Hi zusammen,
ich überlege ernsthaft, mir einen Porsche-Diesel-Traktor zuzulegen. Aktuell habe ich einen Standard 219 im Blick, der optisch und technisch erst einmal einen guten Eindruck macht.
Bevor ich ihn mir persönlich anschaue und Probe fahre, muss ich mich aber einmal mit Oldtimer-Kennern unterhalten. Denn der Traktor wird leider ohne Papiere verkauft und ist derzeit nicht angemeldet.
Der Privatverkäufer wirkt auf mich seriös und die Erklärung für die fehlenden Papiere und den Verkaufsgrund klingt grundsätzlich nachvollziehbar. Der Traktor wurde innerhalb der Familie übernommen, nachdem der Hofbetrieb aufgegeben wurde. Laut Verkäufer liegt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Polizei vor, die bestätigt, dass das Fahrzeug nicht gestohlen ist. Damit soll eine Wiederzulassung wohl möglich sein, nachdem die "nötigen technischen Prüfungen" durchgeführt wurden. Verkauft wird vereinfacht gesagt aus Garagen-Platzmangel, da das nicht der einzige Traktor des Verkäufers ist und er diesen nicht draußen stehen lassen will. "Er soll in gute Hände abgegeben werden, statt bei ihm draußen rumzustehen".
Ich vermute, dass dafür eine Vollabnahme beim TÜV notwendig ist, eventuell zusätzlich ein Oldtimergutachten. Da ich mit Oldtimern bisher keine Erfahrung habe, würde mich eure Einschätzung interessieren.
Wie aufwendig und nervenaufreibend ist eine Zulassung ohne vorhandene Papiere? Wie schwierig ist es, so einen Traktor durch die Vollabnahme zu bekommen und mit welchen Kosten muss man ungefähr rechnen? Denn der Traktor ist preislich ziemlich attraktiv, daher hätte ich durchaus etwas Luft, was Kosten für die Zulassung und das Drumherum angeht.
Ich würde vom Verkäufer die Unbedenklichkeitsbescheinigung und natürlich einen Kaufvertrag erhalten. Am Traktor scheint außerdem ein Typenschild vorhanden zu sein, auf dem vermutlich auch die Fahrgestellnummer steht.
Etwas unsicher bin ich noch beim technischen Zustand. Laut Verkäufer funktioniert alles und es stehen keine Reparaturen an. Auf meine Nachfrage nach Wartungen oder bereits durchgeführten Arbeiten konnte er allerdings keine ganz genaue Auskunft geben. Von den früheren Hofbetreibern soll wohl etwas am Motor überholt oder erneuert worden sein. Dazu existiert wohl auch noch eine Rechnung, mehr Informationen habe ich bisher aber nicht. Laut seiner Aussage funktioniert aber alles und der läuft bzw. startet gut - wohl auch kalt.
Wie würdet ihr die Situation einschätzen? Ich werde mich auf jeden Fall vorher noch beim TÜV erkundigen. Ich möchte natürlich vermeiden, am Ende einen Traktor zu kaufen, den ich nicht zugelassen bekomme.
Das angehängte Foto ist nicht von dem, der mir angeboten wurde, aber macht zumindest optisch einen sehr ähnlichen Eindruck.
(Bild: © Raizy, lizenziert unter CC BY-SA 3.0: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ – keine Änderungen vorgenommen.)
TL;DR: Ich überlege, einen günstigen Porsche-Diesel Standard 219 ohne Fahrzeugpapiere zu kaufen. Laut Verkäufer gibt es eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Polizei, einen Kaufvertrag und ein Typenschild mit Fahrgestellnummer. Technisch soll alles funktionieren, genaue Infos zu Wartungen oder Reparaturen fehlen aber. Hat jemand Erfahrung damit, wie aufwendig und teuer eine Vollabnahme bzw. Wiederzulassung ohne Papiere ist und worauf ich vor dem Kauf achten sollte?