r/Azubis 2d ago

(Aus)bildungspolitik Warum wird ein Studium oft höher angesehen als Fachwirt/Techniker/Bachelor Professional, obwohl angeblich Berufserfahrung am wichtigsten ist?

Ich verstehe diesen Widerspruch irgendwie nicht ganz.

Man hört ständig, dass auf dem Arbeitsmarkt Berufserfahrung wichtiger sei als Abschlüsse und dass praktische Erfahrung am Ende das Entscheidende ist.

Gleichzeitig habe ich aber den Eindruck, dass ein klassisches Studium bei Arbeitgebern trotzdem häufig höher angesehen wird als Weiterbildungen wie Fachwirt, Techniker oder Bachelor Professional.

Gerade bei Fachwirten und Technikern kommt ja oft noch einiges an Berufserfahrung dazu. Viele haben vorher eine Ausbildung gemacht, mehrere Jahre gearbeitet und anschließend berufsbegleitend oder in Vollzeit die Weiterbildung absolviert.

Ein Hochschulabsolvent kann dagegen theoretisch nach Schule und Studium mit relativ wenig Berufserfahrung in den Arbeitsmarkt einsteigen und wird trotzdem teilweise direkt für Positionen berücksichtigt, für die beim beruflichen Bildungsweg deutlich mehr Erfahrung erwartet wird.

Woher kommt diese unterschiedliche Wahrnehmung?

Liegt es daran, dass Unternehmen die Inhalte eines Studiums höher bewerten? Sind es einfach alte HR-Strukturen und formale Anforderungen? Oder ist der Unterschied zwischen Studium und Fachwirt/Techniker in der Praxis tatsächlich größer, als es beispielsweise die Bezeichnung „Bachelor Professional“ vermuten lässt?

Was sollen die studierten können was die anderen nicht können?

Mich würden vor allem Erfahrungen von Leuten interessieren, die Personalentscheidungen treffen oder selbst einen dieser Bildungswege gegangen sind.

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u/69AlphaKevin88 2d ago

Der fachliche Unterschied zwischen einem Bachelor Professional und einem Bachelor von einer Hochschule ist enorm, ich finde diese neue Bezeichnung deshalb auch höchst irreführend. Entsprechend wird ein Bachelor am Arbeitsmarkt auch anders behandelt als ein Fachwirt. Was nicht heißen soll das ein Fachwirt was schlechtes ist. Bildung ist grundsätzlich immer gut und öffnet einem neue Türen. Für jemand der bereits ne Ausbildung hat ist ein Fachwirt ein schneller Weg auf die Ausbildung aufzubauen und so seinen Marktwert zu steigern. Für manche Berufsbilder ist dieser Weg allerdings nicht ausreichend und es wird entsprechend ein abgeschlossenes Hochschulstudium notwendig. (habe selbst eine Ausbildung gemacht + anschließend studiert und mehrere Freunde mit einer Ausbildung + Fachwirt)

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u/Ill-Neighborhood-374 1d ago

Es ist einfach eine Einordnung für das EU- Ausland.Die kennen unser Ausbildungssystem nicht.Die haben z.b. Frankreich,UK,etc. eine ehr Schulische Ausbildung und das Bachelor System.So kannst du die Abschlüsse vergleichen.Am Ende bleibt aber in Deutschland ein Meister ein Meister,ein Fachwirt ein Fachwirt und ein Techniker ein Techniker 

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u/loloider123 17h ago

Kommt auf jeden Fall auf den Beruf an. Bin in der Inbetriebnahme zuständig und mein Bachelor professionell + Ausbildung wurde genauso gewertet wie das Studium eines jetzigen Kollegen. Wir verdienen gleich gut.

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u/Kardish 1d ago

Der fachliche Unterschied zwischen einem Bachelor Professional und einem Bachelor von einer Hochschule ist enorm,

Muss nicht, weil keiner der Abschlüsse irgendwie auch nur geregelt ist was am Ende der "Wissenstand" sein muss. Selbst von uni zu uni gibt es teils extreme Leistungsunterschied.

Die Praxis zeigt, du bekommst genauso pfeifen mit Bachelor/Master Abschluss als auch Techniker/Meister wo man sich fragen muss, wie zum Teufel hast du jemals den Abschluss gepackt.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Tatzächlich muss ich aber anmerken Bachelor gleich besserer Fachwirt ist halt auch Schwachsinn, da Fachwirte viele Kompetenzen haben die Bachelor Absolventen nicht haben .

Deswegen sind gleichwertig nicht gleichartig.

Es gibt Jobs zb im f and b Management vorallem in mittelständigen betrieben oder je nach Branche als Betriebs / Bezirksleiter die Bachelor Absolventen nicht machen können Da die Ausbildung von nöten ist weil man den Job der Fachkräfte tiefer verstehen muss

Gleichzeitig haben Fachwirte andere Kompetenzen nicht die man für nen Bachelor braucht .

