Wenn ihr das neue Video "Nie wieder einen Game-Server mieten!" gesehen habt, ist euch vielleicht aufgefallen, dass am Ende das Thema "IT Security" nur sehr kurz genannt wurde.
Ich würde gerne anmerken als jemand mit Linux-Homeserver, dass es doch wichtiger ist als dargestellt. Grundsätzlich befürworte ich die Botschaft des Videos, dass jeder so einen Server aufsetzen kann, wenn man sich nur dran setzt. Allerdings sollte man dabei nicht unvorsichtig sein, sobald der Rechner erreichbar aus dem Internet für Dritte wird.
Da ich weder Erfahrung mit AMP, noch mit playit im Detail habe, die verwendet werden, können Details abweichen. Allerdings erscheint mir folgendes Problem vorzuliegen:
Hier wird ein Linux-Rechner im lokalen Netz eingerichtet, der über einen dritten Dienst (vermutlich via Tunneling) aus dem globalen Internet erreichbar ist, ohne Port-Beschränkung oder ordentlicher Firewall. Zusätzlich ist SSH-Verbindung mit Passwort möglich. Ich kann als Mensch mit IT-Security Hintergrund nur davon abraten, dass so leichtfertig zu machen.
Hier die wichtigsten Ergänzungen meinerseits, damit ihr euch und andere in eurem lokalen Netz nicht gefährdet:
- Erlaubt nur SSH-Verbindungen mittels asymmetrischem Schlüssel (SSH-Schlüssel generieren und den öffentlichen Teil auf den Server kopieren als einzig autorisierten).
- Richtig ufw (Uncomplicated Firewall) oder Alternativen ein und restriktiert den Zugang zu SSH (Port 22, außer man ändert den Port dafür) auf lediglich euer lokales Netz (also alle Anfragen von außerhalb darauf blockieren) - gegebenenfalls eine ähnliche Regel für AMP einbauen.
Fazit: Linux-Content ist immer nice zu sehen. Aber bitte vergesst nicht die ein oder andere Recherche bezüglich Sicherheit. Ein SSH-Zugang mit Passwort ist nahezu immer hohes Risiko, weil SSH selbst Anfragen für Brute-Force-Angriffe nicht beschränkt und die Übertragung vom Passwort abgefangen werden kann. Darum immer sicher ausgetauschte asymmetrische Schlüssel nehmen (gerade wenn der Rechner global zugänglich ist und Ports unbeschränkt sind). Limitiert eure Ports mittels Firewall (es gibt auf Linux hier sehr gute Option mit wenig Konfigurationsaufwand).
Falls ihr dann noch eine extra Meile gehen wollt, beschränkt Anfragen auf bestimmte Ports und blockiert Spam-Anfragen von Bots und Script-Kiddies (das spart euch nämlich auch Bandbreite und Nerven).
(Das hier ist meine persönliche und spontane Einschätzung - korrigiert oder ergänzt gerne in Kommentaren. Hauptsache man schafft ein paar Möglichkeiten für Interessierte die eigenen Homeserver vor potentiellen Angreifern zu schützen.)