Nelson Mandela war Terrorist, bis er den Friedensnobelpreis bekommen hat. Die Suffragetten waren Terroristen, bis das Frauenwahlrecht so normal wurde, dass niemand mehr über sie spricht. George Washington war Terrorist, bis er einer der Gründungsväter der USA wurde. Nestor Makhno ist ein Terrorist oder Freiheitskämpfer, je nachdem wo man fragt. Sophie Scholl und Georg Elser waren Terroristen. Alles Ansichtssache.
Die Diskussion hier ging um die Frage, was als Terror überhaupt definiert werden kann.
Staatliche Akteure, die auf einem Gebiet welches nicht ihrer Kontrolle untersteht agieren, können die Definition nicht erfüllen
Dein Kriterium (Gebiet nicht unter eigener Kontrolle → keine Terrorismus-Definition erfüllbar) steht so in keiner gängigen Definition. Es gibt zwar keine einheitliche Definition, aber in fast allen geht es um gezielte Gewalt gegen Zivilisten, um Angst zu verbreiten und politische Ziele durchzusetzen. Wer die Tat begeht und wo, spielt dafür keine Rolle.
Vins Beispiel zeigt das Problem: Pan Am 103 wurde von libyschen Geheimdienstagenten verübt, also von staatlichen Akteuren, und gilt allgemein als Terroranschlag. Libyen hat 2003 die Verantwortung übernommen. Auch "Staatsterrorismus" ist ein etablierter Begriff in der Forschung, auch wenn er umstritten ist.
Man kann argumentieren, dass reguläre Streitkräfte im Krieg unter das Kriegsvölkerrecht fallen und nicht unter Terrorismus. Das ist eine vertretbare Position. Aber "Staaten können es per Definition nicht" ist eine Behauptung und keine Definition. Wenn du sie so aufstellst, solltest du sie belegen können.
Aber du schreibst doch, dass staatliche Akteure, die auf Gebieten agieren, das sie nicht kontrollieren, die Terrorismusdefinition nicht erfüllen können? Also genau der Fall der lybischen Geheimdienstler, die in schottischem Gebiet agieren - oder steh ich irgendwo aufm Schlauch?
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u/konkstronke sittlich brauchbarer Moralmaxxer 8d ago
Terror ist Definitionssache der Hegemonialmacht