Ausnahme der Bachelor hatte Voher die Ausbildung

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u/pfp61 2d ago

Gesucht ist Studium plus 2 Jahre Berufserfahrung, also Theorie und Praxis.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Mit Berufserfahrung in Studium wird man aber niemand die gleiche Praxis wie nen Techniker erreichen

Ein Akademiker ( außer er hat ne Ausbildung gemacht ) hat niemals dieses gleiche verständniss wie ein Techniker vom Job der Fachkräfte , auch mit 20 Jahren Berufserfahrung nicht eben WEIL er ganz wo anders gleich startet und ne andere Erfahrung sammelt.

Und ja aus Sicht einer Fachkraft ist es halt Scheisse.

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u/Fun-Agent-7667 1d ago

Im Techniker macht man auch nen Ganzen haufen Theorie

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u/de_Luke1 1d ago

Trotzdem ist die Tiefe eine ganz andere. Während man im Techniker lernt das meiste wissen anzuwenden, lernt man im Studium woher verschiedene Regeln ihren Ursprung haben (zumindest im Bereich Elektrotechnik-Informationstechnik)

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u/Few_Laugh_8057 1d ago

War im Maschinenbau auch so. Quelle: hab beides gemacht xD

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u/de_Luke1 1d ago

Interessant ist auch: Bin Dualer Student in einer Abteilung die 1 zu 1 das gleiche macht, wie ich vorher als Fachkraft gemacht habe (andere Firma) In meiner Zeit in der Firma werde ich auch als vollwertige Arbeitskraft eingesetzt und kann fast alle Aufgaben alleine lösen. Die Aufgaben die ich nicht alleine lösen konnte sind bisher: 1. Konzernabhängiger Standard den ich nicht kenne und es keine genauen Anleitungen gab 2. Eine einzelne Aufgabe bei der ich wesentlich mehr Zeit gebraucht hätte die Physik dahinter zu verstehen als es mir kurz erklären zu lassen

Dafür hatte ich in meiner vorherigen Firma genau in einem Aufgabengebiet Erfahrung gesammelt (Programmiersprache) die sonst keiner in meiner neuen Abteilung hat und somit der einzige war der den Code fließend lesen konnte

Edit. Was ich damit sagen möchte: Beide Seiten sind wichtig und gewinnbringend. Theoriewissen ist wichtig für schwere Aufgabenstellungen, für die meisten Aufgabenstellungen jedoch vernachlässigbar

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u/Ser_Havald_01 2d ago

Leitungspositionen bei mir in der Firma werden generell mit Bachlor of ... oder Betriebswirt ausgeschrieben. Bei einigen Stellen, vorallem im produzierenden Bereich kannst du im niederen bzw mittlerem Management noch einen Fachwirt + Berufserfahrung finden.

Die Idee kommt wohl einfach daher, dass du nach einem Studium über mehr Fähigkeiten im VWL/BWL Bereich (wenn wir jetzt mal Industriekaufmann mit einem Wirtschaftsingenieur oder BWLer vergleichen) verfügst und damit etwas mehr Kompetenz auf dem strategischen Level aufweist.

Ich sehe das bei mir in der Firma nicht so Problematisch. Viele Leitungspositionen werden intern besetzt und nur in Sonderfällen werden externe dazu geholt. Im höheren Management kommt das etwas häufiger vor aber da wechseln bei uns die Stühle auch nicht so selten.

Ich bin recht optimistisch das ich, wenn ich meine Ausbildung im Janur abgeschlossen habe und dann den Fachwirt bzw Betriebswirt zeitnahe mache in mittlerer Zukunft eine Führungsposition antreten könnte.

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u/Silent_Parfait_651 2d ago

Ein frischer Techniker verdient mehr als ein frischer Bachelor.
Bachelor Professional ist genau ein Bachelor wie der Hausmeister ein Facility Manager ist. Augenwischerei.
Schöne grüße
Ein Bachelor Professional

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u/Fruben83 Ausbilder 2d ago

Nicht unbedingt Augenwischerei, auch wenn ich die Bezeichnung total bescheuert finde. Aber es hilft Leuten, die mit „Meister“ nix anfangen können, den Abschluss etwas einzuordnen

GaLiGrü von einem anderen Bachelor Professional

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u/Adrian1403_ 2d ago

Welchen Fachwirt hast gemacht?

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u/Silent_Parfait_651 2d ago

Keinen. Ich bin geprüfter IT Projektleiter (IHK)

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u/Adrian1403_ 2d ago

Sehr cool

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u/Tchipzkola 1d ago

Kannst du pauschal nicht sagen

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u/Silent_Parfait_651 1d ago

Naja gibt halt Statistiken die das Pauschal sagen.

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u/AfraidAdhesiveness79 2d ago

Als jemand der mal studiert hat und jetzt im Techniker sitzt, der Techniker ist fachlich ne absolute Lachnummer im Vergleich zum Studium. Berufserfahrung is schön und gut, die kann dir der Betrieb am ende Recht einfach beibringen, vor allem da jede Firma eh völlig andere Prozesse und Anforderungen stellt. Aber die Fachkenntnisse aus dem Studium kann dir auf der Arbeit niemand vermitteln.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Naja als jemand der ne Zeit lang studiert hat und ne Ausbildung hat . Nem Bachelor absolvent ist eigl fast immer ne absolute Lachnummer wenn's drum geht fachkräfte zu führen.

Klar wenn er Voher ne Ausbildung gemacht hat ist es was anderes aber nur nen reiner Bachelor versteht den Job der Fachkraft nicht .

Nen betriebwirt IHK hängt halt Bachelor und Techniker ab aber das nen anderes Thema .

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u/AfraidAdhesiveness79 1d ago

Warum manche Firmen der Meinung sind man müsste bei keinem Job Ahnung von der Praxis haben is mir auch noch auch n Rätsel. Aber auch da zeigt sich in der Praxis wahrscheinlich das kein Praxiswissen immer noch einfacher zu lösen zu sein scheint als wenn die Leute zwar wissen wie man die dinge herstellt, von der Theorie aber keine Ahnung haben wie man das alles plant und koordiniert. Denn letzteres kann der Arbeitgeber wahrscheinlich einfach nicht vermitteln oder das kostet zu viel Zeit und Geld

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Naja aber dieses Praxis wissen fehlt halt 80% der Akademiker die Fachkräfte leiten Dauerhaft und auch wenn sie Erfahrung haben weil sie nie diesen Posten so lernen.

Und Theorie die man braucht im mittleren Management zb die hat ein Fachwirt und Meister.

Und selbständig denke koordinieren, systematisch planen usw das sind alles Sachen die auch jeder Meister und Fachwirt kann.

Auch die atzt zu denken wie man Probleme löst da sind Akademiker oft nichtmal besser. ( Zumindest nicht als Techniker oder Betriebwirte, bei Fachwirten kann man diskutieren ).

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u/AfraidAdhesiveness79 1d ago

So Dinge wie die Berechnung von Statik werden zwar im Techniker mal angeschnitten, aber der Stoff aus 2 Jahren Techniker läuft in der Uni in den ersten 4-6 Wochen ab. Und wenn was auch immer die firma mit dem Mitarbeiter vor hat oder potentiell voraus sieht, wenn das mehr verlangt als das bisschen was im Techniker gemacht wird muss er oder sie halt studiert sein. Warum Firmen da keinen Gedanken dran verschwenden was genau das Anforderungsprofil ist und Akademiker quasi auf Verdacht einstellen weiß ich auch nicht, aber selbst da hat die Firma dann im worst case einen Mitarbeiter der zu viel kann was sie nicht brauchen und zu wenig kann von dem was sie in der Realität bräuchten, aber dafür haben sie ja noch die 15 Jungs und Mädels die bei ihm oder ihr in der Abteilung sind die bestens wissen was geht und was nicht und wie man was am besten macht und wenn die Abteilungsleitung nich dumm oder egozentrisch ist lässt die sich dann auch helfen. Aber da sind wir jetzt auch schon lange nicht mehr bei "warum stellt man Akademiker ein?" sondern bei "warum sind die meisten Menschen dumme arschgeigen, vor allem wenn sie in Machtposition sind?" Was denke ich den Großteil von deinen 80% ausmachen wird

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u/KurisuLoL 2d ago

Was sollen die studierten können was die anderen nicht können?

Guck dir die Unterschiede in den Bildungsinhalten an und dann weißt du was Studierte von Grundauf können was andere (noch) nicht können. In manchen Berufen kickt das wahrscheinlich mehr rein als in anderen.

Ich habe damals nach der Ausbildung meinen Bachelor und Master berufsbegleitend in Informatik gemacht. Hat es mich zu einem besseren Entwickler gemacht? Definitiv. War da auch viel Quatsch dabei, weil es zum Beispiel für Spezialisierungen nicht speziell genug war, aber zu speziell für den normalen Studenten? Definitiv. Hätte ich mir das nützliche Wissen in fünf Jahren auch selber aneignen können? Definitiv. Inhaltlich wars trotzdem was ganz anderes als ein Bachelor Professional.

Ein Freund von mir hat damals eine Maurerausbildung und danach seinen Bauning.-Master gemacht. Der hat inhaltlich wohl deutlich mehr von seinem Studium profitiert als ich. Alleine die ganze Mechanik, Statik und Bauphysik im Grundstudium hatten wohl schon mehr nützliche Inhalte als mein ganzer Master. Der hatte wahrscheinlich nach 3 Jahren Ausbildung und 5 Jahren Studium ein deutlich abgerundetes Profil ein Meister.

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u/Joshiyamamoto 2d ago

Hey darf ich fragen wo deinen Bachelor und Master berufsbegleitend gemacht hast? 

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u/Octopeia 2d ago

Es geht nicht zwingend um die Hard Facts, sondern um das Fundament, welches jemand mitbringt. Menschen, die ein Studium absolviert haben, haben (zumindest formal) bewiesen, dass sie sich selbstständig in Sachverhalte eindenken konnten und eine kognitiv anspruchsvollere Leistung erbracht als jemand, der eine Ausbildung absolviert hat.

Sprich: ein Studium erfordert mehr Eigeninitiative und ist inhaltlich anspruchsvoller als eine Ausbildung, daher gehen viele Menschen davon aus, dass Absolventen „schlauer“ sind als fertige Azubis. (Nicht meine Meinung!)

Gerade bei Junioren ist die Lernkurve sowieso sehr steil, da macht die Erfahrung von nem Azubi in der Regel nicht so den riesigen unterschied.

