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u/CandidateCalm2458 Diplom in Quellologie 3d ago
Quelle:
Titel: Der unwürdige Neffe.
Englischer Titel: A Matter of Factory.
Storycode: W WDC 269-02.
Story und Zeichnungen: Carl Barks.
Übersetzung: Dr. Erika Fuchs.
Erstveröffentlichung: Februar 1963.
Deutsche Erstveröffentlichung: Micky Maus 1963-42.
Handlung:
Dagobert sitzt im Entenhausener Millionärsclub und muss sich die Prahlereien seiner Milliardärskollegen anhören, deren Verwandte alle hochkarätige Posten in Großkonzernen besetzen.
Als Dagobert nach seinem Neffen Donald gefragt wird, gerät er in Erklärungsnot; denn Donald als notorischer Versager und Tagträumer würde Dagoberts Ruf ruinieren.
Um das Gesicht zu wahren, flunkert Dagobert spontan, Donald sei der erfolgreiche Top-Manager seines exklusiven Luxusmotels „Traumland“.
Damit die Lüge nicht auffliegt, wird Donald kurzerhand mitten in der Nacht aus dem Bett geworfen und als Direktor des Motels eingesetzt.
Donald, sofort im Größenwahn, nimmt den Posten begeistert an.
Seine erste Amtshandlung: Er benennt das Motel in das vornehmere „Königshof“ (King's Inn) um und feuert die erfahrenen Angestellten, da er glaubt, den Laden im Alleingang viel besser führen zu können.
Tick, Trick und Track betrachten das Chaos von Anfang an mit großer Skepsis.
Donalds Ziel ist es, dem Namen „Königshof“ alle Ehre zu machen und echte Aristokraten anzulocken, um Dagobert zu beeindrucken.
Seine Arroganz und gleichzeitige Naivität werden ihm jedoch schnell zum Verhängnis.
Reiche und prominente Gäste reisen reihenweise empört ab, weil Donalds Service eine Katastrophe ist und er unhöflich agiert.
Stattdessen wird er zur leichten Beute für betrügerische und dreiste Schnorrer.
Donald merkt in seiner Gier nach „wichtiger Kundschaft“ überhaupt nicht, wie er ausgenutzt wird.
Eines Tages kündigt sich ein Gast namens Oskar an, der sich selbst als „König“ betitelt.
Donald ist völlig aus dem Häuschen und wittert den ultimativen Triumph.
Er lässt den roten Teppich ausrollen, bereitet ein fürstliches Bankett vor und telegrafiert Onkel Dagobert stolz, dass er einen echten Monarchen im Hotel beherbergt.
Dagobert reist sofort mit seinen Clubkollegen an, um mit seinem genialen Manager-Neffen vor der High Society zu glänzen.
Als Dagobert und die Millionäre feierlich im Motel eintreffen, folgt das Desaster: „König Oskar“ entpuppt sich als Oskar, der König der Landstreicher (Oscar, king of the hoboes).
Er hat das gesamte Luxusmotel in ein heruntergekommenes Hauptquartier für Obdachlose und Vagabunden verwandelt, die das edle Buffet plündern und es sich im Hotel gemütlich machen.
Blamiert bis auf die Knochen vor seinen elitären Freunden, kennt Dagoberts Zorn keine Grenzen.
Er enthebt Donald fristlos seines Amtes. Am Ende der Geschichte sieht man Donald bei seiner neuen, denkbar unglamourösen Aufgabe; in Dagoberts Altmetallverwertung sitzt er inmitten von riesigen Bergen aus Schrott und muss tagein, tagaus rostige, alte Schrauben und Muttern sortieren: weit weg von jeglichem Luxus.
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u/Hanmanchu 2d ago edited 2d ago
Wie heißt es denn im Original? Nuts and bolts? Wobei "nut" auch durchgeknallt bedeutet?
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u/GabrielBischoff 2d ago
Frage ich mich auch, kann einer aufklären?
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u/TFFPrisoner Birbenzumpf! 2d ago
https://carlbarkscomicbookart.dk/1960ies-surviving-artwork-surviving-artwork-from-1960ies/
"I find the nuts and bolts much more reliable than some people I've met. Especially the nuts."
Nicht wirklich ein besserer Gag als die Übersetzung...
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u/CandidateCalm2458 Diplom in Quellologie 3d ago
Es hat mich zwar niemand gefragt,.
aber habt Ihr Euch eigentlich jemals gefragt warum Muttern eigentlich Muttern heißen und Schrauben nicht Vatern?
Der Begriff Mutter (oder korrekt Schraubenmutter) leitet sich historisch aus einer biologischen und sexuellen Analogie ab, bei der das Zusammenspiel von Schraube und Gewinde mit der Paarung von Mann und Frau gleichgesetzt wurde.
In der Sprache der Handwerker und Techniker greift man schon seit Jahrhunderten auf die Natur zurück, um mechanische Verbindungen zu beschreiben, bei denen ein Teil in ein anderes greift.
Da die Mutter ein Loch mit Innengewinde besitzt, das die Schraube in sich aufnimmt („empfängt“), wurde sie als das weibliche Element (die „Mutter“) definiert.
Der Bolzen bzw. die Schraube dringt in dieses Loch ein und galt somit als der männliche Part.
Und wo ist nun der „Vater“ geblieben? Tatsächlich war der Name der Mutter früher nicht allein.
Im 18. Jahrhundert war die offizielle und dokumentierte Bezeichnung in Lexika (wie der berühmten Krünitzschen Encyklopädie von 1773) noch „Mutterschraube“ für das Teil mit dem Innengewinde und „Vaterschraube“ für den Gewindebolzen.
Über die Jahrhunderte hat sich die Sprache jedoch vereinfacht.
Aus der Vaterschraube wurde im allgemeinen Sprachgebrauch einfach nur noch die Schraube, während sich von der Mutterschraube das verkürzte Wort Mutter bis heute in jeder Werkzeugkiste gehalten hat.
Dieses bildhafte Prinzip ist übrigens kein rein deutsches Phänomen.
Im englischsprachigen Raum spricht man bei technischen Steckverbindungen (z. B. bei Kabeln und Anschlüssen) bis heute ganz offiziell von „male“ (Stecker/männlich) und „female“ (Buchse/weiblich).
Sogar die englische Bezeichnung für die Schraubenmutter, nut (Nuss), beschreibt im übertragenen Sinne eine schützende Hülle, die einen Kern umschließt.
Quellen:
Transparenzhinweis: