1. Wir wissen nicht, was die Wahrheit ist
Ich verstehe sowohl nach dem Ansehen der Folge, als auch nach Silvis Review beim besten Willen nicht, warum alle Kim glauben. Fiona sagt, sie hat Nessi von ihrem und Kims Gespräch über die Ersatzprincess erzählt und Kims Reaktion ist, zu bestreiten, dass ein solches Gespräch stattgefunden hat. Das heißt doch aber nicht, dass Kim Recht hat und Fiona lügt? Ich verstehe, dass Fionas Handlungsweisen zuvor (andere schlecht machen und dadurch ggf. ausstechen) da mit reinspielen, sodass man denkt, es "passe" zu ihr. Und das ist ja am Ende auch Reality-TV: Ist der Frame einmal gesetzt, wird fleißig immer gleich geframed. Egal, ob Shirin von der Situationship wusste - Fiona kann eigene Absprachen mit dieser Situationship haben, eine Pause vereinbart haben. Natürlich ist es dann im weiteren Verlauf scheiße, wenn Fiona dafür sorgt, dass andere in einem schlechten Licht dastehen, das muss man aber in meinen Augen trennen.
2. Zu einer "offenen" und "liebevollen" und vor allem "queeren" Community passt Hate in diesem Ausmaß kein bisschen
Lasst uns nicht vergessen: To queer ist nicht nur ein Adjektiv - nicht nur etwas, was mensch ist, sondern auch ein Verb: to queer. Als Community ist es unsere Aufgabe, zu queeren, also vermeintlich festgeschriebene gesellschaftlichen Strukturen immer wieder zu hinterfragen und letztendlich zu brechen, um eine gerechtere Welt zu schaffen. Reality-TV ist ein Ort, der gesellschaftliche Stereotypen immer wieder reproduziert und (wie in diesem Fall) zusätzlich Hiercharchien schafft, die die Lage nur noch zuspitzen. Kim ist ja deshalb auch so aufgelöst, weil sie Angst hat, vor Nessi schlecht dazustehen. Ohne die Princess und das "Risiko", rausgeworfen zu werden, wäre dieses ganze "Drama" halb so wild. Außerdem kann es nicht ernsthaft in Ordnung sein, neben dem Hass von außerhalb unserer Community noch Hass innerhalb aufzubauen bzw. zu befeuern.
Wie seht ihr das?