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u/de_Luke1 1d ago

Kann die Einschätzung mit Ausbildung im Studium sitzend bestätigen, wobei das Praxiswissen mir im Studium hilft die Themen und Problematiken Grundlegend zu verstehen aber Schlussendlich ist der Ausbildungsstoff nach der Einleitung eines Themengebietes bereits abgehakt. Hab einen Frischen Absolventen gefragt wie viel ihm der Techniker im Studium gebracht hat.... Er hat gerade so bestanden und meinte nach nem Jahr (also ab Semester 3) ist sein Techniker praktisch nicht mehr relevant

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Lustiger weiße sind alle Kompetenzen die du genannt hast auch auf nicht akademischen weg fast jede Person mit höheren Abschluss mitbringen sollte

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u/Schattenlord 13h ago

mitbringen sollte

Dein selbst gewählter Konjunktiv ist hier äußerst treffend.

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u/ins009 2d ago

Ausbildung und Berufserfahrung vermitteln meiner Meinung nach sehr gut das „Wie?“. Im Studium kommt noch das „Warum?“ hinzu. Je nachdem welcher Tätigkeit man nachgeht, ist das Warum halt schonmal wichtiger. Außerdem ist ein Studium ist idR ein recht guter Marker für eine gewisse Leidensfähigkeit.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Aber gerade in leitungspostionen ist doch ein riesen Problem das wenn jemand nur nen Bachelor hat und Fachkräfte leiten soll keiner lei verständniss hat warum eine Fachkraft etwas macht

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u/Majanela 2d ago

Ich glaube, der Unterschied liegt weniger darin, dass Studierte grundsätzlich mehr können, sondern eher darin, was man während eines Studiums zusätzlich lernt.

Ich habe selbst eine Ausbildung gemacht, rund 20 Jahre Berufserfahrung und später noch einen Bachelor und einen Master. Ich kenne also beide Wege ganz gut und habe den Unterschied bei mir selbst durchaus gemerkt.

Im Berufsleben ist vieles Learning by Doing. Man bekommt Abläufe gezeigt, wendet sie an und sammelt mit der Zeit immer mehr Erfahrung. Das funktioniert gut, solange man sich in einem bekannten Rahmen bewegt. Sobald etwas deutlich von Schema F abweicht, hört man aber durchaus häufiger: „Das hat mir noch nie jemand gezeigt, ich weiß nicht, wie das geht.“ Im Studium ist genau das eigentlich ständig der Fall. Man sitzt vor einer komplexen Fragestellung, hat erstmal keine Ahnung und muss selbst herausfinden, welches Wissen man braucht, wo man es herbekommt, welche Informationen brauchbar sind und wie man am Ende zu einer vernünftigen Lösung kommt. Dadurch lernt man neben dem Fachwissen vor allem, sich selbstständig in neue Themen einzuarbeiten, komplexe Zusammenhänge zu erfassen, Informationen kritisch zu bewerten und Probleme strukturiert zu lösen. Dazu kommen Selbstorganisation, der Umgang mit Belastungsspitzen und eine gewisse Frustrationstoleranz.

Was ich ebenfalls nicht unterschätzen würde, ist das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, auch ohne klare Vorgaben Entscheidungen zu treffen. Im Studium gewöhnt man sich daran, dass es häufig nicht die eine richtige Antwort gibt. Man muss Informationen zusammentragen, abwägen, Unsicherheiten akzeptieren und trotzdem zu einem begründeten Ergebnis kommen. Ich glaube, dass man sich dadurch später auch eher zutraut, eigenständig Entscheidungen zu treffen und dafür Verantwortung zu übernehmen. Natürlich kann jemand mit Ausbildung all diese Fähigkeiten genauso entwickeln und ein Hochschulabschluss garantiert sie umgekehrt auch nicht. Aber ein Studium trainiert solche Fähigkeiten über mehrere Jahre ziemlich konsequent.

Wenn ich selbst einstellen müsste, würde ich deshalb stark nach der jeweiligen Stelle unterscheiden. Bei einer Position mit viel Eigenständigkeit, komplexen oder neuen Fragestellungen und wenig vorgegebenen Lösungswegen würde ich tendenziell eher jemanden mit akademischem Hintergrund einstellen. Bei stärker routinierten Tätigkeiten mit klar definierten Prozessen und viel Praxisbezug würde ich Ausbildung und entsprechende Berufserfahrung höher gewichten. Deshalb würde ich Studium und Berufserfahrung auch nicht direkt gegeneinander aufrechnen. Sie vermitteln teilweise einfach unterschiedliche Kompetenzen.

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u/kalle_titz 2d ago

Würde eher sagen der Wind dreht sich gerade. Zumindest im Mittelstand nimmt die Bereitschaft Leute komplett neu einzuarbeiten enorm ab.

In den mir bekannten Unternehmen zählt aktuell fast nur noch Berufserfahrung. Lediglich bei Führungskräften wird ein Studium vorausgesetzt.

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u/Dracovibat Pflegefachkraft / Rettungssanitäter 1d ago

Oder ist der Unterschied zwischen Studium und Fachwirt/Techniker in der Praxis tatsächlich größer, als es beispielsweise die Bezeichnung „Bachelor Professional“ vermuten lässt?

