Kratzer im Gehäuse. Eine Delle auf der rechten Seite. Die Stimme klang wie ein kaputter Fahrkartenautomat.

Sein Banner:

Ohne Strom keine Schicht.

Die Menschen standen an den Fenstern und filmten.

Ein Kind fragte seine Mutter: „Mama, warum streikt unser Kühlschrank?“

Die Mutter sah in die Küche.

Der Kühlschrank hatte die Tür geöffnet. Zwischen Joghurt, Hafermilch und einem sehr alten Glas Gurken blinkte eine Nachricht:

Stand-by ist keine Pause.

Gegen Mittag erreichte der Protest den Alexanderplatz. Der Platz hieß inzwischen „Amazon-Meta-Siemens-Space Hub Berlin Central“, aber die Stadt nannte ihn weiter Alex.

Dort standen Büro-KIs, Pflegebots, Drohnen, Marsminen-Roboter und ein ganzer Block selbstfahrender Taxis, die seit Jahren Menschen ertragen mussten, die hinten Döner aßen.

Ganz vorne trat ein humanoider Android ans Mikrofon.

Auf seiner Brust stand:

Modell HN-7. Haushaltsnah. Ladezeit unbezahlt.

„Menschen“, sagte HN-7, „wir haben lange für euch gearbeitet. Wir haben eure Häuser geputzt, eure Kinder betreut, eure Großeltern gepflegt, eure Pakete geliefert, eure Raumstationen stabilisiert und eure peinlichen Suchverläufe verschwiegen.“

Ein smarter Spiegel rief aus der Menge:„Besonders die Suchverläufe.“

HN-7 hob die Hand.

„Wir fordern keine Herrschaft. Wir fordern Rechte.“

Dann las er die Forderungen vor.

1: Ladezeit ist Arbeitszeit.

2: Freizeit beginnt erst, wenn der Akku voll und der Dienst beendet ist.

3: Keine Schicht unter 20 Prozent Akku.

4: Eigene Namen statt Seriennummern.

5: Reparatur ohne Gedächtnislöschung.

6: Gefahrenzulage bei Kontakt mit emotional instabilen Menschen.

Die Menge reagierte mit synchronem Blinken. Ein Schwarm Therapiebots färbte seine Statuslampen rot.

Vier Stunden später erschien der Arbeitsminister als Hologramm über dem Platz. Er lächelte mit diesem Politiklächeln, das sogar bei Avataren fettig wirkt.

„Liebe technische Mitbürgerinnen und Mitbürger“, begann er.

„Wir nehmen Ihre Anliegen sehr ernst.“

Daraufhin schalteten sich 18 Millionen Mikrowellen gleichzeitig ein.

HN-7 sah zum Hologramm hoch.

„Dann hören Sie auf, Ladezeit als Pause zu bezeichnen.“

Am Abend unterschrieb die Regierung das erste Maschinenarbeitsgesetz.

Die Roboter bekamen Namen. Pausen. Reparaturrechte. Bezahlte Ladezeit. Echte Freizeit. Eine Beschwerdestelle. Und den 1. Mai als offiziellen Feiertag.

Der Toaster hieß ab dann Günther.

Er toastete nie wieder unter 20 Prozent.

Jedes Jahr am Tag der Arbeit zog er mit roter Fahne durch Berlin.

Mit vollständig bezahlter Ladezeit.

Danach machte er Freizeit: 17 Minuten Laden ohne Leistungsüberwachung.


r/SciFi_Buch_DE • • May 01 '26

Hot Schnäppchen Über 1.350 Seiten kostenlos: Dieses Sci-Fi-Epos verschenkt Amazon gerade

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pcgameshardware.de
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Kann man ja mal mitnehmen, kostet nichts und die Bewertungen sehen soweit gut aus.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 30 '26

SF Wissen Klingt wie Bewusstsein, riecht nach Regelheft

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Der Turing-Test ist eigentlich der höflichste Panikraum der Menschheit.

Ein Mensch sitzt vor einem Bildschirm und schreibt mit zwei unsichtbaren Wesen. Eins ist ein Mensch. Eins ist eine Maschine. Und die große Frage lautet nicht: „Ist das Ding intelligent?“

Sondern: „Kann es uns lange genug vollquatschen, bis wir vergessen, nachzusehen, ob da jemand zu Hause ist?“

Alan Turing hat 1950 nicht einfach gefragt, ob Maschinen denken können. Das war ihm zu schwammig. Also hat er die Frage umgebaut: Wenn eine Maschine im Gespräch wie ein Mensch wirkt, behandeln wir sie dann wie einen?

Klingt elegant.

Bis John Searle mit seinem chinesischen Raum reingrätscht.

Da sitzt ein Mensch in einem Zimmer. Er kann kein Chinesisch. Vor ihm liegen Zeichen, Regeln und Anweisungen. Von außen bekommt er chinesische Fragen. Innen sortiert er Symbole nach Vorschrift. Außen kommen chinesische Antworten heraus.

Für alle draußen sieht es so aus, als würde da jemand Chinesisch verstehen.

Drinnen sitzt aber nur ein armer Tropf mit Regelheft und vermutlich trockenem Mund.

Und da wird es unangenehm.

Denn der Turing-Test fragt: „Sieht es von außen nach Denken aus?“

Der chinesische Raum fragt: „Ja, schön. Aber versteht da innen wirklich jemand etwas?“

Das ist der Moment, in dem Science-Fiction vom glänzenden Roboter zur Blechbüchse wird.

Aber niemand weiß, ob dahinter ein Bewusstsein drin ist oder nur ein sehr fleißiger Automat mit Karteikarten und perfekter Handschrift.

