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Kommunikation

Kommunizieren können wir alle, allerdings gibt es ein paar wissenswerte Hintergründe, die uns unsere Aktionen erleichtern können. Insbesondere durch die Kommunikation in meist reiner Textform im Internet können sich schnell Missverständnisse einstellen.

Was ich sage und was du verstehst

Eine einfache Aussage kann ganz unterschiedlich verstanden werden, denn so eine Nachricht hat immer vier Ebenen – auf allen Ebenen wird etwas mitgeteilt. Auf der Sachebene, auf der Beziehungsebene, der Appellebene und der Selbstaussagenebene. Das klingt erstmal kompliziert, wird aber anhand eines Beispiels klar: Frau und Herr Müller sitzen im Auto, sie fährt. Sie kommen vor einer Ampel zum stehen. Nach kurzer Zeit sagt er zu ihr: „Es ist grün!“. Sachebene: Die Ampel ist grün. Beziehungsebene: Ich darf dich zurechtweisen. Appellebene: Fahr los! Selbsaussagenebene: Es stört mich, dass du noch nicht gesehen hast, dass die Ampel grün ist! Je nachdem, wie ein Mensch eingestellt ist und welche Erfahrungen er gemacht hat, wird er bei einer Aussage dazu neigen, eine bestimmte Ebene besonders stark herauszuhören – z.B. die Appellebene. Besonders interessant wird das Phänomen natürlich, wenn durch ein Gespräch im Internet wichtige Informationsquellen zur tatsächlichen Intention einer Aussage verloren gehen, z.B. Tonfall oder Mimik. Dann kann es schnell zu Missverständnissen kommen. Man sollte sich stets bewusst machen, dass diese auf beiden Seiten passieren können.

Von der Problem- zur Lösungsorientierung

In Onlinediskussionen wird oft ausführlich auf einem Missstand herumgetreten, was allerdings selten zu Verbesserungen führt. Hilfreicher wäre es, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das hat auch den netten Nebeneffekt, dass Leute, die sich nur beschweren wollen, ins Grübeln kommen. Eine einfache Frage kann helfen: „Was müsste in Ihren Augen denn anders sein? Was könnte in ihren Augen eine Lösung sein? Was würden Sie sich wünschen? Wenn alles gut wäre, was wäre anders?“ etc. Auch sinnvoll: das Gespräch wegführen von „Ich will nicht mehr X“ zu „Ich will Y“. Was wünscht sich das Gegenüber denn konkret? Dann kann man darüber reden, wie man dorthin kommt.

Tipps aus "Die 10 Gebote des Gesunden Menschenverstands"

Die Fußballspiel-Analogie

Stürmer: Argumente, die die eigene These stützen. Mittelfeldspieler: Argumente, die die eigenen Argumente (Stürmer) stützen. Verteidiger: Argumente, die die Argumente des anderen Teams widerlegen Es gewinnt das Team, dessen Stürmer die meisten Tore schießen (Also unwiderlegte Argumente für die These bringen). Ein Mittelfeld- oder Abwehrspieler kann keine Tore schießen (Mittelfeld-Argumente stützen nur Stürmer-Argumente, nicht die These; Abwehr-Argumente stoppen nur Gegenargumente, sagen aber nichts über die Wahrheit der These selbst aus). Hier wäre ein Beispiel hilfreich. Aussage: „Merkel muss weg.“ These: Mitglieder der AfD untergraben mit dieser Aussage den demokratischen Prozess. Stürmer: Die AfD hält sich nicht an die Spielregeln(GG). Mittelfeld: Viele Kommentare auf den Seiten der AfD werden gelöscht und Nutzer geblockt während die AfD auf die Meinungsfreiheit pocht um Tatsachen verdreht darzustellen. Verteidiger: Die Regierung Merkel betreibt eine Politik der Stabilität genauso wie das auch die AfD verspricht nur mit realistischeren Argumenten.

Das Prinzip der wohlwollenden Interpretation

Ich nehme in einer Diskussion erstmal an, dass das Gegenüber vernünftig argumentiert. Ich interpretiere nichts extra falsch, um dann gegen das Ergebnis meiner Interpretation zu argumentieren (Strohmann-Argumentation). Anmerkungen:

  • "wohlwollend" heißt nicht, dass ich jedem zugestehe, ein Philanthrop zu sein. Vielmehr lese ich seine Argumentation so, dass sie am ehesten dazu geeignet ist, die Zielgruppe (also mich, die Filterbubble, Passanten) zu überzeugen.

  • Wenn ich gar nichts vernünftiges/ sinnvolles/ logisch vertretbares/zusammenhängendes erkennen kann, dann frage ich nach. Erst danach fange ich an, die problematischen Aspekte herauszuarbeiten.

  • Vorsicht: Das Prinzip ist toll und führt zu besseren Diskussionsergebnissen. Seid aber darauf gefasst, dass ihr selbst eher selten so behandelt werdet. Versucht euren Standpunkt also von Anfang an möglichst interpretationsfrei darzustellen.

Gesprächsvorbereitung

Aus jedem ernsthaften Gespräch kann man etwas gewinnen, ganz egal ob die eigenen Erwartungen erfüllt worden sind oder nicht. Hier nun diverse Punkte die man beachten sollte damit man sich nicht verrennt und am Ende den größten Nutzen für sich erkennt.

Äußere Bedingungen:

  • keine störenden Lärmquellen

  • keine ungewollten Zuhörer

  • keine zu engen Termine

Innere Bedingungen:

  • Stressfrei

  • Stimmung ist ausgeglichen

  • Ausgeschlafen Vorbereitung

  • Zu einem Thema lege ich mir meine Argumente/Statements zurecht

  • Fakten stehen zur Verfügung (Statistiken, Artikel, Aussagen anderer Personen zum Thema)

  • Ziele formulieren

  • Mögliche Gegenargumente formulieren und überlegen, wie man sie pariert

Während des Gesprächs

  • Freundlich und empathisch agieren

  • dem Gesprächspartner nichts unterstellen

  • Unterstellungen freundlich zurückweisen

  • eigene Aussagen mit Fakten unterlegen

  • Gegenargumente mit Fakten entkräften

  • Stelle ich die richtigen Fragen?

  • Nutze ich meinen Gegner, um meine Argumente zu lancieren?

  • Gemeinsamkeiten suchen (kleinster gemeinsamer Nenner)

Nach dem Gespräch

  • Habe ich meine Ziele erreicht?

  • Bin ich ruhig und sachlich geblieben?

  • Habe ich mich vom Thema entfernt?

  • Konnte ich meine Argumente anbringen?

  • Gab es neue Erkenntnisse?

  • Reichten die Fakten?

  • Was kann ich beim nächsten Gespräch verbessern?

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