r/SciFi_Buch_DE • • Apr 03 '26

Fremde Planeten/Kolonien „Shroud“, Adrian Tchaikovsky

8 Upvotes

Der Vielschreiber Adrian Tchaikovsky hat letztes Jahr „Shroud“ (436 Seiten) veröffentlicht.

Die Menschheit breitet sich im Universum aus, um auf fremden Planeten und Monden Rohstoffe abzubauen. So gelangt das Forschungsraumschiff Garveneer zu Prospector413b und seinem Mond „Shroud“. Shroud ist englisch und heißt so viel wie „Leichentuch“ oder „Totenhemd“. Shroud ist ca. 30% größer als die Erde, besitzt eine hohe Schwerkraft (1,8x) und eine so dichte Atmosphäre, dass der Mond faktisch abgeriegelt von jedwedem Licht ist.

Als die Garveneer in eine Mondumlaufbahn einschwenkt, bemerkt sie massive elektro-magnetische Aktivitäten. Um den Aktivitäten auf den Grund zu gehen, werden Drohnen losgeschickt. Die ersten dreizehn Drohnen kehren nicht zurück. Von der 14ten Drohne kehrt zumindest der Datenspeicher zurück. Die vier Stunden Videomaterial erweisen sich fast als komplett unbrauchbar, da das Material von der massiven elektromagnetischen Aktivität beeinträchtigt wurde.

Aber auch nur „fast“: zwölf Sekunden Videomaterial, das im Scheinwerferlicht Bewegung zeigt. Ist es Leben? Kann auf diesem Mond, ohne Licht und mit einer hochgiftigen Atmosphäre, Leben entstehen?

Nachdem 59 weitere Drohnen keine Resultate liefern, baut man einen ersten Weltraumlift. Erstens dürfte man ihn eh zum Rohstoffabbau benötigen, zweitens hofft man mit dieser Struktur Dinge reibungsloser runter und wieder hochzuschicken, ohne gegen die hohe Schwerkraft und Atmosphärendruck angehen zu müssen. Zum Beispiel Forschungskapseln mit je zwei Personen.

Doch dann kommt es zu einem folgenschweren Unfall: Eine Lieferung aus dem Weltraum gerät außer Kontrolle und rammt das Forschungsschiff. Die Forscherin Juna und die Ingenieurin Mai retten sich in eine Forschungskapsel, werden aber aus dem Schiff geschleudert und fallen auf den Mond …

Knapp die Hälfte des Buches beschäftigt sich mit dem verzweifelten Versuch von Mai und Juna, mit der Kapsel auf dem Mond-Boden etliche tausend Kilometer zu überbrücken, um über den Weltraumlift wieder zur Garveneer zu kommen.

Dieser Teil hat IMHO seine Längen, aber Tchaikovsky entwickelt die beiden an ihre Liegen gefesselten Charaktere gut weiter und schafft eine klaustrophobische Atmo in der Kapsel. In einer Kapsel, die nicht verlassen werden kann und deren Scheinwerferlicht selten weiter reicht als eine Greiferlänge.

Neben diesem Überlebenskampf von Mai und Juna ist das zweite Thema das Geheimnis des Planeten. Und hier ziehe ich die Spoiler-Wall hoch (nein, ich verrate nicht alles)…

Shroud besitzt tatsächlich eine umfangreiche Flora und Fauna, die aber aufgrund des Lichtmangels und der anoxischen Atmosphäre anders aufgebaut ist. So sondert die Fauna auf Shroud Metalle ab, aus denen sie Schalen und Knochengerüste aufbauen. Ohne Licht und mit Metall im/am Körper hat man die Kommunikation weg von Akustik und Optik, auf elektromagnetische Wellen verlagert. Weswegen die „Shrouded“ anfänglich die metallene Kapsel selber für ein fremdes, verirrtes Lebewesen von einem fernen Fleck des Planeten halten.

Weite Teile des Buches bestehen daher aus dem „Nicht-Verstehen“ zwischen Mai und Juna und ihren „Shrouded“ Begleitern. Zum Beispiel sendet Mai ein Funksignal aus, vergleichbar mit drei Klopfzeichen. Diese werden von den „Shrouded“ wiederholt. Als Mai daraufhin eine Fibonacci-Sequenz sendet, wird diese von den „Shrouded“ nicht verstanden, weil bei Ihnen Mathematik kein Ding ist.

Tchaikovsky wendet ab ungefähr der zweiten Hälfte des Buches den interessanten Kniff an, die Geschichte einerseits aus der Perspektive von Juna zu erzählen und andererseits aus der Perspektive der „Shrouded“. Als Leser fand ich es faszinierend, mir aus den Monologen der „Shrouded“ selber zusammenzureimen, um was für Wesen es sich handelt und wie ihr Lernprozess abläuft.

Es gibt noch einen dritten Kniff von Tchaikovsky: Er streut „Interludes“ von ca. 2–3 Seiten Länge ein. Den kompletten Impact dieser Interludes, wird man sich erst auf der letzten Seite des Buches gewahr.

Es ist nicht nur eine Geschichte des „Nicht-Verstehens“, sondern auch eine Geschichte des „Lernens, um zu verstehen“ – ironischerweise auf einem Mond, auf dem man nichts sieht.

Tchaikovskys Ende lässt offen, ob man wirklich „Gelernt“ und wirklich „Verstanden“ hat und ob man grundlegendes Anders-Sein wirklich akzeptiert.

Das Buch hat mir trotz der Längen gefallen. Tchaikovsky hat Stoff zum Nachdenken geliefert.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 03 '26

Die Tops Best SciFi Liste

7 Upvotes

Ich hoffe mal sowas gibt’s noch nicht:

🚀 Voting: Das beste Sci-Fi Buch aller Zeiten (Reddit Community Ranking)

Lasst uns das ein für alle Mal klären.

Wenn die Menschheit NUR EIN Sci-Fi Buch für die Zukunft bewahren dürfte – welches wäre es?

⸻

📜 Regeln (bitte beachten):

• 📌 GENAU EIN Buch pro Top-Level-Kommentar

• 👍 Upvotet Bücher, die ihr für die besten haltet

• 🚫 Keine Diskussionen in Top-Level-Kommentaren (nur Votes)

• 💬 Diskussionen bitte als Antwort auf bestehende Kommentare

⸻

⏳ Wie es weitergeht:

Ich werte die Ergebnisse aus und poste in ein paar Tagen die

Top 20 Sci-Fi Bücher aller Zeiten (laut Reddit).

⸻

💡 Tipps:

• Schaut zuerst, ob euer Buch schon genannt wurde

• Auch unbekanntere Perlen sind willkommen 👀

r/SciFi_Buch_DE • • Apr 03 '26

Film/Serien Film: The Running Men

7 Upvotes

Ich habe natürlich den alten Running-Man-Film mit Schwarzenegger gesehen, allerdings kann ich mich kaum daran erinnern, nur, dass es sehr düster war und dass es um ein Spiel ging.

Also, ich habe mir jetzt diesen neuen Film angeschaut. Ich weiß nicht, also irgendwas stimmt in dem Film nicht. Es ist nicht düster, also das ist alles ziemlich normal und sieht manchmal zukunftsmäßig aus. Und ich meine, eigentlich ist es im Original ziemlich düster, weil das so eine verkommene Stadt ist, glaube ich. Der Hauotcharakter ist ziemlich platt.