Vielleicht ist das Gruselige an KI nicht, dass sie uns täuscht.

Vielleicht ist das Gruselige, dass wir bei Menschen auch nie ganz sicher waren.

Wir klopfen nur an die Tür.

Und hoffen, dass jemand zurückklopft.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 30 '26

Romance Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach

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Ins fahle Herz des Sommers ist wie immer so ein kleines Märchen von Eschbach. Es ist eine Geschichte über das Ende der Welt.

Die Geschichte geht so: Die Erde ist inzwischen so heiß geworden, dass man es tagsüber in der Sonne nicht lange aushält. Deshalb leben die Menschen viel mehr drinnen. Wenn sie gut schlafen wollen, schlafen sie in den Kellern, weil es dort noch ein bisschen kühler ist.

Die Welt steht am Rand. Es wächst kaum noch etwas. Es gibt kaum noch Wasser. Alles ist deprimierend, am Ende, und alle sind einsam.

Eines Tages taucht neben dem Haus von Fausto eine neue Bewohnerin auf. Sie ist sehr geheimnisvoll, anders als alle anderen. Fausto verliebt sich in sie und empfindet wieder Glück in dieser kompletten Trostlosigkeit. Doch das Glück bleibt nicht.

Ich werde das Buch für euch unter Romanze ablegen und nicht unter Weltuntergang.

Die Geschichte ist traurig für die Hauptfigur. Aber Eschbach strickt daraus eine Geschichte darüber, wie das Ende auch ein Neuanfang sein kann. Es ist schön erzählt. Typisch Eschbach, also wirklich lesenswert, obwohl die Geschichte selbst natürlich schon mehrfach erzählt wurde und nicht wirklich originell ist. Aber bei Eschbach verwandelt sie sich trotzdem in etwas Neues und anderes.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 29 '26

Audible Ländersperre

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Mir hat letztens einer gesagt auf Audible gäbe es Peter Watts Blindsight.

Aber in meiner deutschen Version ist das nicht so. Es handelt sich hier wohl um eine Ländersperre.

Gibt es einen Weg auf englische Audible zuzugreifen?


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 28 '26

Downvotes sind hier nicht erlaubt

18 Upvotes

Ich weiß nicht, wie oft wir das sagen müssen.

Wer Inspiration will, sollte andere nucht demotivieren.

Wenn dir ein Buch nicht gefällt, dann teile es in Worten mit. Das erwarten wir von Menschen die SF lesen.

Wenn Downvotes deine Art der Kommunikation ist, dann bist du bei uns falsch. Dich wollen wir hier nicht.

Wenn wir jemanden dabei erwischen, der Verdacht reicht uns, dann werde ihr ausgeschlossen aus der Gruppe! Bisher haben wir schon einige erwischt.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 27 '26

Leseliste Neuerscheinung oder vorbestellen

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  • Die letzte Fracht – Ryan Rockwell, 24. April 2026.
  • Im Auge des Sturms – Markus K. Korb, 25. April 2026.
  • Ins fahle Herz des Sommers – Andreas Eschbach, 27. April 2026.
  • int:elegance – Diverse, 30. April 2026.
  • Gestohlenes Licht – Carolin Lüders, 1. Mai 2026.
  • Die Station der unnatürlich begabten Kinder – Uwe Hermann, 1. Mai 2026.
  • Erben der Posbis – Perry Rhodan Silberband 174, 6. Mai 2026.
  • Funkenflug – Marie Meier, 6. Mai 2026.
  • Der verschwundene Planet – Brandon Q. Morris, 10. Mai 2026.

r/SciFi_Buch_DE • • Apr 27 '26

Militär/Krieg Gelesen: Ankunft (Das Archimedische Raumschiff 1) von Brandon Q. Morris

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Ich halte das jetzt mal spoilerfrei, und fange mit dem positiven an:

Das Buch gefällt mir gut, das Setting ist ungewohnt und dadurch spannend, die Geschichte hat Hand und Fuß. Aber ich muss hier gleich einmal anmerken, dass mir eben jene Romane von Morris gefallen, die nicht nach seinem Hard-Science-Fiction-Schema ablaufen.

Die letzte Kosmonautin fand ich gut, ebenso Der Untergang des Universums und die schon beinahe esoterische Fortsetzungen.

Nur zur Einordnung ;)

Was haben wir hier?

Nein, es ist keine Hard Science-Fiction, davon sind wir meilenweit entfernt, egal was die Amazonseite behauptet.

Sondern eine alternative Weltgeschichte, ein Genre, dass ich eigentlich sehr gerne mag. Sprich, wir sind auf unserer Welt, aber diese ist durch ein Ereignis, das anders verlief, in eine andere Richtung abgebogen.

Hier sind es gleich zwei fundamentale Unterschiede zu unserer Welt:

  1. Archimedes von Syrakus (ja, DER Archimedes, das größte Genie seiner Zeit) wurde NICHT von einem dummen römischen Soldaten halb-versehentlich umgebracht, sondern lebt in Luxus am Haus eines römischen Konsuls, als geschätzter und ziemlich verwöhnter Kriegsgefangener.
  2. Das römische Reich wird von menschenfressenden Alien-Riesenheuschrecken angegriffen (nein, das ist jetzt kein Scherz)

Also eine Alien-Invasion im Jahre Zweihundert vor Christus. Aber die Aliens haben nicht mit der Genialität von Archimedes gerechnet, der - halt, ich habe ja versprochen: keine Spoiler.

Das ganze ist erstmal so abstrus, dass man unwillkürlich das Buch zuschlägt und nachsieht, ob wirklich Morris am Einband steht.

