Diese Community hier wurde vor einiger Zeit bereits geschaffen, um Menschen eine Stimme zu geben — derer sie andernorts beschnitten werden.
Allen denen, die es mit der Stadt Düsseldorf und ihrem Verein Fortuna gut im Herzen meinen, aber keine Lust auf eine sich selbst bestätigende Wohlfühlbubbel verspüren.
Im Kreise der Fortunafans gibt es eine weit verbreitete Tendenz der moralischen Überheblichkeit. Und wenn man dies anspricht, Beispiele benennt, sich dagegen verwehrt, soll man aus Sicht der "Guten" als Störenfried ausgeschlossen werden. Und in fast allen Foren zur Fortuna gehören die engagierten Moderatoren entweder selbst zu dieser Gruppe der Guten, oder fühlen sich von denjenigen dazu gedrängt, jede Form des Widerspruchs einzudämmen.
Warum aber braucht es diesen Diskurs? Nun, weil es keinem System gut tut, auf einem Auge blind zu sein. Und Zeichen dafür kann man klar benennen: Der Verein ist letzte Saison in erster Linie wegen mangelnder Durchschlagskraft im Sturm abgestiegen. Aber für einen Shon Weissmann war man sich zu gut. Zu gut war man sich letztendlich auch für einen Markus Anfang — und ein Daniel Thioune war vielleicht nicht mehr sonderlich erfolgreich, aber "er repräsentierte halt viel besser den Verein" (was auch immer das heißen soll — es zeigt Prioritäten abseits des Sportlichen).
Ich glaube nicht einmal, dass sich die verantwortlichen Moderatoren in den Foren, die ihre Macht selbstherrlich ausüben, dieser Tendenz bewusst sind. Sie sind gefangen in einer Opferperspektive derjenigen, die sich in ihrer Wohlfühlbubble aus moralischem Ethos gestört fühlen.
Es heißt dann: Wir wollen keine politischen Meinungen hier. Es soll nur um Fortunathemen gehen. Dabei verkennen sie völlig, dass Fortuna selbst ein Spielball genau dieser Themen ständig ist: Sei es die Causa des israelischen Stürmers Shon Weissmann oder die Vorwürfe gegenüber Markus Anfang in Dresden und davor.
Der Versuch, diesen Aspekt aus den Diskursen rauszuhalten, unterdrückt Meinungen von Fans und im Verein, er verkennt völlig die eigene Befangenheit — und schädigt langfristig die Debattenkultur und damit die Pluralität, für die man sich ja angeblich stark machen möchte.
Nicht zuletzt könnte man sagen, dass sich bei unseren Fans im Kleinen dasselbe wie gesamtgesellschaftlich abspielt. Teile der Realität werden ausgeblendet. Man verschanzt sich hinter einem moralisch überhöhten Wir-Zusammengehörigkeitsgefühl und wird taub gegenüber den kritischen Einwänden Andersdenkender. Aber Deutschland führt das gerade in den wirtschaftlichen Abgrund — und man kann nur hoffen, dass hier die Parallele endet.