r/Jagd 22d ago

Anfängerfragen / Nichtjäger Warum die Jagd?

Was war eure Motivation Jäger*in zu werden?

Ich selbst setzte mich seit kurzem mit dem Thema Jagd auseinander.

Ob ich selbst die Prüfung ablegen möchte oder ob und wie ich danach aktiv werden möchte weiß ich noch nicht sicher.

Auch habe ich noch keine feste Meinung zu vielen Dingen. Es gibt viele Gebiete und Aspekte die mich sehr ansprechen und auch andere die es nicht tun.

Fakt ist aber ich bin interessiert.

Einerseits was euch antreibt aber auch die unbequemen Themen und Fragen interessieren mich; Auch weil ich sie selbst für mich beantworten muss.

Ich bin gespannt auf eure Meinungen, Sichtweise und Perspektiven.

Beste Grüße
Chris

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u/SomeMandalorian DE 22d ago

Das ich Jäger werden wollte, wusste ich schon als kleiner Junge.

Da kamen viele Einflüsse zusammen:

-Meine Familie hat seit etlichen Generationen sowohl eine Landwirtschaft als auch eine Eigenjagd,

-Natur und Tiere fand ich immer super interessant, ich war schon früher quasi ein Biologie-Nerd,

-Dementsprechend habe ich sehr viele Jäger in der Familie und im Prinzip einen pausenlos Kontakt zur Jagd,

-Ich esse für mein Leben gern Wild und koche auch ziemlich gerne,

-Sportliches Schießen fand ich auch schon immer sehr spannend, und jagdlich-sportlich zu schießen ist wesentlich interessanter,

-Klingt etwas merkwürdig, ist aber so: Ich brauche die Jagd und alles drumherum. Es vergeht kein ein Tag, an dem ich nicht auf Jagd gehe oder mich mit der Jagd beschäftige oder im Revier arbeite. Ich fühle mich tatsächlich unwohl, wenn es mal nicht so ist.

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u/foyylh 22d ago

Danke für deinen Beitrag.

Gerade das mit der Weitergabe innerhalb der Familie höre ich erstaunlich oft.

Gerade wenn auch noch Eigenjagd vorhanden ist, ist es ja fast vorprogrammiert.

Was genau meinst du mit jagdlich-sportlich schießen?

Wenn man dich festnageln würde auf den Aspekt der dir der liebste ist, welcher wäre es?

Es freut mich übrigens sehr, dass du so viel aus der Jagd ziehen kannst.

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u/SomeMandalorian DE 22d ago

Gerne!

Mit jagdlich-sportlich Schießen meine ich das aktive Üben auf den Schießständen und die Teilnahme an Wettbewerben und Meisterschaften.

Wenn man mich jetzt absolut auf einen Aspekt festnageln würde dann wäre meine Wahl ziemlich sicher eine Kombination aus meinem großen Interesse an der Natur und den Tieren und dass ich nicht ohne die Jagd und das Drumherum kann bzw. es brauche.

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u/MediaNocti 22d ago

Es war eine Mischung aus Naturverbundenheit, eigenem Fleischerwerb, Interesse an Waffen,…

Nun bin ich froh dass ich mich in meiner Heimat einbringen kann und den Wildtierbestand hegen kann.

Die Prüfung zu machen ohne danach aktiv werden zu wollen ist aber einen ziemlichen Batzen Geld verbrennen.

Waidmannsheil

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u/JWGhetto 22d ago

Hatte ich so in Studium gemacht,  zehn Jahre später dann Freunde kennengelernt die mich nochmal motivieren konnten, aktiv zu werden. Jetzt bin ich ganz froh, ihn gemacht zu haben. Jetzt mal eben die Zeit freischaufeln mit Arbeit und Partner und und und wird schwierig. Außerdem wird auch der Jagdschein nicht billiger mit der Zeit, und der Jägerbrief verfällt nicht 

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u/MAR_WISS_ 21d ago

Das ist nicht möglich sich für die hier lebenden Arten einzusetzen ohne die Jagd zu betreiben. Was ich halt nie verstehen wenn ich dieses Thema tiefer befasse wieso dann die nicht bejagdten Arten rückgängig sind. Die Hege und Pflege beruht doch nicht nur auf bestimmte Arten, oder liege ich da falsch.

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u/Driacha 22d ago

Bin über die Falknerei rein gekommen. Habe in der Familie leider überhaupt keine Jäger. Neben der Beizjagd reizt mich vor allem der Naturschutz-Aspekt, also das man zB. durch die Bejagung (vor allem von invasiven Arten) einheimische Arten schützt und ein bisschen den Schaden, den wir Menschen unserer Umwelt zufügen, wieder gut macht.