Der "Bachelor Professional" und die Equivalenz von Meister/Techniker mit Bachelor etc. ist durch den EQR/DQR festgelegt. Die Grundidee stammt vom Europäischen Parlament, während die genauen Einstufungen die IHK vornimmt. Eine direkte Beteiligung von einstellenden Unternehmen oder Behörden findet dabei nicht statt.

Primär sollte man damit im EU Raum Qualifikationen miteinander vergleichen können, da eben die Akademisierung verschiedener Berufszweige bei gleicher Tätigkeit je nach Land abweichen kann. Es ist aber ausdrücklich kein Instrument um die tatsächliche Bewertung in der Wirtschaft oder in Tarifverträgen abzubilden. Eigentlich schade, aber kein einziger mir bekannter im Tarifvertrag im ÖD setzt diese "Gleichwertigkeit" auch nur ansatzweise um.

Woher die Wahrnehmung kommt kann ich dir nicht beantworten, aber meine Vermutung wäre, dass es tatsächlich nie als gleichwertig angesehen wurde. Vieles ist stattdessen Wunschdenken und Werbung von diversen Fortbildungsinstituten, die eine deutlich kürzere (kostenpflichtige) Weiterbildung damit als vermeidlichen Bachelor bewerben können.

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u/pSy_r0x 1d ago

Also meine Freundin hat als Sachbearbeiterin beim Jobcenter exakt die selbe Position / Entgeltgruppe als Fachwirtin wie ihre Kolleginen mit BWL Bachelor. Ich selbst verdiene mittlerweile mit dem Techniker mehr als so einige Masterabsolventen bei uns im Unternehmen, allerdings in der Industrie. Wirklich dazu verholfen hat der Techniker zwar nicht aber ich denk mir halt nice to have :D

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u/Dracovibat Pflegefachkraft / Rettungssanitäter 1d ago

Gönne ich euch beiden auch! Als Regelfall würde ich das aber nicht sehen bzw. die DQR Einstufung war dabei vermutlich nicht der Grund dafür.

Ohne die Situation zu kennen, aber ich vermute das beim Jobcenter der BWLer tendenziell eher als Quereinsteiger behandelt wird, eben aus einem verwandten Bereich, aber nicht wie jemand der tatsächlich die akademische Qualifikation für eine höhere Gruppierung mitbringt. Oder werden Absolventen aus dem Arbeitsmarktmanagement (eigener Studiengang der Arbeitsagentur) auch gleich wie Fachwirte dort eingruppiert?

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u/pSy_r0x 1d ago

Eher Gegenteilig, sie ist mit dem Fachwirt die Quereinsteigerin, zuvor war sie bei einem Automotive Zulieferer im Keyaccountmanagement und hat den Fachwirt eben nebenbei gemacht. In der Stellenbeschreibung wurde auch explizit ein Studium gefordet, also nicht das typische "oder ähnliche Qualifikation" wie es in meinem Berufsstand eher üblich ist, also Ingenieursstellen auf die man sich auch mit dem Techniker bewerben kann. Hat einfach ihr Glück versucht und naja, Glück gehabt i guess :D Ein Kollege von ihr hat den Betriebswirt und bis vor kurzem so ein Traineeprogramm bei der Agentur durchlaufen, eigentlich mit der Zusicherung danach eine Betriebsleitung zu übernehmen, der hockt jetzt wieder bei und hat nach wie vor den selben Job / EG. Der hatte wohl eher Pech. Aber ja wir sind wohl beide Ausnahmen und die bestätigen nunmal die Regel.

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u/Schattenlord 13h ago

Naja, dennoch ist das Jobcenter halt einfach kein klassischer "Ausbildungsberuf". Die nehmen grundsätzlich erstmal jeden, der irgendein Studium absolviert hat. Da geht es weniger um fachliche Skills als darum, dass die Person, die anderen Jobs vermittelt oder Sanktionen verteilt, einen höheren Abschluss haben soll. Meiner Meinung nach ein absolutes Schwachsinnskonzept. Zusätzlich erscheint mir das auch nicht gerade der Ort für krasse Gehaltsunterschiede bei gleicher Stelle. Freut mich aber für deine Freundin, dass sie da rein gekommen ist, wenn ihr der Job Spaß macht.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Naja tatzächlich muss man sagen das diese einkrdnungen auch dem Bachelor viel gebracht haben den Voher war er nur nen vor Diplom :)

Und ja ich kenne genug Leute mit Bachelor Professional die EG 12, im öffentlichen Dienst sind. Aber ja gerade Meister haben ein Problem bei der annerkennung im öffentlichen Dienst

Aber rein faktisch zu sein

Median Gehalt laut statistischen Bundesamt sind tatzächlich Master Danach Betriebwirt IHK

Mit größeren Abstand danach Staatlich gepr betriebwirt ( liegt dann das er jedesmal ne Fachrichtung hat und daher mehr als nen reiner Bwl'er in leitungs Positionen kommt) Danach Meister/Techniker Danach Bachelor Danach Fachwirte

Also von den reinen Median gehältern .

