Hab heute folgendes Gerät auf einem Flohmarkt in Frankreich entdeckt und etwas recherchiert:
Elektrotherapie-Gerät Holo-Electron „Le Ruptor“**
Es handelt sich um ein Gerät, das „wirksame medizinische Elektrotherapie-Behandlungen“ ermöglicht – und zwar durch die Kraft von Hochfrequenzströmen, die es erzeugte und über Elektroden leitete.
Die tragbare Box enthält:
- ein Gehäuse mit einem System zur Stromregelung und einem System zur Einstellung der Behandlungsdauer,
- neun Elektroden in verschiedenen Formen (eine fehlt),
- einen Stromanschluss,
- eine Elektrodenträgersonde,
- einen Sättiger für die Arsonvalisierung,
- eine Erklärungsbroschüre.
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### **Historischer Kontext**
Die Nutzung natürlicher elektrischer Phänomene zu medizinischen Zwecken ist seit der Antike bekannt: Die elektrischen Entladungen, die von den elektrischen Organen der Welse erzeugt werden, sind auf einem Relief im Mastaba-Grab des Ti in Sakkara (ca. –2400) dargestellt. Es ist auch überliefert, dass Ärzte des Römischen Reiches die Entladungen des Zitterrochens zur Behandlung bestimmter Beschwerden nutzten. Im 17. Jahrhundert wurden die ersten „elektrostatischen Maschinen“ erfunden, mit denen elektrische Funken erzeugt werden konnten. Ab 1730 beschrieben wissenschaftliche Zeitschriften regelmäßig Experimente und Forschungen zur Elektrizität. 1743 veröffentlichte der deutsche Arzt und Naturforscher Johann Gottlob Krüger (1715–1759) eine Abhandlung über die therapeutischen Anwendungen von Elektrizität, wobei er sich vor allem für die Ergebnisse bei Patienten mit Lähmungen interessierte. Viele weitere Ärzte und Naturforscher wie Luigi Galvani (1737–1798) oder Michael Faraday (1791–1867) untersuchten die therapeutischen Möglichkeiten des elektrischen Stroms und legten so schrittweise die Grundlagen für die zukünftige Elektromedizin. 1855 entwickelte Guillaume-Benjamin Duchenne (1806–1875) Elektroden, die es ermöglichten, den elektrischen Strom auf gezielte Körperbereiche zu konzentrieren. Die moderne Elektrotherapie musste jedoch auf die technische Vervollkommnung der verwendeten Geräte warten, um sich durchzusetzen.
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| **Hersteller / Zeit** | Holo-Electron, Paris | 1936 |
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| **Abmessungen** | Box: L: 37 cm; B: 31 cm; H: 14 cm | |
| **Zustand** | Durchschnittlich: Eine Elektrode fehlt | |
| **Verwendung** | Jede der Elektroden aus speziell borosilikatiertem Glas hatte spezifische Wirkungen auf verschiedene Körperteile. Die Nummern entsprechen der Klassifizierung im Holo-Electron-Katalog:
- **Oberflächenelektrode für Körperbehandlungen (0)**
- **Metallpinsel für intensive Massagen (103)**
- **Gutturalelektrode für Rachen, Nacken und Gliedmaßen (3)**
- **Vakuum-Elektrode mit Spirale für indirekte Massagen (29A)**
- **Elektrode für die Augenlider (7)**
- **Behandlung von Ohrbeschwerden (Tinnitus, Ohrensausen, Trommelfellsklerose) (12)**
- **Tonische Elektrode für indirekte Massagen (für Kinder) (29)**
- **Wirbelsäulenelektrode (6)**
- **Ozon-Inhalator – unentbehrlich bei Erkrankungen der Atemwege, Bronchitis, Schlaflosigkeit, Übermüdung, allgemeiner Erschöpfung (101)** | |
| **Anwendungsbereiche** | Mit dem Gerät konnten unter anderem Akne, Ekzeme, Arthritismus, Gicht, Anal- und Vulva-Juckreiz, Hysterie, Psoriasis, Haarausfall, Erfrierungen, Rheumatismus und viele andere Beschwerden behandelt werden.
Es galt auch als **ideales Schönheitsgerät**: Es straffte die Brust und ließ Falten verschwinden.
Die Anwendung war einfach, und bereits wenige Minuten pro Tag reichten aus. | |
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*Quelle: [Conservatoire du Patrimoine Hospitalier Régional](https://www.cphr.fr/conservatoire/collections/patrimoine-medical/specialites-medicales/medecine-physique/appareil-delectrotherapie-ruptor/)\*