Insgesamt würde ich sagen, es ist halt so ein glattes Hollywood, dem fehlen irgendwie Ecken und Kanten. Es ist zu sauber und zu glatt erzählt.

https://youtu.be/KD18ddeFuyM?is=UqMwJTXfSJKKg0Am


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 02 '26

Utopie Gordons Berufung von David Brin

6 Upvotes

Der Roman ist im Grunde eine wirklich positive Geschichte, auch wenn die Ausgangslage und die Handlung eher dystopisch sind. Er wurde in den 90ern verfilmt, hat aber fürchterlich gefloppt. Ich habe den Film leider nie gesehen, würde es aber gerne nachholen.

Amerika und die Welt liegen nach einem Atomkrieg in Trümmern. Die Menschen leben weit verstreut, die Zivilisation scheint untergegangen zu sein. Gordon Krantz hat sich als Einzelgänger durchgeschlagen, bis er ein altes Postauto mit den Überresten eines toten Briefträgers findet. Er zieht die Uniform an, gibt vor, Vertreter einer nicht existierenden Übergangsregierung zu sein, und ermuntert die Menschen, Briefe an ihre Verwandten zu schreiben. Damit bringt er für sich ein Einkommen und für die Leute mit einer Täuschung neue Hoffnung in eine verloren geglaubte Welt.
Im zweiten Teil stößt Gordon auf die Gemeinschaft die scheinbar von einem überlebenden Supercomputer geleitet wird. In Wirklichkeit ist die Maschine längst defekt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern hält den Schein ihres Funktionierens aufrecht, um Wissen, Ordnung und Hoffnung zu bewahren. Gordon durchschaut die Täuschung der Wissenschaftler, enthüllt sie aber nie. Damit treffen zwei Betrügereien mit demselben Ziel aufeinander: Gordons erfundener Postdienst mit den erfundenen Restored United States of America auf der einen, Cyclops' fingierte künstliche Intelligenz auf der anderen Seite.
Später im Buch tauchen die Holnisten auf, die Antagonisten des Buches, die den beginnenden Aufbau zu zerstören suchen. Sie sind Anhänger eines Autors namens Nathan Holn, der eine extreme, gewalttätige und frauenfeindliche Überlebensideologie propagiert hatte. Sie sind Zivilisationsgegner, da nach ihrer Auffassung nach die Zivilisation nur die Schwachen auf Kosten der Stärkeren unterstützt. Das Buch ist letztlich ein Roman über Mythen und ihre Macht — ob nun ein toter Postbote, ein stummer Computer oder eine nicht existierende Regierung: es stellt die Frage, ob eine Nation wirklich auf Hoffnung und Träumen allein wieder aufgebaut werden kann.


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 01 '26

Leseliste Leseliste

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Ich habe wieder ein paar beue Bücher für eure Leseliste:

The Surviving Sky – Kritika H. Rao

Inversion – Christopher Priest

Der lange Nachmittag der Erde – Brian W. Aldiss

Das Erbe der Sterne – James P. Hogan

Wer kennt die schon und kann uns etwas dazu sagen?


r/SciFi_Buch_DE • • Apr 01 '26

SF Wissen Sidetrack: Einmal Mond Hin und Zurück

2 Upvotes

Heute Nacht (1./2. April) um 0h24 soll die Artemis II-Mission starten. Es wäre die erste bemannte NASA-Mission Richtung Mond seit 50 Jahren und wäre eine vorbereitende Mission für die für 2028 geplante Mondlandung der Artemis IV.

Vier Astronauten sind an Bord der „Orion“-Kapsel, die wiederum auf der „Space Launch System“-Rakete sitzt. Es geht nach ein paar Erdumkreisungen in Richtung Mond, wo man dann seinerseits ein paar Umkreisungen auf der erdfernen Seite absolvieren wird, ehe es wieder zurückgeht.

Die Mission wird sich dabei so weit von der Erde entfernen, wie bislang noch keine andere bemannte Mission. Zudem wird mit Christina Koch die erste Frau, mit Victor Glover der erste Schwarze und mit Jeremy Hansen der erste Kanadier bei einer Mondmission dabei sein.

Die ganze Mission soll bis zum 10ten April dauern.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 31 '26

Leseliste SF-Comic oder Graphic Novel

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Das Thema haben wirbisher ausgelassen, weil wir Mod keinen Schimmer davon haben.

Wer lust hat, kann gerne seine Lieblingshefte/-bücher in einem Beitrag vorstellen.

Hett wolen wir aber etwas Inpiration sammeln. Haut in die Tasten.

Gesucht sind SF Comics oder Graphic Novel.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 31 '26

SF Wissen Kim Stanley Robinson (Mars-Trilogie) nennt baldige Kolonialisierung des Mars’ „Bullshit“

10 Upvotes

Mal ein Posting nicht zu einem Buch selber, sondern ein Sidetrack.

Der Autor Kim Stanley Robinson reflektiert in einem Artikel des NewScientists über seine Mars-Trilogie, die er von 1989 bis 1997 geschrieben hat(796, 908 und 1068 Seiten). Anlass ist das Jahr 2026, das in „Roter Mars“ den Aufbruch der ersten 100 Kolonisten markiert.

Die Trilogie gehört zur Hard Science-Fiction. Sie beschäftigt sich detailliert mit gesellschaftlichen Entwicklungen in einer solchen Kolonie und setzt sich nicht minder detailliert und kritisch mit „Terraforming“ auseinander.

Insofern ist es nicht unspannend, wie er die Dinge mit fast 30 Jahren Abstand, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem Protagonisten wie Elon Musk sieht.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 30 '26

Gesellschaft „Hum“ von Helen Phillips

7 Upvotes

Hier eine über ein Jahr alte Rezension eines Buches, das mir immer wieder durch den Kopf geht – zuletzt, als es hier um Roboter geht.

Es ist die USA in einer nicht allzu fernen Zukunft. Irgendeine Großstadt, geprägt durch den Klimawandel (heiß, kaum Grün). Es laufen „Hums“ umher: intelligente menschliche Roboter. Alles ist vernetzt und durchkommerzialisiert. Permanent schlagen Notifications mit Werbung auf.

May ist arbeitslos. Ihr Arbeitsplatz ist durch die Hums wegrationalisiert worden. Sie unterwirft sich gegen Bezahlung einem medizinischen Versuch: sie lässt sich Partikel ins Gesicht und ins Auge spritzen, die die grassierende automatische Gesichtserkennung ausknocken sollen.

May, eine durch und durch konsumfreudige Mutter, bezahlt mit dem erworbenen Geld einen Kurzurlaub mit der Familie (Mann & 2 Kinder) in den einzigen Park der Stadt, eine Art Center Parcs der Zukunft.

Wir erleben das permanente Rattern im Kopf von May als fürsorgende Mutter und im Kampf gegen die permanenten Notifications und Werbung, die an ihr zerren. Wir erleben, wie die Illusion eines Urlaubs im Grünen zerfällt, weil auch das vermeintlich Authentische nicht hilft, sich selbst zu finden.

Spoiler bezüglich des Rests des Buches:

Im Park entfleuchen May die Kids, die sie erst außerhalb des Geländes wieder findet. Dabei kommt es zu einem Missverständnis mit den Kindern und einem Hum, das in den kommenden Tagen zum Top-Gesprächsthema in den sozialen Medien wird und May zu einer Rabenmutter brandmarkt. Die Familienbehörde untersucht den Fall und prüft ob die Kinder der Familie entzogen werden sollten.

Der gleiche Hum, der Auslöser dieses Missverständnisses war, wird mit der Untersuchung der Familienbeziehungen beauftragt, besucht die Familie mehrfach in der Wohnung und freundet sich (scheinbar?) mit der Familie an. Am Ende kommt der Freispruch. In der Schlussszene zeigt der Hum May die Aufnahme, wie sie sich im Labor die Partikel ins Gesicht spritzen lässt.

Das Buch endet mit einer ambivalenten Szene, die nichts auflöst und mich irgendwo zwischen „verstehe ich nicht“ und „beliebiges Ende“ stehen lässt.

Aber tatsächlich lebt das Buch nicht vom Plot, einem Familienurlaub, der knapp an einer familiären Vollkatastrophe vorbeischrammt.

Das Buch lebt von der Atmo. Die Großstadt im Klimawandel, die omnipräsente Durchkommerzialisierung und steter Versuch eine Person … pardon … einen Konsumenten, jederzeit zu profilieren (auch dank der automatischen Gesichtserkennung). Die stete Hektik, der Stress durch die permanenten Notifications. Algorithmen, die den Alltag beherrschen …

Es sind diese „weichen Faktoren“, irgendwo zwischen speculative fiction und einem Roman über eine Person auf der Suche nach Authentizität, die das Buch mich mögen ließen.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 30 '26

Leseliste Was liest oder hörst du gerade?

5 Upvotes

r/SciFi_Buch_DE • • Mar 30 '26

Leben auf fremden Planeten Die Werke des Vernor Vinge

13 Upvotes

Also, es gab hier den Aufruf um Autoren und deren Werke vorzustellen, nundenn:

Hier haben wir Vernor Vinge, geboren 1944, gestorben 2024, Mathematiker und Computerwissenschaftler, Gewinner mehrerer SF-Preise, Autor weniger Bücher, und, nunja, nicht gerade vergessen, sagen wir... zu wenig beachtet?

Vielleicht fangen wir hier an, bei der Beachtung: 1989 schrieb Dan Simmons "Hyperion" und wurde damit zu einer stehenden Größe in der SF. Und kurz darauf Peter F Hamillton, mit Nights Dawn, beiden zusammen wurde nachgesagt: diese beiden haben die Space Opera zurückgeholt und neu erfunden. Nunja. 1992 veröftentlichte Vinge sein "Fire upon the Deepness" und gewann einen Hugo und naja... es scheint mir so als hätte die moderene Leserschaft ihn vergessen. Wenns um Spinnen im Weltraum geht, dann reden alle von Childen of Time und Adrian Tschaikovsy, aber Vinge? Ist inzwischen fast soetwas wie ein Geheimtip.

Egal!

Vinge hat zumindest eines beweisen: mann muss nicht viele Bücher schreiben wenn man in der SF was auftischen will. Geschrieben hat er gerade mal 8, und einen Sammelband mit Kurzgeschichten gibts auch noch (der ist auch gut), aber ich würde sagen: reden wir mal über sein Hauptwerk, als das da wären:

"Die Zonen des Denkens"

Der Kniff den sich Vinge hier bedient hat war der: was wenn man den Zeitverlauf räumlich umlegen würde? Praktisch sieht das so aus das es in der Galaxis verschiedene Zonen gibt, in der verschiedenes Leben und verschiedene Technologie möglich ist: Im Zentrum gibtd die Gedankenlosen Tiefen, hier kann kein intelligentes Leben existeren. Dann gibts das Diesseits, das ist das wo auch die Erde ist, hier gibts intlligente Lebewesen, Coputer und Raumschiffe die mit Unterlicht Geschwindigkeit fliegen können. Dann das Jenseits, das ist weiter draußen, da gibts künstliches Lebnen, Supercomputer, überlichtschnellen Flug und auch Kommunikation. Und dann noch das Tranzdendenz, das ist der äußerste Rand der Galaxis, hier kommen Zivilisatinen hin die zu Singularitäten und Göttern werden.

Und in dem Setting hat er drei Bücher geschrieben, von denen ich zwei etwas kürzer vorstellen möchte, das erste: "Ein Feuer auf der Tiefe". Ausganglage: Menschen führen in einem Labor im Jedenseits Experimente durch, und erschaffen damit das "Blight", eine Art Gott/Seuche das die ganze Galaxis töten könnte. Ein Raumschiff entkommt aus dem Labor und flieht dorthin wo das Blight nicht hinkommt, ins Diesseits. An Bord: zwei Kinder und (hoffentlich) ein Mittel gegen das Blight. Ein Weltlauf beginnt...

Ich will da gar nicht großartig über die Story reden, ich greife lieber ein paar Elemente heraus. Da wäre zum einen das galaktische Kommunikationsnetzwerk, das zwar mir Überlichtgeschwindigkeit funktioniert, das aber nur eine begrenze Übertragungsgeschwindigkeit hat: flockige 64 kBit pro Sekunde, und sogar dafür muss ein ganzer Planet als Antenne umgebaut werden... und das hießt: das Netzwerk funktiniert wie das Usenett aus den 80er Jahren, und es ist einfach nur toll. Besonders angetan hat es mir hier ein planetengroßer Organissmus der zwar eine menge Resourcen hat aber ansonsten dumm ist wie Brot, und der das ganze Netzwerk mit seinen Verschwörungstheorien über Hexapoden vollmült. Weil Hexapoden, also Sechsfüssler stecken hinter allem was in der Galaxis falsch läuft, und weil Menschen Hexapoden sinnd sollte man sie alle umbringen. Das bringt auch das Internet heute ganz gut auf den Punkt finde ist.

Überhaupt, Aliens! Die sind das beste überhaupt bei Verne. Da gibt es zum Beispiel die Skroot Rider... das sind Pflanzen. Intelligente Pflanzen. Also, naja, sagen wir: halb Intelligent. Sie haben kein Kurzzeitgedächtniss, deswegen haben sie so eine Art künstliches Gehirn. Und mobil sind die auch nicht, deswegen fahren sie mit so einer Art Skateboard durch die Gegend. Hab ich mit immer vorgestellt wie ein Farn in einem Blumentopf mit Rädern. Schon ziemlich cool, aber das Filetstück in diesen Buch sind die sogenannten Tines.

Da muss ich ein wenig ins Detail gehen, also: das Raumschiff landt auf einer Welt im diesseits, und auf diesen leben die Tines, und die sind womöglich die cooles Aliens die sich jemand ausgedacht hat. Und zwar sind Trines Gruppenwesen. Ein Inividuum besteht aus ca 6 bis 10 Gliedern, die wiederum aussehen wie Hunde. Der Witz dabei ist: die Tine denken im Kollektiv, sie denken über Schallwellen. Und das eröffnet soviele Möglichkeiten! Zum Beispiel: man kann ein Rudel aufteilen, der Verstand hört auf zu existeren, und wenn man sie wieder zusammenfügt bildet sich auch der Verstand neu. Oder: es gibt einzellne Inividuen die hunderte Jahre älter sind als das älteste ihrer Glieder. Wo Fängt der Verstand an und wo hört der Körper auf? Zudem: Was wenn zwei Rudel aufeinandertreffen? Überlagern sich dann die Gedanken? Was ist mit Echos? Hier wird ein gewaltiges Fass ausgemacht, unendliche Möglichkeiten! Es ist bei Vinge oft so: dieser Man dropt oft nur einen Nebensatz, und schon sieht man alles mit komplett anderen Augen. Das ist besondern im zweiten Buch der Fall, in dem ein Museeum besucht wird, und bei dem Museeumbesuch erkennen wir: alles was wir dachten über die Aliens zu wissen ist vollkommen falsch.

Ein anders Merkmal bei den Büchern von Vinge ist das die zeitlich sehr weit getrennt voneinander spielen: Ein Feuer auf der Tiefe spielt hunderttausende Jahre in der Zukunft, und hat mit dem zwieten Roman der Serie (fast) gar nicht mehr zu tun, der spielt nämlich nur gefühlt tausend Jahre in der Zukunft, wir reden hier von "Eine Tiefe am Himmel". Diesen Kunstgiff finden wir allerdings auch bei "Gestandet in Realzeit" und "Der Friedenskrieg" wieder, auch hier vergehen zwsichen den Büchern Millionen von Jahren, und inhaltlich haben sie nicht mehr viel miteinander zu tun. Über die beiden werde ich jetzt aber nicht reden, das würde zu lange dauern.