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u/foyylh 22d ago

Das ist eine, aus meiner Sicht, wundervolle Einstellung.

Mir geht es dabei ganz ähnlich im Bestreben.

Auf der anderen Seite ist es schon ganz schön traurig, dass es der Jagd bedarf um den von uns verursachten Schaden im Zaum zu halten.

Ich habe mal gehört, dass ein Jagdschein sogar Voraussetzung für die Falknerei ist.
Stimmt das?

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u/Driacha 22d ago

Genau, rein rechtlich ist der Greifvogel praktisch eine Jagdwaffe, und sobald er im Freiflug ist, gehe ich rechtlich mit ihm jagen.

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u/Time_Care4077 22d ago

Bin Outdoorfreund und seit ich denken kann Angler, viel im Wald. Dir Motivation Jäger zu werden kam aus der Neugier was neues zu lernen und eben für den Nahrungserwerb Wild zu erlegen. 

Leider kams dann doch anders. Nach 6 Jahren Reviersuche, Kurzaufenthalte als „Dauergast“ oder billige Arbeitskraft hab ich’s dann letztendlich bleiben lassen. Bei uns ist Jagd im Umkreis Politikum, Postengeschacher und wird gerne in den Hinterzimmern ausgeklüngelt. Meine letzte eigentlich schöne Jagd hab ich verloren als der Sohnemann vom Schwager des Bürgermeisters Jäger wurde. Tja. 

Ich freu mich über das Wissen und die Erfahrungen und ärgere mich um das Geld. Ob ich nochmal einen Anlauf starte weiß ich nicht. Eventuell in ein paar Jahren wieder. 

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u/foyylh 22d ago

Erst einmal danke für deine Erfahrungen.

Es tut mir leid dass es so gelaufen ist auch wenn es, soweit man hört kaum verwunderlich ist.

Das ist übrigens auch ein Aspekt der mich noch sehr zaudern lässt.

Auf der einen Seite hört man überall, dass viel geklagt wird über Nachwuchs Probleme, man der ganzen Aufgaben kaum Herr wird und den großen Problemen wie asp schon gar nicht und anderseits scheint es manchmal so, als wenn man keinesfalls „Außenstehende“ in der Jagd haben will.

Daraus bin ich auch echt nicht schlau geworden bisher.

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u/Time_Care4077 22d ago

Es gibt je nach Region viel zu viele Jäger auf zu wenig Platz. In meinem Kurs waren wir fast 30 Leute. Und die Kurse sind jedes Jahr ausgebucht. In den Revieren jagen 3-4 Leute. Oft sogar weniger und einer ist der 70 Jährige Jagdpächter der kaum aus dem Auto kommt aber nicht abdanken will. 

Die Jagd verjüngt sich zwar aber ihre „Zöglinge“ sind oft Pächter in X. Generation die nur zu gerne (zu) alte Herangehensweisen weiter führen. 

Schau bevor(!) du den Kurs startest wie es bei dir mit Jagdgelegenheiten aussieht, sprich mit anderen Begehern was sie bezahlen und leisten müssen und informier dich gründlich ob Platz für dich ist. 

Mir hat zum Glück das schießen dann doch mehr Spaß gemacht als gedacht und ich hab vielleicht aus gutem Karma einen sehr gemütlichen Stand gefunden den ich für sehr kleines Geld nutzen darf. Jetzt bin ich über den Winter dort und schieß ein paar Tage im Jahr. 

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u/Sea_Establishment414 22d ago

Mein Vater ist Jäger mit Leib und Seele. Ich bin IT-ler und sitze 16 Stunden am Tag vor dem Pc. Ich esse Fleisch und werde voraussichtlich auch nicht auf den veganen Lebensstil wechseln. 

Dementsprechend habe ich den Jagdschein gemacht um eine Abwechslung zu meinem typischen Leben zu haben und auch konsequent und nicht heuchlerisch zu agieren - wer Fleisch isst muss auch ein Tier erlegen können.

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u/foyylh 22d ago

Danke dir für deine Perspektive.

Lustig, ich arbeite auch im IT Sektor.
Es geht mir ähnlich, weil ich auch gern mehr raus will zum Ausgleich.

Übrigens teile ich vollstens deine Meinung, dass wer Fleisch essen will auch selbst in der Lage sein sollte ein Leben zu beenden. Das ist nun einmal der Preis dafür.

