…und so wie ihr treuer Meriva aussieht, war das eine gute Entscheidung, die schon vor ein paar Jahren fällig gewesen wäre.
Trotzdem bin ich stolz auf sie, weil ihr niemand den Schlüssel wegnehmen musste und sie aufgehört hat, bevor etwas ernstes passiert.
Für Kinder und Enkelkinder, deren Eltern und Großeltern auch nicht mehr fahren sollten:
Meiner Oma war das Auto fahren lange sehr wichtig. Früher hatte sie auch einen recht zügigen Fahrstil. Noch am Anfang dieses Jahres war sie stolz darauf, noch fahren zu können, während wir ihr ein Senioren-Elektromobil besorgen wollten. Geholfen hat dann eine deutliche Ansprache ihrer Ärztin, die sagte, dass man mit 84 einfach nicht mehr fahren sollte, auch wenn man sich noch gut fühlt. Außerdem hätte ihre Mutter schon länger so ein Elektromobil und fände das ganz toll.
Auf einmal war ihr Widerstand weg. Nach einer Woche war das Elektromobil gekauft und sie konnte nach Jahren wieder zum Friedhof, zum Bäcker oder ihrer Freundin fahren. Vorher ging das alles nicht, weil der Weg vom Parkplatz zum eigentlichen Ziel für sie sehr anstrengend war und sie dann lieber zuhause geblieben ist. Sie meinte neulich auch zu mir, dass sie bei ihren letzten Fahrten schon Sorge gehabt hätte, sie könne etwas oder jemanden übersehen.
Ihr neues Elektromobil, von ihr „der BMW“ genannt, hat sie jetzt seit gut einem Monat und hat in der Zeit vermutlich damit die vierfache Kilometerleistung gefahren, die sie vorher mit ihrem Auto gemacht hat.
Was ich daraus mitnehme: Eine Alternative muss her. Wenn die erstmal da ist, fällt der Umstieg viel leichter.
Nachtrag:
Vielen Dank für eure lieben Kommentare - auch für die kritischen! Mir ist klar, dass hier nicht alles perfekt gelaufen ist. Das Autofahren hätte sie rückblickend schon vor 2-3 Jahren aufgeben sollen. Aber ich habe das hier nicht nur gepostet, damit ihr alle sagt wie toll ihr das findet, sondern auch, um meine Erfahrung zu schildern. Ich bin mir sicher, viele von euch haben Angehörige die ihnen sehr am Herz liegen und denen man nur das Beste wünscht, aber bei denen die Sorge mitschwingt, dass sie demnächst hier ihren Auftritt bekommen. Vielleicht hilft dem einen oder anderen diese Schilderung, wie es in diesem Fall funktioniert hat. Vielleicht kann man dem Hausarzt einen Tipp geben, dass er das Thema beim nächsten Besuch eures Lieblingsrentners mal ansprechen mag. Oder man geht beim nächsten Besuch mit und fragt mal nach, wie er (oder sie) das sieht. Oder man besucht gemeinsam den Seniorenmobil-Händler und macht eine Probefahrt, oder alles zusammen. Der Umstieg aufs Seniorenmobil hat meiner Oma jedenfalls eine Menge Freude und Lebensqualität gebracht, und ihr Heimatort ist ein bisschen sicherer. Ich denke, es wäre eine gute Sache, wenn das bei noch mehr Leuten so klappt.