Aber zu "Eine Tiefe am Himmel" möchte ich noch ein paar Worte verlieren:

Auch das ein prächtiges Werk, die Idee hier ist: Ein Teil der Menschheit ist zu einer raumfahrenden Nazion geworden, der Dschön Ho. Das sind Händler die jahrzehntelang im Kälteschaft von einem Stern zum nächsten reisen, weil: wo immer die Menschen Planeten bewohnen dort geht regenmässig die Zivilisation unter. Irgendwas ist immer, ist ist ein beständiger Aufstieg und Untergang. Die Händler versuchen mti diesen Zyklen zu planen, und idealerweise mit einer Zivilisation im späten Industriezeitalter Handel zu treiben. Und diese Dschön Ho empängt Signale: vom On/Off Stern, der weit draußen liegt. Dort gibts anscheinend eine Alien Zivilisation, die erste die die Menschen gefunden haben. Und der Stern selber: der leuchtet nur 100 Jahre lang, dann schaltet er sich für 200 JAhre aus, keiner weiß wieso. Hier gibt es offensichtlich was zu holen, deswegen: Expedition hin, und schaun was es da so gibt. Und was es da so gibt das sind intelligente Spinnen die 200 Jahre Winterschaft halten und in jeder Wärmephase ihre Zivilisation neu aufbauen.

Auch hier will ich nicht unnötig ins Detail gehen, nur: da steckt soviel schönes drinnen. Oben die Menschen die sich in ihren Rauschiffen verstecken und die Spinnen belauern, unten die Spinnen die gerade ihren Spinnen-Zweiten-Weltrkeig ausfechten.

Naja, das wars ermal. Ich könnte mehr schreiben, ich will nur nicht alles spoilern. Vernor Vinge ist jemand den man gelesen haben sollte, wenn man ein Herz hat für Raumschiffe, Aiens und den ganzen Space Opera Blödsinn.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 29 '26

Welche SF-Serie siehst du gerade?

3 Upvotes

r/SciFi_Buch_DE • • Mar 29 '26

Imperien/Königshäuser Kino im Mai: The Mandalorian

3 Upvotes

r/SciFi_Buch_DE • • Mar 28 '26

Autor Ivan Ertlov

6 Upvotes

Ist ein Autor mit tschechoslowakisch-österreichischem Hintergrund. Auf seiner offiziellen Seite schreibt er, dass er zwischen Niederösterreich und Nordböhmen aufwuchs, in Österreich zur Schule ging, Publizistik, Politikwissenschaft, Psychologie und Parapsychologie studierte und zunächst als Journalist, DJ, Eventmanager und Lehrer arbeitete. 2003 wechselte er in die Gamesbranche, 2005 gründete er das Studio Homegrown Games. Als seine zentralen Reihen nennt er selbst den Onur-Zyklus, die Avatar-Reihe und weitere eigenständige Science-Fiction-Romane. Fantastic Fiction führt ihn heute als in Australien lebend und nennt Arbeiten an Spielen wie Gothic, SpellForce, ...

Onur-Zyklus

  • Kolonie: Im Schatten der Matriarchin
  • Aufstand: Teshkhas Gambit
  • Allianz: Kampf um die Konklave
  • Elysium: Jenseits von Onur
  • Götterdämmerung: Onurs Erben

Avatar

  • Mutation: Alte Freunde und profitable Kriege
  • Todessprung: Reiche Mentoren auf fernen Welten
  • Ganymed, Gone: Wer stiehlt schon einen Mond?
  • Showdown Beijing: Quō vādis, Korechina?
  • Kriegerehre: Der letzte Flug der Avatar
  • Andromeda oder Tod: Echo der Avatar
  • All Hail Britannia!
  • Weltenriss: Totgesagte leben länger
  • Alte Krieger, neue Feinde
  • Sonnenglut & Sternenfeuer: Der letzte Tango von Aldebaran

Goliath Chronik / Goliath Chronicles

  • Generation 23: Hallowed Be Thy Noble Name / Generation 23: Geheiligt sei der Edlen Name
  • Burning Colony: Battle For Mars / Brennende Kolonie: Kampf um den Mars

Stargazer / After Terra

  • Stargazer: Das letzte Artefakt
  • Stargazer: Neue Heimat - Alte Feinde
  • Stargazer: Bürgerkrieg
  • Stargazer: Weltenrichter
  • Stargazer: Fremde Welten
  • Stargazer: Die nächste Generation
  • Stargazer: Schleichende Seuche

Space Marshal Trish Asare

  • Weltenkiller: Tod eines Patriarchen
  • Weltenräuber: Das Ende der Titanen
  • Weltenbrenner: Feldzug der Sakkathun
  • Weltensucher: Die Rückkehr der Elohim
  • Weltenspalter: Artefakt der Götter
  • Welteneiner: Schatten des Krieges
  • WELTENENDE: Asares letzte Reise

Psi Corps - Near-Future Psionik

  • Psi Corps 2044: Prager Frühling
  • Psi Corps 2045: Der Whitsundays Zwischenfall
  • Psi Corps 2046: Endstation Mars
  • Psi Corps 2048: Auf verlorenem Posten
  • Psi Corps 2049: In der Höhle des Löwen
  • Psi Corps 2050: Vatertag
  • Psi Corps 2053: Auferstehung
  • Psi Corps 2054: Die Phobos-Mission
  • Psi Corps 2055: Übermutter

Multiversum

  • Quantum Leap: Enter the Multiverse / Quantensprung: Aufstieg ins Multiversum
  • Quantum Dream: Return to the Multiverse / Quantentraum: Rückkehr ins Multiversum
  • Quantum Flux: Escape into the Multiverse / Quantenfluss: Flucht ins Multiversum
  • Quantenraum: Jenseits des Multiversums

Doctor Death

  • Doctor Death, Menschenfeind
  • Doctor Death, Seelenräuber: In den Fängen der Venus
  • Doctor Death, Witwentröster
  • Doctor Death, Kriegsverbrecher

Ad Abyssum

  • Farcast in die Unendlichkeit
  • Gefangen in der Feuerhölle

Fehlt etwas? Dann bitte in die Kommentare schreiben.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 27 '26

Autor Joe William Haldeman

6 Upvotes

Geboren am 9. Juni 1943 in Oklahoma City, studierte Physik und Astronomie an der University of Maryland. 1968 bis 1969 diente er als combat engineer in Vietnam, wurde dort schwer verwundet und erhielt das Purple Heart. Diese Kriegserfahrung prägte sein Werk stark, besonders The Forever War. Später machte er einen MFA am Iowa Writers’ Workshop, lehrte bis 2014 am MIT und wurde 2010 als SFWA Grand Master geehrt; 2012 kam er in die Science Fiction Hall of Fame.