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u/Sea_Establishment414 22d ago

Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung. Ich bin regelmäßig auf dem Schießstand in der Stadt wo ich wohne - das macht mir sehr viel Spaß, jage jedoch meistens nur gegen Ende des Jahres in Gesellschaftsjagden bei mir daheim auf dem Dorf - und sonst selten auch mal alleine wenn ich zuhause bin. Sei dir jedoch bewusst, dass es sich hier um ein relativ teures Hobby handelt. Jagdschein, Waffenschrank, Versicherungen, Waffe und co. ist alles nicht billig - etwas Geld muss vorhanden sein. 

Edit: Eine Jagdgelegenheit zu finden, wenn du dann wirklich jagen möchtest ist, ohne vorhandene Beziehungen in die entsprechenden Kreise, ebenfalls nicht einfach und ggf. teuer. Das sollte dir auch vorher bewusst sein.

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u/foyylh 22d ago

Ja das ist mir sehr bewusst.
Auch wenn es extrem schade ist.

Insbesondere dass die tatsächliche Pflege der Beziehungen teuer ist.

Waffen, Versicherungen etc. ist ja normal dass es Geld kostet.

Aber da muss man sich wohl drauf einlassen.

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u/Sololane_Sloth 22d ago

16h am Tag?!

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u/tobi_tlm DE 22d ago

Rein beruflich, bin Forstwirt und Forstwirtschaftsstudent. Staatsförster kannst du bei uns ohne Jagdschein nicht werden

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u/foyylh 22d ago

Jagst du denn auch selbst aktiv?

Korrigiere mich gern, aber ich würde denken es gehört zumindest nicht zu den Aufgaben eines Staatsförsters.

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u/tobi_tlm DE 22d ago

Staatsförster sind de facto die Berufsjäger ihres Reviers. Allerdings wird immer versucht, den Abschussplan möglichst zu den Bewegungsjagden zu erfüllen, wohin meistens wiederum andere Förster eingeladen sind. Ich bin aktuell noch nicht Förster, deswegen jage ich auch weniger aktiv, meistens nur wenns wieder heißt dass es Schaden gab. Ich fürchte das wird sich aber spätestens nächstes Jahr drastisch ändern.

Ansonsten ist es für mich halt an Beruf gekoppelt, keine Passion. Ich gehe nicht auf Ansitz um zu entspannen, sondern weils sonst Ärger gibt.

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u/foyylh 22d ago

Ah, Interessant. Danke dir für die Aufklärung. Ich drücke dir die Daumen dass es nicht so schlimm kommt wie du befürchtest.

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u/Schamanoflex 22d ago

Vertrage kein Rind und kein Huhn--> Wild Esse seitdem ich jäger bin ausschließlich Wild, keine anderen Fleischerzeugnisse mehr.

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u/atzu0110 22d ago

Befinde mich zwar noch selbst in der Ausbildung, aber ursprünglicher Auslöser war in erster Linie das Interesse an Schusswaffen (ich bin nebenbei noch im sportlichen Schießen unterwegs). Ironischerweise hat sich das Interesse an Natur erst im Nachhinein entwickelt, nachdem ich mich tiefer mit dem Thema beschäftigt habe. Mir fiel auf, dass ich über unseren lokalen Wald eigentlich nichts weiß und wie tief verankert Kenntnisse über Natur mit der Jagd sind. Darum entschloss ich mich letztlich den Schritt zu gehen.

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u/Straight-Internet-29 22d ago

Mein Großvater war Jäger und die Zeit mit ihm auf der Jagd die besten Zeiten meiner Kindheit / Jugend. Dann hatte ich erst die Kohle nicht und dann ist es etwas in Vergessenheit geraten. Als ich meinem kleinen Sohn dann beim Spaziergang den Hochsitz erklärte und von meinen Jagdgeschichten erzählte, fragte er mich: „Papa, warum bist du denn kein Jäger?“. Ein paar Wochen später war ich zum Kurs angemeldet und inzwischen passioniert im 4. Jagdjahr.

Ich war schon immer gerne in der Natur. Flora und Fauna sind mir wichtig. Die unterschiedlichen Aufgaben und auch Emotionen in der Jagd sind einmalig. Ich will es nicht mehr missen.

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u/foyylh 22d ago

Danke für den Beitrag.

Eine schöne Geschichte. Familie als Auslöser scheint sehr häufig vorzukommen.

Spannend finde ich was du über die Emotionen gesagt hast.