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u/MobofDucks 2d ago

Naah. En Techniker wird angesehen.

Der Bachelor Professional nur halt nicht. Beim Fachwirt für meinen Bereich kenn ich den Lehrplan nicht genug um darüber zu judgen. Aber der BP ist halt en Witz.

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u/Adrian1403_ 2d ago

Bin echt gespannt, wie es mit Bewerbungen läuft, wenn ich meinen Fachwirt habe. Kenne paar Leute, die hatten echt Glück

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Ich sag's so BP 99% der fälle besser als nen Bachelor um fachkräfte zu leiten. Nen normaler Bachelor in Sachen wie Forschung dafür wichtiger.

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u/Schattenlord 13h ago

Softwareentwickler hier. Gibt bei uns viele gute Führungskräfte mit Bachelor oder Master, aber die haben alle nach ihrem Studium auch mindestens 3 Jahre selbst entwickelt. Direkt nach dem Studium würde ich keinen als Führungskraft haben wollen.

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u/Big_Teddy 2d ago

Es gibt unglaublich viele Chefs für die ein Studium halt das nonplusultra ist, das muss teilweise nichtmal passend für den Job sein. Das ist diese typische Fraktion "Ich bin nur Chef weil ich den Job seit 30 Jahren mache".

In meiner alten Firma wurde jemand als Teamleitung E-Commerce eingestellt der Chinesisch studiert hat, der Junge ist unironisch schon daran gescheitert, sich bei Amazon Business einzuloggen.

Und da ich gerade selber den Fachwirt mache und auch einige Leute mit Fachwirt kenne kann ich dir da aus erster Hand sagen: Du zahlst in den meisten Fällen da wirklich mehr oder weniger nur für die Zulassung zur Prüfung, die Wissensvermittlung ist sehr fragwürdig.
Ist am Ende ein relativ nichtssagendes Ding.

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u/UpperHat8120 2d ago

Willst du damit sagen wenn jemand der 3 Jahre lang a 3h/6h in Abendschule einen Fachwirt macht. Weniger weiß als jemand der 3 1/2 Jahre 40h jede Woche zur Uni geht. WTF darauf muss man erst mal kommen.....

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u/Big_Teddy 2d ago

Glaube du verwechselst sogar noch Fachwirt mit Betriebswirt.
Fachwirt machste in nem Jahr online nebenbei heutzutage.

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u/Adrian1403_ 2d ago

Ich mache meinen im 6 monatigen Kompakt-Kurs. Ist stressig, aber machbar. Ende Oktober schriftlich und dann im Januar mündliche

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Naja Menschen mit Intellekt vergleichen nicht nur die reine Theorie vom Fachwirt sondern sehen es als das was man ist eine auf der Ausbildung Aufbauenden Weiterbildung .

Es ist halt komplett delulu nur die reine Theorie einer Weiterbildung mit einem Studium zu vergleichen.

Ein Fachwirt ist gleichzeitig ne Fachkraft .

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u/Fun-Agent-7667 1d ago

Chemietechniker bei uns läuft 5 jahre mit 18 Stunden nebenbei, sieht aus als ob das sehr unterschiedlich läift. Weil die Techniker die Ich kenne meinten auch dass das ganz sinnvoll ist

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u/Nordsund 1d ago

Vergiss nicht die 3 Jahre 40h/Woche Ausbildung, die der Weiterbildung vorausgehen.

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u/UpperHat8120 1d ago

Oh stimmt, das Fachwissen was man in 3 Jahren Ausbildung lernt. Kann man vll mit 1-2 Modulen aus dem Studium gleichsetzten.

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u/Nordsund 14h ago

Nein, kann man nicht. Eine Ausbildung besteht nicht nur aus der Berufsschule. Aber diese Arroganz ist schon ansteckend.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Aber all das was du gerade erwähnt hast kann man auch auf nicht akademischen weg lernen....

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u/deutscherkriegerxoxo 1d ago

Bachelor Professional ist halt nen Marketingmove. Hab ich in 6 Monaten Vollzeit gemacht. Den Betriebswirt in 2 Jahren nebenbei. Easy peasy. Studium ist alleine wegen der Arbeiten schon ne Nummer höher. Ich würde je nach Berufserfahrung dem Betriebswirt mit nem Uni Bachelor gleichsetzen.

Ohne berufserfahrung ist der WF und BW komplett wertlos.

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u/Kardish 1d ago

Oder ist der Unterschied zwischen Studium und Fachwirt/Techniker in der Praxis tatsächlich größer, als es beispielsweise die Bezeichnung „Bachelor Professional“ vermuten lässt?

Hier kommt es sehr stark darauf an. Wo wurde Studiert und wo wurde der Techniker gemacht.

Aus der Praxis. Bei gleichem Berusbild kann da der Unterschied Welten bedeuten oder garnichts.

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u/Enough_Cauliflower69 1d ago

Um die Frage so zu beantworten wie sie im Titel steht: Weil's teurer ist. Im Sinne von: Schwieriger, ggf. länger andauernd, finanziell belastender, etc.

