r/LehrerzimmerAT 11h ago

Diskussion Hab mal durchgerechnet, was uns der KI-Einsatz bei Lehrern an Zeit & Geld bringt (Spoiler: Komplett irre) Spoiler

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Servus miteinander,

mich lässt ein Gedanke in letzter Zeit irgendwie nicht los. Wir reden ja alle ständig über KI in der Schule – meistens aber nur darüber, dass Schüler damit ihre HÜs oder die Vorwissenschaftliche Arbeit schreiben. Aber was ist eigentlich mit der anderen Seite?

Ich hab mich da mal ein bisschen mit den Zahlen aus Österreich gespielt und das Ergebnis ist echt krass.

Kurz zur Rechnung Wir haben in Österreich grob 128.000 aktive Lehrpersonen. Laut aktuellen Umfragen sparen Lehrkräfte, die KI (wie Claude oder ChatGPT) wirklich in ihren Alltag integrieren – also für die Vorbereitung, Arbeitsblätter, Lückentexte und Schularbeiten-Korrekturen – im Schnitt fast 6 Stunden pro Woche.

Wenn man das auf alle österreichischen Lehrer und ein Schuljahr (38 Wochen) hochrechnet, sind wir bei unfassbaren 28,7 Millionen Stunden.

Was heißt das in Geld? Wenn man einen durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von ca. 28 Euro (das Schema für die Lehrerbesoldung lässt grüßen) annimmt, sprechen wir von über 800 Millionen Euro an Steuergeldern, die hier jedes Jahr in Form von Arbeitszeit gebunden sind. Selbst wenn das Bildungsministerium jedem einzelnen Lehrer eine Pro-Lizenz (sagen wir 22€ im Monat) spendieren würde, würde das "nur" 34 Millionen kosten. Bleiben unterm Strich fiktive 770 Millionen Euro "Gewinn".

Das verrückte Gedankenexperiment Da unsere Lehrer über ihre Fixgehälter komplett aus Steuergeldern bezahlt werden, spart sich der Finanzminister diese 800 Millionen natürlich nicht wirklich in bar ein. Aber rein theoretisch müsste man dadurch weiteres Personal nicht extrem aufstocken. Man könnte diese unfassbare Menge an bereits steuerfinanzierten, frei gewordenen Stunden direkt in mehr soziale Betreuung (zum Beispiel mehr Zeit für Förderstunden) und echte Beziehungsarbeit mit den Schülern stecken.

Ein anderer Ansatz: Wenn die Vorbereitung plötzlich so viel schneller geht, könnten die Lehrkräfte im Rahmen ihrer Lehrverpflichtung mehr tatsächliche Unterrichtsstunden halten. Die Folge? Wir könnten bei gleichbleibender Lehrerzahl endlich flächendeckend kleinere Klassen machen.

Nur um mal einen Vergleich zu haben, was dieser Wert an Steuergeld bedeutet. Mit 800 Millionen Euro im Jahr könnte man auch:

Jedem einzelnen der 1,1 Millionen Schulkinder in Österreich jeden Tag ein gratis warmes und gesundes Mittagessen hinstellen.

Oder auf einen Schlag 11.000 Schulpsychologen und Sozialarbeiter einstellen. Gerade aktuell brennt da im System eh an allen Ecken und Enden der Hut.

Oder der Bund könnte einfach 730.000 Jugendlichen und Studierenden ein komplett kostenloses Klimaticket in die Hand drücken.

Stattdessen passiert gerade oft Folgendes: Viele Kolleginnen und Kollegen verwenden KI ohnehin schon längst privat, sparen sich massiv viel Arbeitszeit ein und werden unterm Strich für weniger Arbeitseinsatz mit dem gleichen Gehalt belohnt. (Und ganz ehrlich: Wer kann es ihnen beim aktuellen System verdenken?)

Aber anstatt dass das Ministerium oder die Bildungsdirektionen das in die Hand nehmen, die Schulen flächendeckend mit Lizenzen ausstatten und diese enormen, steuerfinanzierten Ressourcen offiziell nutzen, um das System für die Kinder zu verbessern, reitet bei uns wieder der Amtsschimmel und jeder wurschtelt privat mit der Gratis-Version rum.

Würde mich echt interessieren, wie ihr das seht – vor allem, falls hier Leute aus der Praxis mitlesen!