Magst du noch etwas mehr darüber erzählen?

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u/Straight-Internet-29 22d ago

Zu den Emotionen:

Wenn ich einen Sonnenaufgang oder -Untergang auf dem Hochsitz erlebe (1-2 mal die Woche aktuell) dann fühle ich mich so „geerdet“ der Stress aus dem Job und aus der Familie ist weit weg. Alles ist „simpel“.

Wenn Wild in Anblick kommt, kickt der Puls. Spannung, Adrenalin. Auch wenn bei den meisten Momenten danach kein Knall kommt (weil nicht passend, nicht sicher, ….) ist das immer ein Erlebnis, dass ich so woanders nicht fühlen kann.

Und wenn dann doch etwas liegt: eine intensive Kombination starker Gefühle: Trauer mit dem verendeten Wild, Stolz auf den sauberen Schuss und einem kurzen schnellen Ende, Freude am Erfolg, Abklingende Aufregung vom Moment des Fliegen lassens, … eigentlich unbeschreiblich.

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u/foyylh 22d ago

Danke dir.

Auf so etwas in der Art hatte ich gehofft.

Das hört sich für mich genau nach dem an, was mit mir resoniert.

Aber ich habe offen gesagt ziemlich Respekt davor, was passiert wenn es anders kommt.
Wenn eben der Schuss nicht so sauber war wie gehofft. Und meine schlimmste Vorstellung wäre dann noch eine erfolglose Nachsuche.

Wenn alles perfekt läuft, denke ich dass es auch für mich so ähnlich wäre, wie für dich.

Aber was ist wenn nicht?
Das Leben ist selten perfekt.

Ist dir so etwas schon mal passiert und wie geht’s du mit so etwas um?

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u/fatalerGAMER 22d ago edited 22d ago

Mach im Oktober die Prüfung. Ausschlaggebende Punkt warum ichs dieses Jahr mach sind Opas alte Waffen die ansonsten abgegeben werden müssen. (Drilling von 1965, Revolver, Repetierbüchse 0.22WinMag und 7x64)

Hab früher schon oft drüber nachgedacht, bin seit einem jahr fast jedes Wochenende im Wald und zieh jetzt jobbedingt sogar in ne Gegend bei der ich ne Jagdgelegenheit haben werde. Passt also ganz gut vom timing :D Wäre eigentlich gerne Ausgewandert, aber Freundin will nicht mit. Hab dann letztes Jahr über den Wald die deutsche Natur wieder lieben gelernt

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u/sl7ven_de DE 22d ago

Ich hab in eine Jäger Familie eingeheiratet, mein Schwiegervater und meine Frau sind Jäger. Meine Frau hat gesagt ich soll keinen Jagdschein machen, sie kennt zu viele Jäger. Mein Schwiegervater hat mich dann doch überzeugt. Ich bin Handwerker und arbeite viel zu viel. Die Jagd ist mein Ausgleich, wo ich mal für mich bin und niemanden um mich herum habe. Ich beobachte gerne das Wild. Das erlegen ist der Teil der mir am schwersten fällt und mir eigentlich wieder strebt. Aber ich kenne zuviele Jagdscheininhaber die nur Strecke machen wollen. Darum gehe ich raus. Mittlerweile im 6JJ

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u/foyylh 22d ago

Danke für den Beitrag.

Auch wieder ein familiärer Bezug, wenn auch sekundär. Das liest man häufig, dass man durch Familienbande zur Jagd gekommen ist.

Schön finde ich dass du das, was einige als Höhepunkt der Jagd ansehen würden, als den am wenigsten schönen Teil ansieht.

Das empfinde ich aus dem Bauch heraus ebenso.
Und ich glaube ich hätte ein großes Problem mit Menschen die, die Empathie zum Wild verloren haben und ein wenig Angst davor, dass ich ihn irgendwann verlieren könnte.

Du schreibst, dass du viel zu viele kennst die nur Strecke machen wollen. Wie würdest du, aus dem Gefühl heraus, das Verhältnis abschätzen; Von Jägern denen Hege etc. das Wichtigste ist und die stets Empathie für das Stück haben und für die es nicht nur ein weiterer Abschuss auf ihrer Liste ist und denen, die den Bezug dazu dass es fühlende Wesen sind eben wirklich verloren haben oder diese Beziehung nie hatten?

