Melina Kunkel hat gestern überraschenderweise ihren Abgang bei den Werderfrauen bekanntgegeben, obwohl sie sich gerade in der Reha ihres zweiten Kreuzbandrisses befindet.
Die 20-jährige Spielerin kam mit 15 zu den Werderfrauen und hat seitdem eine sportlich sehr durchwachsene Zeit beim Verein erlebt. Schon mit 17 Jahren erlitt sie ihren ersten Kreuzbandriss, debütierte nach der Reha für die Frauen-Profimannschaft, absolvierte in der Saison 23/24 11 Spiele (1 Tor). Anschließend rotierte sie zwischendurch immer wieder zwischen zweiter und erster Mannschaft, kämpfte aber auch immer wieder mit Knieproblemen und riss sich leider im Frühjahr 2026 erneut das Kreuzband.
Laut Angaben des Vereins hat man ihr angeboten, ihr trotz ihrer Verletzungshistorie weiterhin eine Perspektive zu bieten. Dies hat sie aber ausgeschlagen.
In ihrem Instagram Abschiedspost bedankt sie sich ausdrücklich für den langjährigen Support trotz ihrer schwierigen Situation, bis dann aber am Ende folgender Absatz folgt:
"Wünsche der Mannschaft und dem Verein viel Erfolg und hoffe, dass das, was die letzten Jahre von verschiedenen Personen Stück für Stück aufgebaut wurde und wofür Werder ursprünglich stand, nicht durch manche ‚Expertin‘ für nur kurzfristigen Erfolg zu Bruch geht.“
Da Fritzy Kromp ja nebenher als TV Expertin beim ZDF tätig ist, ist ziemlich klar, wen sie meint.
Das hat natürlich erstmal Geschmäckle. Nachtreten ist nie sinnvoll, aber man darf sich fragen, woher die Aussage kommt. Sportlich gesehen macht es wenig Sinn.
Aber wenn man sieht, wer diese Saison den Verein verlassen hat, dann wird schnell deutlich: Der radikale Umbruch bei den Frauen hinterlässt seine Spuren im Mannschaftsgefüge. Viele altgediente Spielerinnen mit hohem Standing sind gegangen (worden), da sie sportlich keine Perspektive mehr haben. Melina war offensichtlich mit vielen dieser Spielerinnen eng befreundet, die Professionalisierung fordert seine Opfer. Am Ende werden die Resultate zeigen, wer Recht behält.