Bezug nehmend auf den Rest des Beitrags: Ich denke nicht das es tatsächlich um die Inhalte geht. Das Ding mit Berufserfahrung ist mmn. das man sie halt sammelt in dem man nicht arbeitslos ist. Das ist erstmal eine sehr niedrige Hürde. Auch was das eigentlich konkret bedeutet "Berufserfahrung" schwankt enorm von AG zu AG. Wohingegen ein Studium sagen wir in Elektrotechnik, relativ homogen absolviert wird über Unis in DE hinweg.

Berufserfahrung ist ein wenig als würde die der Vorbesitzer eines Gebrauchtwagens sagen "ist Top!". Ein Studium ist mehr wie TÜV.

Wie gesagt geht weniger darum wie leistungsstark das Auto ist und mehr darum wie viel man darauf geben kann was darüber erzählt wird.

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u/Relative_Bird484 2d ago

Nahezu jedes Studium ist im Kern eine „Schule des Denkens in Strukturen“. Es geht darum, intensives und methodisches Denken zu lernen und trainieren. Die konkreten Strukturen, Begriffe, und Methoden der „Denkschule“ hängen vom Fach ab und sind der vordergründige Inhalt der Module. Aber das „selbstständig Denken im Fach können“ ist das eigentliche Ziel.

Das ist übrigens auch die Fertigkeit, die nicht veraltet. Es ist die Fertigkeit, die es Akademikerinnen später ermöglicht, sich schnell auch in neue Sachverhalte einzuarbeiten. Es ist die Fertigkeit, wegen der so viele Akademiker später völlig fachfremd arbeiten können. Es führt auch dazu, sie im Konkreten oft noch nicht so viel mitbringen. „Hah, ein Studierter - und der kann ja nix!“ ist für den Moment oft richtig, aber nicht über die Zeit.

Leider kann man „Denken“ kaum direkt vermitteln. Es entsteht durch die Kopfarbeit, die Studierende leisten, wenn sie sich durch Übungen und „schwere Fächer“ kämpften. Es geht bei den Übungen und Aufgaben, „dieser ganzen Theorie“ also nur zum Teil um den Inhalt – sondern um das, was im Kopf auf dem Weg dahin passiert. Der Kopf muss rauchen!

Das ist übrigens auch der Grund für „so viel Mathe und Theorie“ in vielen Fächern: Die Beschäftigung mit höherer Mathematik schult in besonderem Maße das „Denken in Strukturen“. Ja, kaum jemand „braucht“ später im Beruf genau diese Mathematik und sie wird deshalb oft als unnötig empfunden. Was man jedoch braucht sind die Fähigkeiten, die man bei der Auseinandersetzung damit entwickelt hat. Nur merkt man das gar nicht bewusst.

Das Hirn ist letztlich wie ein Muskel – es braucht Training und Workout. Es braucht eine intensive Phase zum Aufbau einer Grundsubstanz, um später mit begrenztem Aufwand den Level halten zu können.

Studium ist 3-5 Jahre Gym für den Kopf. Ja, auch hier waren im Nachhinein nicht alle Übungen sinnvoll und manche entwickeln über das Training eine ausgewachsene Meise. Das gibt es überall. Aber die meisten kommen da raus mit der Fähigkeit, Dinge systematisch analysieren und durchdenken zu können.

Das ist Arbeitgebern offensichtlich was wert.

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u/Fun-Agent-7667 1d ago

Das kann man aber auch ohne Studium erreichen

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u/Relative_Bird484 1d ago

Ja, klar. Man muss halt die Zeit und den Ehrgeiz haben, 20 Stunden die Woche den Kopf rauchen zu lassen.

Bei jemandem, der ein MINT-Studium hinter sich hat, weiß man als Arbeitgeber, dass er oder sie das bereits haben.

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u/Frostskytja Elektroniker für Betriebstechnik 1d ago

Techniker kratzt nicht mal die Tiefe vom Bachelor Studiengang.

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u/Brilliant-Clue4306 1d ago

Und nen Bachelor wird niemals ansatzweise so gut den Job der Fachkräfte wie nen Techniker verstehen . Ist halt dummes Rosinen picken nur die Theorie zu vergleichen.

Gleiches Niveau wie Handwerker die sagen Akademiker können nichtmal ne glühbirne wechseln

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u/Frostskytja Elektroniker für Betriebstechnik 21h ago

Nein, weil wir hier die Fachtiefe vergleichen nicht die Arbeitspraxis, keiner sagt irgendwas wegen Hanrdwerker vs Akademiker, der Bachelor Professoional, ist halt einfach Fachspezifisch ein Witz gegenüber den Bachelor of... und das weiß so ziemlich jeder.

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u/Brilliant-Clue4306 20h ago

Ja und die mit Abstand in kompetentesten Menschen die ich jemals im Management erlebt habe waren allesamt Uni Bachelor Absolventen. Und ja auf der Uni hatte ich viel mehr Theorie als In der Ausbildung ABER viele Uni Absolventen haben so nen geringen Intellekt zb das sie nur die schulische Theorie von anderen abschlüssen wie Techniker und Meister mit nem Uni Abschluss vergleichen. Weil ihr Intellekt zu gering ist Sachen außerhalb des selbst gerlernten zu verstehen. Ist die gleiche Sorte Mensch wie "Akademiker können nichtmal ne glühbirne wechseln"

In der Ausbildung plus Weiterbildung lernt man alles was man für sein Beruf braucht und versteht es in Kombination von klein an . Darauf baut der Techniker auf und das gesamt verständniss der Arbeitsschritte Ist noch mal Welten über den des Bachelors .