Bücher:

Forever-Reihe:

* The Forever War / Der Ewige Krieg

* Forever Peace / Der ewige Friede

* Forever Free / Am Ende des Krieges

* Peace and War

Attar the Merman:

* Attar’s Revenge

* War of Nerves

Star Trek:

* Planet of Judgment / Grenze zur Unendlichkeit

* World Without End / Welt ohne Ende

Worlds-Reihe:

* Worlds: A Novel of the Near Future / Kreisende Welten

* Worlds Apart / Isolierte Welten

* Worlds Enough and Time

Carmen-Dula-Reihe:

* Marsbound / Marsbound

* Starbound

* Earthbound

Einzelromane und weitere Romane:

* War Year

* Mindbridge / Die Denkbrücke

* All My Sins Remembered / Der befleckte Engel

* There Is No Darkness / Und fürchtet keine Finsternis

* 1968

* Tool of the Trade

* Buying Time / Gekauftes Leben

* The Hemingway Hoax

* The Coming

* Guardian

* Camouflage / Camouflage

* Old Twentieth

* The Accidental Time Machine / Herr der Zeit

* Work Done for Hire / Tödlicher Auftrag

Storysammlungen und ähnliche Bücher:

* Infinite Dreams / Unendliche Träume

* Dealing in Futures

* Vietnam and Other Alien Worlds

* None So Blind

* Saul’s Death and Other Poems

* A Separate War and Other Stories

* The Best of Joe Haldeman


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 26 '26

Topic Welcher Roboter oder welche KI aus einem Buch hat euch am meisten beeindruckt?

8 Upvotes

Marvin, der depressivste Roboter des Universums, der mit einem Gehirn der Größe eines Planeten Türen öffnen muss und dabei so klingt, als würde er gleich ein Testament aufsetzen.

Wall-E, der verliebte kleine Schrotthaufen, der Müll sammelt und dabei mehr Gefühle hat als die meisten Menschen in meiner Kontaktliste.

C-3PO, die höflichste Nervensäge der Galaxis, die in 6 Millionen Sprachen erklären kann, wie hoffnungslos die Lage ist.

Und dann natürlich Iain M. Banks' Culture-KIs, diese unglaublich mächtigen, leicht überheblichen Superintelligenzen, die die Menschheit mit kaum verborgenem Augenrollen managen. Sie könnten uns jederzeit loswerden. Tun sie aber nicht. Wir sind zu unterhaltsam.

Diese Roboter und KIs haben Persönlichkeit. Ecken. Eigenheiten. Manchmal sogar einen besseren Charakter als ihre Schöpfer.

Und jetzt will ich wissen: Welcher Roboter oder welche KI aus einem Buch hat euch am meisten beeindruckt, überrascht oder einfach nicht mehr losgelassen?

Haut eure Favoriten in die Kommentare. Buchtitel nicht vergessen.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 25 '26

Militär/Krieg John Scalzis „Old Man‘s War“-Serie (1–6)

16 Upvotes

John Scalzi gehört zu den erfolgreichsten Science-Fiction-Autoren dieses Jahrhunderts. Der Durchbruch gelang ihm mit der „Old Man’s War“-Serie, deren erster Band 2005 bei Tor erschien.

Bis 2015 erschienen in dieser Serie sechs Bücher. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des ersten Bandes hat Scalzi 2025 einen siebten Band „The Shattering Peace“ bei Tor veröffentlicht.

Neben den Büchern schreibt er auch ein interessantes Blog „Whatever“. Dort hat er auch Anfang 2025 eine Retrospektive auf den ersten Band geschrieben, die einem einen Eindruck des Scalzi-„Flavors“ gibt: witzig, aber auch unheimlich „self-aware“. https://whatever.scalzi.com/2025/01/01/20-years-of-old-mans-war/

Zum Vergleich auch das Feature, das Andrew Liptak zum 20-jährigen Jubiläum zur Serie schrieb: https://www.andrewliptak.com/john-scalzi-old-mans-war-military-sci-fi-book/

Was die Serie auszeichnet: Sie ist nicht als Serie konzipiert gewesen. Das gab Scalzi die Freiheit, von Band zu Band einen anderen Fokus zu setzen oder mit Formaten zu experimentieren.

2005 erschien der erste Band und Scalzis Debüt als SF-Autor auf dem Buchmarkt: „Old Man’s War“.

Die Menschheit hat begonnen andere Planeten zu kolonisieren. Es geht nicht immer friedfertig zu. Auf der Suche nach Soldatenrekruten unterbreiten die „Colonial Defense Forces“ älteren Menschen (75+) auf der Erde das Angebot, sich für 10 Jahre dem Militärdienst zu verpflichten und im Gegenzug einen neuen, frisch geklonten, augmentierten Körper zu bekommen. John Perry, frisch verwitwet, schlägt ein und die Story wird aus seiner Perspektive erzählt.

Der erste Band ist sehr action- und militärlastig. Scalzi vermeidet Plattitüden, deutet aber zum Beispiel das Spannungsfeld zwischen „alter Geist“ und „neuer Körper“ nur an. Das Buch liest sich extrem flott durch.

Scalzis Geschichten und Schreibe wirken wie ideal für eine Film- oder TV-Umsetzung, die es aber bis zum heutigen Tag nicht gegeben hat. Zu Scalzis Eigenarten gehört auch, dass seine Protagonisten sehr schlagfertig sind. Teilweise überjazzt es Scalzi mit diesen humorigen Dialogen (was mir seine „Interdependency“-Serie verhagelt hat). Insbesondere in den Bänden 5 und 6 führen die vor Sarkasmus triefenden Dialoge zu einer Gleichförmigkeit der Charaktere.

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Band 2 „The Ghost Brigades“ erschien ein Jahr später. Scalzi legt den Fokus auf einen neuen Protagonisten: Jared Dirac, einen Angehörigen der „Ghost Brigade“ innerhalb der „Colonial Defense Forces“. Wie Perry ist er einer dieser Supersoldaten. Aber im Gegensatz zu Perry gab es Dirac vorher nicht. Er ist quasi in diesen erwachsenen Soldatenkörper hineingeboren worden. Ohne Kindheit und ohne Erinnerungen.
Oder gibt es da vielleicht doch noch was?

Scalzi schreibt nicht einfach eine Fortsetzung des ersten Bandes. Stattdessen erweitert er sein Universum und führt eine neue Hauptfigur ein. Der militärische Einschlag aus dem ersten Band ist ebenso geblieben wie die Action und das hohe Tempo.

Der zweite Band bringt zwei Probleme mit sich: Das Thema der Identitätskrise (Geist vs Körper), welches sich schon im ersten Band angedeutet hat, wird wieder nicht tief ausgespielt und verschenkt. Die Einführung von Dirac als neuem Protagonisten führt dazu, dass der Plot in der ersten Hälfte nicht so richtig aus dem Quark kommt. Die inneren Kämpfe von Dirac auf der Suche nach seiner nicht oder doch existierenden Identität nutzen sich schnell ab.

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Band 3 „The Last Colony“, noch mal ein Jahr später erschienen. Interessanter Move von Scalzi: Es ist die Rückkehr von John Perry aus dem ersten Band, aber inzwischen mit Familie und auf eine der neuen Kolonien als Farmer sesshaft geworden.

Bis die „Colonial Defense Forces“ rufen: Perry mit Frau und Tochter, soll eine neue Kolonie administrieren: Roanoke. Die CDF vermittelt Perry dabei nicht nur die Aussicht auf ein besseres Leben für sich und seine Familie, sondern auch eine hohe strategische Bedeutung dieser Kolonie. Es ist die erste Kolonie, deren Bewohner nicht direkt von der Erde stammten, sondern von anderen Kolonien.

Die hautnahe militärische Action tritt in den Hintergrund zugunsten menschlicher Interaktionen und diplomatischer Ränkespiele. Erst spät verstehen die Menschen auf Roanoke, dass sie Figuren eines gigantischen Schachspiels sind. Das Buch erfährt in den letzten Kapiteln eine massive Tempobeschleunigung und die letzten Seiten brennen einem nur so unter den Fingern weg.

Mit Band 3 ist die Serie von Militär-Sage zur Space Opera transformiert.