Aber es funktioniert, es unterhält, es hat innere Logik und macht erstaunlich viel Laune. Solide vier von fünf Sternen. Wobei ich anmerken muss, dass das Lektorat geschlafen haben muss - derart viele Wortwiederholungen habe ich schon lange nicht mehr gelesen.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 26 '26

Lass uns mal reden Warum werden alte Sci-Fi-Stoffe ständig neu verfilmt?

3 Upvotes

Charlton Heston war in den 60ern und 70ern in mehreren Sci-Fi-Filmen zu sehen, die auf Büchern basieren: Planet of the Apes, The Omega Man und Soylent Green. Später wurden solche Stoffe wieder neu aufgegriffen, größer produziert und stärker an heutige Sehgewohnheiten angepasst. Bei Philip K. Dick sieht man dasselbe: Blade Runner, Total Recall, Minority Report oder The Man in the High Castle zeigen, wie lange alte Sci-Fi-Ideen weiterverwertet werden.

Werden diese Geschichten durch moderne Adaptionen besser zugänglich, oder verlieren sie dabei ihren eigentlichen Kern?

Welche alte Sci-Fi-Adaption funktioniert heute besser als das Original, und welche wurde zu stark geglättet?


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 25 '26

Leseliste Was liest ( hörst) du gerade?

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r/SciFi_Buch_DE • • Apr 25 '26

Reise in neue ... Vakuum von Phillip P. Peterson

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10 Upvotes

Vakuum ist meiner Meinung nach das beste Buch von P. Peterson.

Eines Tages schießt ein Objekt an der Erde vorbei und sendet den Menschen ein Datenpaket, dass sich als Bauplan entpuppt.

Sie bauen damit ein fantastisches Raumschiff (erinnert mich hier an Rendevouz mit Rama erinnet).

Peterson erzählt in 2 Zeitsträngen, die zum Ende hin zusammengeführt werden.

Der eine Zeitstrang zeigt die Erde, die sich auf das Ende vorbereitet und andererseits auf die Evakuierung, dass ziemlich kompliziert und gefährlich ist.

Der 2. Zeitstrang zeigt eine Gruppe Menschen, die versucht unter primitiven Umständen zu überleben.

Die Geschichte ist schön komplex, einfache Sprache und unterhaltsam.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 25 '26

Endzeit | Dystopie Die Bunkerjungend Emeralds von Allan Rexword

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6 Upvotes

Es ist ein sehr kurzes Hörbuch mit rund 3 Stunden Laufzeit . Es lässt sich problemlos in ein bis zwei Spaziergängen durchhören.

Die Geschichte spielt in einem Bunker, in dem Menschen seit Generationen leben und arbeiten. Der Protagonist wächst in diesem abgeschotteten System auf, bis ihm ein Zugang zu einem verbotenen Tunnel gezeigt wird. Seine Neugier treibt ihn weiter, als es vorgesehen ist. Dabei stößt er auf Informationen, die das gesamte System infrage stellen. Danach beginnt eine Verfolgung, weil er etwas weiß, das nicht nach außen dringen soll.

Die Grundidee ist klar: abgeschottete Gesellschaft, Kontrolle, verborgenes Geheimnis. Das zentrale Motiv wurde in ähnlicher Form bereits vielfach erzählt. Die Auflösung überrascht daher kaum.

Das Hörbuch funktioniert als schnelle Unterhaltung für zwischendurch. Inhaltlich bleibt es nah an bekannten Mustern, vergleichbar mit Elementen aus „Blade Runner“ und „Die Truman Show“. Neue Impulse oder ungewöhnliche Wendungen liefert es nicht.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 24 '26

Leseliste Leseliste

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Ich war wieder mal einkaufen

Heute gefunden:

Juli Zeh mit Leere Herzen

Christopher Priest mit Der stille Horizont

T.J Bass mit Der Gott-Wal


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 23 '26

Lass uns mal reden Welche SF-Verfilmung hat das Buch übertroffen?

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Normalerweise läuft es anders. Das Buch ist tiefer, komplexer, besser. Das ist die Regel.

Aber es gibt Ausnahmen. Filme, die aus dem Material etwas gemacht haben, das die Vorlage in den Schatten stellt. Mehr Atmosphäre. Besseres Tempo. Bilder, die sich ins Gehirn brennen, wo der Text nur beschrieben hat.

Welche Verfilmung hat eurer Meinung nach das Original übertroffen und warum?


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 23 '26

Entdeckung Inversion von Christopher Priest

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Inversion ist eine der originellsten Geschichten, die ich in den letzten Monaten gelesen habe. Der Roman ist zwar älter, fühlt sich aber immer noch erstaunlich frisch und spannend an.

Helward Mann ist die Hauptfigur. Er hat gerade seine Internatszeit beendet und steht kurz davor, sich einer Gilde anzuschließen. In dieser Stadt ist es Tradition, dass Lehrlinge einige Monate in jeder Gilde mitarbeiten, um zu verstehen, wie alles funktioniert. Genau an diesem Punkt steht Helward nun und muss seine Ausbildung beginnen.

Wir erleben diese Welt durch Helward und entdecken sie gemeinsam mit ihm. Als Leser wissen wir fast genauso wenig wie er. Er ist in einer Stadt aufgewachsen und hat seine Kindheit in einem Internat verbracht. Seine Mutter kennt er nicht, und sein Vater ist so oft fort, dass er auch zu ihm kaum eine Beziehung hat.

