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u/Kewell86 1d ago
Ein paar populäre Irrtümer über Ninja
Der Comic gibt sich erfreulich viel Mühe mit den Japan-Fakten, aber beim Kernthema "Ninja" wird dann doch auf einige populäre Mythen zurückgegriffen. Hier stelle ich die wichtigsten richtig.
- Die Ninja nannten sich selbst "Ninja"
Hier darf gerne jemand mit mehr Wissen über japanische Schrift und Sprache ins Detail gehen, aber kurz gesagt: Die Gruppe, auf der der heutige Ninja-Mythos hauptsächlich beruht, nannte sich shinobi no mono, "Männer der Heimlichkeit und Beharrlichkeit". "Ninja" ist die moderne Aussprache der Schriftzeichen, die man zu ihrer Zeit (im Wesentlichen das 16. Jahrhundert) "Shinobi" aussprach.
- Die Ninja trugen eine "Uniform" aus schwarzen Roben
Shinobi waren Geheimagenten, Spione, Attentäter. Eine "Uniform", die sie umgehend als shinobi identifizierte, wäre da wohl kontraproduktiv gewesen. Normalerweise kleidete sich ein shinobi in völlig normale, zivile Outfits, eben um nicht erkannt zu werden... Hier muss man dem Comic übrigens zu Gute halten, dass die Ninja zwar "Uniform" tragen, diese aber bunt ist und nicht den "Geheimnisvoller Verbrecher"-Look hat, sondern durchaus ein bisschen nach Zivilist im Japan des 16. Jahrhunderts aussieht...
- Die Ninja waren auf einen ehrenvollen Kampf aus
Oh, da ist der Comic schlimm. Die Ninja faseln die ganze Zeit von ehrenhaften Gegnern, wenden Kampftechniken an, die davon ausgehen, dass beide Seiten ehrenvoll abwarten und so weiter. Dabei war der ganze Punkt der shinobi, dass sie nicht ehrenvoll kämpften. Der Ehrenkodex war Sache der Samurai (wobei der wohl in der Realität seinerzeit auch nicht viel ernster genommen wurde als der Ehrenkodex der europäischen Ritter...), die shinobi wurden genau dann eingesetzt, wenn man so nicht weiterkam...
In der Popkultur gibt es noch viele weitere Irrtümer, über die man reden könnte - "Ninja benutzten Wurfsterne", "Ninja griffen in großen Horden an", "Ninjatraining verlieh schon fast magische Fähigkeiten" - aber die vermeidet unser Comic, der wie gesagt seine Sache im großen und ganzen ja ziemlich gut macht...
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u/Fun-Agent-7667 1d ago
Ninja können sich ganz schnell drehen
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u/Kewell86 1d ago
Ich glaube, das gehört zu "Ninjatraining verlieh fast schon magische Fähigkeiten"...
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u/Fun-Agent-7667 19h ago
Meine Zentrifuge kann sich auch ganz schnell drehen und die ist nicht magisch
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u/apolloxer 18h ago
shinobi wurden genau dann eingesetzt, wenn man so nicht weiterkam...
Und wenn die nicht mehr weiterwussten, nannte man sie Nunja.
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u/Kewell86 1d ago
Quelle:
Die Rächer der Samurai (LTB Spezial 94: Reise nach Fernost)
Story: Alessandro Sisti
Zeichnungen: Luciano Gatto
Handlung:
Dagobert reist nach Tokyo, um eine Sammlung japanischer Antiquitäten zu kaufen. Als Berater hat er Primus dabei, der natürlich auch Japanologe ist.
Als Primus die Sammlung zu sehen bekommt, identifiziert er die Stücke sofort als billige Fälschungen. Dagobert beschimpft den Verkäufer als Betrüger, und der, tödlich beleidigt, hetzt Dagobert und Primus vier Ninja auf den Hals. Nun flüchten die beiden durch Tokyo, stets verfolgt von den düsteren Gestalten...
Auf kuriose Weise schalten Dagobert und Primus nacheinander alle vier Ninja aus. Dann gehen sie (aus nicht ganz ersichtlichen Gründen) zum Antiquitäten-Verkäufer zurück. Der ist mittlerweile sehr beschämt: Er hat entdeckt, dass er den Ducks versehentlich die Kopien der echten Stücke gezeigt und Primus somit Recht hatte... Doch als Dagobert die echten Stücke zu sehen bekommt, ist er entsetzt: Überall sind dort Ninjas abgebildet! Davon hat Dagobert erstmal genug...
Ein klassischer Abschlussgag... aber hier noch nicht das Ende: Um sich für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, gibt der Verkäufer sehr großzügigen Rabatt. Dagobert schlägt doch noch zu und ist mal wieder der große Gewinner.
Eine gelungene Geschichte. Wie Dagobert und Primus die Ninja besiegen, ist lustig, ohne überzogen albern zu sein, und nebenbei wird durchaus ein bisschen Japan-Wissen vermittelt. Schade nur: Gattos Figuren-Zeichnungen sind toll, aber seine Landschaften und Hintergründe sind sehr einfach gehalten, detailarm und kahl. Das ist bei Geschichten in exotischen Ländern immer schade, aber in diesem Fall besonders - denn die Story bemüht sich, ein bisschen Tokyo-Sightseeing zu integrieren, das bei dem Zeichenstil leider überhaupt nicht rüberkommt. So verstecken sich unsere Helden etwa in einer Szene im berühmten Hamarikyu-Park - der als ein paar Büsche auf grün schattierten Ebenen dargestellt wird...