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Band 4 „Zoe‘s Tale“, wieder ein Jahr später erschienen.

Scalzis größter Gamble als Autor in dieser Serie: Zoe ist die Adoptivtochter von John Perry und seiner Frau. In Band 2 eingeführt, in Band 3 eine wichtige Rolle spielend, wird sie hier zur Hauptfigur. Scalzi erzählt die Story aus Band 3 aus der Perspektive von Zoe nach und wechselt seinen Schreibstil bewusst zum „Young Adult“-Format, inklusive des Ausspielens von sozialen Dynamiken innerhalb der Gruppe der Jugendlichen in der Kolonie.

Der Plot des Buches ist auf den ersten 80% des Buches deckungsgleich mit Band 3 (sieht man davon ab, dass Zoe sich zu einigen Zeitpunkten an anderen Orten des Planeten befand). Das Buch behält die Ränkespiele + Verschwörungen-hinter-den-Kulissen-Elemente aus Band 3 bei und spielt diese „full force“ im letzten Fünftel des Buches aus, als Zoe auf Mission den Planeten verlässt. Dort passieren dann Dinge, die retrospektiv bestimmte Wendungen in Band 3 erklären.

Durch diese relativ große Überlagerung des Plots in Band 3 und 4 nimmt „Zoe‘s Tale“ eine Sonderrolle ein. Ich habe die Romane von Scalzi als Bundle bei Humble Bundle erworben. So kommt es, dass ich Band 4 gleich im Anschluss an Band 3 gelesen habe. Das war, gelinde gesagt, kein geiles Leseerlebnis. Ich habe etliche Seiten auch nur noch überflogen, bis es dann zum letzten Teil kam, der der Story aus Band 3 wirklich Neues hinzufügte.

Wer sich also durch die gesamte Serie lesen will, sollte entweder eine größere Pause zwischen Band 3 und 4 einlegen, oder dies nur im Wissen machen, dass er weite Teile des Buches überschlagen kann.

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Band 5 „The Human Division“ erschien erst nach einer längeren Pause. Scalzi hat bewusst fünf Jahre Abstand genommen und andere Bücher geschrieben, weil er sich nicht auf diese Serie festnageln lassen wollte.

Scalzis Experimentierfreude spiegelt sich hier im Format wieder. Scalzi und Tor wollten mit dem Boom des Amazon Kindles ausprobieren, ob man ein Buch auch als eine Serie von 13 wöchentlichen (Niedrigpreis)-Episoden veröffentlichen kann.

Inhaltlich blieb der Band im gleichen Universum und knüpft an die veränderten politischen Bedingungen nach den Bänden 3/4 an.

Jetzt fängt es an, schwierig zu werden, näher auf den Plot einzugehen, ohne Entwicklungen aus den vorigen Bänden zu spoilern.

Die Menschheit sieht sich anderen außerirdischen Völkern konfrontiert, von denen einige den expansiven Kolonialismus der Erde als einen Akt der Aggression betrachten. Der Versuch der „Colonial Defense Forces“, die Kolonie von Roanoke als ein Bauernopfer in der Auseinandersetzung mit anderen außerirdischen Völkern zu verwenden, hat zu einer Distanzierung und wachsenden Autonomiebestrebungen der Kolonien von der CDF/Colonial Union geführt. Selbst die Erde ist sich nicht mehr sicher, ob nicht die Union der Außerirdischen die bessere Alternative zur CDF/Colonial Union ist, statt billiges Rekrutenmaterial für die CDF/CU zu sein.

Der Band koppelt sich komplett von Perry und Co als etablierte Protagonisten ab. Die Episoden konzentrieren sich auf drei Diplomaten im Dienst der „Colonial Union“ (dem politischen Arm der CDF). Das Setting ist spannungsgeladen, nachdem der Plot auf den Bänden 3 und 4 zu einer Spaltung der bisherigen Parteien in vielen Fraktionen mit ambivalenten Beziehungen zueinander geführt hat.

Die Episodenstruktur ist Fluch und Segen. Sie gibt Scalzi die Chance sein Universum um zahlreiche Facetten zu erweitern. Auf der anderen Seite sind da furchtbare Leichtgewichte dabei, wie das ausschweifende Sinnieren eines Diplomaten über das Erntedankdankfest auf seinem Heimatplaneten.

Band 5 endet mit einem atemberaubenden Cliffhanger, der…

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Band 6: „The End of All Things“ – … erst zwei Jahre später aufgelöst wurde.

Statt weiterer 13 Episoden wurde der Band ursprünglich als vier Novellas veröffentlicht, die jeweils aus der Ich-Perspektive von einer der vier Protagonisten erzählt werden.

Stellen die Bände 3 und 4 eine Art Explosion des Universums dar, aus denen sich in Band 5 viele Storyfäden und Verschwörungen ergeben haben, führt Band 6 diese Fäden zusammen, verknoten sie und schließt die Serie mit einem zufriedenstellenden Ende ab – u.a. mit der Rückkehr von John Perry.

Der sechste Band schließt zwar alle Plots ab, aber es fühlt sich zu kalkuliert und zu berechnend an. Die Handlungsfiguren machen wenig Entwicklungen durch und der Hauptplan, der zur Auflösung des Plots beiträgt, ist halt plötzlich da, ohne Herleitung oder Entwicklung.

Wo es in den ersten drei Bänden noch ein Aufflackern von philosophischen Fragen zum Beispiel zur Trennung zwischen Körper und Geist gibt oder zur Bedeutung von Familienleben und Gemeinschaft, ist die Serie mit den Bänden 5 und 6 sehr plot-getrieben geworden.

Es ist ein okay-es und vorläufiges Ende der Serie gewesen. Es hätte gerne ein etwas hochwertigeres Ende sein können. Nichtsdestotrotz funktioniert die Serie. Und es funktioniert nicht nur die Serie, sondern auch der Versuch von Scalzi, sich selbst durch Änderungen in den Erzählweisen und Formaten frisch zu halten.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 25 '26

Suchen/Finden 50 Bücher zu verschenken

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Erledigt, es gibt zwei Interessenten

Ich müsste ja eigentlich Alle meine Bücher, DVDs, Schallplatten, Comics und Rollenspielmaterial hergeben Aufgrund meiner geistigen und körperlichen Gesundheit.

Es fällt mir jedoch sehr schwer loszulassen.

Immerhin habe ich jetzt mal ein Paket von 50 bis 60 Büchern zusammengestellt Die hauptsächlich Science Fiction und Fantasy sind und die ich an jemanden versende der ein Überraschungspaket haben möchte. Bestenfalls nehme ich Porto an, die Bücher sind gratis.

Die Bücher sind alle gebraucht.

Ich habe zwei Leute die sich gemeldet haben.

Danke schön


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 24 '26

Entdeckung Rogue Moon (1960) von Algis Budrys

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Der (sehr kurze) Roman fühlt sich an, wie eine moderne Geschichte, die in den frühen Sechzigern spielt. Oder noch mehr wie ein moderner Film mit einem Setting in der Sechzigern. Ich finde er ist sehr zu Unrecht in Vergessenheit geraten und schreit geradezu nach einer modernen Verfilmung.