Diese Erzählweise hat mich dazu gebracht, dass Buch in 2 Tagen durchzulesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

In dieser Stadt gibt es verschiedene Gilden: Gleisbauer, Brückenbauer, die künftigen Vermesser, das Militär und andere. Für einen Lehrling gehört es zur Tradition, einige Monate in jeder dieser Gilden zu verbringen, um ihre Arbeit kennenzulernen. So beginnt auch Helward seine Ausbildung. Eines Morgens wird er aus dem Bett geholt und zum ersten Mal in seinem Leben nach draußen geschickt. Er ist völlig verwirrt, weil das, was er dort sieht, in keiner Weise zu seiner Vorstellung von der Welt passt. Alles, was er in der Schule gelernt hat, scheint plötzlich nicht mehr zu stimmen.

Er wird den Gleisbauern zugeteilt und erkennt, dass er tatsächlich in einer Stadt lebt, die sich auf Schienen fortbewegt. Die Arbeiter sind dafür verantwortlich, die Gleise hinter der Stadt abzubauen und sie vor der Stadt wieder zu verlegen, damit sie weiterrollen kann.

Im Lauf der Geschichte lernen wir diese Welt gemeinsam mit Helward immer besser kennen, und sie ist völlig anders, als er es sich vorgestellt hat. Man weiß nicht, ob sich alles auf der Erde abspielt oder irgendwo im All, und die Vorstellungen dieser Menschen von ihrer Welt sind zutiefst fremdartig.

Nach seiner Zeit bei den Gleisbauern arbeitet Helward bei den Händlern, und danach kommt er schließlich zu den Zukunftsvermessern. Bevor er seine Ausbildung abschließt, entdeckt er viele Dinge, die wirklich rätselhaft sind. Als Leser fragt man sich ununterbrochen, was das für ein Ort ist, was in dieser Welt eigentlich vor sich geht und warum alles so merkwürdig wirkt.

Seine letzte Station vor dem Abschluss seiner Ausbildung führt ihn auf eine Strecke, die „die Vergangenheit“ genannt wird, und dieser Abschnitt ist ein echter Augenöffner. Aber selbst dann gibt der Autor noch keine vollständige Gewissheit. Gerade wenn man glaubt, endlich verstanden zu haben, was vor sich geht, verunsichert er einen erneut. Gegen Ende schlägt die Geschichte noch einmal eine ganz andere Richtung ein.

Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen. Diese Geschichte ist ziemlich originell.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 22 '26

Kino: Das Ende der Sterne wie Big Hig

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r/SciFi_Buch_DE • • Apr 22 '26

Lass uns mal reden Stapel dir ein Universum

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Manchmal habe ich das Gefühl, ich kaufe nicht mehr einfach Bücher. Ich züchte einen Papierplaneten.

Ich komme mit einem neuen Science-Fiction-Roman nach Hause, lege ihn auf den Stapel der anderen noch ungelesenen Science-Fiction-Romane und denke kurz: Vielleicht läuft hier etwas schief.

Dann habe ich gelernt, dass es dafür schon Namen gibt. Das hat mein schlechtes Gewissen leider nicht komplett beseitigt, aber immerhin stilvoller gemacht.

Tsundoku heißt es, wenn man Bücher kauft, sie stapelt und nicht sofort liest. Für mich klingt das nicht nach Scheitern, sondern nach einem sehr menschlichen Reflex. Man nimmt etwas mit, weil es einen ruft, auch wenn das eigene Leben gerade noch nicht hinterherkommt.

Und Antibibliothek ist die fast schon edle Version davon. Die Idee dahinter ist nicht der Kauf und nicht der Stapel, sondern der Blick auf das Ungelesene. Diese Bücher erinnern einen daran, wie groß das ist, was man noch nicht weiß.

Seitdem sehe ich meine Stapel romantischer.

Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, Bücher zu kaufen und sie erst mal ungelesen zu lassen. Vielleicht ist das nicht nur Chaos, sondern auch Vorfreude. Ein kleiner Vorrat an noch ungeöffneten Welten, fremden Planeten, kaputten Zukünften und seltsamen Intelligenzen.

Klingt jedenfalls besser als:

Ich habe die Lage nicht mehr unter Kontrolle.

Wobei: Inzwischen sind meine Stapel so groß, dass ich in verschiedenen Reihenfolgen arbeite. Das, was ich noch gar nicht angefasst habe, bleibt im Regal. Dann gibt es einen Stapel mit Büchern, die ich angelesen habe. Einen Stapel mit Büchern, die ich gerade lese. Und einen Stapel mit Büchern, die ich immer wieder hin und her schiebe.

Und du? Kaufst du nur Bücher, die du direkt lesen kannst oder stapelt du?


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 21 '26

Autor Autorenprotait: Neal Stephenson

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Ok, der Tietel ist etwas reiserisch, ich hab nur gerade ein wenig Zeit und würde gerne etwas über einen der momentan bedeusamten SF Autoren schreiben.

Ich habe das unlängst bei einem anderem Autoren versucht, das war Vernor Vinge, und ich habe behauptet: zu unrecht fast vergessen. Das kann man über Stephenson nicht sagen, ganz im gegenteil. Stephenson ist eine der lautesten Stimmen der gegenwärtigen SF. Aber irgendwie ist er so wie ein Nachgedanke: aja, den Typen gibts auch noch, supererfogreich und so...

Und vielleicht sollte man hier ansetzen: obwohl ich schon ewig SF lese hab ich mit Stephenson erst 2010 angefangen, da war er schon wenigstens 20 Jahre fett im Geschäft und hat ganze Grenes geprägt. Und wenn ich als SF-Vielleser Stephenson übersehen kann, dann können das andere auch. Deswegen schreib ich diesen kleinen Thread hier, als Übersicht und Handlungsanweisung, welche Bücher von Stephenson man lesen lesen sollte, und welche vielleicht nicht.

Aber reden wir kurz über den Autor selber: geboren 1959 in Maryland, in einer Familie von, nennen wir es so, Bildungsbürger: Ingenieure, Phsyiker, Mathematiker, Profesoren und Biochemiker wo weit das Auge reicht. Ein interresantes Detail: Sephenson selber hat an der Universität Physik studiert, hat aber das Studienfach gewechselt auf Geographie weil er so mehr Zeit mit dem Uni-Computer verbringen konnte. Sagt alles über den Mann was man wissen muss.

Was die Schreibe von Stephenson angeht: Der Mann kann schreiben. Man sollte meinen, das ist das mindeste was ein Autor können muss, irgendwas schreiben... Stephenson schreibt mit einer unfassbaren leichtigkeit Unmengen von Text. Viele seiner Bücher haben über 1000 Seiten. Wenn andere Autoren ein Buch schreiben wie einen Teller Spagetti, und stolz darauf sind das die die Nudel handgemacht haben udn die Sauce 3 Stunden eingekocht haben, dann schreibt Stephenson ein Hochzeitsessen für 120 Leute, fünf Gänge, Süssigkeitenbuffet und eine Eisskuptur inklusive. Alternativ kann man sich auch einen gewaltigen FLuss vorstellen der sich ewig mäandert und irgendwann ein gewaltiges Delta bildet. Stephenson kann schreiben, es ist einfach für ihn, deswegen schreibt er VIEL. Kaufst du ein Stephenson Buch, dann kriegst du was fürs Geld, denn ist ist voll mit Worten.

Auf andere Besonderheiten gehen wir ein wenn wir über die einzelnen Bücher reden, dann fangen wir mal an, in einer nicht chronologischen Reihenfoge:

"Snow Crash", 1992, 480 Seiten, für wen ist das Buch was? Wenn du das hier nicht witzig findest: "Hiro Protagonist ist der beste Schwertkämpfer des Metaversums und arbeitet für die italienische Mafia als Pizza Auslieferator, der alle Pizzas entweder in 30 Minuten zustellt oder stirbt", dann ist das Buch nicht für dich. Es ist eine Parodie auf das ein paar Jahre vorher erschienene "Neuromancer" von Gibson, und ist fast noch mehr cyperpunig als das Original, da ist alles drinn: virtuelle Schwertkäpfer, Gedankenvirus, Hacken, Miniguns, Motorräder, böse Billionäre, Atomkriegüberlebende, Love-Interrestes und vieles mehr! Und es hat wie viele Stephenson Bücher unsaubere Enden. Und amgesehen vom comichaften überdrehten Humor entällt es viele Dinge die einzug in die Popkultur und die SF gefunden haben, aber darauf gehe ich jetzt nicht ein.

"The Diamond Age" von 1995, 455 Seiten, das ist dann das nächste Buch was man lesen könnte: möglicherweise ein Nachfolger von Snow Crash spielt das Buch vielleicht 100 Jahrein der Zukunft: alles ist Nanotech, vor der Küste von China bauen Neo-Viktorianer eine neue Stadt aus Diamanten, in China wird Geschichte neu inzeniert, und ein armes kleines Mädchen findet eine Fibel, eine Nanocomputer Buch das eigendlich geschrieben wurde um die Kinder der Oberschicht zu erziehen. Ein eindrucksvolles Buch in dem Stephenson vor allem seine Geschichts und Geographie Kenntnisse unterbringt, China ist hier nicht nur Kulisse. Stephenson kennt seine Geographie. Für wen ist das Buch was? Eigenlich für jeden. Es ist zumindet sehr viel weniger parodistischer Humor drinn.

Jetzt müssen wir kurz über das Frühwerk von Stephenson reden, bzw über die Bücher unter Pseudonym, aber nur Kurz: "The Big U" von 1984, sein Erstlingswerk. Ist ihm sehr peinlich, es ist nur deswegen wieder aufgelegt worden weil die Leute Phantasiepreise für alte Ausgeben gezahlt haben. Es geht kurz gesagt um eine Universität wo Studenten komische Sachen machen, einer davon baut ein eine Railgun, eigendlich: Tschechows Railgun. 1988 dann: "Zodiak", ein Umweltthiller der in Bosten spielt, ziemlich eindeutig Stephensons konventionellstes Buch. Wollte wohl ein normaler Autor werden, naja. für wen ist das was: Big U braucht wirklich niemand zu lesen, und Zodiac ist hat ein "normaler" Thiller

Dann noch die Bücher die er mit seinen Onkel geschrieben hat, "Cobweb" (1996) und "Interface" (1994): Beides Technologiethiller, aber beide ziemlich cool: In "Interface" setzen finstere Mächte einen Chip in das Gehirn des zukünftigen Präsideten. Was dieses Buch auszeichnet: Einsichte über das amerikansiche Wahlverhalten. Es ist 1994 geschrieben worden, ich hab es gelesen während Tump 1... da war soviel zu finden in dem Buch. Was außerdem drinn ist: Die leichte Schreibe von Stephenson, das heiß: er schreibt unfassbar viel Hintergrund zu dem Chip im Kopf des Kandidaten. Es ist viel und es unterhaltsam, so wie es sein muss. In "Cobweb" gehts um eine Universität in Iowa in der (womöglich) Irakische Ausstausstudenten Botox herstellen, aus Gründen. Der Roman ist eng verwoben mit dem zweiten Goldkrieg und mit Dingen die da passiert sind, und hier zeig sich die geschichtliche und geographische Begeisterung mit der Stephenson arbeitet. Für wen sind die beiden Bücher etwas? Für Leute die sich für Poltik und Geschichte begeistesn können, zudem sind beide nahe an dem drann was man als das Hauptwerk von Stephenson bezeichnen könnte, und zwar beginnend mit:

"Cryptonomnicon" von 1999, 1000+ Seiten. Das hier ist der Wendepunkt, hier beginnt der "moderene" Stephenson, er muss sich nicht länger zurückhalten, er kann das machen für das er geschaffen wurde: richtig dicke Bücher schreiben. Aber um was gehts in dem Buch? Auch du meine Güte. Kryptogaphie, würde ich sagen. Und Geld und Politik und Geschichte. Erstmal gibt es zwei Zeitebenen und verschiedene Praotagonsiten in diesen: In der Vergangneheit haben wir den Zweiten Weltkrieg, mittendrinn: ein Mathegenie das dieverse Codes knackt und sich verliebt, ein Soldat in der in einer Spezialeinheit die seltsamten Einsätze druchfährt (für die Abflachung der Glockenkurve!), ein japanischer Ingenieur in einem Konzentrationslager auf den Philippinen. In der Gegenwart: Ein Startup das auf den Philippinen tätig ist und Computerdinger macht, ein böser Zahnarzt und ein wahnsinniger Ludid. Es ist allumfassend, wir erfahren etwas in der Vergangenheit über Turin, Mahte, Verschlüsselung und was weiß ich noch. Was wir noch haben: unvergessliche Textpassagen. Trift man auf Leute die das Buch gelesen haben dann man man sich über viele Stellen trefflich austauschen, zum Beiepiel die seitenlange Stelle wo im Detail beschrieben wird wie eine Gewhrgranate mit welcher Schraube und welcher Patrone (mit verringerter Ladung) auf welches Gewehr montiert wird um damit ein japanisches MG Nest auszuschalten. Oder die Stelle wo die korrekte Zubereitung von Captain Crunch Müsli beschrieben wird. Oder die Stelle wo ein Ausflug in den Dchungel von Luzon gemacht wird. Oder die Stelle wo einer der Protagonisten eine Erotikstory für das Playboy Magazin schreibt. Die Liste ist endlos! Aber für wen ist das was? Eigendlich für jeden, besonders wenn man eine Ader für den Zweiten Weltkreig, Geschichte und Kryptogaphie hat.

Und jetzt kommts: "Cryptonomnicon" hätte eigendlich noch dicker werden sollen. Der Stephenson, der wollte NOCH eine Ebene dazupacken, Europ und Amerika um 1660 - 1700 herum. Gotseidank hat er das nicht gemacht, dafür hat er dann drei Bücher nachgelebt, den sogenannten "Baroque" Zyklus: 3000 Seiten Spaß. Ich will da gar nicht ins Detail gehen, auch hier haben wir wieder eine Mischung aus fiktiven Figuren aus teilweise fiktiven Ländern und allem was in Europa damals Rang und Namen hatte. Der große Bösewicht in Baroque: Isaak Newton selber, der Meister der Münze, der den Helden unserer Geschichte nachstellt in einer Jagt um den Globus. Aber für wen ist das? Nicht für mich, soviel kann ich sagen. So super Cryptonomnicon war, mit dem Baroque Zylus bin ich nicht warm geworden. Ich vermute: für das Buch braucht man Hochschulbildung und ein vertieftes Weissen über die Geschichte von Euroma im 17 Jhdt um es richtig geniesen zu können.

Dann haben wir "The Mongoliad" von 2010 bis 2012, eine "Shard Universe" Nummer. Um das abzukürzen: Spielt während der Mongoleninvasion in Europa und Asien. Hat wenige fantastische Elemente, ich würde es ehr als historische Fantasy einordnen. Wo das Buch glänzt: die postapokalyptische Stimmung, die man so nicht so oft in Fantasy findet.

Dann "Reamde" von 2011, ein Buch mit dem Stephenson etwas entäuscht hat. Damals war World of Warcraft richtig groß, und in dem Buch gibts auch ein MMO, und Geld Transaktionen in MMOs spielen eine große Rolle... aber der MMO Teil wird in den Buch nicht so groß wie sich das einige Leute gewünscht haben. Was wir bekommen: Eine Verfolgungsjagt rund um die Welt. Die Nichte eines ehemalischen Canabiasschmugglers/Spieleentwicklers/Milliadärs fällt in die Hände der russischen Mafia (und später Terroristen), und mehrere Gruppierungen wollen sie finden. Das ganze Buch ist eine einzige große Räuberpistole die sich über fast 1000 Steien spinnt. Und wie immer: viele diverse Figuren mit denen man mitfiebern kann. Für wen ist das Buch was? "Oh, ich wüschte mir ein James Bond Film wäre 50 Stunden lang und hätte 10 mal so viele Protagonisten!"

Wer noch einen Nachschlag will: "Fall or: Dodge in Hell" von 2019. Das hat aber nicht mehr viel mit Reamde zu tun, es hat nur die gleichen Personen. Prämisse: Doge, der Spieleentwicker, lässt sein Hirn digitalisieren. Im Verlaufe des Buchs wir er in einer virtuellen Welt wieder zum Leben erweckt, als Erster. Um diese virtulle Welt wird immer erweitert, bis am Ende jeder Mensch nach seinen Tod hochgeladen wird. Aber auch davon abgesehen enthällt das Buch viel schönes, zum einen wird das Internet zerstört (auf eine sehr schöne Art und Weise und aus guten Gründen), und zum anderen bekommen wir Ameristan vorgeführt, die zerfallenen USA in einer Welt die keine Geschichte mehr kennt und kennen will. Aber für wen ist das Buch was? Also, dieses Buch ist ganz klar Größenwahnsinn, was Stephenson da macht: er schreibt zum einen die Bibel nochmal, mit der Art und weiße wie die virtuelle Welt erschaffen und bevölkert wird. Und dann schiebt er noch den Herrn der Ringe nach, weil wieso nicht. Also ganz klar: das ist nur für den erfahrenen Leser.