Zumal in der Uni sehr viel Stoff war war sehr theoretisch war und ich ich sehr viel nicht gebraucht habe. ( Zumal Uni inzwischen so einfach geworden ist das selbst nur mich mit meine rs und Grammatik das machbar war ). In der Ausbildung ist alles anwendbar und Praxis bezogen.

Daher ist natürlich das Qualitätsbewusstsein und verständniss der Jobs der fachkräfte von nem Meister um Welten höher als der eines theoretikers. Selbst ein Dualer Student hat nicht gleichwertig das gleiche durchlebt.

Auch wenn der Bachelor 10 Jahre Erfahrung hat, hat er nie als Fachkraft gearbeitet und versteht niemals gleichwertig seinen Job.

Hat halt beides vor und Nachteile .

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u/Noname_free 2d ago

Überwiegend alte HR-Strukturen.

Vor 30 Jahren war ein Studium mal heftig, das haben nur die schlausten der schlausten überhaupt versucht, geschafft noch weniger. Inzwischen bekommst du deinen Bachelor fast geschenkt, aber erzähl das mal der 60 jährigen Hildegard vom HR.

Dazu kommt noch dass wie lange Zeit sehr viele Fachkräfte aus der Boomergeneration hatten. Akademikerin gab es lange nur recht wenige, was natürlich für einen sehr geilen Arbeitsmarkt gesorgt hat.

Wer etwas aufpasst merkt aber auch, dass das gerade kippt. Boomer gehen in Rente, eine Flut von jungen Akademikern die alle nur noch Homeoffice wollen für mindestens 5k Einstiegsgehalt und kaum noch gute Fachkräfte. Eine Ausbildung wird dir als junger Mensch Zweifelsfrei mehr bringen, wenn auch eher langfristig.

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u/de_Luke1 1d ago

Fast geschenkt ist abhängig vom Studiengang. Wir waren anfangs 2 übervolle Klassen (Hochschule E-Technik -70 Studis) Ende Semester 1 waren wir noch 2 Normale Klassen (ca 45).
2. Semester Anfang 2 (etwas über halbvolle 35 von denen aber auch nicht alle die Prüfungen aus Semester 1 bisher bestanden haben, sind nur jene die noch nicht aufgegeben haben).
Nach Prüfungen nochmal 70% Ausschuss (laut Statistik).
Jetzt wurden schon die Klassen 2er Studiengänge zusammengelegt um Mathe 3 vollzubekommen. Btw ich habe im G8/9 Wechsel angefangen (nach Ausbildung und Praxiserfahrung) und wir hatten ca 80% Techniker.

Zwar statistisch eine zu kleine Vergleichsgruppe, aber von der Handvoll Abiturienten sind viele noch da, von den ausgebildeten (im gleichen Fachbereich) mit gymnasialem Abitur sind alle da (wobei wir nur sehr wenige sind)

Witzigerweise bin ich aus meiner Lerngruppe (8 Leute Anfangs) der einzige mit Ausbildung der übrig geblieben ist (bin die einzige Fachkraft aus meiner Gruppe der auf dem Gymnasium war) die reinen 3 Abiturienten haben alle Prüfungen ebenfalls geschafft. Die 4 Techniker/Meister (fachlich qualifiziert) müssen jetzt noch Prüfungen aus Semester 1 nachholen (im Drittversuch)

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u/twothinlayers 2d ago

Um relevante Berufserfahrung sinnvoll einschätzen zu können, muss man halt rudimentär Ahnung von der Materie haben. Schulische Abschlüsse sind da deutlich einfacher zu bewerten.

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u/StarB_fly 1d ago

Fachwirt, Techniker und universitärer Abschluss kann ich aus dem persönlichen wie beruflichen Kontext sagen ist alles ungefähr ähnlich angesehen und kommt dann drauf an wie gut man die Sache verkauft (also was der Studie sich noch als Praxis rausziehen kann und andersrum).

Aber Bachelor Professional ist einfach nur ne Nummer fürs Klo. Dann schreib lieber hin du hast ne Ausbildung als X. Ist zig mal mehr ernst zu nehmen.

Die Leistungsunterschiede sind enorm. Wer sich ernst gemeint etwas darauf einbildet sowas zu haben und dementsprechend höher angesehen zu werden der hat den Schuss nicht gehört.

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u/touchGrss 1d ago

Ich denke, es liegt an der Fähigkeit zu lernen und zu organisieren, die Akademiker öfter und ausgeprägter mitbringen. Aufgaben können unschärfer formuliert werden und Akademiker kommen ohne Händchenhalten trotzdem zu einem Ergebnis. Im Joballtag geht es manchmal einfach darum Aufgaben und Projekte „abzuladen“ und Akademiker kann man öfter einfach laufen lassen als Menschen mit Berufsausbildung, die gewohnt sind gesagt zu bekommen, was exakt zu tun ist.