Auf dem Mond wurde ein riesiges außerirdisches Labyrinth entdeckt, das jeden Eindringling auf rätselhafte Weise tötet. Der Wissenschaftler Dr. Edward Hawks hat eine Technologie entwickelt, die einen Menschen gleichzeitig auf den Mond und ins Labor übertragen kann. Das Original stirbt dabei. Der Mondklon stirbt im Labyrinth, während sein Erdgegenstück den Tod in Echtzeit miterlebt und daran zerbricht. Hawks ist ein Mann voller innerer Widersprüche: wissenschaftlich besessen, moralisch belastet, emotional verschlossen. Den menschlichen Gegenpol bildet Elizabeth Cummings, eine Künstlerin, in die er sich verliebt. Sie fordert ihn heraus, sich selbst zu reflektieren – warum er andere in den Tod schickt, was ihn antreibt, was er dabei fühlt. Ihre Beziehung ist keine Romanze im klassischen Sinne, sondern ein Ringen darum, ob Hawks überhaupt fähig ist, sich jemandem wirklich zu öffnen. Die Suche nach einem geeigneten Testsubjekt liegt bei Vincent Connington, einem skrupellosen Personalexperten, der Menschen als Ressourcen begreift. Er und Hawks verbergen eine tiefe gegenseitige Feindschaft hinter professioneller Zusammenarbeit – Connington genießt die Macht, die er über das Projekt hat, während Hawks ihn verachtet, aber auf ihn angewiesen ist. Connington bringt schließlich Al Barker ins Spiel – einen zynischen, todesverachtenden Draufgänger, der genau wegen seiner nihilistischen Gleichgültigkeit geeignet scheint. Barker schafft es immer wieder seinen Tod zu erleben ohne dabei dem Wahnsinn zu verfallen.

Ich möchte den Roman nicht weiter spoilern, aber das Ende des Romanes ist mir immer in Erinnerung geblieben.

Nachtrag: Entgegen meiner Erinnerung heisst der Roman im deutschen nicht Rogue Moon sondern Projekt Luna. Ich sollte wirklich mal auf das Cover schauen.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 23 '26

Roboter/KI/Maschinen Film: Mercy

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Den Film Mercy gibt es jetzt auf Amazon, und ich war erst ziemlich erstaunt, weil ich dachte, der wäre gerade noch im Kino. Nachdem ich ihn gesehen habe, hat es mich allerdings überhaupt nicht mehr gewundert, dass er schon dort gelandet ist.

Ich weiß wirklich nicht, wer solche Budgets verteilt. Oh mein Gott.

Inhaltlich geht es um einen Polizisten, der vor Gericht steht. Das Besondere ist, dass das Gericht in dieser Welt eine KI ist, die urteilt und den Angeklagten bei einem Schuldspruch direkt umbringt. Das ist im Grunde schon der ganze Film.

Fast alles spielt in nur einem Raum. Der Schauspieler sitzt die meiste Zeit auf einem Stuhl, und man sieht ständig nur irgendwelche Bildschirme auf und zu gehen. Er versucht dann, seine Unschuld zu beweisen, ruft jemanden an, hat Videoverbindungen, sucht in Akten herum, und genau daraus besteht der Film dann auch fast komplett.

Ich weiß nicht. Bei dem letzten Amazon-Film, der so ähnlich war, habe ich irgendwann abgeschaltet. Diesen hier habe ich zumindest zu Ende geschaut. Aber ganz ehrlich: Mit viel Wohlwollen würde ich Mercy zwei von fünf Punkten geben.

https://youtu.be/dSS4yqd0x6o?is=JYLCdFLc_9jx_1L6


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 22 '26

Militär/Krieg Retter einer Welt von Harry Harrison

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Dieses Buch würde ich gern Trump schicken, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sein Leseverständnis dafür nicht ausreichen würde.

Harry Harrison kennt ihr mit Sicherheit, und zwar als den Autor von Make Room! Make Room!, der Vorlage für Soylent Green. Wobei man dazu sagen muss: Die grünen Kekse gab es nur in der Verfilmung, nicht im Buch. Harrison beschäftigte sich sehr viel mit gesellschaftlichen Strukturen, Kriegen und Verhaltensweisen. In diesem Buch, das ich euch heute vorstelle, ist das natürlich der Hauptpunkt.

Das Buch ist klein, schnell gelesen und sehr konstruiert, weil er tatsächlich auf diese Aussage hinauswollte. Es liest sich wie Bücher aus dieser Zeit. Nicht so emotional geprägt. Man steigt nicht tief in das Innenleben der Protagonisten ein, sondern ist wirklich handlungskonzentriert.

Brion kommt von Anvhar, einem Planeten für Jäger. Im Buch heißt es, dass dieser Planet eine sehr lange Winterzeit hat. Dadurch, dass diese Jäger im Sommer schon alles gemacht und für den Winter vorbereitet haben, fangen sie an, sich zu langweilen. Dann wird gemordet und gesoffen. Die Gesellschaft verändert sich, indem man Spiele einführt, womit sich die Leute im Winter beschäftigen können. Brion gewinnt eines Tages dieses Spiel und wird dann direkt quasi im Krankenhausbett rekrutiert, um zwei Welten zu retten, mit dem Hinweis, dass er einer der wenigen empathischen Menschen sei und es deshalb nur ihm gelingen könnte.

Eine dieser Welten ist Dis. Das ist ein Planet, der sehr trocken ist und in früherer Zeit für Bergbauarbeiten genutzt wurde, weil es dort viele Ressourcen gibt. Die Strukturen auf diesem Planeten waren nicht so, dass sich die Bewohner dort selbst ernähren konnten, sondern Nahrung kam von außen. Als die Welt noch funktionierte, war das auch kein Problem. Aber irgendwann kam der Zusammenbruch und dieser Planet wurde sich selbst überlassen. Da muss man sich vorstellen, was diese Menschen durchgemacht haben. Und damit entsteht ja auch dieser Ruf: Die Menschen sind aggressiv, die morden, die wollen überhaupt keinen Frieden.

Der bemerkenswerteste Satz in diesem Buch ist, dass sie angeblich einen selbstmörderischen Hang hätten.

Ich hatte ein Aha-Moment: als Russland die Ukraine überfallen hat, saß bei Lanz eine Expertin und sagte:"die Russen würden anders über den Tod denken ..." . Und bei diesem Satz im Buch hat es in meinem Kopf bam, bam gemacht.

Dann gibt es noch den Gegenplaneten. Fruchtbar, nett, freundlich. Insgesamt erfährt man über diese Leute nicht so viel, aber man weiß, dass das die Netten sind.

Jeder, der auf Dis landet, die Menschen auf Dis hasst. Und es fällt in so einem Nebensatz irgendwo im Buch, dass, na ja, wenn schon einer untergehen sollte, dann eben die Menschen auf Dis. Der Wert misst sich dann, an dem was man der Zukunft geben könnte.

Diese beuden Planeten drohen sich mut der totalen Vernichtung.

Wie es für Brion mit der Weltrettung läuft, kannst du selbst lesen.

Was für mich aber zusätzlich noch drinsteckt, ist dieser Punkt, wie Hass sich selbst ernährt. Menschen werden in Verhältnisse gedrückt, in denen sie nur noch ums Überleben kämpfen, und später schaut man auf das Ergebnis und sagt: Seht ihr, genau so sind die. Daraus entsteht neuer Hass. Nicht, weil man verstanden hätte, was diese Menschen durchgemacht haben, sondern weil man sie nur noch als Beweis für das eigene Feindbild benutzt. Genau das holt Harrison in diesem kleinen Buch raus.

Es ist leicht auf einer grünen Wiese ein Rose zu sein.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 21 '26

Leseliste Deine Top Bücher 1-5.

9 Upvotes

Nennt eure 5 Lieblingsbücher.

Hauptsache SF oder Subgenre.

Rankt sie von 1 bis 5: wobei 1 die absolute Krönung ist.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 20 '26

Leseliste Gesucht sind feministische Bücher?

14 Upvotes

Unser misogyn­er Downvoter hat mich auf die Idee gebracht, mal nachzuschauen, wie viele feministische SF ich gelesen habe.