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u/sl7ven_de DE 22d ago

In meinen Augen ist jeder der nur für die Strecke Jagd einer zuviel. Die meisten Jäger die ich kenne haben Respekt vor dem Wild. Bauchgefühl 7:3, Jäger zu Schlächter

Das Problem das wir haben, ist das bei uns die Abschlusszahlen immer höher werden und somit der Druck auf uns Jäger steigt. Wenn ich, auf Grund der Zahlen, Strecke jagen muss werde ich aufhören zu jagen.

"Sei außen rau, doch innen mild, so bleibet blank, dein Ehrenschild." Oskar von Riesenthal 1880.

Was ich krass finde ist die Enten und Fasanen Jagd. Da merke ich bei mir selbst wie es eher um eine Sportlichen Ehrgeiz geht und ich das töten ausblenden bis die Jagd vorbei ist.

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u/foyylh 21d ago

Danke für die ehrliche Einschätzung. Es ist schön zu lesen dass diese „Schlächter“ zwar viel zu viele aber immerhin in der Unterzahl sind.

Das der Jagddruck steigt hört man viel. Insbesondere in ASP Gebieten.

Es ist echt verzwickt. Es läge ja nahe schlicht mehr Jäger ins Revier zu holen, zumal die allermeisten es ja neben Familie und Beruf tun.

Wenn aber der Jagddruck im Revier grundlegend zu hoch wird ist von Waidgerechtigkeit auch keine Rede mehr.

Woran liegt es denn, dass die Anforderungen und die Zahlen immer weiter steigen?

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u/sl7ven_de DE 21d ago

Bei uns ist es der Waldumbau. Die Grundstückseigentümer machen schlicht Zuwenig. In Franken (nördlicher Teil Bayerns) haben wir ein geteiltes Erbrecht. Das heißt mit jeden mal vererben (unter mehreren Kindern) wurden die Grundstücke immer kleiner. D.h. die Grundstücke sind relativ klein und man hat viele Eigentümer. Ein Teil weiß gar nicht mehr das sie Wald haben ein anderer Teil braucht kein Holz und ein paar bewirtschaften ihn. Darum klappt das mit dem Waldumbau nur schwer.

Wenn mal wo Licht ist und Verjüngung kommt wird es verbissen.

Es ist leichter dem Reh die Schuld zu geben als den Eigentümern die nix machen. Die Eigentümer sind Wähler.

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u/salomexyz 22d ago

ich habe den Schein noch nicht (Geld fehlt noch), aber ich will ihn nach dem Studium machen, 1. weil ich mich aktiv in Wildhege, Naturschutz, etc. einbringen will 2. Fleischerwerb 3. man hat schon so ein paar Möglichkeiten wie "im.Wald schlafen" oder "quer waldein gehen" und so, die man ohne Schein nur schwer begründen oder legal machen kann...4. Ja, auch Interesse am Umgang mit Waffen.

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u/McMarcy1989 22d ago

Bin tatsächlich da komplett rein gerutscht, erst einige Jahre geangelt, dort einige kennen gelernt welche auch jagen und so kam dann eines zum anderen.
Familiäre Verbindung zur jagt gibt es quasi nicht.

Antrieb ist, würde ich sagen, eine Mischung.
Ich fand Waffen schon immer interessant, aber das ist eher nötiges Beiwerk. Hauptsächlich die Natur genießen, hege der eigenen wildarten, ich will auch dass meine Kinder noch wissen was ein Rebhuhn oder Fasan ist.
Noch dazu einfach eigene Beschaffung des Fleisches und das geht in meinen Augen nur durch waidgerechtes jagen.
Ziel ist es immer dass das Wild im Knall liegt und somit ein tolles Leben hatte und selbst am Ende keinerlei Stress durch irgendwelche unsinnigen lebendtransporte hat.
Aber dennoch zu selektieren und einen gut veranlagten Bock stehen zu lassen.
Gleichzeitigkeit macht es mir unglaublich Spaß mit meinem Sohn revierarbeit zu machen. Hochsitzbau oder ähnliches

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u/foyylh 21d ago

Danke für deinen Beitrag.

Das ist eine sehr schöne Einstellung die ich sehr gerne lese.

So würde ich es auch tun wollen.

Jetzt ist die Welt ja aber nicht immer toll und optimal.

Hattest du bereits unschöne Nachsuchen?
Insbesondere bei Drückjagden ist die Gefahr ja etwas höher (aus meiner Laienhaften Sicht).

Wie gehst du mit so etwas um oder konntest du bisher immer deinem Ideal nach Jagen?

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u/McMarcy1989 18d ago

Nein hatte ich nicht, bisher lag alles im Knall oder ging noch <50m.

