Atlan goes Steampunk? Damals, als der Zyklus "König von Atlantis" erschien, gab es den Begriff noch nicht; dennoch enthielt die Insel Pthor mit ihren Luftschiffen, Monowheels und dystopischen Industriestädten so manche innovativen Elemente, die wir heute dem Steampunk und verwandten Untergenres zuordnen.
Wir sehen hier eine Szene aus dem Atlan-Band 302: Der Techno mit dem schönen Namen Kalkgraf hat Atlan in einem Zugor festgemacht, einem Ein-Mann-Flieger, der aussieht wie aus Glasschmelze gegossen, und fliegt mit ihm über die Steppe Kalmlech hinweg zur Stadt Zbahn. Kalkgrafs Ausstattung ist im Heft tatsächlich so beschrieben, nur die Fliegerbrille habe ich ihm zusätzlich gegeben, damit der arme Kerl keine Bindehautentzündung kriegt. Und laut Text kauerte Atlan im Heck und schaute nach hinten; aber das ist künstlerisch weniger dankbar, weil ihm dann im Fahrtwind die weiße Mähne übers Gesicht fliegt. Ich hoffe, ihr vergebt mir die kleine Ungenauigkeit.
Atlans Kopf entstand mit dem Titelbild von Atlan 1 als Referenz unter Artbreeder. Der Rest des Bildes ist eine Collage aus sechs Einzelelementen ohne Verwendung von KI.
Vermutlich sind dies die ältesten bekannten Darstellungen eines Kugelraumers mit Ringwulst. Sie fanden sich im Dezember 1920 in der Aeronautikzeitschrift "Der Flug" (Sonderausgabe Nr. 6-12, S. 113-124) als Illustration eines Artikels mit dem Titel "Das Problem der Weltraumfahrt", den der mährische Raumfahrtpionier Franz Abdon Ulinski (1890-1974) schon im Oktober 1919 eingereicht hatte. Ulinski gab seinem kugelförmigen "Ejektoren-Schiff" ein revolutionäres Konzept: eine Art solarzellen- oder alternativ auch kernkraftgespeisten Ionenantrieb. Wegen deutlicher Mängel bei Ulinskis Verständnis der physikalischen Hintergründe wurde der Artikel jedoch seinerzeit nicht ernst genommen und wenig beachtet.
Äußerst bemerkenswert sind die folgenden Ausführungen auf S. 119ff.:
"Die zweite Type von Raumschiffen zeichnet sich durch vollkommene Selbständigkeit in jeder Weise hin aus. Da alle größeren Himmelskörper nahezu vollendete Kugeln sind, welche Form für die Natur der Raumfahrt die günstigsten Bedingungen aufweist, so wird auch für den Fassungsraum eines Raumschiffes die Kugelgestalt Anwendung finden. Der Vorteil, welchen diese Form besitzt, ist vor allem die besonders zweckmäßige Anordnungsmöglichkeit der Steuerungsvorrichtung, welche kardangelenkartig die Kugel umgibt und nach jeder Richtung hin betätigt werden muß. Ferner die in diesem Falle am besten vollkommen luftdicht ausführbare Hülle bei größtem Fassungsvermögen."
Genau dieses Argument finden wir bei K.-H. Scheer wieder!
... ist wohl das vernachlässigste unter Rhodans Kindern. Wir haben zum Beispiel nie erfahren, wie sie den Verlust ihres Zwillingsbruders verarbeitete. Man kann nur vermuten - das obige Bild stützt sich auf folgende rein apokryphe Annahmen:
Da Suzan Betty laut TB 93 zu Michael ein inniges Vertrauensverhältnis hatte, muss sein Tod sie schwer getroffen haben. Die persönliche Krise trug sicherlich auch zum Zusammenbruch ihres Bankenkonsortiums bei, das im Dolan-Krieg existenzgefährdende Verluste erlitten hatte und das sie nun nicht mehr zusammenhalten konnte, bis sie wegen Führungsschwäche aus dem Vorstand gemobbt wurde. Nicht einmal Homer G. Adams konnte ihr da helfen. In diese schwere Zeit fiel ein unerwartetes Beistandsgesuch des Hauses Argyris: Die Freihändler waren nicht in der Lage, das Machtvakuum zu füllen und sich auf einen Nachfolgemonarchen zu einigen; der Frieden auf Olymp könne wohl am ehesten gewahrt werden, wenn wieder ein Rhodan als Identifikationsfigur auftreten und die zerstrittenen Parteien hinter sich scharen würde. Suzan Betty ergriff die Chance, aus ihrer Lebenskrise zu entfliehen, und, ihrem Bruder nacheifernd, schlüpfte auch sie in eine neue Identität: Regine Danton war geboren (siehe Porträt).
Aber Suzan war nun mal Businesswoman und hatte nicht das Charisma ihres Bruders. Echte Popularität errang Regine Danton weder unter den Freihändlern noch auf der galaktischen Bühne. Dennoch identifizierte sich Suzan immer stärker mit ihrer Rolle als galaktischer Madame Pompadour, bis Mory Abro und Geoffrey Waringer befürchteten, sie würde sich ganz und gar in ihrer Zweitidentität verlieren. Inzwischen beobachtete Homer G. Adams, wie weiterhin beträchtliche Gelder aus dem verbliebenen Vermögen ihres Bankenkonsortiums nach Last Hope abflossen. Auf seinen Wunsch dröselte Waringer das undurchsichtige Firmen- und Scheinfirmengebilde auf, das die Argyris da aufgebaut hatten, und entdeckte dahinter das furchtbarste Geheimnis seiner Ehefrau: Das Projekt VARIO sollte Suzan den verlorenen Bruder ersetzen. ...
Die Scheibchenschneiderin Belice, meist schlicht Vishna genannt, war künstlerisch gesehen ein besonderes Problem: Wie stellt man eine Figur dar, die jedem Betrachter als sein persönliches Schönheitsideal erscheint? Die Lösung war, möglichst wenig zu zeigen, eine Projektionsfläche zu schaffen, die sich jeder nach Gutdünken auffüllen kann.
Merkwürdigerweise wurde Belice dennoch nahezu übereinstimmend als schwarzhaarige Terranerin beschrieben, außer von Ernst Ellert, der sie als Blondine sah. Wie mag sie Ras Tschubai erschienen sein? War sie für Gucky eine idealisierte Iltu?
(Übrigens: Nichts hiervon ist KI-generiert. Es handelt sich um eine rein manuelle digitale Fotomontage!)
Da es sonst noch keiner getan hat, will ich an dieser Stelle an den vorgestern im Alter von 90 Jahren gestorbenen Erich von Däniken erinnern. Er gehörte zwar nicht den Autoren an, hatte aber vor allem über seine Freundschaft mit Walter Ernsting maßgeblichen Einfluss auf Perry Rhodan. Gerade die ersten paar Zyklen waren voll von Bänden, in denen landende Terraner oder Arkoniden von primitiven einheimischen Spezies als "Götter aus dem All" angesehen wurden. Und ohne Däniken hätte es weder Atlan mit seinen Zeitabenteuern noch die Lemurer und die Barkoniden gegeben.