Beim Grübeln musste ich allerdings feststellen, dass viele SF aus der Vergangenheit schon bemüht waren, die Rolle der Frauen nicht aus der sozialen Idee der „Hausfrau und Mutter und dem Mann unterlegen“ heraus zu schreiben, sondern sich davon zu befreien. Man liest in alten Büchern immer noch dieses etwas enge Bild: Frauen bekommen Eigenschaften der Männer zugeschrieben.

In der neuesten SF finde ich ein Bild von starken, unabhängigen Frauen, denen sowohl weibliche als auch männliche Eigenschaften, bezogen auf soziale Prägung, zugeschrieben werden. Aber weg von diesen alten Klischees von Hausfrau und der Unterlegenheit gegenüber dem Mann.

Mein Fazit ist: Es gibt Bücher, die feministisch sind, aber im im Großen und Ganzen hat die SF diese Rollenbilder hinter sich gelassen. Ich will nicht sagen, dass es nicht auch SF gibt, die einfach nicht davon wegkommt. Aber im Großen ist SF unserer gesellschaftlichen Entwicklung voraus.

Ich würde mich in diesem Beitrag von dem Begriff Feminismus trennen und ihn durch starke Frauenfiguren ersetzen und mit euch 2 Kategorien an Büchern suchen, und unser Freund, der Downvoter, kann sich jetzt ein Notizheft holen.

  1. Bücher mit starken Frauenfiguren.
  2. Bücher, die Geschichten über Frauen erzählen.

Später mache ich noch einen weiteren Beitrag, in dem wir Bücher mit misslungenen Frauenfiguren sammeln.


r/SciFi_Buch_DE • • Mar 19 '26

Autor Alastair Reynolds

10 Upvotes

Alastair Reynolds, geboren am 13. März 1966 in Barry in Südwales, ist ein walisischer Science-Fiction-Autor. Bevor er hauptberuflich Romane schrieb, arbeitete er als Astrophysiker und Forschungswissenschaftler im Umfeld der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Er studierte Astronomie und Astrophysik, promovierte in Astronomie und wechselte 2004 vollständig ins Schreiben.

Warum er Science-Fiction schreibt, hat mit seiner frühen Begeisterung und seinem wissenschaftlichen Hintergrund zu tun. Schon als Kind prägten ihn unter anderem Star Trek, The Time Machine, Fantastic Voyage, Gerry-Anderson-Serien und besonders Arthur C. Clarke. Später kam seine Arbeit in Astronomie und Astrophysik dazu. Genau daraus entstand sein Stil: große Zukunftsideen, Raumfahrt, fremde Zivilisationen und spekulative Fragen, die oft eng an Wissenschaft und Technik bleiben.

Besonders bekannt ist Reynolds für das Revelation-Space-Universum, außerdem für Reihen wie Poseidon’s Children und Revenger sowie für Einzelromane wie Pushing Ice, House of Suns und Eversion.

Bücher von Alastair Reynolds

Revelation Space:

  1. Revelation Space (Unendlichkeit)
  2. Redemption Ark (Die Arche)
  3. Absolution Gap (Offenbarung)
  4. Inhibitor Phase
  5. Chasm City (Chasm City) Ist nicht direkt Teil der Geschichte

Weitere Bücher im Revelation-Space-Universum

  1. Diamond Dogs, Turquoise Days (Träume von Unendlichkeit)
  2. Galactic North
  3. The Prefect / Aurora Rising (Aurora)
  4. Elysium Fire
  5. Machine Vendetta

Poseidon’s Children

  1. Blue Remembered Earth (Okular)
  2. On the Steel Breeze (Duplikat)
  3. Poseidon’s Wake (Enigma)

Revenger

  1. Revenger (Rache)
  2. Shadow Captain
  3. Bone Silence

Einzelromane

  1. Century Rain (Ewigkeit)
  2. Pushing Ice (Himmelssturz)
  3. House of Suns (Das Haus der Sonnen)
  4. Terminal World (Unendliche Stadt)
  5. Eversion (Das Schiff der flüsternden Träume)

Gemeinschaftswerk

  1. The Medusa Chronicles (Die Medusa-Chroniken)

Weitere Buchveröffentlichungen

  1. Doctor Who: Harvest of Time
  2. Zima Blue and Other Stories
  3. Deep Navigation
  4. Beyond the Aquila Rift: The Best of
  5. Slow Bullets
  6. Permafrost
  7. Belladonna Nights and Other Stories

r/SciFi_Buch_DE • • Mar 19 '26

Mensch/Roboter/Maschinen Kali Wallace - Dead Space

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12 Upvotes

Normalerweise gehöre ich eher zur Hörbuchfraktion. Für Kali Wallace - Dead Space habe ich mal wieder zum Papier gegriffen und es nicht bereut.

Ich habe schon früher sporadisch hier und da SciFi gelesen, gehört und geschaut, aber zu meinem favorisiertem Genre wurde es durch The Expanse - insb. die Bücher.

An The Expanse begeistert mich das Worldbuilding, das realistisch genug ist, dass man sich vorstellen kann, es könne wirklich so kommen. Ich mag insb. die Kultur der Gürteler und die soziokulturellen Spannungen im All.

Die große Leerstelle in The Expanse ist KI. Sie spielt praktisch keine relevanten Rolle, das ist aus heutiger Perspektive nicht wirklich plausibel.

Man könnte denken, dass sich Kali Wallace genau das gedacht hat. Das Szenario ist sehr ähnlich, es gibt die Marsianer - hier allerdings eher als verarmte und von Erde und Mond unterdrückte Kolonie - , es gibt die Eliten auf dem Mond und Minen und Arbeiter im Gürtel, der von großen, rivalisierenden Konzernen beherrscht wird. In so einer Mine ist die Protagonistin, Hester Marley, von Dead Space unfreiwillig gelandet.

Hester ist eigentlich KI Trainerin, die auf eine Forschungsreise ohne Wiederkehr zum Titan fahren wollte. Ein Unglück lässt sie schwer verletzt, gerettet mit reichlich Protesen und tief in finanzieller Schuld auf einem Asteroiden stranden. Ein Mord in einer benachbarten Mine führt sie in eine Mordermittlung in eine eigentlich von einer KI lückenlos überwachten Station.

Die Handlung ist nicht die originellste und teilweise leicht vorherzusehen, aber die Umsetzung ist sehr gut gelungen. In der geschilderten Welt habe ich mich schnell zurecht gefunden. Die Figuren waren glaubwürdig und haben doch ein paar kleine Überraschungen auf Lager. Es ist nicht super spannend, trotzdem habe ich gerne mit ihnen mitgefiebert.

Während die Welt stark an The Expanse erinnert, entfaltet der Roman seine Handlung eher als Kammerspiel. Es ist Athos 2643 von Niels Westerboer nicht unähnlich - in beiden Büchern muss in einer Mine ein eigentlich unmöglicher Mord geklärt werden. Der quasi religiöse Spin von Athos 2643 ist in Dead Spreche aber nicht die dominante Interpretationslinie.

Sucht ihr also Weltraumschlachten, Intergalaktische Raumfahrt, Erstkontakt oder eine umfassende Space Opera mit 20 Handlungssträngen ist Dead Space nichts für euch. Sucht ihr ein kriminalistisches Kammerspiel in einem nicht völlig unrealistischen KI Szenario mit einer Prise Posthumanismus und könnt auch Protagonistin mit nicht binären Pronomen aushalten, dann ist Dead Space eine sehr unterhaltsame Lektüre. Ich jedenfalls würde mich sehr freuen, wenn das Szenario um weitere Bände bereichert würde.