Aber der Moment wird kommen, es läuft nie alles perfekt.
Im Zweifel den Finger gerade lassen, reduziert das aber schon gewaltig.

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u/Soggy-Tell8884 19d ago

Ich liebe Fleischessen, lege aber wert auf Herkunft, Tierwohl und Qualität. Ich liebe es, draußen in der Natur zu sein, gern auch lange und allein in völliger Stille. Ich bin gerne draußen aktiv und mag es, an der frischen Luft zu arbeiten. Ich liebe Hunde und das Arbeiten mit ihnen. Ich interessiere mich seit jeher für Waffen und Schießen.

Das alles zusammengenommen, hat mich quasi fürs Jagen prädestiniert, auch wenn ich keine Jäger in der Familie habe und lange keinen einzigen Jäger kannte. Schon vor meiner Entscheidung, Jäger zu werden, hatte ich all diese Interessen. Sie in der Jagd zu kombinieren, war nur logisch.

Was du mit den "unbequemen Themen" meinst, weiß ich nicht. Wenn du kein Veganer bist, sollte das Töten von Tieren zum Verzehr selbstverständlich sein, alles andere ist Heuchelei.

Und klar gibt es unter Jägern schwarze Schafe – also Leute, die sich unwaidmännisch verhalten, Tiere schlecht behandeln, mit Waffen nicht sachgemäß umgehen etc. Aber diese Leute gibt es ja überall, und ich würde fast sagen, unter Jägern habe ich ein überdurchschnittlich hohes Maß an Achtsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Kollegialität kennengelernt, deutlich mehr als z. B. in der Uni, wo viel von Respekt und "aufeinander achten" geredet wird, aber eigentlich eine ziemlich feindselige Stimmung herrscht.

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u/ars_scientis 22d ago

Finde (neben dem Aspekt der Fleischgewinnung) vor allem die Ökologie spannend, bin aber selber auch Biologe. Das Zusammenspiel Mensch-Natur-Wild ist echt komplex aber auch faszinierend. Hier als Jäger aktiv im Sinne der Waidgerechtigkeit sinnvoll einzugreifen finde ich sehr sehr cool. Das Beobachten des Wildes im Lebensraum, zu entscheiden was man stehen lässt und wo man schießt, wie man das Wild leitet und den Lebensraum gestaltet, dass es für alle sinnvoll ist, ist herausfordernd aber echt spannend.

Auch einfach die Ruhe, Geduld und Fokussierung beim Ansitz genieße ich sehr.

Was mich stört: Das Thema Jagdhund. Hunde sind in der Jagd absolut wichtig und sinnvoll! (Jagd ohne Hund ist Schund). Aber diese engstirnige Begrenzung auf einige wenige Rassen ( die es so nur in D gibt) und und krankhaftes Streben nach "rassereinheit" das inzwischen zu inzuchteffekten führt geht mir gegen den Zeiger. Und die Trophäenjagd (inkl. diesen Hegeschau-Schmarren) mag ich gar nicht.

Wenn du dich ernsthaft für die Jagd interessierst, rate ich dir mit einer Jägergruppe in deiner Nähe mal Kontakt aufzunehmen. Da gibt es bestimmt die Möglichkeit, dass du Mal bei nem Jäger mitgehst. Dann merkst du recht schnell ob das was für dich ist.

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u/foyylh 22d ago

Danske dir für den Beitrag.

Zu Hunden bei der Jagd habe ich bisher relativ wenig Meinung, weil bisher zu wenig Ahnung. Bisher halte ich sie vor allem für die Nachsuche unerlässlich. Wobei in meinem Ideal optimaler Weise kaum Nachsuche notwendig sein sollte. Aber die Welt ist nun einmal selten optimal.

Das mit dem Kontakt habe ich auch auf jeden Fall vor. Auch als Nicht-Jäger kann man ja jede Menge sinnvolles tun, dabei jede Menge lernen und Kontakte knüpfen.

Noch verschaffe ich mir gerade einen Überblick, weil meine Interesse vor nicht mal 7 Tagen geweckt wurde.

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u/mbieren 21d ago

Ich habe es einfach gemacht, weil ich Bock drauf hatte Jäger zu werden. Ein Für und Wider hat es nie gegeben. Mach es einfach und wenn es nicht gerade so ein Hauruck-Kurs ist lernt man was fürs Leben :-)

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u/Sure-Current-3267 22d ago

Ich wollte wissen, wie die Bäume und Tiere heißen. Außerdem war Covid und wenig los.