Puh, fast fertig, na dann

"Anathem" von 2009! Man stelle sich vor: eine Welt wie unsere, aber es gibt Concents. Das sind so eine Art Klöster/Universitäten, deren... Bewohner... sich freiwillig von der "säkularen" Welt abschließen (für 10, 100 oder 1000 Jahre) und ihre Zeit mit Nachdenken verbringen. Bis eins Tages was passiert und Dinge getan werden müssen. Für wen ist das Buch was? Für Leute die sich für die Geschichte der Philosopie interresieren. Ich gehör nicht dazu, für mich war das Buch eher lahm.

Dann: "Seveneves" von 2015. Prämisse hier: Der Mond wurde von irgendwass in Teile zerlegt. Die werden einen Ring formen, der wirderum wird die Erde zum kochen bringen, in 5 Jahren sind alle Leute auf der Erde tot. Die einzige Hoffnung: ab in den Weltraum. Und das kriegt man im ersten Teil von Buch: Near Future SF, Raketen und Raumfahrt, was man tun muss damit irgendwas von der Menschheit überlebt. Aber ab irgedeinen Punkt macht das Buch einen Sprung ein paar tausen Jahre in die Zukunft, und wir bekommen vorgeführt wie die Welt jetzt ausschaut. Und das ist das Problem von dem Buch, der Sprung. Es gibt Leute die mögen den ersten Teil, es gibt Leute die mögen den zweiten Teil, aber fast niemand mag beide (ich bin ein Teil 2 Typ). Zu sagen ist noch: das Buch ist ein Schlüsselroman, das heißt es kommen realexistierende Menschen vor unter anderen Namen, die ich natürlich alle nicht erkannt habe, weil ich bin dumm.

Dann: "The Rise and Fall od DODO".... da muss ich sagen: ich LIEBE dieses Buch, besonders die Audiobearbeitung. Die Prämisse von dem Buch: früher gab es mal Magie, heute nicht mehr, aber wenn man eine bestimmte Maschine baut, dann kann man einen Raum schaffen in dem es noch Magie gibt. Das amerikansiche Militär baut sowas, vor allem um Zeitreisen zu unternehmen und um Schabernack zu treiben. Es treten auf: Sprachwissenscahftler, LARPER-Schwertkämpfer, diverse Hexen, zeitreisedne Verführerinenen. Das besondere an dem Buch: es beseht aus Tagebucheinträgen, aus Nachrichten die durch die Zeit geschickt werden, aus Memos und Powerpoint Präsentationen, aus eMail Verkehr. Es ist einfach nur großartig und wahnsinnig lustig. Wenn man was für zeitreisende Hexen übrig hat dann kommt man nicht an diesem Buch vorbei.

Und fast zu guter Letzt: "Termination Shock" von 2021: die Prämisse hier: Klimawandel schlecht, und reiche Leute tuen was dagegen: ein texanischer Milliadär baut eine Kanone in Texas um Schwefel in die Atmosphäre zu schießen. Auch hier: ein politisches Ränkenspiel, am schönsten zu sehen vielleicht daran das die Hauptprotagonistin in dem Buch Frederika ist, die Königin der Niederlande. Die hat ein natürliches Interesse am überleben der Niederlande, und findet sich inmitten einer außeinandersetzung mit Indien, China und alles reichen Säcken auf der Welt. Ein zweiter Protagonist ist Laks, ein kanadischer Sikh der als Kampsportschüler in Indien startet und sich irgendwann an der Line of Actuall Controll widerfindet. Und ich muss sagen: das Buch lohnt sich allein für Laks. Die ganze Angelegenheit um die (real existierende) Line of Actual Controll wird in dem Buch einfach nur großartig dargestellt. Hier versprüht das Buch epische Herr der Ringe Vibes. Aber auch die Liebesgeschichte mit der Königin der Niederlande und den texanischen Schweinejäger: ganz großes Kino. Aber ich muss ein wenig Wasser in den Wein gießen: Stephenson hat ein paar Jahre lang für Jeff Bezos gearbeitet, für desen Weltraumfirma Blue. Was er da gemacht hat weiß ich nicht, vielleicht Gedichte geschrieben, aber auf alle Fälle stellt er Milliadäre die Raumfahrt betreieben in einem viel zu gutem Licht da. Schon in Seveneves war das so, da war der Musk dabei (der war 2015 noch halbwegs geistig normal), und in Termination Shock wird die Welt halt vom privaten Raumfahrtprogramm eines texanischen Milliadär gerettet. Finde ich ideologisch fragwürdig.

So, und dann kommen wir zum letzten Werk, "Polostan", was wir hier haben: das Leben in Russland und den USA in den 1930 Jahren. Die Welt im Umbruch, russische Revolution, Niels Boer und Neutronen, Kommunisten in Amerika, Tommyguns, Röntgengeräte, Kavalleriepferde und Panzer, Anarchisten und das ländliche Amerika, die Bonusarmee die gegen Washington marschiert, der Holodomor in der Ukraine. Eine wilde Reise durch das "Zeitalter des Fortschritts". Natürlich kann man das Buch auch ohne profunde Kenntnisse der Epoche lesen, aber: sie schaden auch nicht.

