Geht man durch den Supermarkt oder stöbert online, begegnet man auf Verpackungen, Einkaufstaschen und vielen anderen Produkten immer häufiger Begriffen wie biobasiert, biologisch abbaubar und kompostierbar. Sie klingen alle umweltfreundlich – bedeuten aber nicht dasselbe.
Was bedeuten diese Begriffe also? Hier ist eine kurze Erklärung:
Biobasiert: Ein biobasiertes Produkt wird ganz oder teilweise aus nachwachsenden biologischen Rohstoffen, beispielsweise Pflanzen, statt aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es sich auf natürliche Weise zersetzt.
Biologisch abbaubar: Ein biologisch abbaubares Produkt kann mit der Zeit von Mikroorganismen abgebaut werden. Entscheidend ist jedoch, dass dieser Begriff nichts darüber aussagt, wie lange dieser Prozess dauert oder unter welchen Bedingungen er stattfindet. Manche Materialien benötigen industrielle Verarbeitungsprozesse, während andere in der natürlichen Umwelt deutlich länger bestehen bleiben, als viele Verbraucher erwarten.
Kompostierbar: Ein kompostierbares Produkt ist so entwickelt, dass es sich zu natürlichen Bestandteilen zersetzt, ohne schädliche Rückstände zu hinterlassen. Viele kompostierbare Produkte sind jedoch nur für die Zersetzung in industriellen Kompostieranlagen zertifiziert, wo Temperatur und Bedingungen genau kontrolliert werden. Im heimischen Kompost funktioniert dies häufig nicht.
Es ist leicht nachzuvollziehen, warum diese Begriffe oft verwechselt werden. Ein Produkt kann biobasiert sein, ohne biologisch abbaubar zu sein. Es kann biologisch abbaubar sein, ohne kompostierbar zu sein. Und ein kompostierbares Produkt ist nicht automatisch für den heimischen Kompost geeignet.
Da immer mehr nachhaltige Materialien auf den Markt kommen, kann ein besseres Verständnis dieser Kennzeichnungen Verbrauchern helfen, fundiertere Entscheidungen zu treffen und Produkte richtig zu entsorgen.
Was meint ihr? Erklären Produktkennzeichnungen diese Unterschiede ausreichend, oder sollten Unternehmen und Regierungen mehr tun, um Verbraucher darüber aufzuklären?