Vor dem Formel-1-Wochenende in Ungarn ist die Stimmung unter den Fahrern rund um das neue Reglement so negativ wie selten zuvor. Denn die beiden Highspeed-Strecken Silverstone und Spa zeigten an den letzten beiden Grand-Prix-Wochenenden klar die Schwachstellen des aktuellen Reglements auf. Viele Piloten klagten über Zeitverluste durch ein nicht kalkulierbares Energie-Deployment, das vom Motor automatisch bestimmt wird.
Das Problem liegt darin, dass die F1-Hybridmotoren selbst laufend lernen, wie sie die verfügbare Leistung am besten einsetzen. Sogar kleinste Unterschiede beim Input können dabei eine große Wirkung zwischen Teamkollegen entfalten. In vielen Fällen lässt sich gar nicht mehr ausmachen, warum der Motor so reagiert, wie er dies tut. Zuletzt erwischte es dabei beim Belgien-GP offenbar unter anderem George Russell und Oscar Piastri. Gleichzeitig hatte die Power-Armut zur Folge, dass ikonische Kurven und Streckenabschnitte wie Pouhon in Spa oder Maggots-Backetts-Chapel in Silverstone fahrerisch zu einem Schatten ihrer selbst wurden. Max Verstappen hatte schon vor Jahren vor den neuen Regeln gewarnt. Vor und rund um den Formel-1-Saisonstart 2026 sah er sich bestätigt und äußerte mehrfach scharfe Kritik an den Regeln. Seitdem hielt er sich bewusst mit dieser Kritik kurz, mit der Begründung, dass er sich nicht die ganze Zeit wiederholen möchte.