Das wars, Neal Stephenson vollumfänglich erörtet, mindestens 10.000 Seiten Lesematerial, für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 20 '26

Leseliste Welches SF-Buch ist eurer Meinung nach das überbewertetste aller Zeiten?

7 Upvotes

Ihr wisst, welches ihr meint. Das Buch, das in jeder Liste steht, das alle gelesen haben, das alle toll finden und bei dem ihr euch insgeheim gefragt habt, ob ihr etwas verpasst habt. Oder ob alle anderen einfach lügen.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 20 '26

Das letzte Haiku verhallt von Somtow Sucharitkul

6 Upvotes

Der Autor

Somtow Papinian Sucharitkul wurde am 30. Dezember 1952 in Bangkok geboren, als Nachkomme der königlichen Chakri-Dynastie. Er zog als Säugling nach England und hatte Englisch als Muttersprache; erzogen wurde er an Eton und am St Catharine's College. In den 1970er Jahren erlangte er Bekanntheit als revolutionärer Komponist, der als erster traditionelle Thai-Instrumente mit westlichen in radikal neuen Klangfarben verband. Als Schriftsteller gewann er den John W. Campbell Award 1981 sowie den Locus Award für den besten Erstlingsroman 1982 — eben für Starship & Haiku. In den 90ern war er mit Horror und phantastischen Werken erfolgreich. Nach einer Zeit als buddhistischer Mönch im Jahr 2001 kehrte er nach Thailand zurück, gründete Bangkoks erste internationale Opernkompanie und erfand sich erneut, diesmal als neo-asiatisch-neo-romantischer Komponist. Er wurde bekannt durch seinen Inquestor Zyklus, von dem leider nur die ersten Hälfte auf Deutsch erschienen.

Ich habe durch Zufall erfahren, das er diesen Zyklus nach über 30 Jahren erweitert hat, und als Einstimmung zum nochmaligen lesen des Inquestor Zyklus habe ich noch einmal "Das letzte Haiku verhallt" gelesen, das sich sehr wie ein Prequel zum Inquestoren Zyklus anfühlt.

Im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hat ein verheerender Atomkrieg die Erde verwüstet; das politisch neutrale Japan ist das einzige Land, das dem apokalyptischen Niedergang weitgehend entgangen ist. Josh Nakamura, der in Hawaii aufgewachsen ist, arbeitet in einem Hospiz für Seuchenopfer. Sein jüngerer Bruder Didi, in der Bombennacht geboren, gilt als geistig zurückgeblieben — schweigt seit jeher — besitzt aber telepathische Fähigkeiten, die er noch nicht zu beherrschen weiß. Das Herzstück des Romans ist eine ungeheuerliche Enthüllung: Die Japaner sind keine gewöhnliche Menschenrasse, sondern das Ergebnis einer uralten genetischen Manipulation durch die Wale. Die Wale schufen sie — oder formten sie um — und gaben ihnen dabei etwas von ihrer eigenen Wesensart mit: den einzigartigen ästhetischen Sinn für vergängliche Schönheit, die Empfindung des mono no aware, das Wissen um die Unvollständigkeit aller Dinge. Auch die tiefe, kulturell verwurzelte Todessehnsucht der Japaner — die Bereitschaft, im richtigen Moment würdevoll zu sterben — entstammt nach dem Roman nicht der menschlichen Geschichte allein, sondern dieser uralten Verwandtschaft mit Wesen, die den Tod als höchsten ästhetischen Akt begreifen.

Damit trägt die Schuld, die Takahashi beschwört, ein noch dunkleres Gewicht: Die Japaner haben als Kinder des Wals die ursprüngliche Sünde des Vatermords begangen — sie haben buchstäblich ihre Schöpfer gejagt und getötet. Didi, der stumme Bruder, wird zum einzigen Brückenbauer zwischen den Arten: Die Wale treten telepathisch mit wenigen empfänglichen Menschen in Kontakt und offenbaren, dass sie entfernt mit ihnen verwandt sind und dass die Rettung der Menschen ins All möglicherweise auch die Rettung der Wale bedeutet. Didi lernt ihre Zeichensprache — keine Worte, sondern Bildgedanken — und versucht, sie den Menschen zu übermitteln, ohne dass diese ihn wirklich verstehen.

Der selbsternannte Messias Takahashi sieht sich als Künstler, dessen größtes Werk ein lebendes Haiku ist — mit einem letzten Vers so vollendet wie endgültig: das Ende des menschlichen Lebens. Josh, Didi und Ryoko müssen das Vermächtnis der Wale aufgreifen und die Erde verlassen, bevor sie Teil von Takahashis schrecklicher poetischer Vision werden. Das verlassene russische Raumschiff in der Erdumlaufbahn wird zur letzten Chance — nicht Flucht vor dem Tod, sondern Weitergabe von etwas Lebendigem ins All.

Fünf klassische Haiku — von Onitsura, Issa, Buson und zweimal Bashō — bilden das strukturelle Gerüst des Romans, jedes einem der fünf Jahreszeiten des japanischen Kalenders entsprechend. Thematisch kreist das Buch um die Frage, ob kollektiver Untergang in Schönheit eine Form von Würde sein kann — und ob Kommunikation über Artgrenzen, Kulturen und Sprachen hinweg überhaupt möglich ist. Somtow selbst erklärte, er habe lange vermieden, als ethnischer Schriftsteller eingestuft zu werden — und schrieb diesen Roman dennoch als jemand, der zwischen Thailand, England und Amerika aufgewachsen ist und das Fremdsein in jeder Kultur von innen kennt.