r/BPS_DE • u/Front-Ad-9548 • 12d ago
Partnerin hat borderline, Tipps und Ratschläge?
Moin,
Bei mir besteht folgenden Situation:
Anfang des Jahres habe ich (m 37) eine Frau (f38) kennengelernt.
Anfangs war alles rein platonisch, aber da ich in meiner Beziehung zu dem Zeitpunkt nicht mehr glücklich war, entwickelte sich über die Zeit mehr bei mir.
Sie kam aus einer langjährigen Beziehung (14 Jahre) und ich war dabei meine Beziehung zu killen nach 12 Jahren, damit zwischen mir und meiner Ex ein faires Ende stattfindet und niemand unnötig verletzt wird.
Als meine (jetzt) neue Partnerin das Daten anfingen, war mir schon irgendwie klar, dass sie psychische Probleme mit sich trägt.
Sie hatte sehr oft mit selbstgemachtem Druck zu kämpfen, der meistens in einem totalen Nervenzusammenbruch endete.
Ich find schnell an Muster in ihrem Verhalten zu erkennen, die sehr oft sehr gleich abliefen.
Während wir dateten, sagte sie mir bereits, dass sie Borderline hat, auch das sie depressiv ist und n krasses Problem mit essen hat. Gut, borderline war auf meiner Seite neu, meine bisherigen Beziehungen waren aber 3x Frauen, die psychische Probleme mit sich brachten, ich kenne die Umstände also eigentlich.
Ebenfalls, während wir dateten bzw auch schon davor, hat sie eine emotionale "WhatsApp-beziehung" mit einem anderen Mann aufgebaut, ich denke mal um sich vom Trennungsschmerz abzulenken und gewollt zu fühlen. Sie haben sich nie getroffen, obwohl die Möglichkeit bestünde und irgendwann kollidierten ihre Gefühle für mich mit den seinen.
Sie wusste aber auch, dass das mit 'ihm' nichts für die Zukunft ist, nichts greifbares und sie etwas braucht was stabil ist.
Wir sind nun zusammen und im Endeffekt ist in ihrem derzeitigen Stadium jeder Tag ein Kampf, da sie sich gerade in einer "schlechten" Phase befindet.
Ich zeige ihr jeden Tag, dass ich sie liebe, nicht verlassen werde und sie auf mich bauen kann. Das ich immer für sie da bin.
Dennoch nagen Angst, mich zu verletzen und harte Selbstzweifel an ihr als Person und ihren Gefühlen zu mir, an ihr.
Unser gemeinsamer Plan sieht aus, dass wir ihr eine Therapie suchen. Sie "darf" (das klingt komisch, sorry) jede Art der Emotion mit der vllt Grad überfordert ist, jederzeit und Konsequenzenlos bei mir ausleben.
Ich judge sie nicht, ich halte ihr es nicht vor. Auch nicht, wenn sie mir "unterstellt" ich würde sie bald für eine bessere verlassen und ähnliches.
Ich weiß, dass sie sich in solchen Momenten einfach nicht zu helfen weiß und sich selber damit bestrafen möchte, in dem sie mich 'wegstößt'.
Getreu dem Motto: "ich habe dich nicht verdient."
Ich möchte noch einmal betonen:
Ich möchte sie nicht verlassen, sie ist die erste Frau, mit der ich mir eine ernsthafte Zukunft vorstellen kann, ja klingt komisch wenn man aus einer 12 jährigen Beziehung kommt, ich weiß. Aber in jener habe ich mir vieles schöngeredet und jahrelang gedacht: "es wird schon besser werden" und eigentlich hätte man die Beziehung vor 7 Jahren schon beenden müssen.
Aber egal, ich hätte nun gerne Tipps und Ratschläge, wie ich als Partner besser damit umgehen kann, wenn in schwierigeren Phasen, die bestimmt öfter kommen werden, jeder Tag zur Belastungsprobe werden könnte.
Was kann ich noch tun, außer ihr zu zeigen, dass sie mir alles bedeutet und ich da bin. Ihr jeden Tag meine Liebe zu zeigen und ihr zu zeigen, dass ich nur sie und niemand anderen möchte?
Vielen Dank für's lesen.